Hü oder Hott? – Das Leipziger Freiheitsdenkmal in der Debatte

Leipzig diskutiert mal wieder. Oder auch nicht. Seit Tagen erfreut eine neue Hü-und-Hott-Debatte der beliebtesten aller gedruckten Leipziger Tageszeitungen ihre Leser und die Politiker, die das spannend finden. Braucht Leipzig ein Freiheitsdenkmal? - Ja oder nein? Und was wird mit dem Geld?
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Das Geld kann schon närrisch machen. Geld hat etwas Unausweichliches, egal, ob einer damit winkt (und zum Beispiel ein neues Center bauen will) oder ob es einfach so da liegt. Wie die 5 Millionen Euro, die der Bundestag der Stadt Leipzig zugesagt hat für den Bau eines „Einheits- und/oder Freiheitsdenkmals“ und die 1,5 Millionen, die der Freistaat dazulegen will.

„Wie sähe das denn aus, wenn wir da sagen würden: Nee, wollen wir nicht“, fragte Oberbürgermeister Burkhard Jung am 11. Januar, als die sogenannte „Werkstatt-Phase“, in die auch 3.000 Leipziger ihre Vorstellungen zum Denkmal einbringen sollen, gestartet wurde. Und er erklärte auch, das Denkmal sei wichtig auch für diejenigen, die am 9. Oktober 1989 dabei waren. Sie sollten es noch bei Lebzeiten erleben, dass es in Leipzig aufgestellt würde. „Wo denn sonst?“

Mit der nicht ganz unernst gemeinten Neben-Bemerkung: „Andere Städte stehen Gewehr bei Fuß, wenn wir das nicht machen.“ Dresden klang mit an. Womit dann natürlich die sächsische Malaise perfekt wäre, denn unüberhörbar waren die Dresdner Töne im Jubiläumsjahr 2009, den Initialzünder der Friedlichen Revolution 1989 doch lieber in der „ersten Massendemonstration“ am 7. Oktober in Plauen sehen zu wollen.

Aber Plauen hat ja schon ein „Wendedenkmal“, wie Wolfgang Wischer der L-IZ noch einmal dringlich ans Herz legte: „Im Jahr 2009, aus Anlass des bevorstehenden 20. Jahrestages der Protestkundgebung am 7. Oktober 1989, beschlossen regionale Bürger-Clubs, mit Hilfe der Bevölkerung ein Denkmal zur Friedlichen Revolution in Plauen zu errichten. Am 7. Oktober 2009 erfolgte bereits die Grundsteinlegung. Genau ein Jahr später, am 7. Oktober 2010 wurde das ‚Wende-Denkmal‘ in Gegenwart des sächsischen Ministerpräsidenten – Stanislaw Tillich – feierlich eingeweiht.

Es entstand ein etwa 3,70 Meter hohes und 1,3 Tonnen schweres Bronze-Monument in Form einer Kerze. Die unmittelbaren Kosten für das Denkmal beliefen sich auf etwa 60.000 Euro. Begleitende Baumaßnahmen kosteten etwa 30.000 Euro, welche das Land Sachsen mit 28.000 Euro unterstützte. Insgesamt kosteten Ausarbeitung, Herstellung und Aufstellen des Denkmals rund 90.000 Euro.
Die Summe der Spenden für das Plauener Wendedenkmal betragen 60.008,24 Euro. Das Denkmal hat damit gerade einmal 30.000 Euro an Steuergeldern gekostet.“

Wie teuer das Leipziger Denkmal wird, weiß ja noch niemand. Vielleicht schafft es auch ein Künstler im Leipziger Verfahren, ein eindrucksvolles Werk zu schaffen, ohne die ganzen 6,5 Millionen Euro zu verbraten. Und eine Plastik im traditionellen Sinn brauche es ja auch nicht zu werden, hatte Jung erklärt.

Wenn es danach ginge, hätte Leipzig ja schon zwei solcher „Wendedenkmale“ im Plauenschen Sinn – beide von der Kulturstiftung Leipzig und mit Spendengeldern initiiert: die Gedenksäule auf dem Nikolaikirchhof und die Freiheitsglocke auf dem Augustusplatz.

Aber auch Michael Clobes, Vorsitzender der Leipziger SPD, wünscht sich noch zu Lebzeiten ein eigenes Leipziger Freiheitsdenkmal. „Leipzig sollte ein Freiheits- und Einheitsdenkmal jetzt und nicht erst in 50 Jahren bauen, denn seine Fertigstellung sollte auch von den Menschen erlebt werden, die an diesem 9. Oktober 1989 um den Ring zogen und den wunderbaren Satz ‚Wir sind das Volk‘ selbst riefen und hörten“, sagt er. „Nur sie können beurteilen, ob das Denkmal den Geist von 1989 in geeigneter Form aufgreift. Ereignis und Denkmal gehören zusammen, weil beide das untrennbare Erbe der erlebenden Menschen an die nachfolgenden sein sollten. Gerade am Leipziger Völkerschlachtdenkmal sehen wir, dass dort weit mehr der Zeitgeist des Wilhelminismus (1913) am Vorabend des ersten Weltkrieges als das Gedenken an die Toten der napoleonischen Zeit (1813) zu Stein geworden ist. Die Schwierigkeiten einer solchen Janusköpfigkeit können nur durch eine zeitliche Nähe von Ereignis und Denkmal vermieden werden.“

