Beim Lichtfest 2018 zeigten Eva Meitner und das Freie Orchester Leipzig, was Frauen können, wenn sie dürfen

Für alle LeserTja, wie war’s? Was werde ich sagen können, wenn mal einer fragt? Zumindest werde ich sagen können: Das Lichtfest Nr. 10 war schön. Anders schön als die anderen. Und Überraschungen hielt es auch bereit. Und vielleicht ändert sich ja was. Was anders war, wird deutlicher, wenn man die Meldung des LTM, der es organisiert, dazu liest.

Es ist sowieso immer so, als würde die LTM GmbH jedes Jahr von einer völlig anderen Veranstaltung berichten. Und vielleicht ist das auch einer der Gründe dafür, dass etliche unter uns das dumme Gefühl haben, dass es doch nur eine Marketingveranstaltung ist.

Die Zahlen klangen meist heftig übertrieben. Diesmal klingen sie untertrieben. Von 15.000 Besuchern schreibt die LTM. Mir kam es mehr vor. Vielleicht auch, weil wir dicht an dicht standen – und zwar weit vor der Bühne. Und die Erfahrung sagt nun mal: Wenn man so dicht auf dem Augustusplatz steht, dann sind wohl eher 30.000 da als nur 15.000.

Wer zählt das jetzt nach?

Mein Gefühl sagt 30.000. Viele unserer ausländischen Gäste darunter – jede Menge Spanier hinter mir (oder kamen sie aus Lateinamerika?), die das Geschehen vorn auf der Bühne emsig diskutierten. Immer wieder auch ein paar Jungspunde, die aus Nahost zu uns kamen und vielleicht etwas ganz Besonderes erwarteten – aber völlig ratlos und überfordert waren.

Was ein kleines Problem der von Jürgen Meier inszenierten Collage offenkundig macht: Wer nicht weiß, was gerade erzählt wird und in welchen Kontext es gehört, ist überfordert. Oder findet keinen Zugang. Auch dann nicht, wenn Bilder aus den zerstörten Ländern des Nahen Ostens gezeigt werden. Übergangslos.

Das Mittel der filmischen Collage nutzt Meier ja regelmäßig. Oft im Kontrast zum Gesprochenen. Er illustriert nicht, unterläuft damit aber auch Gewohnheiten und Erwartungen. Das ist anspruchsvoll, aber mein Gefühl sagt mir: Es überfordert auch. Wer dem unvorbereitet begegnet, der kommt bei den vielen Sprüngen nicht mit. Was auch daran liegt, dass Meier mehrere Geschichten zugleich versucht, in Bildern zu erzählen: Einmal die ganz große Geschichte, die diesmal geplant war: 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland.

Konterkariert mit einer Gegen-Geschichte: Frauenarbeit in der DDR, wirtschaftlich unbedingt nötig, dem Land hätten sonst die Arbeitskräfte gefehlt, andererseits auch begründeter Stolz der Frauen, die eben nicht nur als Mähdrescherfahrerinnen inszeniert wurden, sie fuhren diese Kombines tatsächlich. Und sind auch heute noch stolz darauf. Sie konnten alles werden in der DDR. Fast alles.

Die Stimmen der fünf Schauspielerinnen am Rand der Bühne konterkarierten das an dieser Stelle deutlich. Denn in den Machtpositionen der DDR waren sie selten. Die Sprecherin sagte: „unerwünscht“. Was so nicht stimmt.

Was aber daran liegt, dass die Schauspielerinnen keine künstlerischen Texte vortrugen, sondern Zitate aus Zeitzeuginneninterviews, die die LTM vor dem Lichtfest veranlasst hatte. Da hatte ich tatsächlich etwas anderes erwartet. Das gebe ich zu. Nicht solche plakativen Sätze. Wenn Zeitzeuginneninterviews nur auf solche eh schon bekannten Floskeln hinauslaufen, dann kann man sie auch sein lassen.

Finde ich.

