Tanners Interview mit der Moderatorin, Dozentin, Anlassrednerin und Musikerin Jana Hoffmann

Vor Jahren trank der Tanner so manches erheiternde Getränk in einem musikalisch unterlegten Blumenladen in der Riemannstraße, wobei er gern mit Jana Hoffmann schnatterte und darauf drängte, dass sie ihre Gitarre zur Hand nähme um in Gesang und Zupferei die Abende zu perfektionieren. Seitdem ist Wasser die Kanäle der Stadt entlang geflossen. Heute macht Jana zwar immer noch Musik, aber eben auch Zeremonien. Welche und warum musste einfach gefragt werden.
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Guten Tag, liebe Jana Hoffmann. Lang ist’s her, dass wir miteinander zu tun hatten – und nun erfahre ich von Deiner neuen Arbeit. Ich sag nur: „Elegante Worte“. Was ist das denn konkret? Was machst Du da?

Hallo Volly, schön, dass wir nach so langer Zeit wieder voneinander hören. Elegante Worte ist ein neues Projekt, bei dem ich mich als Rednerin und Moderatorin verwirkliche, d.h. ich schreibe individuelle Reden für verschiedene Anlässe wie Trauungen, Jubiläen oder ähnliches. Bei der eigentlichen Feier oder Zeremonie halte ich dann diese Reden mit möglichst viel Natürlichkeit und einigen Schmunzlern. Ich möchte gern den Kontakt zu dem Brautpaar/dem Jubilar etc. aber auch zu den Gästen, die ganze Zeit während der Rede aufrecht halten.

Das ist das, was mir unter anderem bei vielen Trauungszeremonien, die ich als Sängerin begleitet habe, gefehlt hat: eine persönliche Rede, die allen Anwesenden, neben der nötigen Ernsthaftigkeit, auch mal ein Lächeln ins Gesicht zaubert und nicht abgelesen und statisch wirkt. Auch als Moderatorin ist es mein Ziel, mit möglichst viel Natürlichkeit und Sympathie zu überzeugen. Klar gehört trotzdem ein hoher Grad an Professionalität dazu, aber das Menschliche soll auf gar keinen Fall verloren gehen.

Es geht ja nicht nur um die Heiraterei – sondern auch um auffrischende Eheversprechen und anderes. Wofür kann ich Dich denn alles buchen?

Ach eigentlich für alles, wofür man eine Rednerin oder eine Moderatorin brauchen könnte. Es gibt z. B. viele Paare, die ihr frisch geschlüpftes Kind auf der Welt in einem offiziellen Rahmen begrüßen wollen oder Menschen, die etwas Großes zu feiern haben, selbst aber nicht gern reden möchten oder nicht gern im Rampenlicht stehen. Die „Freien Trauungen“ werden am häufigsten gebucht, aber ich bin offen für alle möglichen Anlässe.

So habe ich z.B. auch schon eine Anfrage erhalten, ob ich denn eine Trennung durch eine persönliche Rede und Zeremonie mit der entsprechenden Würde vollziehen könnte. Verrückt, was es für Wünsche gibt, aber auch wundervoll wie viele Momente ich dadurch mit besonderen Menschen teilen kann.

Ich kenne Dich ja hauptsächlich aus der Musikszene. Wie läuft’s denn da mit Dir und Deiner Karriere derzeit grad so?

Die Musik ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Elegante Worte ist einfach etwas Wundervolles, was dazu gekommen ist, ersetzt aber die Musik nicht. Ich biete z.B. auch oft Rede-Pakete mit Livemusik an. Gut gebucht bin ich als Sängerin und Pianistin besonders in den Frühjahrs- und Sommermonaten, wenn das Thema Heiraten wieder weit oben steht. Trotzdem fallen auch im Herbst und Winter viele Auftritte an, meistens dann bei Firmenfeiern oder privaten Familienfesten, Vernissages oder ähnlichem. Zum kreativ schreiben komme ich leider gerade nicht so viel.