Leipzig werde zwar in ganz Deutschland als die Stadt der Friedlichen Revolution angesehen, habe aber noch kein Freiheits- und Einheitsdenkmal, meint er. „Weder die Palme auf dem Nikolaikirchhof, noch die Nikolaikirche selbst werden dem Anspruch gerecht. Der 9. Oktober hat die Entwicklung der Stadt Leipzig beeinflusst wie kein anderes Datum in ihrer langen Geschichte. Deshalb brauchen wir ein Freiheits- und Einheitsdenkmal, das ebenfalls einen prägenden Stempel in das Bild der Stadt drückt.“

Und da nun auch noch über die Verwendung der 6,5 Millionen Euro diskutiert wird, als könne der Empfänger Leipzig darüber entscheiden, ob damit nicht doch lieber Schlaglöcher geflickt werden sollten, meldete sich die Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla (CDU) dazu zu Wort: „Geld gibt es nur für das Freiheits- und Einheitsdenkmal. Die Frage, ob man das Geld anderweitig – also beispielsweise für Schulen, Kitas oder Straßen – verwenden sollte, stellt sich folglich nicht. Leipzig bekommt das Geld vom Bund (5 Mio.) und vom Freistaat Sachsen (1,5 Mio.) geschenkt, aber eben nur, wenn es für das Denkmal ausgegeben wird.“

Sich gegen das Denkmal aussprechen, bedeute folglich auch, Bauaufträge von 6,5 Millionen Euro für die Region zurückzuweisen. Bettina Kudla: „Eine Ablehnung würde auch bedeuten, den für die Stadt Leipzig wichtigen touristischen Effekt nicht zu nutzen. Die Position der Stadt Leipzig – sowohl der Vertreter der Stadtverwaltung als auch der Bundestags- und Landtagsabgeordneten – wird durch die abweisende Haltung geschwächt; wenn einerseits immer mehr öffentliche Mittel vom Bund oder Freistaat gefordert werden, anderseits man geschenktes Geld nicht annimmt: Vom Imageschaden für Leipzig ganz zu schweigen. Andere Städte, denen der Bund keine Mittel bewilligt hat, stehen längst in den Startlöchern.“

Die friedliche Revolution und die Wiedervereinigung seien es wert, dass man an sie dauerhaft erinnere. „Die politischen Verhältnisse können sich durchaus verändern“, meint die Abgeordnete. „Denn wenn niemand etwas für Demokratie tut, verlieren wir sie vielleicht irgendwann. Das Denkmal soll auch an die Jahre der deutschen Teilung erinnern. So beispielsweise an den 17. Juni 1953, der im Bezirk Leipzig mit neun Toten und mindestens 95 Verletzten mit einer besonders großen Zahl an Opfern verbunden ist.“

Ein Vorschlag, den die Bundestagsabgeordnete der Linken, Barbara Höll, zumindest bemerkenswert fand. „Vielleicht schlägt die einstige Leipziger Kämmerin damit ja gleich noch einen Bogen zum bislang fehlenden inhaltlichen Bezug des Monuments: Es könnte ein Denkmal für die fast 100.000 ‚verloren gegangenen‘ Leipziger Industriearbeitsplätze werden. Derlei Gedenken ginge den Messestädtern wenigstens nahe“, sagt diese.

Man ahnt zumindest, dass sich in der Leipziger Debatte um das Denkmal durchaus unterschiedliche Sichten auch auf den Herbst 1989 begegnen. „Wären an diesem 9. Oktober 1989 Schüsse gefallen und Todesopfer zu beklagen, stünde ein solches Denkmal längst und die Schar der Gedenkenden würde sich an den jeweiligen Jahrestagen mit Kränzen dort versammeln, wie dies an den Jahrestagen von Reichspogromnacht oder des Kriegsendes geschieht. Weil aber der Tag friedlich blieb, bildet sich merkwürdigerweise eine starke Front gegen ein Freiheits- und Einheitsdenkmal“, sagt Michael Clobes dazu. „Gedenken sollte sich nicht nur an den Toten orientieren und sich nicht im Pathos erschöpfen. Das Erinnern an den friedlichen Sieg des Volkes über eine verhasste Diktatur ist ebenfalls Teil einer Gedenkkultur, die sich einer aufklärenden Geschichtsbetrachtung verpflichtet fühlt. Ebenso wie an die Unmenschlichkeit und Verzagtheit, die die Barbarei der deutschen Diktaturen möglich gemacht haben, müssen wir uns an die Gewaltfreiheit und den Mut des 9. Oktobers 1989 erinnern (dürfen). Fröhliches und stolzes Gedenken ist erlaubt und an dieser Stelle auch geboten.“

Was alles sicher eine Herausforderung an den oder die Künstler wird. Der Fragebogen, den die Stadtverwaltung in der letzten Woche an 3.000 repräsentativ ausgewählte Leipziger verschickt hat, macht die Sache nicht leichter. Was kreuzt man denn nun an für die inhaltliche Gestaltung des Denkmals? – Den 9. Oktober 1989? Die Zivilcourage? Die erstrittenen Menschenrechte? Die politische Freiheit? Oder den Spruch „Wir sind das Volk“? Oder die Mahnung an künftige Generationen?

Es gibt auch einen Punkt 5 g), wo die Befragten „etwas anderes“ eintragen können.

VGWortLIZ

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