Nachdenken über ... das Recht auf Stille

Ethik ist das Ergebnis von 3.000 Jahren konzentrierten Nachdenkens

Für alle LeserManchmal treffen Gedanken so aufeinander. Gerade in jenen Momenten, da man vor einer Tastatur sitzt und versucht, sich auf ein Thema zu konzentrieren. Was nicht ganz einfach ist in dieser Arbeit am Leipziger Nachrichtenwesen, das kann ich Ihnen sagen. Es quäkt und lärmt und drängt. Und alles ist wichtig. Und die Lust ist groß, einfach mal einen Tag lang nichts zu schreiben. Nichts zu analysieren. Nichts zu senden. Einen Tag Stille.

Den es nicht geben wird. Schon gar nicht im Kollektiv. Denn auf allen anderen Kanälen wird ja weiter gelärmt, wird der Druck auf dem Kessel hochgehalten, wird unterhalten, abgelenkt, genervt, geängstigt, wird Stimung gemacht und um Aufmerksamkeit gebuhlt.

Was die Präsenz von Lärm betrifft, spielt es keine Rolle, ob die L-IZ mal einen Tag Urlaub macht oder mal eine Woche geschlossen zum Muschelsammeln an die Ostsee fährt und dann einfach schöne Bilder von Möwen, Sand und Strandhafer sendet. Und natürlich von den liebevoll gepflegten Erinnerungsstätten der Dichter und Maler, die schon vor 100 Jahren aus dem Lärm geflüchtet sind zu den Windflüchtern und rauschenden Wollen.

Der Gedanke, der einem dabei kommt, und der eigentlich die Umkehrung eines anderen Gedankens ist: Kann es sein, dass der Lärm der modernen Medien gar nicht deshalb entsteht, weil die Medien verdammt dazu sind, permanent um Aufmerksamkeit zu buhlen? Dass etwas ganz Anderes dahinter agiert, etwas, was systematisch dafür sorgt, dass die Menschen gar nicht mehr zum Nachdenken kommen sollen?

Denn wenn Menschen zum Nachdenken kommen, dann hören sie auf, anderer Leute Worte nachzuplappern und anderer Leute Weltsichten und Ansichten und Kleingeld an Schläue – so wie diese seltsame Anmache für Idioten, die derzeit im Leipziger Straßenbahn-TV läuft: „Wie schlau sind wir Leipziger?“

Wie doof muss man sein, um sich so ein dämliches Rätselraten auszudenken?

Aber bevor ich hier auf die Penetranz eingehe, mit der sich diese sichtlich arrogante Blödheit in alle unsere Lebensbereiche hineinschleimt, kehre ich zum Gedanken zurück: Kann es sein, dass all die modernen disruptiven Medien keinen anderen Zweck haben, als alle Menschen möglichst immerfort abzulenken und vom Selberdenken abzubringen? Denn wenn permanent Zirkus ist, kommt ja keiner zum Nachdenken.

Fortwährend wird die Aufmerksamkeit mit scheinbar wichtigen Schlagzeilen abgelenkt, von einem clownesken Präsidenten in den USA, in der Türkei, in Ungarn zum Beispiel – es ist ja kein Zufall, dass überall die Clowns auf einmal die Wahlen gewinnen und Leute es toll finden, wenn sie sich nachts selbst als böser Clown verkleiden und die Menschen erschrecken. Wir haben ja alle nur ein Gehirn. Und wenn das immerfort mit bösen Clowns gefüllt ist, kommt es nicht zu dem, wozu es eigentlich da ist: zum Ordnen, Sortieren, Abwägen. Zum Sich-selbst-Erkennen. („Gnothi seauton.“)

Und da kam dann dieser Satz von „Ellen“ in ihrem Kommentar zu Rolands Meys kurzer Rezension zu Susanne und Johannes Wallmanns Buch „Kunst – eine Tochter der Freiheit“: „Wenn man da jetzt mal den Streit über ‚Gottes‘ Vorhandensein und Wesensart herausnimmt, bleibt die Forderung einer ethischen Bildung des reflektierenden Bewusstseins also der individuellen menschlichen ‚Bewertungsinstanz‘. Nicht nur Intelligenz sondern vor allem Empathie ausbilden. – Die Frage ist dann, wer legt diese ‚Ethik‘ fest?“.