Deshalb gibt es zurzeit auch keine Konzerte mit meinen eigenen Songs. Aber ich bin mir sicher, dass es dafür irgendwann wieder Raum und Platz in meinem Leben geben wird. Ideen sprießen schon viele und wachsen leise vor sich hin…

Du bist recht frische Mama – ein kleines Kind im Hintergrund verändert ja doch Perspektiven. Welche hat es bei Dir geändert? Gibt es neue Erkenntnisse, die Dir damals, vor der Geburt, noch fremd waren, als Du durchs Nachtleben getingelt bist?

Ja, mein supersüßer Sohn ist einer der Gründe, warum das Ausleben meiner Kreativität gerade etwas auf der Strecke bleibt. Mir haben alle Leute ringsrum gesagt, dass sich das Leben mit Kind komplett ändert und man nicht mehr so leben kann wie vorher. Das hat mir schon fast Angst gemacht, weil ich in der Schwangerschaft so viele Pläne und Ideen hatte und dachte, dass ich das alles nicht verwirklichen kann, wenn das Kind da ist. Zum Glück hat sich herausgestellt, dass sich zwar vieles ändert aber lange nicht alles. Ich habe zwei Monate nach der Geburt wieder angefangen zu unterrichten mit meinem Sohn im Tragetuch, obwohl fast alle gesagt haben, dass ich mir das abschminken kann.

Er hat friedlich geschlafen und meine Schüler haben sich gefreut, so ein süßes Bündel zu sehen. Sicher habe ich es durch meine Selbständigkeit etwas leichter, meinen Schnuffel mit einzubinden in mein Leben, als andere. Aber diese Angst, die mir gemacht wurde, ist in meinen Augen etwas übertrieben. Ich setze meine Pläne weiter um, natürlich meistens dem Rhythmus des kindlichen Tagesablaufs angepasst.

Organisation und Absprachen sind auch viel wert. Mein Partner (auch Musiker) und ich teilen uns gut in die Aufgaben mit Kind und sprechen uns immer ab. Ich habe die letzte Sommersaison als Sängerin komplett mitgenommen, d.h. ich war von April bis Oktober fast jedes Wochenende bei einer Trauung oder sonstigen Feierlichkeit und wenn mein Partner nicht aufpassen konnte auf unseren Schnuffel, dann habe ich eine Freundin mit ins Auto gesetzt, den Schnuffel vor dem Auftritt noch gestillt und sie ist dann mit ihm so lange mit dem Kinderwagen spazieren gefahren bis ich wieder da war (zum Glück dauert eine Trauung meist nicht länger als 30 Minuten).

Der Kleine hat meistens friedlich geschlafen, wenn ich fertig war. Man ist plötzlich auf Hilfe angewiesen und dankbar über jeden guten Freund/gute Freundin. Vielleicht ist das sogar die größte Veränderung. Ich war immer sehr spontan, eigenbestimmt und viel unterwegs. Jetzt versteckt sich die Spontaneität irgendwo, wo ich sie nur selten finde. Dafür ist aber etwas viel Größeres gekommen: diese unsagbar bedingungslose Liebe zum Schnuffel.

Die Bilder auf Deiner Homepage sind sehr stimmig. Wer hat Dich denn da unterstützt? Erzähl doch mal.

Ich hatte lange überlegt, ob ich wieder alles selbst in die Hand nehme oder mir Hilfe hole… Und wie ich so dazugelernt habe, war es die bessere Option, Hilfe anzunehmen. Ich habe eine Agentur beauftragt, die sowohl die Fotos als auch das Design erstellt hat und mit der ich eine wundervolle Kommunikation hatte. Die Arbeit mit den jungen und weltoffenen Mitarbeitern von Gecko Networks war wirklich toll.

Und mein lieber Papa hat das Ganze dann mit seinem tollen Fachwissen technisch umgesetzt und online gebracht. Hilfe annehmen kann also doch sehr sinnvoll sein, wenn man sein Ich-kann-alles-allein-Ego mal abschaltet.

Danke, liebe Jana – und weiterhin so bleiben!

Ich danke dir und würde mich freuen, wenn wir uns mal wieder auf ein Käffchen treffen.

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