Eine Leipziger Original-Schrift weist den Weg: Kristall Grotesk ziert Straßenschilder im Leipziger Westen

Es wäre ja gelacht, wenn in der alten Buch- und Grafikstadt Leipzig nicht auch die Straßenschilder etwas mit der alten grafischen Tradition zu tun hätten. Nicht alle: Die meisten grafischen Plattitüden stammen aus bundesdeutschen Ämtern. Aber in Sachen Westkultur spielt ein ganz bestimmtes Museum eine Rolle: das Museum für Druckkunst in der Nonnenstraße.
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Seit April weisen die Straßenschilder unter dem Label „Westkultur“ im Leipziger Westen auf acht verschiedene Kultureinrichtungen hin. Die weiß-braunen Schilder sind mit einer historischen, vor kurzem digitalisierten und re-designten Leipziger Schrift gestaltet.

Die Schilder der neuen Kulturwegweisung für den Leipziger Westen bestehen aus dem Logo sowie dem zugehörigen Schriftzug „Westkultur“. Darunter befinden sich Einzelschilder zu den diversen Kultureinrichtungen. In Anlehnung an das allgemeine touristische Wegeleitsystem sind die Schilder in den Farben weiß und braun (HKS 84) gestaltet.Eine Besonderheit stellt dabei die verwendete Schriftart dar. Mit der Kristall Grotesk wurde eine Schrift gewählt, die 1937/38 von der Stempelschneiderei Wagner&Schmidt in Leipzig herausgegeben wurde. Die Schrift ist seit 1999 Teil des rund 4.000 Schriftarten umfassenden Bestandes im Museum für Druckkunst Leipzig. In der Sammlung befinden sich die letzten originalen Gießformen (Matrizen) der Kristall Grotesk, deren Rechte am Schriftdesign beim Museum liegen.Die Anwendung dieser originären Leipziger Schrift im öffentlichen Raum ist ein besonderer Hinweis auf die historische Bedeutung Leipzigs als Ort der Schriftgestaltung und -herstellung mit einer über 100-jährigen Tradition. Eine weitere praktische Anwendung der Kristall Grotesk zeigt die aktuelle Sonderausstellung „Schrift und Typografie in der zeitgenössischen Kunst“, die noch bis zum 17. Juli 2011 im Museum für Druckkunst zu sehen ist, denn alle Ausstellungstexte zum Thema Schrift in der Kunst sind in der Kristall Grotesk gesetzt.

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www.druckkunst-museum.de


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© Frank Schletter

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