Da ist man mittendrin in dem, was ich oben angerissen habe. Denn es geht dabei immer um die Frage: Wann kommen wir dazu, über uns selbst nachzudenken?

Da ist man dann ziemlich bald bei Montaigne und seinem Skeptizismus, aus dem er die ersten Grundlagen des modernen Toleranzdenkens entwickelte – eher beiläufig. Und das noch im 16. Jahrhundert. Was etwa in diesem Satz steckt: „Dem eingebildeten und wahnhaften, vom Menschen zu Unrecht in Anspruch genommenen Vorrecht aber, die Wahrheit festzulegen, zu reglementieren und zu schulmeistern, hat Pyrrhon ehrlichen Herzens entsagt.“

Es gibt niemanden, der diese Ethik festlegt. Und doch …

…und doch haben wir sie. Es war ja nicht nur Montaigne, der sich in seinen Essays daran abarbeitete. Mit Montaigne ging das ja erst los. Und mit Descartes und Pascal ging das weiter und war dann mit Lessing, Kant, Diderot und d’Alembert in voller Blüte. Womit wir ja bei dem heutigen Geschimpfe unbelesener Zeitgenossen über die „Aufklärung“ wären, die sie mit Technik und Technikgläubigkeit verwechseln. Was erklärlich ist, wenn man sich diese Zeitgenossen als Mittreibende im Strom des allgegenwärtigen Geschreis vorstellt. Da hört man natürlich nur noch die, die am lautesten schreien.

Und kommt nicht zum Lesen, wie ich ja immer wieder zu hören bekomme.

Keine Zeit. Der Fernseher, das Smartphone, diese Riesenflut an Nachrichten …

Stimmt.

Wer in dieser Flut mitschwimmt, hat keinen freien Moment mehr, sein Gehirn zu reinigen von all diesem Geschrei und Müll. Nicht mit Alkohol oder Pillen, wie das Viele versuchen. Nein. Mit Ausschalten. Siehe oben. All diese Wichtigtuer einfach abklemmen, Stecker raus, Batterie raus, Stille.

Und wieder zulassen, dass das eigene Gehirn wieder Gelegenheit bekommt, aufzuräumen und sich zu sortieren.

Unsere Ethik hat niemand festgelegt. Sie ist das Ergebnis ruhigen, gewissenhaften Nachdenkens.

Manchmal passiert es mir, da streite ich mich mit meinem eigenen Advocatus diaboli: Und wenn die 10 Gebote nun tatsächlich doch von „Gott“ kommen? Und die Bergpredigt?

Die Bergpredigt?

War da nicht was? Ja. War es: Wenn man das ganze schöne Neue Testament seiner Märchen und Legenden entkleidet, stößt man auf ein ethisches Grundverständnis, das man eigentlich schon kennt, wenn man sich mit den griechischen Stoikern beschäftigt hat. Die große Neuerung des Jesus Christus war eine Modernisierung der alten jüdischen Ethik durch den Gedankenreichtum der griechischen Philosophie. Es waren die griechischen Philosophen, die als erste gründlich darüber nachgedacht haben, wie man als Mensch gut und richtig leben kann, sollte, müsste … in allen Spielarten.

Sie hatten Glück: Es gab noch kein Fernsehen, kein Radio, kein Twitter, keine Smartphones. Briefe waren so lange unterwegs, dass man sich zwischendurch Gedanken machen konnte, ob man nicht doch Manches etwas zu scharf formuliert hatte. Und sie waren kostbar. Da ließ man sich mit den Antworten Zeit und durchdachte, was man sagen wollte – prüfte sich selbst: Sehe ich das wirklich so? Oder werde ich gedacht? Auch das so eine Frage, die sich die Griechen stellten. Erkenne ich wirklich, was richtig ist? Oder sehe ich nur den Schatten an der Höhlenwand? Die meisten griechischen Philosophen waren Zweifler und Skeptiker. Keine Gläubigen.

Und das war bei den Aufklärern 2.000 Jahre später nicht anders.

Nur: Liest die niemand mehr. Haben ja alle keine Zeit. Deswegen können sich gut bezahlte Dummköpfe hinstellen und über „die Aufklärung“ herziehen, ohne ein einziges Buch gelesen zu haben.