Erst recht, wenn die Frauen, die das sagten, mit ihrem eigentlichen Leben dahinter verschwinden. Dass Männer sich nicht um Hausarbeit kümmerten – das stimmt für die ältere Generation. Die war ja noch anders sozialisiert. Die Generation der jungen Leute, die 1989 rebellierten, die lebte schon anders. So kenne ich das. Für die stimmt dieser Spruch schon lange nicht mehr.

So wird Geschichte plattgemacht und plakativ. Schade. Es tat richtig weh. Auch weil diese farblosen Sprüche mitten in die musikalische Darbietung hineingebaut waren und sie immer wieder schrill unterbrachen.

Und das tat erst richtig weh. Denn Eva Meitner mit ihrem Freien Orchester Leipzig, dem 24 Musikerinnen angehören, zeigte an diesem Abend, was für eine Power nicht nur in so einem reinen Frauenorchester steckt, sondern auch, was für grandiose Musik Frauen komponiert haben. Denn es waren ja Stücke von Fanny Hensel, Ethel Smyth, Amy Marcy Beach und Alice Mary Smith, die zu hören waren. Natürlich romantisches 19. Jahrhundert.

Unüberhörbar, dass sie mit den größten Komponisten ihrer Zeit auf Augenhöhe waren. Allein diese Stücke ließen schon hören, was für eine Kraft in Frauen steckt – wenn sie sich einfach das Recht nehmen, es zu tun. Und Eva Meitner hat recht, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist. Sie war richtig überrascht, als sie die Archive durchforschte und merkte, wie viel geniale Musik von Frauen ungespielt ist, von den großen Häusern und Orchestern einfach gemieden wird, weil dort Mannsbilder meinen, dass halt nur Mannsbilder gespielt werden sollten – immer dieselben.

So funktioniert Patriarchat. Eva Meitner hat es genial gezeigt. Allein diese Darbietung hat gezeigt, dass Frauen seit 200 Jahren zu Recht darum kämpfen, endlich gleichberechtigt zu werden.

Was sie bis heute nicht sind. Dafür sorgt – wie uns die „Zeit“ jetzt sauber recherchiert erklärte – die „Hans-Bremse“. Die Hansel sorgen dafür, dass die Hansel befördert werden, auch wenn die weder die Erfahrung noch die Professionalität der Frauen haben, die den Job schon länger machen.

Ich hätte mir da vorn auf der Bühne also auch eine deutlich wütendere Show vorstellen können.

Weil es eben nicht „die DDR“ war, die Frauen benachteiligt hat. Oder die abgewirtschaftete Gesellschaft. Es waren immer die Hansels. Oder die Walters und Erichs – übrigens im Verein mit den Margots – die dafür gesorgt haben, dass nur brave, opportunistische Hansel in die verantwortlichen Positionen gehievt wurden – und werden.

Sie sehen schon, man kommt gewaltig ins Grübeln. Auch aufgestachelt durch die plakativen Sprüche der Frauen, die wirklich schlecht und gefühllos ausgewählt wurden und oft wie eine weitere öffentliche Verdammung der DDR klangen – und erst am Ende die Kurve zur Gegenwart kriegten. Denn was damals unabgegolten war, blieb es bis heute.

Was eben auch bedeutete, dass diese platten Sprüche auch immer die grandiose Stimmung der Musik störten. Kann Absicht gewesen sein. Aber wie erwähnt: Es war die zum ersten Mal so öffentlich gespielte Musik genialer Frauen.

Und der Applaus am Ende zeigte, dass auch die Menschen im Publikum fast alle begeistert waren von dieser kraftvollen Darbietung. Dass starke Frauen Eindruck machen und uns begeistern. Und dass ihr langer, langer Kampf um Gleichberechtigung, der in den Videoschnipseln angedeutet wurde, uns noch immer bewegt und nicht zu Ende ist.

Und der andere Kampf, der gegen die männlichen Duckmäuser und Maulhelden, der geht auch weiter. Es lag auch eine gewisse Dramatik über dem Abend, die in ihren kurzen Grußworten besonders Gesine Oltmanns und – man staune – Michael Kretschmer in Worte fassten.

