Auf der Straße nach Süden (8): Der Süden ist nicht nur Glückseligkeit

Der Leipziger Süden ist nicht nur ein Hort der familiären Glückseligkeit, deren Produkt zahlreiche Kinder sind. Hier leben auch 60 alkoholkranke Menschen im Maximilianstift in der Brandvorwerkstraße. Sozialarbeiterin Ramona Kolitsch arbeitet täglich dafür, dass sie ihr restliches Leben leben können - und manche vielleicht auch wieder gesund werden.
Anzeige

Jeder, der den 90er-Jahre-Bau in der Brandvorwerkstraße betritt, kommt unweigerlich am Büro von Ramona Kolitsch vorbei. Es liegt direkt neben der Eingangstür. Hier ist tagsüber immer wieder Begängnis. Sind die Fenster angekippt, kann die Diplom-Sozialpädagogin und stellvertretende Heimleiterin hören, worüber sich die Bewohner vor dem Haus unterhalten – wenn sie sich unterhalten, denn eine Unterhaltung zu führen ist im Maximilianstift in der Brandvorwerkstraße gar nicht so einfach. Hier leben 50 alkoholkranke Männer und zehn alkoholkranke Frauen.

„Alle haben mindestens Pflegestufe 1 und einen chronischen Alkoholabusus“, so Kolitsch. Ab einem gewissen Status kann eine Alkoholabhängigkeit zur Ataxie führen. Ataxie ist eine Folgeerkrankung von Alkoholabhängigkeit, diese tritt aber nicht zwangsläufig bei jedem Menschen auf. Ein Krankheitsbild, was Wissenschaftler der Universität Lübeck mit „taumeliger Gang, verwaschene Sprache“ zusammenfassen. Auf mindestens einen Hausbewohner trifft beides zu. Anwohner im Süden kennen ihn bestens, tagsüber stolziert er durch die Straßen, was nicht nur körperlich möglich, sondern auch normal ist, denn „auch wenn wir ein Pflegeheim sind, ist es den Bewohnern erlaubt, ihren Tag selbst zu bestimmen“, stellt Kolitsch klar. Nur die Essenstermine sind fest, die jeden Tag angebotenen Termine für Ergotherapie und Sport müssen die „Maximilianer“ nicht annehmen, sondern können das Haus auch verlassen.
„Die Bewohner können kommen und gehen, wann sie wollen, wir haben keinen geschlossenen Bereich“, so Kolitsch, die auch gesteht: „das ist nicht immer einfach, aber in der Hausordnung auch nicht einfach umzusetzen.“ Denn nicht alle Patienten sind abstinent. Im Moment ist es immerhin mehr als die Hälfte, doch die meisten von ihnen haben in der Vergangenheit so viel getrunken, dass ihr Gehirn so stark beeinträchtigt ist, dass auch ihr Suchtgedächtnis verloren ist. Sie wissen gar nicht, dass sie einmal Alkoholiker waren. Eine von einem Krankenhaus festgestellte Pflegebedürftigkeit ist das Eingangsticket für die Patienten. Nicht selten liegen sie zuvor wegen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts im Krankenhausbett, nachdem sie zumeist allein gewohnt haben oder obdachlos waren.

Ihr neues Domizil ist in vier Pflegegruppen à 15 Personen aufgeteilt, pro Etage eine Gruppe. Hier teilen sich die Bewohner den Aufenthaltsraum und nicht selten ein Zimmer. „Jede Etage verfügt über fünf Einzel- und fünf Doppelzimmer“, erklärt Kolitsch, die sich zusammen mit ca. 30 Kollegen um die Belange und Bedürfnisse der Bewohner kümmert. Die meisten Bewohner sind Sozialhilfeempfänger, und diese erhalten 100,98 Euro Taschengeld., was Kolitsch jeweils verwahrt. „Die meisten geben ihr Geld für Drogerieartikel, Friseur, Zigaretten oder die Zuzahlungen bei der Apotheke aus“, weiß sie.
Darüber hinaus erfahren die Bewohner meist keine weitere finanzielle Unterstützung, viele haben keine Familie oder keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie, oftmals eine Folge der andauernden Alkoholerkrankung. Auch deshalb hat fast jeder „Maximilianer“ einen Betreuer, der per Gesetz bestimmt und nicht in der Familie gefunden wurde. Sie sind Ansprechpartner für Kolitsch, wenn es Schwierigkeiten oder Veränderungen im Haus gibt. „Doch das Engagement der verschiedenen Betreuer ist auch sehr unterschiedlich“, berichtet Kolitsch.

