Tanners Interview mit Claudia Göhler (TokCloggs)

Tanner ist ein Augenmensch. Wenn die Show genug Schwung hat und die Röcke fliegen ist er in seinem Element. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Tanner mit Claudia Göhler, der Anführerin der TokCloggs, ins Gespräch kam, tanzt die Truppe doch einen fantastischen CanCan.
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Hallo Claudia. Ich durfte Dich mit Deiner Truppe TokCloggs beim WACHGEKÜSST-Ball im Felsenkeller erleben. Das war wirklich sehr fein. Wie kam es denn zur Zusammenarbeit mit dem Team im Haus?

Die Zusammenarbeit kam durch die langjährige Bekanntschaft mit den Lipsi Lillies und Bert Callenbach zustande. Das erste Mal haben wir 2009/2010 zusammen auf der Bühne gestanden. Damals haben die TokCloggs als Gäste in der „Forbidden Fruits“ Show im Central Kabarett und Horns Erben getanzt. Für das Projekt „Wachgeküsst“ wollten uns die Lipsi Lillies wieder mit ins Boot holen und als wir hörten, es handle sich um den Eröffnungsball des Felsenkellers, waren wir sofort dabei. Eine Wiederbelebung dieser unglaublich schönen Location ist nur zu begrüßen. Der Felsenkeller hat großen Charme und eine lange Tradition. Dass ihm wieder Leben eingehaucht wird freut mich sehr. Ja, das war nun die zweite gemeinsame Arbeit mit den Lipsi Lillies und es hat uns unglaublich viel Spaß gemacht und vielleicht kommen wir ja noch mal zusammen, wer weiß.

Die TokCloggs sind ja „Deine“ Truppe – was habt Ihr denn für eine Ausrichtung? Was macht Ihr genau??? Burlesque – dafür waren ja eher die Lipsi Lillies zuständig.

Ja, Burlesque ist Sache der Lipsi Lillies und die TokCloggs bringen sich ausschließlich tänzerisch ein. Es ist so: Mir kam vor ungefähr zehn Jahren die Idee, eine eigene Company mit anspruchsvollem Bühnentanz für Shows zu gründen. Meine Kolleginnen Judith Olterdorf, Mareike Eisermann und ich kannten uns vom Studium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und starteten damals gemeinsam mit dieser Idee. Unsere Zusammensetzung hat sich ein wenig verändert, aktuell sind wir fünf Tänzerinnen und immer wieder an Nachwuchs interessiert. Die TokCloggs tanzen Shows aus unterschiedlichen Genres. Es gibt viele Tänze, die in die Zeit der 20er Jahre passen. Vom Charleston, grotesken Maskentanz über CanCan bis hin zu Musicalnummern wie z. B. aus Cabaret. Wir tanzen auch modernere Shows, dazu zählen unter anderem eine witzige Westernnummer, getanzte Frauenpower mit „3 Engel für Charlie“, Choreos im Funkystyle und vieles mehr. Wir sind da sehr vielseitig in unserem Repertoire.

Du bist aber auch im Tanzstudio etage5 aktiv. Kann ich da richtig Walzer und so etwas lernen?

Nein lieber Volly, ich unterrichte keinen Paartanz. Das werde ich aber sehr oft gefragt. Seit 2009 führe ich die etage5 als eigenes Tanzstudio. Die Ausrichtung des Studios bezieht sich auf künstlerischen Tanz. Das heißt: modernen Tanz, klassischen Tanz sowie Jazz- und Musicaldance.

Dazu kommen ergänzend Kurse in Tanztechnik/Floor Barre und Pilates als wichtige Grundlage für Tänzer. Das Angebot in der etage5 richtet sich an Anfänger als auch Fortgeschrittene. Ebenso werden Profis unterstützt oder gecoacht. Erfolgreich ist auch unser mehrtägiger Musicalworkshop, der in Abständen stattfindet. Dort können sich am Musiktheater interessierte junge Menschen ausprobieren und sich auf eine Bewerbung oder Audition vorbereiten. An 3-4 Tagen wird dort Gesang, Schauspiel und Tanz unterrichtet. Der nächste Workshop soll in diesem Jahr zu Pfingsten stattfinden.

Leider sind die professionellen Tanzausbildungen in Leipzig verkümmert. Die Verlegung der Tanzpädagogikausbildung von Leipzig an die Palucca-Schule Dresden 1998, die Schließung der Balletschule der Oper Leipzig 2006 und die Schließung des Studienganges Musical im letzten Jahr machen mich da traurig und nachdenklich. Die bunte Vielfalt fehlt. Private Schulen und Zentren wachsen aber weiter und können hier wieder Anschluss herstellen. Genau da möchte ich mich auch positionieren und meinen Einfluss auf eine solide Tanzausbildung für Jedermann ausbauen.

