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Leipzigs OBM soll die Patenschaft über die Muntjaks im Leipziger Zoo übernehmen

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    Wenn das Leben spielt, machen sich Bürokraten meist ziemlich lächerlich. Wie jüngst mit ihrer Verordnung zu invasiven Arten in Europa, also eingewanderten Tieren, die man nicht mehr dabehalten möchte. Das betraf auch den Zoo Leipzig mit seiner Muntjak-Haltung. Die wollte Zoodirektor Jörg Junhold sowieso auflösen. Doch der Abtransport wurde nicht genehmigt. Nun sind die Zwerghirsch-Kühe auch noch schwanger.

    Am 27. Januar wurde die Nachricht publik, kaum dass die Aufregung über die seltsamen Folgen der EU-Verordnung, die seit 2015 gilt, auch im Landtag hochgeschwappt war. Das macht dann die ins Auge gefasste Schlachtung der Kühe auch wieder unmöglich. Die Muntjak-Hirsche hatte der Zoo hingegen schon geschlachtet und an die Raubtiere verfüttert.

    Das Ergebnis sieht dann auch aus Sicht von Piraten-Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann wie ein gelungener Protest aus. Die standhaften Tierchen  setzen ein deutliches Zeichen gegen menschliches Verwaltungsdenken. Das sollte eigentlich belohnt werden, findet die Stadträtin und beantragt: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die Patenschaft für den erwarteten Zwergmuntjak-Nachwuchs im Zoo Leipzig zu übernehmen. Die mit 100 Euro pro Tier und Jahr überschaubaren Kosten sollen aus einer entsprechenden Kostenstelle (Patenschaften oder Zoo Leipzig) entnommen werden.“

    Eigentlich hatte der Zoo die Tiere an einen belgischen Halter abgeben wollen. Aber der Transport ist nach der EU-Verordnung nicht mehr möglich.

    Ein klassisches bürokratisches Dilemma: Man weist einfach an, schreibt rigide Vorschriften, vergisst aber die Betroffenen einzubeziehen und mit ihnen nach vernünftigen Lösungen zu suchen.

    Ein ziemlich deutlicher Fall für das, was immer weniger Europäer an diesem Bürokratie-Moloch verstehen, der so herzlich unfähig ist zu echter Kommunikation. Genau das ist der Hallraum für Populisten.

    Und es ist nur zu verständlich, wenn Ute Elisabeth Gabelmann jetzt beantragt, die Tiere sollten hierbleiben und Leipzigs Oberhaupt solle symbolisch die Patenschaft über die Tiere übernehmen.

    „Mit Inkrafttreten der EU-Verordnung zur Eindämmung invasiver Arten hatte der Zoo Leipzig angekündigt, die dort beheimateten Zwergmuntjaks zu schlachten und entsprechend an andere Raubtiere zu verfüttern. Trotz schwebender Sach- und Faktenlage und ihrem dadurch unklaren Schicksal haben die Zwergmuntjaks echten Leipziger Revolutions- und Widerstandsgeist bewiesen und sind schwanger geworden“, stellt die Stadträtin in ihrem Antrag fest. „Diesen typischen Leipziger Wesenszug, der sich durch die Geschichte der Stadt zieht und ihr nicht zuletzt die Beinamen ‚Stadt der friedlichen Revolution‘ oder auch Heldenstadt eingetragen hat, gilt es, angemessen zu honorieren. Zudem ist das Handeln der Stadtverwaltung auf Familien mit Kindern gerichtet. Die Zwergmuntjak-Gruppe gehört nach ihrer Niederkunft zweifelsohne zu diesem Kreis und sollte daher dieselbe Anerkennung genießen wie auch andere Leipziger Familien.“

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    3 KOMMENTARE

    1. Thema verfehlt 😉
      Ich wolle wissen, wann der Zoo die Hirsche geschlachtet und verfüttert hat – siehe Zitat aus obigem Artikel! Oder war diese Aussage eher postfaktisch?

    2. „Die Muntjak-Hirsche hatte der Zoo hingegen schon geschlachtet und an die Raubtiere verfüttert.“

      Das lese ich so heut zum ersten Mal. Wann genau bitte soll das geschehen sein?

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