Gesine Oltmanns natürlich in einer sehr gefühlvollen Erinnerung an die Zeit vor dem 9. Oktober 1989, insbesondere an jenen 4. September, als sie mit Katrin Hattenhauer zusammen das berühmte Transparent „Für ein offenes Land mit freien Menschen“ auf dem Nikolaikirchhof entrollte. Und genau darum ginge es auch heute wieder, sagte sie. (zum Video auf L-IZ.de)

Sind es nicht schon wieder alte, weiße Männer, die alles zurückrollen wollen? Zurück in eine Zeit, in der alles überwacht wurde und Mauern ums Land standen?

Und da überraschte eben Michael Kretschmer, der erstmals als Ministerpräsident Gast beim Lichtfest war und dann regelrecht emotional wurde. Und was zitiert die LTM aus seiner kurzen Ansprache? Das hier:

„Auch der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer, zeigte sich beeindruckt von dem Bild, das sich ihm auf dem Augustusplatz bot: ‚Wenn man das das erste Mal sieht, ist man einigermaßen sprachlos‘. Auch er erinnerte an die Hoffnung von ‘89, den Wunsch etwas zu bewegen. ‚Junge Leute bekommen mit dem Lichtfest einen Moment, sich 89 bewusst zu machen. Sich bewusst zu machen, dass vieles vor 30 Jahren keine Selbstverständlichkeit war. Lassen Sie uns gemeinsam verteidigen, was erreicht worden ist und stolz darauf sein.‘“

Als hätte er nur staatsmännisch ein paar Worte gesagt. Hat er aber nicht. Er wurde richtig emotional, erinnerte sich an sein Erleben aus dem Herbst 1989 – damals in Görlitz. Und er erinnerte daran, wie der Überwachungsstaat damals alles durchdrang. Übrigens auch die Presse.

Und unter anderem wurde er auch sehr deutlich gegen die „Lügenpresse“-Schreihälse. Sorry: Schreihänse.

Er ärgere sich zwar immer wieder über das, was er heute in vielen Medienberichten über sich und seine Arbeit lesen müsse. Aber das sei richtig so und etwas völlig anderes als damals, als in keiner Redaktion diskutiert wurde. Und er ging auch noch auf die jüngst auch von der L-IZ aufgegriffene Debatte um seine unglücklichen Worte zum Empfinden des Volkes und dessen Einfluss auf Gerichtsurteile ein. Im Gegenteil, betonte er jetzt: Auch die so schwer errungene Rechtsstaatlichkeit müsse mit allen Kräften verteidigt werden.

Presse darf kritisch sein, muss sie sogar. Erst so entsteht der Dialog der Politik mit den Wählern. Eher nicht mit dem „Volk“, das einige Leute mit blassen Nasen und dicken Bäuchen jetzt wieder glauben zu sein.

Was bleibt vom 9. Oktober 2018?

So ein Gefühl, dass dieses Leipziger Lichtfest wirklich wichtig ist. Sogar in Schwaben, so Herta Däubler-Gmelin, die zuvor auch die Rede zur Demokratie in der Nikolaikirche gehalten hatte, schaue man staunend auf diese Leipziger Art, sich die wesentlichen Botschaften der Friedlichen Revolution immer wieder ins Bewusstsein zu holen. Samt der Tatsache, dass es sie zu verteidigen gilt.

Das Freie Orchester Leipzig war einfach grandios. Da gilt es eigentlich weiterzumachen. Denn mit dem Schwerpunkt „100 Jahre Frauenwahlrecht“ hat das Lichtfest diesmal deutlicher als die neun Vorgänger gezeigt, dass überhaupt noch nichts erledigt ist, dass die Friedliche Revolution (genauso wie die Ereignisse von 1968 und 1918) nur ein Anfang war und viele Menschen eben noch lange nicht gleichberechtigt sind, geschweige denn emanzipiert.

Die Hänse arbeiten ganz anders, als es sich „das Volk“ gern so vorstellt. Und sie sind immer schon da, wenn Frauen und andere nicht zum Netzwerk gehörende Menschen ihre Bewerbung abgeben. Und sie kennen alle Tricks, die warmen Sessel für Ihresgleichen zu sichern. Was am Ende jede Gesellschaft immer wieder an den Rand des Untergangs bringt, das muss auch noch erwähnt werden.

