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Tanners Interview mit AnnA Hopperdietz: Ich verstehe mich als Teil der Straße

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    AnnA Hopperdietz war 2008 Schauspielerin des Jahres an der Neuen Bühne Senftenberg, hatte vorher schon erfolgreich die Ballettschule Isensee Leipzig, die Sportschule Ludwig Jahn Leipzig und in den USA die Highschool besucht. Sie ist bewandert in der Clownerie, der Akrobatik und der Tanzerei - und sie ist die Chefin von "Hilde tanzt" in der Georg Schwarz Straße 20. Tanner traf sie beim Flyerverteilen. Und zerrte sie sofort vor seine Kamera.

    Hallo Anna. Du bist die Chefin von Hilde tanzt! was tanzt Hilde denn so? Und was ist Dein Konzept, rein philosophisch, hinter dem ganzen Getanze?

    „Hilde tanzt“ ist ein Stück aus meiner Seele. Das ist ein Teil von mir und spiegelt einen Teil von mir wider. „Hilde tanzt“ ist dadurch sehr persönlich und authentisch. Mann, Frau und Kind können dort ausgewählte, mit Liebe ausgesuchte Secondhand-Kleidungsstücke kaufen. Es ist aber auch irgendwie ein Ort der Begegnung. Es soll schön sein, wenn man zu Hilde kommt, man kann in Ruhe den Laden genießen oder mit mir ins Gespräch kommen, einen Kaffee genießen. Ich verstehe mich als Teil der Straße und genau dahin wachse ich gerade. Mich interessieren die Menschen, die in den Laden kommen und ich biete da etwas was in mir steckt, einen Style, einen Geschmack, in den man sich durchaus verlieben kann, muss man aber nicht. Ich denke AUTHENTIZITÄT trifft es am Ende am Besten. Aber letztendlich geht es auch vor allem um Solidarität, ein Miteinander und viel viel Farbe und schöne Kleider.

    Es gibt auch Live was bei Dir. Zum Beispiel am 12.11.2014. Erzähl uns mal bitte, wer da kommt und was er so macht?

    Auch hier spielt ein Stück weit meine Philosophie mit rein. Es geht darum, mir und anderen eine schöne Zeit zu machen und eine Plattform zu sein für Menschen, die sich in irgendeiner Form künstlerisch ausdrücken wollen und einen Platz brauchen. Zum ersten Konzert hatte eine junge Band aus Cottbus gespielt. Das war Elektropop. Jetzt ist es „Jahmica“ ein junger Künstler aus Leipzig und eben Hip-Hop. Konzert Nummer drei wird wahrscheinlich eher in Richtung Rock gehen und soll am 21.12. stattfinden.

    Du sagst, dass Du bewusst nicht im Netz mit einem Shop unterwegs bist, dass es Dir wichtig ist, persönlich in Kontakt zu treten. Das ist ja richtig Old-School. Hat das bewusste Langsamerwerden in Zeiten der religiösen Gewinnmaximierung eigentlich noch eine Chance? Was glaubst Du?

    Ja ich bin irgendwie Old-School. Das stimmt. Aber eben auch ganz neu. Und nein, ich glaube daran, dass es um viel mehr geht als Gewinnmaximierung und Steigerung. Das sind irgendwelche marktwirtschaftlichen Ansichten, die nichts mit meinem Leben, meinem Laden oder meiner Philosophie zu tun haben. Natürlich muss am Ende mindestens die Miete und die Krankenversicherung bezahlt werden, aber es geht ja nicht immer nur um einen finanziellen Gewinn dabei.

    Dadurch, dass ich dort tue, was mir Spaß macht, was mich unter anderem ausmacht und ich mit voller Leidenschaft dabei bin, gibt mir das Gefühl einen Menschen, Hildes Kunden, erreicht zu haben, so viel. Ich hatte schon wirklich viele schöne Begegnungen im Laden.

    Wenn eine Frau hereinkommt, die ein Kleid von Hilde trägt … das fühlt sich gut an. Gute Gespräche, Erinnerungen aus der Vergangenheit, Lachen, das macht glücklich und muss maximiert werden.

    Ich denke, es ist möglich wieder „langsamer“, bewusster und feinfühliger zu werden, einer muss nur anfangen und daran glauben hilft auch!

    Wie bist Du selber eigentlich darauf verfallen, einen Laden zu eröffnen? Was ist Deine Vorgeschichte?

    Oh, das ist eigentlich eine sehr lange Geschichte und dann ist sie doch ganz plötzlich und schnell wahr geworden. Das hatte sehr viel mit der Georg-Schwarz-Straße zu tun. Ich wollte von Anfang an, wenn, dann dahin …keine Ahnung, einfach so ein Gefühl, Liebe vielleicht.

    Mein Beruf ist eigentlich Schauspielerin. Nach 14 Jahren Theater und ständigen Ortswechseln habe ich schon lange gespürt, dass ich eine neue Idee brauchte, eine Veränderung. Warum und weshalb genau, würde jetzt zu lange dauern …

    Als „Hilde tanzt“ so langsam im April zum Leben erwachte, wusste ich von Anfang an, dass es das Richtige gerade für mich ist und gut werden wird. Ich wusste, wenn ich meine Persönlichkeit einbringen will, muss ich was Eigenes machen, etwas, was aus mir kommt.

    Und ich hatte aber schon wirklich immer (soll jetzt kein Klischee werden) einen Hang zur Mode, schon als Kindergartenkind. Das war irgendwie von Anfang an immer schon ein Weg, mich auszudrücken!

    Secondhand-Läden liebte ich auch schon seit ich 15 war und ich wusste dann plötzlich irgendwie ganz genau, dass ich das machen muss und dass mich Leipzig noch braucht.

    Funktioniert Dein Privatleben – Ladenöffnungszeiten, Recherche und Ankauf etc. fressen ja extrem Zeit? Was sagst das befreundete Umfeld? Was sagt der Partner? Wie händelst Du das so?

    Das händle ich mit viel Ehrgeiz, Organisation und tatkräftiger Unterstützung meiner kompletten Familie und Freunden. Es ist machbar mit einem tollen Mann an meiner Seite.

    Gibt es Entspannungshäfen für Dich? Wo ist Dein zweites Leben?

    Mein Entspannungshafen ist definitiv meine eigene, kleine Familie. Und mein zweites Leben ist vielleicht die Schauspielerei. Sie erfordert mindestens genauso viel Ehrgeiz und Leidenschaft, aber es ist schön, dieses zweite Leben zu leben.

    Danke, liebe Anna, für die Antworten.

    Danke! Herzlich, AnnA.

    https://www.facebook.com/hildetanzt

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