Claudia Göhler von TokCloggs. Foto: privat

Claudia Göhler von TokCloggs. Foto: privat

Wie bist Du denn eigentlich zum Tanz gekommen?

Oh, da muss ich wohl sehr weit ausholen. Tanz gehört bereits seit meinem dritten Lebensjahr zu mir. Er hat mich immer intensiv und kontinuierlich begleitet. Das liegt wohl teils an meiner großelterlichen musischen Prägung. Meine Oma studierte einst in Leipzig Musik. Sie spielte Klavier, Akkordeon, Gitarre und war klassische Sängerin und mein Opa war Geiger. Beide waren sie durch und durch Theatermenschen und arbeiteten gemeinsam in Erfurt, meiner Heimatstadt, an der alten Oper. Sie führten mich in die Theaterwelt ein. Oma nahm mich zu vielen Aufführungen mit und wenn sie für Ballett und Tanz als Korrepetitor spielte, saß ich unter dem Flügel und schaute zu. Es dauerte nicht lange, da wollte ich unbedingt mittanzen.

Ich fing mit Kinderballett an, machte einen Schlenker über die Folklore und kam mit zwölf Jahren dann zum Modern- und Jazzdance. Da meine Großeltern viel Wert auf meine musische Erziehung legten, lernte ich dazu Klavier und nahm Gesangsunterricht. Nach meinem Abitur hatte ich genug vom Schulbank drücken. Tanz als Beruf auszuüben kam mir da noch nicht in den Sinn. Der Wunsch war aber groß, etwas mit meinen Händen zu schaffen und so wurde ich zur Intarsienschneiderin ausbildet. Das ist eine alte Handwerkskunst, Einlegearbeiten aus Holz zu fertigen. Aber die Leidenschaft, das Tanzen, ließ mich nicht los.

Jede Woche ging ich weiterhin mehrmals zum Training und tanzte in der Tanzgruppe „Surprise“. Dann ließ mich meine Trainerin eigene Kurse übernehmen. Sie unterstützte den Gedanken, das Tanzen zum Beruf zu machen. Ich meldete mich in Leipzig zur Aufnahmeprüfung für Tanzpädagogik an und wurde genommen. Die Freude war riesig. Vier Jahre dauerte das sehr vielseitige Studium, was ich 1996 mit einem Diplom als Tanzpädagogin abschloss. Seit dieser Zeit bin ich freiberufliche Tanzpädagogin, Tänzerin und Choreografin. Ich hatte Lehraufträge an vielen verschiedenen Musik-, Kunst- und Tanzschulen sowie Tanzstudios. Gerne erinnere ich mich auch an meine mehrjährige Dozententätigkeit an der DHfK und der Hochschule für Musik und Theater Leipzig für den Studiengang Musical sowie meine Arbeit beim Leipziger Tanztheater. Zu dieser Zeit knüpfte ich viele Kontakte, die bis heute noch gepflegt werden. 2002 wurde ich dann zum ersten Mal Mutter, 2003 das zweite Mal und musste mich dann neu orientieren. Aber ich fasste wieder Fuß in meinem Beruf und bin damit bis heute glücklich.

Gibt es Euch jetzt öfter im Felsenkeller zu erleben? Oder woanders? Und wann?

Die Tokcloggs haben stetig Kontakt zu Agenturen und Veranstaltern und werden über diese auch regelmäßig vermittelt. Die Auftrittstermine ergeben sich aber eher kurzfristig. So waren wir in den letzten Jahren in Potsdam, Dessau, Magdeburg, Wurzen, Grimma, Trassenheide, Fulda, Gotha und Jena zu sehen. Der „Wachgeküsst“ Ball war die erste Zusammenarbeit mit dem Felsenkellerteam. Wir haben uns da sehr wohl gefühlt und hoffen, dass wir noch öfter die Gelegenheit bekommen, dort auf der Bühne zu stehen.

Tanz und Körperbewusstsein hat ja auch etwas mit Achtsamkeit zu tun, mit gesunder Lebensweise und sensiblem Umgang mit sich und anderen. Wie lebst Du Dein Leben außerhalb des Tanzes? Gibt es überhaupt ein Leben ohne Tanz für Dich?