Denn die Ruinen in den Filmclips wurden allesamt von Hänsen angerichtet, Kraftprotzen in Ämtern ihrer völligen Überforderung.

Aber wer wüsste das besser als Frauen, die dann immer aufräumen müssen und wieder gutmachen, was die überforderten Hänse angerichtet haben?

Video: Die Ansprachen auf dem Augustusplatz beim Leipziger Lichtfest 2018

Video & Mitschrift: Die Nikolaikirch-Rede von Herta Däubler-Gmelin „Zur Demokratie“ 2018 beim Leipziger Lichtfest

DemokratieLichtfest
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Die „Völkerschauen“ und Ernst Pinkert im Zoo Leipzig – wann und wo erfolgt die Aufarbeitung?
Straßenschild Ernst-Pinkert-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie AG Leipzig Postkolonial begrüßt die aktuelle öffentliche Auseinandersetzung über Leipzigs koloniales Erbe, einschließlich der Debatten über den Leipziger Zoo, seinen Gründer Ernst Pinkert und die von ihm veranstalteten „Völkerschauen“. Wir sehen dies als Auftakt für eine überfällige Aufarbeitung der Kolonialzeit und ihrer Spuren in der Gegenwart in der städtischen Erinnerungspolitik. Diese ist heute angesichts aktueller Ereignisse, dem weltweit offenkundigen Rassismus sowie dem Widerstand dagegen, dringlicher denn je.
Mit genehmigtem Hygienekonzept noch 70 Veranstaltungen bis Jahresende 2020
Das Leipziger Messegelände. Foto: Leipziger Messe

Foto: Leipziger Messe

Für alle LeserDie Leipziger Buchmesse war eine der ersten Veranstaltungen, die wegen der Corona-Pandemie im März abgesagt werden mussten. Das Virus erschwert ausgerechnet große Veranstaltungen, das, womit die Leipziger Messe ihre Geschäfte macht. Und dabei war ihr Veranstaltungskonzept in den letzten Jahren aufgegangen. Auch 2019 konnte der Umsatz gesteigert werden.
Tempo 30 im kompletten Südteil und Querungsverbot für Kraftfahrzeuge an der Richard-Lehmann-Straße
Tempo 30 am Wiedebachplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWahrscheinlich wäre das Thema längst gegessen, wenn die Stadt gleich nach der Verabschiedung des Radverkehrsentwicklungsplans 2012 darangegangen wäre, die Bernhard-Göring-Straße tatsächlich zur Fahrradstraße zu machen. Sie wäre von Radfahrer/-innen längst angenommen, Kraftfahrer hätten sich dran gewöhnt. Und es hätte viele Unfälle so nicht gegeben. Jetzt hat das Verkehrs- und Tiefbauamt die Straße wenigstens erst einmal zur Tempo-30-Zone gemacht.
Der Stadtrat tagte: Anbau-Kubus der Apollonia-von-Wiedebach-Schule wird gebaut und Turmfalke muss umziehen + Video
Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 8. Juli, wurde auch das mittlerweile heiß diskutierte Projekt des geplanten Schulanbaus an der Apollonia-von-Wiedebach-Schule in Connewitz vom Stadtrat abgestimmt. Ein Projekt, bei dem am Ende nicht wirklich klar war, wer für die desolate Informationspolitik eigentlich verantwortlich war: Die Baubürgermeisterin? Der Sozialbürgermeister? Die stadteigene LESG als Bauträger? Hätte der Stadtrat überhaupt noch zeitlichen Spielraum gehabt, wären wohl so richtig die Fetzen geflogen.
Die kleine Beltjungfrau: Ein Zeichentrickfilm zeigt Zerstörung durch den drohenden Ostsee-Tunnel
Die kleine Beltjungfrau. Grafik: Beltretter e.V.

Grafik: Beltretter e.V.