Und so ist es auch nicht wirklich Allgemeinwissen, dass unsere Ethik das Ergebnis langen Abwägens und Nachdenkens ist. Niemand hat uns unsere Ethik gegeben. Wir haben sie uns errungen und erkämpft. Oder besser: Jene Männer und Frauen haben es getan, die immer wieder die bohrenden Fragen nach dem richtigen Mensch-Sein gestellt haben. Und die nach dem: Was macht uns zum Menschen? Und was macht das Leben lebenswert?

Darauf gibt es viele Antworten

Aber in der Ethik münden die sinnvollen Antworten allesamt in eine Ethik der Toleranz. Erst die Toleranz eröffnet uns ein menschliches und endlich von Aggression freies Miteinander.

Und das Erstaunliche: Erst die Toleranz ermöglicht uns auch Neugier, Liebe, Vertrauen und Erkennen – ein Heraustreten aus den Maskeraden und Zwängen, die uns das Leben abschnüren. Oder mit Kant: „aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“.

So gesehen ist das permanente Unterhaltungsgetrommel auch ein Versuch, die Menschen von ihrem eigenen Erkennen und Mündigwerden abzulenken. Wer so niemals bei sich ist, der denkt über das eigene Tun nicht mehr nach. Und wird damit verfügbar. Bis zum Schlafengehen und darüber hinaus. Dazu sind ja alle diese Geräte da, die tatsächlich die meisten Leute laufen lassen, bis ihnen die Augen zufallen.

Und die Leute wundern sich auch hinterher nicht mal, dass sie immer wütender, zorniger, ruheloser, unkonzentrierter werden, immer aggressiver in einem Alltag, in dem das ganze Leben nur noch wie ein Hauen und Stechen aussieht. Immer unkontrollierbarer, weil scheinbar alles immer chaotischer wird.

Der Eindruck trügt …

Aber ich befürchte, diese Leute werden das hier nicht lesen. Bestenfalls haben sie die Überschrift geschafft und waren dann schon überfordert und getrieben, irgendwo ihre Meinung hinzurattern. Denn diese Schwemme aus völlig sinnlosen Nachrichten sorgt natürlich für permanente Überforderung.

Ich bin für Ausschalten. Jeden Tag. All diese Geräte ausschalten, die Informationssuppe kappen. Lieber Tee trinken, Kuchen backen, Häkeln, mit Freunden Wein trinken oder drei Bücher lesen, Musik hören oder einen Brief schreiben. Es gibt so viele Möglichkeiten, der permanenten Inanspruchnahme zu entkommen, wenn man nur wagt, all diese Knöpfe auszuschalten. Und sich das Recht zu nehmen zum Besinnen. Zum Zu-sich-Finden, Nach-Denken, Über-Denken, Bei-sich-sein.

Vielleicht ist es das Recht, das wir uns jetzt wieder erkämpfen müssen gegen all die Zumutungen der Clowns: Das Recht, bei uns sein zu dürfen und nicht immer außer uns sein zu müssen.

