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Nachdenken über ...

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Graffiti im Leipziger Westen. Foto: Marko Hofmann

Nachdenken über … Wohlstand, Dekadenz und moderne Sklavenhalterei

Natürlich war es ein riesengroßes Versprechen, als die alte Bundesrepublik mit dem Erhardschen Slogan „Wohlstand für alle“ an den Start ging und den fleißigen Bundesbürgern ein Leben in materieller Sicherheit und unbegrenztem Konsum versprach. Das prägte auch die Art, wie Deutsche über Wohlstand denken. Und das macht es ihnen so schwer, selbst in Zeiten der […]

Polizeikette Grimmaische Straße am 6. November 2021. Foto: LZ

Nachdenken über … einen Innenminister, der nicht zurücktreten kann

Ein altes Sprichwort – um nicht noch ein schärferes zu benutzen – lautet: „Wie der Herre, so’s Gescherre.“ Normalerweise müsste man es nicht auf einen sächsischen Polizeiapparat anwenden. Aber im gegenwärtigen Sachsen muss man es doch. Denn wenn Minister nicht das Format haben, Posten nach Eignung und Qualifikation zu besetzen, dann wird ein Apparat dysfunktional. […]

Nachdenken über … eine Madonna mit Kind unter Denkmalschutz

Seit ein paar Tagen ist es endlich wieder zu sehen: das Schablonengraffito „Madonna mit Kind“ am Gebäude der Karl-Liebknecht-Straße 7, das 1991 vom französischen Künstler Blek Le Rat (bürgerlicher Name: Xavier Prou) geschaffen wurde. Jahrelang war es unter immer dickeren Schichten von Plakaten verschwunden. 2012 entdeckte es die Leipziger Künstlerin Maxi Kretzschmar wieder, als das […]

Tanken wurde spürbar teurer. Foto: Matthias Weidemann

Nachdenken über … die verblüffende Einigkeit deutscher Energieminister

Es hätte nicht erst Putins Krieg gegen die Ukraine gebraucht. Aber der macht zumindest sehr deutlich, wie abhängig Deutschland von russischen Energielieferungen geworden ist. Und damit erpressbar. Und dass Deutschland schnellstmöglich die Unabhängigkeit von fossilen Energielieferungen braucht. Putins Krieg beschleunigt jetzt Entwicklungen, die überfällig sind. Das wurde schon am 8. März deutlich, als auf Einladung […]

Stachelige Aussichten. Foto: Ralf Julke

Nachdenken über … den Präsidenten in seinem Labyrinth

„Wie konnte sich Putin so verkalkulieren?“, fragte Sabine Fischer am Samstag, 5. März, auf ZEIT Online. Und man wundert sich. Obwohl man sich vielleicht nicht wundern sollte. Denn wer weiß schon, wie eine Autokratie funktioniert. Und wer hat in all den westlichen Lehrstühlen je den Begriff Silowiki ernst genommen. Dabei hat Wladimir Sorokin schon 2008 […]

Nachdenken über … den schlechtesten Schüler von Clausewitz

Putin wird scheitern. Das steht jetzt schon fest. Er hat gar nicht die Kraft, die Ukraine zu besiegen oder gar Russland einzuverleiben. Dazu fehlen ihm allein schon die Truppen. Von den 150.000 Mann, die er seit Wochen um die Ukraine zusammengezogen hat, haben tatsächlich nur rund 35.000 bis 40.000 die Grenze überschritten. Und die so […]

„Nachdenken 2022“ über … Ein Gespräch über Mehrheiten in Coronazeiten, Coronaleugner und das Ende der Geduld + Video

In wenigen Stunden ist es so weit, dann wollen sich am Montag, 10. Januar ab 17:30 Uhr verschiedene Initiativen, Bündnisse und Menschen unterschiedlichster Einstellungen zu einer gemeinsamen Kundgebung an verschiedenen Orten Leipzigs versammeln, um gegen die Raumnahme von Verschwörungstheorien, rechte „Querdenker“ und Impfgegner zu demonstrieren. Mit dabei unter den Aufrufenden sind „Leipzig nimmt Platz“ und die Stiftung „Friedliche Revolution“, die zuletzt mit einer neuen „Leipziger Erklärung“ an die Öffentlichkeit traten. Die LZ sprach am 9. Januar 2022 mit Vertreter/-innen der aufrufenden Initiativen über Mehrheiten in Coronazeiten, Debattenkultur und das Ende der Geduld.

