Tanners Interview mit dem Preisträger-Fotografen Corwin von Kuhwede

Vor Jahren schuf der Tanner eine Laudatio zu einer der ersten Ausstellungen von Corwin von Kuhwede - Griseldis Wenner höchstselbst moderierte die Vernissage in der Deutschen Hochschule für Telekommunikation zu Leipzig. Die Freundschaft blieb über Jahre. Und so freut sich auch der Tanner, dass von Kuhwede mittlerweile Preisesammler ist und einen der derzeit wichtigsten Fotopreise gerade einkassierte. Da musste natürlich interviewt werden.
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Glückwunsch! Glückwunsch! Ich wusste es ja schon immer – Du bist der Meister. Und nun hast Du auch den ersten Preis beim CEWE/NIKON Fotowettbewerb einkassiert. Wofür eigentlich konkret? Und was bekommst Du? Ne Weltreise mit dem Traumschiff wäre ja nicht passend. Erzähl mal bitte.

Danke, danke. Ich bin noch immer total hibbelig und kann es kaum fassen. Ich habe im Laufe der Jahre zwar schon den einen oder anderen Preis abräumen dürfen, aber gerade bei solch renommierten Wettbewerben ist es immer wieder eine tolle Wertschätzung für die eigene Arbeit und eine große persönliche Freude. Eine Weltreise mit dem Schiff gab es nicht. Mit dem Wohnmobil oder dem Auto hätte mich das aber durchaus interessiert. Nein, es gab eine neue Kamera samt Objektiv – natürlich von Nikon (und ich fotografiere mit Canon) – und einen Gutschein von CEWE Color. Jetzt darf ich mich also über ein neues Werkzeug freuen und über die Drucke der Bilder, die dann vielleicht mit diesem entstehen werden. Ich bekam den Preis übrigens für mein Bild „in und out“: www.merkesdir.de/portfolio/inszenierungen/#gallery/1819/570

Wann und wo findet denn die Preisverleihung statt? Und können wir da alle mit hin und applaudieren?

Die Preisverleihung wird im Februar im Fotomuseum Markkleeberg stattfinden. Einen genauen Termin gibt es leider noch nicht. Aber ich werde über meinen Newsletter und die Sozialen Netzwerke natürlich fröhlich und fromm darauf aufmerksam machen. Ich weiß bis heute nicht ob die Siegerehrung öffentlich ist, aber zumindest die anschließende Ausstellung der Gewinnerfotos wird es sein. Aber wenn sich mindestens eine Gruppe von 6 Personen findet, die eine Applaus-Choreographie einstudiert hat, setze ich mich in die Linie 11 und komme gern dafür ins Museum gefahren.

Es ist auch immer wieder faszinierend, auf Deiner Homepage herumzuwuseln, lieber Corwin von Kuhwede  auf der Seite www.merkesdir.de – dort kann man auch Deinen Bildband „Leidenschaft Aktfotografie“ erstehen. Sind da reinweg Bilder drin oder erzählst Du darinnen auch von Deiner Arbeit? Was ist denn das für ein Buch genau?

Meine Webseite ist wie ein lebendes Organ von mir. Sie wächst und verändert sich mit mir mit. Aber aktuell ist sie in einem Status, mit dem ich zufrieden bin und an dem nur Kleinigkeiten verbessert werden. Und richtig, ja. In meinem Shop auf der Webseite gibt es auch mein neues Buch „Leidenschaft Aktfotografie – Einblicke in das intimste aller Genre“ vorzubestellen. Das Buch wird im Februar lieferbar sein. Es ist allerdings kein Bildband, wohlgleich es da zahlreiche meiner Aktfotografien zu sehen geben wird.

Vielmehr ist es die Sichtweise eines Aktfotografen auf das Genre selbst, der sich und der Branche kritische Fragen stellt wie: „Warum fotografieren wir eigentlich nackte Frauen?“, „Wie viel Intimität ist notwendig um gute Akt-Fotos zu machen?“ oder „Darf man für sein Model schwärmen?“ Ich habe mich in diesem Buch den Fragen gewidmet, über die sonst niemand spricht. Mich langweilte es, immer nur über Technik oder Posing zu lesen. Ich wollte mehr erfahren. Und da es kein Buch zu diesem Thema auf dem Markt gab, habe ich selbst eines geschrieben. Ich freue mich daher auf nächstes Jahr, denn dann kann ich es endlich lesen.

Es gibt Dich mittlerweile auch im Videoformat, da erläuterst Du Dein Tun und Handeln. Wo kann das interessierte Volk denn da zugreifen und wie kam es denn dazu?

Aus ähnlichen Beweggründen wie aus meinen Worten zuvor rief ich meine Seite www.FotoGrow.de ins Leben. Dort geht es abseits von Fototechnik um all die Themen, die einen guten Fotografen ausmachen. Das sind beispielsweise das eigene Profil, die Kommunikationsfähigkeit, das Marketing, das Kundenmanagement, aber natürlich auch das Gestalten kreativer Bilder. In verschiedenen Videos und meinem Blog widme ich mich stets den Themen, die mich selbst interessieren oder die an mich heran getragen werden und plaudere etwas aus dem Nähkästchen. Ich finde es spannend, die Menschen nicht nur an meinen Bildern, sondern auch an meiner Denkweise als Fotograf teilhaben zu lassen. Denn zumindest andere Fotografen scheint das sehr zu interessieren.

Und 2016 – das Jahr beginnt ja gerade – welche großen Berge möchtest Du denn da erklimmen?

Das Jahr 2015 war für mich vor allem ein Jahr des Loslassens. Ich habe mich so vielen Projekten und ehrenamtlichen Engagements angenommen, dass ich Ende 2015 erst einmal aufräumen musste, um mir selbst wieder etwas Freiraum schaffen zu können. Im kommenden Jahr werde ich natürlich weiterhin daran arbeiten, die Welt mit meinen Arbeiten zu tapezieren, aber vor allem möchte ich 2016 internationaler bekannt werden. Dazu zählt, dass ich an mindestens einer internationalen Kunstmesse teilnehmen möchte. Ich werde dafür arbeiten, dass meine Arbeiten in mehr internationalen Publikationen erscheinen und setze alles daran, auch im kommenden Jahr wieder unter die TOP10 eines Fotowettbewerbes zu kommen.

Nach 36 Jahren Leipzig verspüre ich gerade etwas Lust auf die große Welt. Außerdem ist es mein Ziel für 2016, mindestens eine halbe Stelle für jemanden zu schaffen, der mich organisatorisch und im beruflichen Alltag unterstützt. Und es gibt ein großes soziales Projekt mit Kindern, das ich realisieren möchte, doch für das heißt es, eine Menge Gelder zu akquirieren.

Und neben alle dem möchte ich selbstverständlich wieder viel Zeit für die Liebe haben. Für meinen Sohn und meine Partnerin.

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