Für alle LeserDas Urteil ist hart, aber deutlich: „Unsere Meere werden geplündert, zerstört und verschmutzt, nur für den kurzfristigen Profit – mit drastischen Folgen für die Artenvielfalt und letztlich für uns alle“, sagte Thilo Maack, Greenpeace-Meeresbiologe, anlässlich der jüngsten Studie von Greenpeace zu Ostsee und Nordsee. Beiden Meeren geht es dreckig, ihren Fischbeständen sowieso. Und eigentlich müssten die Anrainer die Finger von jedem Bauprojekt lassen, das die sensiblen Gebiete zu stören droht. Hilft jetzt wenigstens die kleine Beltjungfrau?
Donnerstag, der 9. Juli 2020: Klimadebatten bestimmen den Tag
Kundgebungsteilnehmer/-in vor der Kongresshalle, in der der Stadtrat tagte. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenSei es die anderthalbstündige Debatte im Stadtrat, die Präsenz von Klimaaktivist/-innen vor der Kongresshalle oder das Anbringen von Werbeplakaten in der Nacht zuvor – das Klimathema dominiert den Tag in Leipzig. Außerdem: Der Fall Oury Jalloh sorgt weiter für Fragezeichen und sächsische Kinos dürfen sich über finanzielle Hilfen freuen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 9. Juli 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Der Stadtrat tagt: Leipzig verschiebt die Klimarettung um eine Woche + Video
Der Druck von außen wächst freundlich aber bestimmt. Die Omas for Future und die Parents bei der Übergabe der Klimawünsche an OB Jung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipzig war im vergangenen Oktober dem Beispiel vieler Städte gefolgt und hat den „Klimanotstand“ ausgerufen. Nun soll ein Sofortmaßnahmenprogramm folgen. Die Abstimmung darüber war eigentlich für Donnerstag, den 9. Juli, geplant. Doch weil kurzfristig noch einige Änderungsanträge hinzukamen, entschied sich die Mehrheit des Stadtrates, die Abstimmung um eine Woche zu verschieben.
Der Stadtrat tagt: Konzept für die Umweltbibliothek geplant, aber kurzfristig nicht mehr Geld
Stadtrat Michael Neuhaus (Die Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Umweltbibliothek hat einen hohen Stellenwert für vergangene und aktuelle Kämpfe der Umweltbewegung. Darüber herrschte im Stadtrat weitgehend Einigkeit. Kurzfristig mehr Geld bekommt sie dennoch nicht. Stattdessen soll die Verwaltung bis September ein langfristiges Konzept für den Erhalt der Einrichtung erarbeiten. Denkbar wäre, dass die Stadtbibliothek die Trägerschaft übernimmt.
Der Stadtrat tagte: Verwaltung hat jetzt aller zwei Jahre Berichtspflicht zum Ausbau des Radnetzes in Leipzig + Video
Die Baudezernentin Dorothee Dubrau (Parteilos) bei einer ihrer letzten Ratsversammlungen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich war es eher eine Informationsvorlage, die der Stadtrat zur Kenntnis nehmen sollte: Nach Jahren des Wartens hat das Dezernat Stadtplanung und Bau endlich ein neues Konzept „HauptnetzRad und Wegweisung SachsenNetz Rad“ erarbeitet, das das veraltete Konzept aus dem Radverkehrsentwicklungsplan von 2010 ersetzen soll. Was nicht nur die SPD zu der drängenden Frage brachte: Und wann kommt endlich der neue Radverkehrsentwicklungsplan?
Pfarrer Andreas Dohrn im Interview: „In kirchlichen Konflikten klare Kante zu zeigen, hat sich bewährt.“
Andreas Dohrn hat eine Meinung. Er ist aktiv und mischt sich in die Diskussion zu aktuellen Themen ein, so wie hier bei der Demo am 16. Mai gegen das unsolidarische Bündnis Widerstand2020. © Michael Freitag