Corona-Graffiti in der Karl-Liebknecht-Straße. Foto: Marko Hofmann

Nachdenken über … Sterben an COVID-19 in Sachsen

Es ist eine Frage, die tatsächlich seit dem Frühjahr 2020 die mediale Diskussion bestimmt: Warum sind in manchen Regionen die Corona-Infektionszahlen und die Todesraten höher als anderswo? Wer sich erinnert: Damals ging es um das große Wundern darüber, dass die Inzidenzzahlen in Ostdeutschland während der ersten Welle so auffällig niedrig waren. Heute kaum noch vorstellbar, wo ostdeutsche Bundesländer die Infektionsstatistik anführen.

Demo fürs Impfen am Wochenende in Leipzig. Foto: LZ

Nachdenken über … Impfskeptiker und so

Wir kommentieren hier ja auch immer wieder spitz die langsam nur noch nervenden und letztlich falschen Einschätzungen der großen (west-)deutschen Zeitungen von „Zeit“ bis „Spiegel“, die im Osten immer wieder ihre eigenen Gespenster entdeckt haben wollen: Staatsskepsis, Diktaturprägung, fehlende Demokratieerfahrung, autoritäre Charaktere und was der Etiketten mehr sind. Hin und wieder aber kommt dort auch mal einer zu Wort wie etwa der Ökonom Marcel Fratzscher, der sehr wohl weiß, dass alle gesellschaftlichen Schieflagen etwas mit ökonomischen Bruchstellen zu tun haben.

Klimastreik auf dem Innenstadtring am 24. September. Foto: LZ

Nachdenken über … die deutsche Wir-doch-nicht-Mentalität

Seit Montag tagt ja in Glasgow die 26. UN-Klimakonferenz. Die Erwartungen sind gedämpft. So manche Medien waren sich schon am ersten Tag sicher, dass dabei wieder nicht das herauskommen wird, was eigentlich notwendig ist, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Weil einige Staaten scheinbar schon wieder mauern und überhaupt keine Versprechen machen wollen. Aber wieso erhoffen das alle von irgendwelchen regierenden Populisten? Warum fangen wir nicht einfach selbst an?

Demo-Transparent: Impfstoff für alle. Foto: LZ

Nachdenken über … 3G, Freiheit und Gemeinwohl

Am Montag, 11. Oktober, endete die Zeit der kostenlosen Corona-Schnelltests. In den Medien wird wieder das Pro und Kontra diskutiert. Ist es gerecht., Leute zur Kasse zu bitten, die nicht geimpft sind, aber - mit Test – an Veranstaltungen teilnehmen wollen? Uns erreichen ja auch Leserbriefe, die das thematisieren. Aber stimmt eigentlich die Fragestellung? Jetzt. Im Herbst 2021? Eine durchaus berechtigt Frage.

Technologie des 19. Jahrhunderts: Kohlekraftwerk Lippendorf im Leipziger Südraum. Foto: Matthias Weidemann

Nachdenken über … einen schnelleren Kohleausstieg und die Not der Höhlenbewohner

So langsam merken es die Wähler/-innen und auch die Medien, die bislang die alte CDU-Politik unter Angela Merkel goutiert haben, dass es uns gerade an den Kragen geht. Und mit uns sind sowohl die Deutschen gemeint als auch die Menschen auf der ganzen Erde. Und dass es die allerdümmste Variante von allen ist, immer noch am Fossilzeitalter festzuhalten, während uns das Wasser bis zum Hals steht. Und natürlich hat sich Stanislaw Lem auch darüber Gedanken gemacht. Er hatte immer die ganze Menschheit im Blick.

Seit Jahrzehnten lauscht der Mensch nach künstlichen Funksignalen aus den Weiten des Alls, die auf eine außerirdische Zivilisation hindeuten - bisher ohne Ergebnis. Foto: Pixabay

Nachdenken über … das Alleinsein im Weltall

In diesem Frühjahr ging es ja wieder hoch her unter den UFOlogen in der Welt. Als das Pentagon seine Beobachtungen „unbekannter Flugobjekte“ veröffentlichte, die manche Leute natürlich zu gern als vermeintliche Beobachtungen außeridischer Flugobjekte interpretieren. Der menschliche Verstand ist zu allerlei tollkühner Gedankenakrobatik fähig. Höchste Zeit, mal wieder Stanislaw Lem zu zitieren.

