Tanners Sommer-Special-Interview mit dem Leiter Öffentlichkeitsarbeit und PR der Leipzig Tourismus & Marketing GmbH (LTM) Andreas Schmidt

Im Sommer sind auch mal andere Dinge wichtig. Da soll ausgeruht werden und wenn's schön ist, dürfen ein paar Gedanken freigelassen werden zum Selbst und zum Morgen der Welt. Deshalb fragt Tanner Menschen nach ihrer Eigensicht und bringt diese dazu, innezuhalten und darüber nachzudenken. Heute: Andreas Schmidt, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und PR der Leipzig Tourismus & Marketing GmbH (LTM).
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Wohin fahre ich dieses Jahr in den Urlaub?

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, gemeinsam mit meiner Frau mehrere Kurzurlaube anstatt einer Fernreise zu unternehmen. Als nächstes geht es Anfang August nach Franken, wo wir gemeinsam mit Freunden verschiedene Städte besuchen und die fränkische Gastfreundschaft genießen.

Welches ist mein Traumort und warum?

Mein Traumort ist Thailand, die Heimat meiner Frau. Das Land ist kulturell so vielfältig, bietet gutes Essen und eine wunderbare Herzlichkeit, die für mich auch allgemein den Reiz der asiatischen Länder ausmacht. In Thailand fühle ich mich auch bei der Familie meiner Frau immer gut aufgenommen und umsorgt.

Welches Buch liegt derzeit auf meinem Nachttisch und warum? Und um was geht es darinnen?

Da ich in meiner Freizeit sehr gern selbst fotografiere oder schreibe und mich somit auch privat mit Leipzig befasse, orientiere ich mich literarisch eher an Literatur über die Stadt. So kann ich gleichzeitig Beruf und Hobby verknüpfen. Wenn ich gerade keine Bücher über Denkmäler, Passagen oder Parks durchblättere, lese ich allerdings gerne Novellen. Meine aktuelle Lektüre ist „Die Blendung“ von Elias Canetti, welche durch eine dramatische Handlung und die groteske Komik beeindruckt.

Wenn ich die Möglichkeit hätte, diese Welt gut zu machen, vielleicht sogar zu heilen – und ich würde es auch machen wollen, wie sähe diese Welt ab morgen aus?

Ich bin leider aus dem Alter heraus, in dem ich die ganze Welt retten wollte. Jetzt bemühe ich mich eher um die kleinen Dinge. Mir sind jetzt Einzelschicksale wichtiger. Trotzdem wäre es fantastisch, in einer Gesellschaft zu leben, die toleranter ist und in der reelle Werte existieren: Leben – und leben lassen.

An was glaube ich oder an wen und warum?

Durch meine vielen Reisen bin ich ein sehr weltoffener Mensch geworden. Ich habe viel von Religionen, Menschen und ihren unterschiedlichen Kulturen gelernt. Mir ist dabei wichtig, aus der Gegenwart mit meinen Möglichkeiten stets das Beste zu machen.

Was mag ich an mir und was mag ich nicht an mir? Und warum natürlich!

Das Positive an mir ist, dass ich mich nicht lange mit Rückschlägen beschäftige. Im Gegenteil, ich versuche immer optimistisch zu denken und meine Energie in neue Projekte zu investieren: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.

Manchmal stört mich meine innere Ungeduld. Vieles will ich schnell verwirklichen und umsetzen. Ich möchte Menschen mitreißen, anstatt alles ewig auszudiskutieren. Wenn ich auf ständige Zweifler stoße, fehlt mir häufig das Einfühlungsvermögen. Denn wie sagte Wilhelm Busch auch so schön: „Wer immer nur in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren.“

Wenn ich mich an meinen letzten Traum erinnere, welche Geschichte war das?

Ich schlafe kurz und intensiv, deshalb reißt mich mein Wecker auch meist aus meiner Schlafphase, so dass ich mich an keinen Traum erinnern kann, den ich in den letzten Wochen hatte.

Gibt es ein Motto, nach dem ich mein Leben gestalte? Und wenn ja, welches ist das und warum?

Senecas Aussage: „Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen“, bewegt mich am Meisten. Wenn ich morgen sterben müsste, möchte ich das Gefühl haben, dass ich alle meine Möglichkeiten ausgeschöpft habe. Ich bedauere Leute, die mir seit Jahren erzählen, was sie später noch mal alles machen möchten. Sie werden es nie tun.

Was macht mich traurig?

Generell bin ich eher ein lebenslustiger Mensch. Traurig macht mich aber mangelnde Toleranz, die sich besonders in den sozialen Netzwerken und Online-Medien ausbreitet. Wir haben verlernt, einander zuzuhören und aufeinander einzugehen. Wir müssen wieder lernen, hinter einer Meinung den Menschen zu betrachten. Deshalb fasziniert mich bis heute der Film „Der Zufall möglicherweise…“ des polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski.

Wann und in welchem Zusammenhang hat sich in letzter Zeit mein Mitgefühl geregt?

Was mich immer wieder tief bewegt, ist die Masse der verzweifelten Menschen, die einfach alles riskieren um aus Krisengebieten zu flüchten und hoffen, ein besseres Leben beginnen zu können.

Was wollte ich schon immer einmal sagen? Aber es passte nie so wirklich – doch, da die Frage ja jetzt hier gestellt wurde, nehme ich die Chance beim Schopfe und sage es allen einfach mal:

„Ohne Gaffee gönn´ mer nich gämbfen!“

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Foto: Ralf Julke

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