Die Serie „Nachdenken über …“

Nachdenken über ...
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Grüne und NABU laden ein zur Demonstration gegen Grünschwund und Artensterben in Leipzig
Baumfällung in Connewitz. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserDer 25. April ist eigentlich der Tag des Baumes. Aber Sachsen ist ein Land, in dem Bäume kaum Schutz genießen. Mit der Abschaffung der alten Baumschutzsatzung sind in den Städten tausende Bäume ersatzlos gefällt worden. Mit der Verdichtung Leipzigs verschwinden auch grüne Brachen und wertvolle Gehölze. Zum Internationalen Tag des Baumes ruft deshalb ein breites Aktionsbündnis zur Demonstration gegen den Grünschwund und das Artensterben in Leipzig auf.
Gibt es auch die LVZ bald nur noch online?
LVZ-Sitz am Peterssteinweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Das Jahr 2019 wird bitter“, schrieb Markus Brauck am 26. Februar in einem Kommentar auf „Spiegel Online“, in dem er sich mit den jüngsten Hiobsbotschaften vom deutschen Zeitungsmarkt beschäftigte. Kurz zuvor geisterte die Nachricht durchs Land, Dumont wolle seine Lokalzeitungen verkaufen. Eine Nachricht, die DuMont eher zurückhaltend dementierte.
Uraufführung „Mädchenmonstermusik“ Clara Schumann Wunderkind feiert am 4. Mai Premiere
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Wunderkind, Romantik-Popstar, Powerfrau, Teenie in Love und Papatochter. Das TdJW zeigt das Lebens-Universum der jungen Clara Schumann-Wieck! Was es dafür braucht: Eine Showbühne, einen Flügel und fünf Claras!
Dem bedrohten Eschen-Scheckenfalter geht in der Elster-Luppe-Aue der Lebensraum verloren
Mittelwald-Bewirtschaftung im Luppe-Gebiet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Problem beim Artensterben ist: Es geht ganz still vor sich. Die verschwindenden Arten hinterlassen keine Abschiedsbriefe. Sie pflanzen sich einfach nicht mehr fort, wenn ihr Lebensraum verschwindet. Und die Anwohner wissen oft nicht mal, wer da Seltenes in ihrer Nachbarschaft lebte. So wie der Eschen-Scheckenfalter, dessen letztes Vorkommen in Mitteldeutschland gerade schmilzt. Es liegt im eigentlich streng geschützten Naturschutzgebiet Leipziger Auensystem.
Linksfraktion beantragt Aufstellungsbeschlüsse zu den Leipziger Gebieten mit Erhaltungssatzung
Biedermannstraße in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAls Leipzigs Stadtverwaltung Anfang März ihre Befragung zur sozialen Erhaltungssatzung startete, war man in der Linksfraktion ein wenig entsetzt. Denn noch im September 2018 hatte die Vorlage des Dezernats Stadtentwicklung und Bau mehrere dutzend Stadtgebiete festgestellt, in denen der Verdrängungsdruck heute schon groß ist, wo die Stadt also dringend handeln muss, um die Verdrängung finanziell schwächerer Bewohner zu verhindern.
Lesepicknick im Clara-Park, ein geschenkter Drache und die Freuden des (Vor-)Lesens
Vorlesen auf der Lesewiese. Foto: LeseLust e.V.

Foto: LeseLust e.V.

Für alle LeserBevor wir es vergessen: Am heutigen 23. April ist natürlich auch wieder Welttag des Buches. Tausende Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen bieten zum Welttag des Buches etwas Besonderes an. Und rund 1 Million Mädchen und Jungen bekommen in diesem Jahr zum Welttag des Buches den Fantasyroman „Der geheime Kontinent“ des Kinderbuchautors THiLO, mit Illustrationen von Timo Grubing, geschenkt.
Wenn sieben Menschen ihr ganzes Geld zusammenschmeißen: Finanzcoop oder Revolution in Zeitlupe
FC-Kollektiv: Finanzcoop oder Revolution in Zeitlupe. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserUnsere Welt ist nicht so, weil Menschen dumm sind und besessen davon, eine Müllhalde zu hinterlassen, wenn sie abtreten. Sie ist so, weil keiner den Zwängen entkommen kann, weil eine zur furiosen Marktkonformität zwingende Gesellschaft jede Form des Andersmachens fast unmöglich macht. Obwohl sich viele Menschen danach sehnen. Und manche haben dann auch den Mut, etwas anderes zu probieren. Zum Beispiel eine Finanzkooperative zu gründen.
Die zwiespältigen Zahlen aus der Sanktionspraxis der deutschen Jobcenter 2018
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 10. April veröffentlichte die Bundesarbeitsagentur eine Meldung, die das ganze falsche Denken in der Sanktionspraxis vor allem gegenüber jungen Arbeitslosen deutlich machte: „Die Jobcenter mussten im letzten Jahr 904.000 Sanktionen gegen erwerbsfähige Leistungsberechtigte (sog. ‚Hartz IV-Empfänger‘) aussprechen. Die Zahl der Leistungsminderungen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 49.000 gesunken“, las man da. Acht Tage später meldete unter anderem der „Spiegel“: Viele Sanktionen sind unrechtmäßig.
Gerade mit Parks und Naherholung sind die Leipziger zufrieden, aber die Zustimmungswerte sinken
Zufriedenheitswerte der Leipziger. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserWer die jährlichen Leipziger Bürgerumfragen liest, der merkt nicht nur, dass verschiedene Alterskohorten in völlig verschiedenen Welten leben und deshalb völlig unterschiedliche Probleme als wichtig wahrnehmen. Der kann auch nachlesen, warum eigentlich junge Leute zwischen 18 und 25 nach Leipzig kommen und hier versuchen, einen Berufsstart zu wagen.
Polizeisoftware PreCops wird seit einem Monat in Leipzig getestet
In Leipzig ist PreCops jetzt im Testeinsatz. Montage: L-IZ

