Artikel zum Schlagwort Nachdenken über …

Nachdenken über ... west-ostdeutsche Missverständnisse

Noch ein paar Anmerkungen zur Debatte um Christoph Hein und das „Leben der Anderen“

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSehr einfühlsam hat Uwe Hitschfeld hier gerade versucht, eine kluge ostdeutsche Position zu beschreiben zu einem Diskurs, den derzeit embrassierte westdeutsche Autoren über einen Text führen, den der ostdeutsche Autor Christoph Hein am 24. Januar in der „Süddeutschen“ veröffentlicht hat. Es ist eigentlich ein ruhiger, nachdenklicher Artikel. Einer, in dem Hein möglichst genau versucht zu beschreiben, warum er seinen Namen aus dem Vorspann von Florian Henckel von Donnersmarcks Film „Das Leben der Anderen“ hat entfernen lassen. Weiterlesen

Nachdenken über ... die bösen anderen Tiere

Leo Leu knöpft sich mal den Pluralis Majestatis des sächsischen Kohle-Lars vor

Foto: L-IZ

Für alle LeserIn der vergangenen Woche legte die Kohlekommission ihre Vorschläge zum deutschen Kohleausstieg vor. Nicht ganz billig. 40 Milliarden Euro sollen in die betroffenen Kohleländer fließen. Andererseits ist das Jahr 2038 ein bisschen spät als Ausstiegstermin, finde ich so mit Blick auf meine armen Enkel. Es gab also auch gleich mal Kritik von beiden Seiten. Und dann auch noch einen Fahnenappell mit Strammstehen. Weiterlesen

Nachdenken über ... Zeit, Stille und Frauen

Warum eine Filmkritik zu „Adam & Evelyn“ die ganze verzerrte Weltsicht des MDR sichtbar macht

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Donnerstag, 10. Januar, kam Andreas Goldsteins Film „Adam & Evelyn“ in die Kinos, die Verfilmung von Ingo Schulzes 2009 erschienenem Roman. Natürlich ploppten auch überall pünktlich die Filmkritiken hoch. Und sie machten etwas deutlich, was meist nur ein Gefühl bleibt: Wie grandios das Medienversagen in Ostdeutschland ist. Knut Elstermann, der MDR KULTUR-Filmkritiker, brachte es mit seiner „feinsinnigen“ Kritik auf den Punkt. Der MDR ist nicht von dieser Welt. Aber wie erklärt man es den Aliens an Bord? Weiterlesen

Nachdenken über ... andere Typen

Warum Westernhelden in der Politik nichts verloren haben

Cover: C. H. Beck

Für alle LeserAm Freitag, 28. Dezember, starb einer der ganz Großen und Nachdenklichen in der Literatur: der israelische Schriftsteller Amos Oz. Der „Spiegel“ veröffentlichte aus diesem Anlass noch einmal ein Interview mit ihm aus dem Jahr 2017. Mit einer kleinen Wahrheit, die beschreibt, warum wir die schönste aller Welten den Trunkenbolden und Westernhelden zum Fraß vorwerfen. Weiterlesen

Eine kleine Predigt im Stile des eigensinnigen Herrn J. aus N.

Nachdenken über … den Sinn des Lebens, Klappe, die Xte

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserIn dieser Woche brachte die „Zeit“ so eine Art Glosse, einen recht überdrehten Text, in dem die Autorin sich mit den Nöten ihrer Bekannten auseinandersetzte, ihrer brüchigen Lebensfreude und dem, was da unterschwellig bei so vielen mitzuschwingen scheint. So ein permanenter Zweifel, ob ihr Leben eigentlich einen Sinn macht. Und die Angst, es könnte sinnlos sein. Kennen Sie auch? Prima. Es ist eine Denkfalle. Weiterlesen

Nachdenken über ... das Lebensnotwendige

Das zunehmende Unbehagen der wirklich „Kleinen Leute“

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas wurde gerätselt und orakelt über die „Gelbwesten“ in Frankreich. Sind die nun rechts, links oder was? Gleich sollten sie politisch einvernahmt werden. Und warum rebellieren sie ausgerechnet gegen diesen tollen Reform-Präsidenten Macron? War er nicht ihr Präsident? Einer, der alles anders machen wollte? Zwei schöne Beiträge auf Zeit Online machen deutlicher, worum es eigentlich geht. Weiterlesen

