Eingesperrt und überwacht: Zwei Führungen zum 13. August in der BStU-Außenstelle Leipzig

Seit Tagen bereiten die Medien im Land den 13. August vor, den Tag, an dem sich der Beginn des Mauerbaus von 1961 zum 50. Mal jährt. Auch die BStU-Außenstelle Leipzig hat sich des Themas angenommen. Seit dem 2. August zeigt sie die 20-Plakate-Ausstellung "Die Mauer". Am Samstag, 13. lädt sie zu Führungen ein.
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„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, verkündete Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 in einer Pressekonferenz zur West-Berlin-Frage. In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 ließ die DDR-Regierung Stacheldrahtzäune entlang der Sektorengrenze quer durch Berlin errichten – es war der Beginn des Mauerbaus.

Zur Erinnerung an dieses Ereignis bietet die BStU-Außenstelle Leipzig zwei Sonderführungen durch das Archiv des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der Bezirksverwaltung Leipzig an. – Innerhalb der zweistündigen Führung erhalten die Teilnehmer Einblicke in die Struktur und Arbeitsweise des Geheimdienstes der DDR. Anhand von Einzelbeispielen wird über Fluchten und Fluchtversuche, Schicksale, die sich im Schatten der „Mauer“ abspielten, erzählt.

Übrigens ein Thema, das zu den oft schon wieder vergessenen Vorkapiteln des 9. Oktober 1989 gehört. Gerade im ersten Halbjahr 1989 zeigte sich, welche verhehrenden Auswirkungen die diversen Reaktionen der DDR-Staatsführung auf die politischen Veränderungen im Gefolge der Gorbatschowschen Prestroika hatten: Die Zahl der Ausreiseanträge schnellte in die Höhe. Und um sich Luft zu verschaffen, genehmigte die Staatsführung allein zwischen Dezember 1988 und August 1989 86.150 Anträge. Viel zu wenig, um die wachsende Flut der Ausreisewünsche zu kanalisieren.
Während Erich Honecker einen Tag nach dem üblichen Feiern des 13. Augustes noch seinen legendären Satz (frei nach Bebel) sagte: „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“, fand am 19. August das Grenzfest bei Sopron statt und über 600 DDR-Bürger nutzen die Gelegenheit, über Ungarns Grenze in den Westen zu flüchten.

Erst im September wurde aus der Losung „Wir wollen raus“ auf den Spontandemos nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche die Losung „Wir bleiben hier!“. Nicht grundlos wurden parallel die ersten Bürgerinitiativen wie das „Neue Forum“ gegründet. Die Bürgeraktivisten kehrten die jahrelang erlebte Ohnmacht einfach um und stellten jetzt Forderungen auf an eine Staatsmacht, die die Erstarrung zur Doktrin erhoben hatte.

Der Rest ist bekannt. Geöffnet wurde die Mauer zwar erst am 9. November. Aber gerade in der Rückschau wird deutlich, dass alle Ereignisse des Jahres darauf zuliefen.

Auf 20 großformatigen Plakaten zeigt die Ausstellung „Die Mauer“ in der BstU-Außenstelle die Geschichte der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze. Dabei werden Fotos und Dokumente aus Zeitungsarchiven von „Bild“ und „Die Welt“ gezeigt, dies teilweise erstmals wieder nach Jahrzehnten.

Die Ausstellung „Die Mauer – Eine Grenze durch Deutschland“ ist bis zum 31. Dezember zu sehen.

Die Führungen unter dem Titel „Eingesperrt und überwacht – Zum Gedenken an den 50. Jahrestag des Mauerbaus“, gibt es am Samstag, 13. August, um 10:00 und 13:00 Uhr in der BStU-Außenstelle Leipzig, Dittrichring 24.

www.bstu.de


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