Montage: L-IZ

Für alle LeserAnfang 2018 wurde noch diskutiert, war auch noch offen, was alles von der Wunschliste des damaligen Innenministers Markus Ulbig aus dem Jahr 2016 umgesetzt würde. Aber mittlerweile ist ziemlich deutlich, dass auch Roland Wöller (CDU) den Kurs seines Vorgängers ungeschmälert fortsetzt. Seit dem 15. März wird auch die „Vorhersagesoftware“ PreCops in Sachsen eingesetzt – natürlich in Leipzig.
Kleiner Business-Knigge: Ein paar kleine Verhaltensregeln für das Leben in gehobenen Berufsfeldern
Frauke Weigand: Kleiner Business-Knigge. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAdolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge (1752-1796) hätte sich wahrscheinlich nicht gewundert, dass sein Familienname heute regelrecht zum Synonym für Benimm-Bücher geworden ist. „Sein Name steht heute stellvertretend, aber irrtümlich, für Benimmratgeber, die mit Knigges eher soziologisch ausgerichtetem Werk im Sinne der Aufklärung nichts gemeinsam haben“, behauptet Wikipedia. Auch Wikipedia erzählt eine Menge Blödsinn, wenn der Tag lang ist und keiner kontrolliert.
Die größten Probleme Leipzigs aus Sicht der befragten Bürger
Die größten Probleme aus Bürgersicht. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserDie Leipziger Bürgerumfragen fragen auch jedes Jahr aufs Neue die Problemsicht der Leipziger ab. Welches sind – aus Sicht der Bewohner – die größten Probleme der Stadt? Das könnte eine sehr gute Orientierung für die Verwaltung sein, wo sie in den nächsten Jahren ihre Schwerpunkte setzen sollte. Aber die Tabellen verraten dann auch sehr deutlich, dass es 1. darauf ankommt, wen man fragt, und 2. was für einen Medienkonsum die Befragten haben.
Bürgerinitiativen aus dem Leipziger Osten laden zum Informationspaziergang am 3. Mai ein
Straße An der Tabaksmühle mit Wilhelm-Külz-Park (rechts). Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser250 Demonstranten zählte die LVZ am 3. April bei einer Demonstration über Paunsdorfer, Engelsdorfer und Sommerfelder Straße. Zwei Bürgerinitiativen demonstrierten dort gegen den überhand nehmenden Durchgangsverkehr durch Mölkau und für den Bau des Mittleren Rings. Zum Entsetzen jener Bürgerinitiativen, die nun seit Jahren gegen den Ausbau des östlichen Mittleren Rings kämpfen.
Leipzigs Umweltdezernat hat eigentlich keine Lust auf ein regionales Biosiegel
Ein paar Äpfel aus der Region, noch ohne Siegel. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Biosiegel des Märkischen Wirtschaftsverbunds e. V. „Fair regional“ könnte ein Vorbild sein, fand die Grünen-Fraktion im März. Da reichte sie einen entsprechenden Antrag ein: Leipzig soll ein „Siegel für regionale Bioprodukte entwickeln“.
Jugendparlament beantragt, dass die Stadt das Black Triangle kaufen oder pachten soll
Graffiti zum Black Triangle. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Dienstag, 15. Januar, rückte Leipzigs Polizei mit Großaufgebot an und durchsuchte das zuvor zwei Jahre lang besetzte Gelände des Black Triangle. Eine Riesenshow. Obwohl kein Mensch das Gelände wirklich erwerben möchte. Selbst die Stadt Leipzig winkte im Februar ab: Allein die Kosten der Altlastenbeseitigung und des Denkmalsschutzes würde die Sache aus ihrer Sicht völlig unbezahlbar machen.