Nachdenken über ... Fälscher und Schwarzmaler

Warum gerade die Mittelschicht mit Untergangsphantasien leicht verführbar ist

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan kommt sich ja zuweilen seltsam vor in unserer politischen Schönwetterwelt. Da bekommt man von emsigen Statistikern regelmäßig dicke Veröffentlichungen mit Zahlen und Fakten auf den Tisch, findet darin statistisch belegt eine sehr realistische Welt mit Höhen und Tiefen, Licht und Schatten. Aber wenn man dann den gewählten Vertretern des Gemeinwesens zuhört, verschwindet das alles. Dann ist alles paletti und die Welt eitel Sonnenschein. Vielleicht ist es das, was die Ostdeutschen so wahnsinnig macht. Weiterlesen

Nachdenken über ... den allgegenwärtigen Neoliberalismus

Ein bedenkenswertes Interview und die Frage nach dem Schleiertanz der sogenannten „Volksparteien“

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWas für ein Geschwätz. Am Freitag, 30. November, rätselte die F.A.Z. wieder über eine Allensbach-Umfrage, die für die Zeitung zum Ergebnis kam: „Deutschlands Zukunft ohne Volksparteien“. Welches Volk eigentlich? Für wen stehen denn eigentlich die Parteien noch, die so gern noch das Mäntelchen Volkspartei anziehen würden? Fürs Volk ja nicht wirklich. Weiterlesen

Nachdenken über ... die Angst der Mitte

Das unglückliche Innere unserer Gesellschaft

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist wohl kein Zufall, wenn sich jetzt auch die großen bürgerlichen Zeitungen zunehmend mit der Frage beschäftigen, warum ein so großer Anteil unserer Gesellschaft auf einmal wieder offen ist für autoritäre Politik, für Führerkult und Sehnsucht nach geschlossenen Grenzen. Und warum sie sich auch endlich intensiver mit dem Soziologen Wilhelm Heitmeyer beschäftigen, der seit 30 Jahren vor dem Aufkommen neuer nationalistischer Parteien warnte. Weiterlesen

Nachdenken über ... das Gespräch

Weiße Männer in der sprachlosen Opferrolle

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEin sehr schönes Interview zu einem eindrucksvollen Vorgang bei einer Vorlesung an der Uni Greifswald gab’s dieser Tage auf ze.tt. Justament in einer Vorlesung über die Manipulation besorgter Bürgerinnen & Bürger durch rechtes Framing von Eric Wallis tauchte eine Gruppe Identitärer auf und kaperte mit einem Transparent die Bühne. Motto: Man dürfe seine Meinung ja nicht äußern. Da waren sie bei Wallis aber falsch. Weiterlesen

Nachdenken über ... Sicherheit

Warum Rattenfänger in einer überlasteten Gesellschaft leichtes Spiel haben

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie Schriftstellerin Juli Zeh wird in letzter Zeit immer öfter als jene Stimme der Intellektuellen zitiert, die sich noch traut, klug und pointiert ihre Gedanken zur Gegenwart zu äußern. Sie ist sozusagen das sichtbare Kontra zu dem intellektuellen Gejammer, die heutigen Intellektuellen würden sich nicht mehr zu Wort melden. Aber es geht wohl um etwas anderes: Sie kommen nicht mehr zu Wort. Und wir hören nicht mehr zu. Weiterlesen

Nachdenken über ... auf Reisen gehen

Über Heimaten, Entfremdungen und einen schleichenden Datenverlust im System

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserIch liebe Reisen. Obwohl es mir wie so vielen geht: Man weiß nie, was man wirklich alles einpacken soll. Was ja für einige Reisende jedes Mal zu einer regelrechten Reisepanik wird. Also beschloss ich irgendwann mal, nur noch das Allernotwendigste mitzunehmen. Und mit leichterem Gepäck einfach wieder Platz zu haben fürs Verwundertsein. Denn wer mit offenen Augen reist, der wundert sich. Der muss sich wundern. Und lernt was dabei. Weiterlesen

Nachdenken über ... 1918 ff.

Warum wir stolz sein dürfen auf zwei gelungene Revolutionen

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 24. Oktober, gibt es um 18:30 Uhr im ehemaligen Stasi-Kinosaal der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ eine ganz besondere Buchpräsentation. Die Autoren des Buches „Lob der Revolution. Die Geburt der deutschen Demokratie“ Lars-Broder Keil und Sven Felix Kellerhoff stellen ihr Buch vor und erklären auch, warum wir endlich ein Lob für diese Revolution finden sollten, statt der üblichen Verachtung. Weiterlesen

Nachdenken über ... ähh ... Engel

Sind Wähler wirklich zu blöd, Parteien zu durchschauen?