Ihre Kollegen kümmern sich derweil unter anderem um die Ergotherapie, und das, was man gemeinhin soziale Betreuung nennt, führen Bewohner zum Spaziergang aus, spielen oder unterhalten sich mit ihnen. Gearbeitet wird im Dreischichtsystem für die es keinen Zapfenstreich gibt. „Bei einigen ist der Tag-Nacht-Rhythmus vollkommen durcheinander geraten, weswegen sich manche nachts noch vor den Fernseher setzen.“ Solange niemand gestört wird, ist das in Ordnung.

Mehr zum Thema:

Auf der Straße nach Süden (7): Deklassieren Leipziger Roboterforscher 2050 den Fußball-Weltmeister?
Für die noch ungeborenen „Nachwuchs-Messis“ …

Auf der Straße nach Süden (6): Handgeschöpfte Schokolade bitte, Frau Stapel!
Suse Stapel macht das, was sie liebt …

Auf der Straße nach Süden (5): Ein Jahr China – und zurück
2008 war er bereits schon einmal für sieben …

Sind die Patienten einmal eingeliefert, werden sie das Pflegeheim so schnell nicht wieder verlassen. „Im letzten Jahr gab es drei Patienten, bei denen die Pflegestufe wieder aberkannt wurde, weil sich ihr Gesundheitszustand gebessert hat und sie ihre Pflegestufe verloren haben.“ Doch Kolitsch weiß auch, dass nicht allen der Sprung zurück ins alte Leben geglückt ist. Die meisten Bewohner werden allerdings das Pflegeheim bis zu ihrem Lebensende nicht mehr verlassen. Aber trotz der langen Zeit miteinander bilden sich unter den Bewohnern selten Freundschaften. Kolitsch glaubt zu wissen, warum: „Das ist auch aufgrund der Krankheit nicht möglich, Freunde hatten die Bewohner lang nicht mehr. Es gibt ein paar seltene Freundschaften, aber viele kennen nicht mal den Namen des anderen.“ Und so stehen auch die Bewohner vor Kolitschs Fenster meist allein da, unterhalten sich aus verschiedenen Gründen nicht mit ihren Mitbewohnern.

Trotz der deprimierenden Lebensläufe und der ebenso wenig vielversprechenden Lebensaussichten ihrer Bewohner hat die 36-Jährige Freude an der Arbeit. „Es ist enorm abwechslungsreich. Ich habe zwar täglich einen Plan, aber dann passieren so viele Dinge, dass man nur einen geringen Teil schafft und die Bewohner sind auch lieb und nett.“ Das sagen auch die Anwohner, zumindest die, die sich beim Maximilianstift melden. „Sie kennen ja unsere Bewohner meist schon und wissen, wo sie hingehören.“ Sie sind auch „der“ Süden.


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gewaltverbrechen im Leipziger Auwald: Kumpel des Angeklagten hegte sofort einen Tatverdacht
Der mutmaßliche Mörder Edris Z. (31) beim Prozessauftakt. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserAm Freitag wurde vor dem Leipziger Landgericht weiter gegen den mutmaßlichen Mörder vom Leipziger Auwald verhandelt. In der Zeugenvernehmung kam unter anderem ein langjähriger Freund des Angeklagten Edris Z. zu Wort, der diesen schon kurz nach dem Verbrechen im Verdacht hatte.
Freitag, der 27. November 2020: Corona-Verharmlosung im Erzgebirge
Man sieht es nicht, aber auch im Erzgebirge ist das Coronavirus unterwegs. Foto: Oimheidi, Pixabay

Foto: Oimheidi, Pixabay

Für alle LeserEin Bürgermeister im Erzgebirge vertritt die Auffassung, dass die „allermeisten“ Corona-Erkrankten keine Symptome hätten. Vielleicht erklärt das die „Spitzenposition“ des Erzgebirges in Sachsen. Außerdem: Die IG Fortuna hat den Zuschlag beim „Kino der Jugend“ erhalten und Michael Ballweg antwortet auf unsere Fragen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 27. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
50-Kilometer-Weltrekordversuch verschoben: Marcus Schöfisch geht erst im Dezember aufs Laufband
Marcus Schöfisch hat nun drei Wochen mehr Zeit für die Vorbereitungen. Foto: Lauftraining.com

Foto: Lauftraining.com

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelEigentlich wollte Marcus Schöfisch jetzt bereits einen nagelneuen Weltrekord in der Tasche haben. Wie in der letzten LZ-Ausgabe berichtet, hatte der Leipziger für vergangenen Sonntag den Angriff auf den Bestwert über 50 Kilometer auf dem Laufband angekündigt. Doch das Vorhaben konnte noch nicht stattfinden. Die Leipziger Zeitung (LZ) hat beim 33-jährigen Athleten nachgefragt.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #54
The Courier-Journal, Louisville, Kentucky, Seite 9 vom 4. Januar 1885. Quelle: newspapers.com