Michael Bartsch: Das System Biedenkopf. Foto: Ralf Julke

Nachdenken über … König Kurt

Die Nachrufe sind alle veröffentlicht. Fast alle rühmten sie den „Glücksgriff“ (Christian Hartmann, CDU), den „charismatischsten, erfolgreichsten und beliebtesten Politiker nach der Wiedervereinigung in Sachsen“ (Burkhard Jung, SPD) oder den „großen Menschen und bedeutenden Politiker“ (Martin Dulig, SPD). Nur die Grünen hielten sich sichtlich zurück, während die Linksfraktion durchaus auch Kritisches in ihren Nachruf auf Kurt Biedenkopf schrieb.

Vogelfrei: Ankunft der Mauersegler am 8. Mai in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Nachdenken über … die Grundbedingungen der Freiheit

Sie irren sich, Herr Assheuer, könnte ich hier beginnen. Kann ich auch. Thomas Assheuer hat zwar Philosophie und Germanistik studiert und ist Redakteur im Ressort Feuilleton bei der „Zeit“. Und am 10. Mai hat er dort seinen Beitrag „Die Panik der liberalen Geister“ veröffentlicht. Aber kein Schlachtruf ist so trügerisch wie der der Freiheit.

Arbeitsagentur Leipzig. Foto: Ralf Julke

Nachdenken über … masochistische Hartz-IV-Empfänger

Beim „Spiegel“ können sie sich noch wundern. Beziehungsweise Florian Diekmann kann sich noch wundern, wenn er am 12. Februar seinen Artikel zu einer Untersuchung des DIW mit der Behauptung überschreibt: „Umfrage zur Straf-Debatte: Hartz-IV-Empfänger gegen Abschaffung von Sanktionen“. Wer würde auch behaupten, ein „Spiegel“-Wirtschaftsredakteur wäre von den Vorurteilen der Republik frei?

Wer in systemrelevanten Berufen arbeitet, kann gar nicht zu Hause bleiben. Foto: Ralf Julke

Nachdenken über … Virus-Mutationen, die mit den Arbeitsmigranten durch Europa wandern

Das Virus reist. Es reist richtig komfortabel. Denn seine Wirte nehmen es immer mit. Nichts befeuert eine Pandemie so sehr wie eine weltumspannende Mobilität. Anfangs waren es vor allem die Reichen, die das Virus auf Geschäfts- und Urlaubsreisen überallhin verschleppten. Dass derzeit die Virus-Mutationen aus Großbritannien in ganz Europa verbreitet werden, hat sehr wahrscheinlich mit einer Geschichte zu tun, die die „Zeit“ am 5. Februar veröffentlichte.

Stanislaw Lem: Das Katastrophenprinzip. Foto: Ralf Julke

Nachdenken über … Stanislaw Lem: Das Katastrophenprinzip

Es gibt Tage, an denen man die Websites der großen Medien aufruft und überall das sehr, sehr komische Gefühl hat, dass die Leute dort die ganze Zeit rückwärts laufen, als könnten sie von einer als ideal empfundenen Vergangenheit einfach nicht loskommen, aber nicht die geringste Neugier auf das haben, was künftig möglich sein könnte. Aber vielleicht geht es mir deshalb anders, weil ich mit diesem seltsamen Philosophen aus Krakow groß geworden bin, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Im Frühjahr waren diese Grüße vor den Seniorenheimen zu sehen. Foto: Ralf Julke

Corona-Abschiede … Die Stille hinter den Zahlen aus Sachsen

Es braucht manchmal eine Weile. Und dann staunt man: Na holla, jetzt fangen sogar „Spiegel“ und „Zeit“ an, diese renitenten Sachsen zu verteidigen. Vor Weihnachten sah das alles noch anders aus: Da sprangen die großen Gazetten alle freudig auf die These an, die hohen Corona-Fallzahlen in Sachsen hätten etwas mit der AfD zu tun. Weil: Die sind ja da besonders hoch, wo auch die AfD-Wahlergebnisse hoch waren. Manchmal blenden einen falsche Korrelationen.

Wieder Staunen lernen 2021. Foto: L-IZ

Der Homo sapiens am Scheideweg seiner falschen Eitelkeiten

Der letzte Tag des Jahres 2020 unserer Zeitrechnung ist da. Und man kann all diese weinerlichen Kommentare schon nicht mehr lesen, all diese müden Herren Kommentatoren, die uns die Ohren volljammern darüber, was alles 2020 nicht möglich war, abgesagt wurde, schrecklich war. Jeder Kommentar eine einzige Beleidigung für ein Jahr, das normaler hätte gar nicht sein können.

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