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Habt Ihr sie noch alle?“ Die Frage kommt mir immer öfter in den Kopf, wenn ich derzeit über die Portale der großen deutschen Zeitungen strolche, wo sich hochbezahlte Edelfedern Gedanken über den Zustand der heutigen Politik machen. Und dann solche Quatschsätze schreiben wie: „Doch die Grünen sind keine Engel.“ Diesmal in der „Frankfurter Rundschau“. Die hat sich bislang bei solchen Klopsereien eher zurückgehalten. Weiterlesen

Nachdenken über ... Fokussieren und Framing

Warum eine Umfrage zum Sicherheitsempfinden nur von rosa Elefanten erzählt

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Der Artikel über den Fragebogen enthält mehr Vorurteile als der Fragebogen selbst....wie sicher fühlen sie sich in ihrem Umfeld....was ist an dieser Frage unwissenschaftlich?“, fragte uns Leser/-in „peku“ unter unserem ersten Bericht dazu. Zu Recht. Weil diese Frage den Blick auf das richtet, was an dieser Umfrage schon im Ansatz nicht stimmt. Der Fragebogen macht einen Frame auf, einen Rahmen. Oder noch genauer: Er verengt den Fokus. Damit wird er unwissenschaftlich. Weiterlesen

Nachdenken über ... falsche Ökonomie

Es gibt keine Ausreden mehr, für keinen von uns

Kohle-Protest am Kraftwerk Lippendorf. Foto: L-IZ

Für alle LeserEs passte zusammen, als wäre es abgestimmt gewesen: Am Montag, 8. Oktober, gab es nicht nur die Berichte über die aktuelle Tagung des Weltklimarates und seine immer deutlicheren Warnungen, sondern auch die Bekanntgabe, dass die schwedische Reichsbank die beiden amerikanischen Ökonomen William D. Nordhaus und Paul M. Romer mit dem Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel auszeichnet. Weiterlesen

Nachdenken über ... Arroganz

Haben westdeutsche Edelfedern jetzt keinen Vorzeige-Historiker für den Osten mehr?

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSoll man schreiben: Erwischt? Ertappt? Den wunden Punkt getroffen? Das trifft wahrscheinlich alles zu. Denn als der ostdeutsche Historiker Karsten Krampitz am 3. Oktober bei Deutschlandfunk seinen Essay „DDR neu erzählen“ veröffentlichte, dauerte es genau einen Tag, bis der westdeutsche Journalist Jan Fleischhauer im „Spiegel“ die Feder zur Verteidigung eines westdeutschen Bollwerks spitzte: „Wie man sich eines Feindes entledigt“. Weiterlesen

Nachdenken über ... Populismus

Wie eine Bertelsmann-Studie die riesigen Leerstellen der heutigen Politik offenlegt

Cover: Bertelsmann Stiftung

Für alle Leser„Deutsche Wähler zunehmend populistisch eingestellt“, titelte die F.A.Z. am Montag, 1. Oktober. Sie bezog sich dabei auf eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung, das „Populismusbarometer 2018“. Mit dem versucht die Stiftung die populistischen Einstellungen der Deutschen abzufragen. Irgendwie. Denn Populismus ist ja eigentlich keine politische Einstellung, sondern nur ein politischer Stil. Ein ganz mieser. Aber wirksamer. Weiterlesen

Nachdenken über ... Despotien

Warum die bewunderten Hochkulturen der Antike vor allem Instrumente zur Bewältigung ökologischer Katastrophen waren

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDas Buch über die Himmelsscheibe und das einstige Reich von Nebra, das Dr. Harald Meller, der Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle, und der Historiker Kai Michel geschrieben haben, zeigt nicht nur, mit welchen modernen Methoden man heute archäologischen Funden beikommen kann. Es ist auch eine große Auseinandersetzung mit alten Vorstellungen vom Staat und von den viel gefeierten Hochkulturen. Besser so: „Hochkulturen“. Weiterlesen

Nachdenken über ... Panikmache

Warum und wie die Rechtsradikalen unsere gesellschaftliche Diskussion an sich gerissen haben

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist verblüffend, aber wahr: Niemand hat so schnell und gründlich gelernt, wie man das Internet für seine Zwecke gebrauchen kann, wie die Rechtsradikalen. Wenn wir heute die zunehmende Panik beobachten, die immer mehr Bürger ergreift, dann hat das damit zu tun. Denn dort, wo die meisten glauben, am gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen, dominieren die Rechtsextremen. Weiterlesen