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Tanners Interview mit der Schauspielerin, Menschenfreundin und OBM-Tochter Alissa Jung

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    Wenn Tanner Film schaut nutzt er Mediatheken und das Netz. So kam es, dass er ganz entspannt und mit seiner Tochter einen Film sah, bei dem Alissa Jung eine positive Hauptrolle spielte. Das Gesicht, das kennste doch - sagte sich der Tanner und nahm dies zum Anlass einfach mal bei Alissa nachzufragen. Was sie so macht, warum und wo und wie sie so ist.

    Einen wundervollen Gruß aus Leipzig, liebe Alissa Jung. Ich hatte letztens in irgendeiner Mediathek „Des Kaisers neue Kleider“ zusammen mit meiner Tochter angeschaut. Sie spielten eine der Hauptrollen. Es war eine Freude. Und da fiel mir ein, dass wir noch nie interviewend aufeinander getroffen sind. Schande über mich. Für die, die jetzt bei Ihrem Namen nicht wissend die Arme in die Höhen recken: Sie sind Schauspielerin, Dokumentarfilmerin, Regisseurin und Autorin, engagieren sich für „Schulen für Haiti“ und sie sind die Tochter unseres Ober-BM´s Jung hier in Leipzig. Uff! Derzeit sind Sie als Regisseurin von „Willi“ in der Murkelbühne zugange. Wer ist denn dieser Willi – und was ist das für ein Projekt?

    Seit ein paar Jahren habe ich die Arbeit mit Kindern für mich entdeckt. Seit letztem Jahr leite ich zwei Theaterkurse in der Murkelbühne, einem fantastischen Kinder- und Jugendtheater in Berlin und zum Abschluss der Spielzeit gab es jetzt natürlich auch zwei Premieren. Die Kleinen haben sehr mutig zum ersten Mal auf der Bühne gestanden und die Geschichte von Willi erzählt, einem Kuckuckskind, das irgendwie etwas aus der Art geschlagen ist und die anderen Vogelkinder nicht aus dem Nest werfen will.

    Ich fand die Idee und die Umsetzung von „Kleine Mauer“ sehr gut. Können Sie bitte ein bisschen etwas dazu erzählen – davon haben bestimmt die wenigsten unserer Leserschaften schon einmal was gehört.

    Vor ein paar Jahren gab es ein faszinierendes Projekt an einer Berliner Grundschule, das ich dokumentarisch begleitet habe. Die Schule hat über eine Woche die Teilung Deutschlands nachgespielt, Schüler wurden in DDR- und BRD-Bürger aufgeteilt, eine Pappmauer gebaut, der Schulhof getrennt… Ich war so begeistert von der Umsetzung, dass ich einfach einen Dokumentarfilm machen musste, der dann bei einer großen Premiere im Kino Babylon allen Schülern gezeigt wurde und auch auf Festivals lief. Leider liegt die DVD seitdem bei mir im Regal, dabei sollte dieses Projekt am besten allen Schülern in Deutschland gezeigt werden, da es so schön lebbar macht, was unsere direkte Geschichte ist.

    2014 gab es Sie in „Rosa“ (ARD), SOKO 5133 (ZDF) und in „Bergretter“ (ZDF) – wie steht es mit dem Jahr 2015? Woran drehen Sie denn dieses Jahr so herum?

    Ich bin soeben in Stockholm angekommen, wo ich für das ZDF in einer romantischen Geschichte vor der Kamera stehen werde.

    Natürlich muss auch „Schulen für Haiti“ erwähnt werden. Wie können Sie da ganz konkret helfen?

    Seit ich 2008 zum ersten Mal Haiti besucht habe, ist es mir ein wahnsinniges Bedürfnis, dort vor Ort zu helfen. Unser Projekt SCHULEN FÜR HAITI finanziert seit 2009 zwei Schulen und verschafft so jährlich cirka 500 Kindern, die sonst auf der Straße spielen und arbeiten müssten, einen Zugang zu Bildung. Ich bin seit 2011 Vorstand des Vereins PEN PAPER PEACE e.V. und wir haben es nach dem Erdbeben 2010 geschafft, beide Schulen wieder erdbebensicher aufzubauen. Leider erreichte uns nun von unserem Partner NPH die Nachricht, dass die Schulen immer noch kein fließendes Wasser haben, da das Geld für die Brunnenbohrung nicht mehr ausreicht.

    Wie man daran sieht – auch wenn wir positive Schritte vorwärts gehen, fehlt es noch an so vielem und wir sind über jede Hilfe dankbar! Wer helfen möchte, findet alle wichtigen Informationen unter www.pen-paper-peace.org. Im September wollen wir wieder hinreisen, für mich ist dies dann meine sechste Reise in dieses wundervolle aber auch gebeutelte Land.

    Wie oft sehen Sie denn – bei all der rastlosen Tätigkeit – Ihre Familie in Leipzig?

    In Leipzig war ich jetzt leider seit Weihnachten nicht mehr. Das ist aber eindeutig zu lang und soll sich noch diesen Sommer ändern. Erstens wohnen so viele tolle Freunde und Teile der Familie in Leipzig und zweitens mag ich die Stadt einfach unheimlich doll!

    2011 sah man Sie in der internationalen Großproduktion „Ihr Name war Maria“ und ich hoffte, Ihr Gesicht ab da öfter in den großen Filmen zu sehen. Warum ging es denn auf dem internationalen Parkett nicht weiter, liebe Alissa Jung?

    Na, das fragen Sie ja die Richtige. Das kann ich Ihnen nicht so beantworten. Im Schauspiel ist es leider so, dass man nicht alles selbst in der Hand hat, sonst würden wir fast alle spannende Hauptrollen in wertvollen und inhaltlich anspruchsvollen Film- oder Theaterprojekten übernehmen. Die Realität ist, dass das Schauspiel ein relativ aufreibendes und umkämpftes Geschäft ist, in dem man auch mal Dürreperioden aushalten muss, wenn man nicht den allergrößten Quatsch machen möchte und vielleicht sogar manchmal nicht so wahnsinnig herzbewegende Projekte machen muss, um seine Miete zahlen zu können. Was nichts daran ändert, dass ein tolles Projekt, mit kreativem, inspirierendem und engagiertem Team, das alles wert ist.

    Gibt es denn auch eine private Alissa Jung – so neben Engagement und Arbeit? Vielleicht als Kleingärtnerin – mit einem ganz profanen Hobby??? Was macht diese denn, wenn sie in den Vordergrund tritt?

    Privat bin ich gerne zu Hause, im Garten, entspannt mit den Kindern, ich liebe das Kino und das Theater, schwimmen in Seen, Erdbeeren pflücken, Flohmärkte und Märkte sind immer toll… Und wenn die Zeit es zulässt das Reisen.

    Ich bedanke mich für das Interview, Frau Jung – und wünsche Ihnen die Liebe an den Hals, immer frische Luft und Wärme im Umfeld.

    Herzlichen Dank! Das ist ja mal ein toller Wunsch, den kann ich nur zurückgeben!

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