Das ist eine gute Frage. Ich bin Tänzerin mit jeder Faser meines Körpers und meiner Seele. Ich brauche darüber nicht nachdenken … es tanzt mich einfach. Da ist es für mich ganz natürlich auf meinen Körper zu hören, denn ich bin ja auf ihn angewiesen und die Belastungen des Tanzes sind immens. Ich trainiere meinen Körper so achtsam und so schonend es geht. Diäten muss ich zum Glück nicht halten, denn die Muskeln verbrennen das sofort. Trotzdem bin ich sehr darauf bedacht, was ich konsumiere. Bei allem geht es darum, das innere Gleichgewicht zu finden.

Dazu braucht es immer wieder Zeit und Abstand, neue Blickwinkel. Ich hinterfrage meine Arbeit immer wieder, um nicht auf der Stelle zu treten oder abgestumpft zu werden. Manchmal fällt es mir schwer die beruflichen Anforderungen mit der Familie zu vereinen. Meine Kinder wollen auch ihre Zeit mit mir verbringen und oft bin ich abends unterrichten; ein Auftritt am Wochenende ist ebenfalls nicht selten. Ablenkung abseits des Tanzes hole ich mir bei anderen kreativen Tätigkeiten, so bin ich der bildenden Kunst zugeneigt und male, stelle Objekte her oder bastle etwas für meine Kinder oder Freunde. Das entspannt mich zutiefst und erfüllt mich sehr.

Du hattest ja auch das Choreografie-Zepter für DRACULA das Musical in der Hand. Geht es da weiter? Wird es mal wieder aufgeführt? Vielleicht zum WGT?

Das Projekt „Dracula – das Grusical“ mit dem Showchor L.E. im letzten Jahr war geprägt durch einen sehr langen Prozess des Einstudierens, da jeder der Darsteller neben seinem eigentlichen Beruf zu den Proben kam. Der Showchor ist ein Super-Team und die Arbeit hat wahnsinnig viel Freude bereitet. Am Ende konnten wir auf sehr gelungene Vorstellungen schauen und das Publikum war begeistert. Eine Wiederaufnahme ist momentan leider nicht angedacht. Aber deine Idee mit dem WGT ist naheliegend und gut. Ich werde der Chorleiterin gleich morgen diesen Vorschlag unterbreiten. Danke Volly.

Natürlich soll auch Dir die Möglichkeit gegeben werden, etwas loszulassen. Was wolltest Du schon immer mal loswerden? Hier hast Du Platz, Dein Herz der Mördergrube zu entziehen:

Wo fange ich an? Also der Tanz liegt mir sehr am Herzen und ich möchte ihn gerne zum festen Bestandteil des Lebens meiner Schüler und Kunden machen. Denn Tanzen kann so viel. Er ist seit jeher in der menschlichen Natur verankert und kein Kulturkreis kommt ohne ihn aus. Was Tanzen alles kann? Da wäre die Förderung einer gesunden Körperhaltung, die Schulung von Koordination, Konzentration und Wahrnehmung, die Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten, die Unterstützung der emotionalen Ausgeglichenheit, der Stressabbau – und ich könnte noch mehr aufzählen. Ganz unlogisch, warum nicht Jeder tanzen möchte. Wer tanzt ist definitiv zufriedener, gesünder und leistungsfähiger. Das Schöne daran, ich muss es nicht alleine tun. Tanzen bringt Menschen zusammen und stärkt dabei noch unsere sozialen Kompetenzen. Der tanzende Mensch kommt zu einer neuen Mitte, nicht nur beim Tanzen selbst, sondern im täglichen Leben.

Und ein Appell an alle Jungs, heranwachsenden Männer und die, die es schon sind: „Geht tanzen!!!!“ Überall auf der Welt sind in den Tanzsälen männliche Teilnehmer zu sehen, nicht nur im Paartanz, auch beim künstlerischen Tanz. Nur hierzulande ist es schwierig, sie für Kurse zu gewinnen, wenn die Tanzrichtung nicht aus der Hip Hop Szene kommt. Warum? Was hält Euch davon ab, Euren Körper ganz neu kennenzulernen? Einfach mal mutig sein und ausprobieren.

Lasst Euch anstecken von der Leidenschaft und der Liebe, die im Tanz stecken.

Danke, liebe Claudia, für die Antworten – und weiterhin eine flotte Sohle …

… bis sie brennt. Danke Dir. Ach, ja – und wer mitmachen möchte kann sich natürlich melden bei mir:

etage5 – Modern, Jazz u. Musical Dance/ Pilates/ Stretching
Johannisplatz 14
04103 Leipzig
claudiagoehler@web.de
info@etage5-tanzstudio.de
Tel.: 0179/1375147

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