© Michael Freitag

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit Freitag, 26. Juni im HandelEr ist engagiert und streitbar. Pfarrer Andreas Dohrn mischt sich ein und bringt sich ein. Zuletzt stritt er sich mit Finanzbürgermeister Torsten Bonew und beide blockierten sich gegenseitig auf Facebook, beim Rücktritt des Sächsischen Landesbischofs Carsten Renzing bohrte Dohrn so lange, bis sich etwas tat. Aber haben nun die Konflikte in der Gesellschaft zugenommen oder mischt er sich gern ein? Was hat Corona mit der hiesigen Kirche gemacht und warum hat die Peterskirche die Toiletten tagsüber nun immer geöffnet?
Der Stadtrat tagt: Feuerwerk soll reduziert werden – Verwaltung zweifelt Rechtmäßigkeit an
Stadtrat Jürgen Kasek (B 90/Die Grünen) am 20. Mai 2020 in der Kongresshalle zur Ratsversammlung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSilvesterfeuerwerk spaltet nicht nur die Meinungen jener, die es lieben oder hassen, sondern auch den Leipziger Stadtrat. Kaum eine Fraktion war sich am Donnerstag, den 9. Juli, einig, wie sie sich zu einem Antrag der Grünen verhalten soll, der auf eine deutliche Einschränkung des Feuerwerks abzielte. Am Ende gab es mehrheitlich Zustimmung. Die Verwaltung hat jedoch bereits erklärt, dass viele Maßnahmen rechtswidrig wären.
Der Stadtrat tagt: Die erste Fortsetzung der Juli-Sitzung im Livestream und als Aufzeichnung
Der Stadtrat tagt in der Kongresshalle am Zoo. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenEinen neuen Baubürgermeister gewählt, ein Statement gegen Islamfeindlichkeit beschlossen, die Termine für den Doppelhaushalt 2021/22 bestimmt und einiges mehr – das war der erste Teil der Ratsversammlung. Am heutigen Donnerstag geht es gleich weiter, unter anderem mit einer „klimapolitischen Stunde“. Die L-IZ wird darüber und über weitere Themen berichten. Ab circa 14 Uhr ist zudem ein Livestream verfügbar.
Endlich wieder vor Publikum: TheaterBundT freut sich aufs Freilufttheater mit „Don Quijote“
TheaterBundT: Don Qhijote. Foto: Clemens Albert

Foto: Clemens Albert

Für alle LeserDarf gespielt werden? Lange haben Theaterfreunde gezittert – jetzt gibt es auch von TheaterBundT die gute Nachricht: Ab Samstag, 18. Juli, gibt es wieder Sommertheater in Leipzig. In der Open-Air-Saison 2020 lockt der Cervantes-Klassiker „Don Quijote“ in einer denkbar kuriosen Inszenierung … Und das auch noch in Connewitz: auf der Freiluftbühne im „Willsons“ in der Bornaischen Straße 3.
Auch die Mitstreiter/-innen von „health for future Leipzig“ wenden sich mit einem dringenden Appell an die Ratsfraktionen
Melanie Gerhards mit einer Corona-Karikatur von Jörg Schwulst, die alles sagt. Foto: health for future Leipzig

Foto: health for future Leipzig

Für alle LeserAm heutigen Donnerstag, 9. Juli, hat der Stadtrat seine klimapolitische Stunde angesetzt. Ab 16 Uhr wollen sich Stadträtinnen und Stadträte intensiv mit den klimapolitischen Folgen für Leipzig beschäftigen. Initiativen wie „Fridays for Future“, „Parents for Future“ oder der BUND werden die Brisanz des Themas vor der Kongresshalle sichtbar machen, Und auch „health for future Leipzig“ meldet sich zu Wort. Denn viel zu oft wird vergessen, dass die Klimaerhitzung gravierende gesundheitliche Folgen haben wird.
Leipzigs Verkehrs- und Tiefbauamt arbeitet derzeit an acht Projekten zur Radwegmarkierung
Dittrichring: Hier soll jetzt endlich ein Radstreifen auf die Fahrbahn. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGibt es eine Stagnation beim Leipziger Radwegebau? „In den letzten Monaten wurden trotz Freigabe und Anordnung kaum neue Radwege markiert“, stellte die Linksfraktion trocken in ihrer Anfrage für die Ratsversammlung fest. Schon am 10. März, noch vor dem Corona-Lockdown, veröffentlichte ja der ADFC seine Auswertung zum Leipziger Radverkehrsentwicklungsplan, der in diesem Jahr ausläuft. Die Bilanz war ernüchternd. Drei Viertel der geplanten Radfahrstreifen wurden nicht gebaut.