Quelle: newspapers.com

Für alle LeserBlack Friday. Großer Ausverkauf heute. Donald kündigt an, das Weiße Haus zu verlassen. Melania kündigt nichts an, wird Donald aber trotzdem verlassen. Allerdings erst wenn der Black Friday Sale vorbei und sie aus dem Weißen Haus raus ist. Da aber niemand – nicht mal das Weiße Haus – weiß, wo der Black Friday Sale eigentlich herkommt, kündige ich hiermit an, den Anlass, den Ort und die Zeit für diesen seltsamen Tag hier und heute zu nennen.
Schluss mit dem Kahlschlag: Kommunen sollen über den kommunalen Baumschutz wieder selbst entscheiden können
Gefällter Baum in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch ist es nicht beschlossen, sondern gab es am Donnerstag, 26. November, erst einmal die Anhörung zum neuen sächsischen Naturschutzgesetz, das die schlimmsten Fehler der Gesetzesänderung von vor zehn Jahren reparieren soll. Im Zentrum steht dabei der Passus, der das Fällen tausender Bäume auf Privatgrundstücken möglich gemacht hatte unter dem Label „weniger Bürokratie“.
Große Pandemiemüdigkeit: Auch die Psyche leidet unter der Verunsicherung durch Corona
Prof. Dr. Hannes Zacher. Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Für alle LeserSeit acht Monaten geht da nun so. Mal wird gelockert, dann wieder verschärft. Meistens trifft es immer wieder dieselben Berufsgruppen und Branchen. Da kann niemand mehr planen. Und das zehrt an der Psyche. Eine zunehmende „Pandemiemüdigkeit“ beobachtet der Leipziger Arbeitspsychologe Prof. Dr. Hannes Zacher.
Jetzt werden die Dienstwagen der Leipziger Bürgermeister/-innen wieder mal ein Thema für den Stadtrat + Update
Schon 2011 testete OBM Burkhard Jung den damals neuen E-BMW. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzig hat nicht ohne Grund 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Die Zeit, dass die Welt die Kurve kriegen muss, um überhaupt noch ein halbwegs erträgliches Klima zu sichern, läuft ab. Und das bedeutet nun einmal: Verhaltensänderungen auf allen Ebenen. Auch ganz oben. Aber selbst die regelmäßigen Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu den Dienstwagen der Ministerinnen und Minister bewirken kaum eine Änderung. Und wie sieht das mit Dienstwagen in Leipzig aus?
Doppelhaushalt 2021/2022: Die wichtigsten Investitionsprojekte können jetzt in einer interaktiven Karte gefunden werden
Karte mit den Investitionsprojekten 2021 / 2022. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserAm Dienstag, 24. November, hat Leipzigs Finanzbürgermeister Torsten Bonew dem Leipziger Stadtrat den Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2021 und 2022 vorgelegt. Für jedes Jahr enthält er ein Gesamtvolumen von 2 Milliarden Euro. Es werde keine Kürzungen geben, betonte Bonew in seiner Stadtratsrede. Aber mit entsprechenden zusätzlichen Kreditaufnahmen um die 200 Millionen Euro bis 2022 müsse die Stadt rechnen.
Michael Ballweg zum 21. November in Leipzig: Halbe Distanzierungen und geschraubte Gegenfragen + Video & Bildergalerie
Michael Ballweg am 7. November in Leipzig per Videoeinspielung dabei. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDass der ehemalige Unternehmer Michael Ballweg ein Freund der freien Presse wird, steht auch in Zukunft kaum zu erwarten. Vielleicht liegt es am Oberlehrer-Tonfall gegenüber langjährigen Journalisten, den seine Anhänger offenbar als „widerständig“ verstehen. Oder seinem Hang zu devoten Fan-TV-Machern auf Youtube, die ihm unangenehme Nachfragen stets ersparen. In jedem Fall aber wohl an der Art, wie er einer normalen, schriftlichen L-IZ.de-Presseanfrage vom 23. November gegenübertritt, welche auch im Interesse des Stuttgarter „Querdenkers“ selbst erfragen möchte, wie die „Querdenken“-Bewegung zu den Vereinnahmungsversuchen von Rechtsextremisten am 21. November 2020 in Leipzig steht. Gar nicht, könnte man die Antworten des Bewegungs-Initiators Ballweg an die L-IZ.de überschreiben.
Wolfgang Rischer zum Fünfundachtzigsten: Ein ganz persönliches Poesiealbum für den Dichter aus dem Grenzgebiet
Poesiealbum neu: Wolfgang Rischer zum Fünfundachtzigsten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich passt kaum etwas so gut in diese Zeit des zuweilen erzwungenen Stillehaltens wie Gedichte. Jene meist kurzen und knappen und dichten Texte, die sich erst richtig erschließen, wenn man sich Zeit und Aufmerksamkeit für sie nimmt. Ja, genau das, was einigen Leuten so schreckliche Kopfschmerzen bereitet, weil sie das mit sich selbst konfrontiert. Dabei wird die Welt für uns so erst ahnbar. Wie in den Gedichten Wolfgang Rischers.
Donnerstag, der 26. November 2020: Innenausschuss diskutiert über das „Fahrradgate“
Sachsens Innenminister Dr. Roland Wöller (CDU). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie heutige Sitzung des Innenausschusses des sächsischen Landtages hat offenbar nicht viel geändert: Linke fordern wegen des „Fahrradgate“ weiter den Rücktritt des Innenministers, Grüne und SPD äußern Kritik an Polizei und Ministerium. Außerdem: In Leipzig klettert der Corona-Inzidenzwert über 100. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 26. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Landkreis Leipzig: Quarantäne-Anordnungen für Schulen und Kitas – Information
Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Bei größerem und vor allem unübersichtlichem Infektionsgeschehen nutzt der Landkreis Leipzig die Möglichkeit, die häusliche Quarantäne über eine Allgemeinverfügung anzuordnen. Diese richtet an einen definierten Personenkreis. Es werden keine Bescheide für Einzelpersonen erstellt.
„Es ist momentan ein täglicher Kampf“: Wie es den Leichtathleten des SV Lindenau 1848 in der Coronakrise ergeht
Die Schließung der Schulsporthallen stellt auch die Leichtathleten vor Probleme. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelDer November-Lockdown trifft nicht nur die Mannschaftssportarten. So spüren beispielsweise auch die Leichtathleten die aktuellen Einschränkungen unmittelbar: Es fehlt ihnen vor allem an Trainingshallen und greifbaren Zielen in Form von Wettkämpfen und Meisterschaften, an denen sie wachsen können. Thomas Uth ist Abteilungsleiter und ehrenamtlicher Trainer beim SV Lindenau 1848.
Der Stadtrat tagte: IMFARR will 2022 mit dem Bauen auf dem Eutritzscher Freiladebahnhof beginnen + Video
Digitale Pressekonferenz mit IMFARR-Kommunikationschef Matthias Euler-Rolle, IMFARR-Seniorchef Nematollah Farrokhnia und Jürgen Wöss, Geschäftsführer der Leipzig 416 GmbH. Foto: IMFARR

Foto: IMFARR

Für alle LeserKommt das Baugeschehen auf dem Eutritzscher Freiladebahnhof jetzt wirklich ins Rollen? Mit 48 Pro-Stimmen, keiner Gegenstimme und 12 Stimmenthaltungen hat die Ratsversammlung am 24. November den Masterplan zum Projekt „Freiladebahnhof Eutritzscher Straße“ beschlossen. Drei Neufassungen der Vorlage dazu hatte das Dezernat Stadtentwicklung und Bau entwickelt. Am Ende gab es noch einen Änderungsantrag von CDU und SPD.
Verfassungsschutz: Rechtsextremismus in Sachsen weiter auf hohem Niveau
Sören Pellmann, seit 2009 Stadtrat in Leipzig und seit 2017 Bundestagsabgeordneter für Die Linke, übt Kritik an der Arbeit des Verfassungsschutzes in Sachsen. © Foto: Sören Pellmann

© Foto: Sören Pellmann

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Ausgabe 85, seit 20. November im HandelIn den vergangenen Jahren war es stets ein Ereignis, wenn der sächsische Verfassungsschutz im Frühling seinen Jahresbericht vorstellte – zumindest für Klimaaktivist/-innen, antifaschistische Gruppen, Unterstützer/-innen von Geflüchteten und ähnliche Akteur/-innen. Denn im Verfassungsschutzbericht konnten sie alle nachlesen, wie gefährlich ihre Arbeit für den Staat sei, während hingegen beispielsweise Pegida, die AfD und andere Teil des rechtsradikalen Spektrums stets weitgehend unter dem Radar der Behörde blieben. Auf sozialen Medien wie Twitter amüsierte man sich gemeinsam über die „lustigsten“ Passagen der jährliche Berichte.