Das falsche Moral-Geschwafel über die Lust am Konsum

Für alle LeserDas ist schon nicht mehr schizophren – es ist entlarvend, wenn der „Spiegel“ am 21. Dezember ein Interview mit „Ludger Heidbrink, 58, ist Professor für Praktische Philosophie an der Universität Kiel“, veröffentlicht und es mit der Überschrift aufmotzt: „Wer wählt die Grünen? Die mit dem größten CO2-Fußabdruck“. Schizophren ist es deshalb, weil dasselbe Magazin schon am 28. Juni das völlige Gegenteil berichtete: „Grün wählen, SUV fahren – das ist nur ein Klischee.“ Damals übrigens mit Fakten, nicht mit dem Bauchgefühl eines Moralprofessors.

Denn um nichts anders geht es ja bei Ludger Heidbrink, der „Spiegel“-Interviewer Alexander Kühn gleich mit Beginn des Interviews in die berühmte deutsche Moral-Ecke führt. Mit Betonung auf „deutsche“, da wird es nämlich gefühlig. So wie in der Medienberichterstattung der großen deutschen Zeitungen und Magazine, denen der Zeigefinger vor lauter Moralisierei ja schon ganz steif geworden ist.

Nur. Sie zeigen auf die Falschen.

Und sie prägen falsche Bilder.

„Herr Heidbrink, ist es okay, beim Shoppen einfach nur an sich zu denken – und nicht an Umweltschutz und Menschenrechte?“, fragte der „Spiegel“.

Und Heidbrink antwortete: „Wenn wir es rein moralisch betrachten: nein. Dazu wissen wir inzwischen zu gut, was unser Konsum anrichten kann. Aber wir sollten uns vor lauter Moral nicht die Lust am Konsum nehmen lassen.“

Konsum sei etwas, was ursprünglich gar nicht moralisch bewertet wurde, behauptet der Kieler Professor noch. „Die Moral kam erst in jüngster Zeit dazu.“ Und dann sagt er einfach mal forsch: so seit den 1990er Jahren.

Entweder hat er alle Geschichtsfächer abgewählt in der Schule oder er lebt wirklich im Elfenbeinturm. Nicht mal den legendären Brecht-Spruch scheint er gehört zu haben: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“

Zu hören seit 1928 in der „Dreigroschenoper“.

Konsum hatte schon immer eine moralische Dimension. Sogar schon bei den alten Griechen, die der Professor augenscheinlich auch nicht gelesen hat, denn die machten sich sehr viele Gedanken über Konsum, Völlerei und Übermaß. Und das hielten sie in den Sagen über zwei bis heute berühmte Könige fest: König Midas und Krösus. Beides Idealgestalten für Leute, die vor lauter Gier nach immer mehr nicht mehr wissen, wo die Grenze ist.

Erstaunlich, dass ein Kieler Moralprofessor das nicht weiß. Und die Völlerei der Gegenwart (für die das Wort Konsum nur eine Verschleierung ist) nicht mit den mahnenden Erzählungen der Griechen in Verbindung bringt, die genau hier nämlich die Frage nach dem glücklichen Leben ansetzten. Sehr wohl wissend, dass Glück eben nicht die Erfüllung aller Wünsche ist, sondern erstaunlicherweise gerade in der klugen Beschränkung auf das wirklich Wesentliche beginnt.

Damit macht der „Spiegel“ aber auch deutlich, wie die Verdrängungsmechanismen in den großen Medienhäusern passieren.

Denn am 20. Dezember brachte der „Spiegel“ ja noch so ein Scheinheiligen-Interview, diesmal mit dem großen Verdränger Christian Lindner, Chef der FDP, der gleich mal vor einer „Verzichtsideologie“ warnte. Motto: „Viele Menschen haben auch noch andere Sorgen als das Klima“.

Diesen Leuten ist nicht mal verständlich, dass Menschen aus reinen Vernunftgründen ihr Konsumverhalten ändern, freilich auch aus Qualitätsgründen – denn ein Leben mit gesunden Nahrungsmitteln, viel Fahrradfahren, Verzicht auf teure Anschaffungen schafft auch (oder gerade erst) Lebensqualität.

Dass die Legende von den SUV-fahrenden Grünen-Wählern überhaupt in die Welt kam, hat mit einem anderen Effekt zu tun, mit Bildung, Qualifikation und Urbanisierung.

Denn die Verkoppelung von Grünen-Wählern und SUV-Bestand hat ja statistische Ursachen. Grünen-Wähler dominieren in Großstädten und dort besonders in innenstadtnahen und attraktiven Vierteln. Sie haben überdurchschnittlich hohe Schulabschlüsse und Berufsqualifikationen – was unter anderem dazu führt, dass sie sich ein bisschen öfter mit den Folgen ihres Lebenswandels beschäftigten. Die Grüne-Partei ist ja kein Placebo, sondern Ergebnis einer Wählerstimmung.

Aber die Grünen leben in ihren Vierteln ja nicht allein. Denn auch andere Parteianhänger leben (gern) in der Großstadt und in lebendigen Vierteln. Nur dass sie eben seltener mit dem Rad fahren, sondern – auch aus Prestige-Gründen im Beruf – große schwere Autos fahren. Und natürlich gibt es auch Leute, die von ihren Lastern nicht loskommen und trotzdem grün wählen. Der Mensch ist ja kein Rein-Produkt.

Aber die Grünen sind auch nur der Ersatz-Esel, der hier mit Wonne von Leuten geprügelt wird, bei denen man nicht mal mehr raten möchte, was die eigentlich auf ihrem Wahlzettel ankreuzen.

Es geht um etwas anderes. Das schwingt in Lindners „Verzichtsideologie“ mit: Verachtung und Angst.

Denn dass Grünen-Wahlergebnisse in Stadtteilen besonders hoch sind, wo auch der Besatz an großen Autos hoch ist, hat etwas mit Einkommen zu tun und mit dem Bild, wie bürgerliche Medien heutzutage Wohlstand definieren. Da denkt kein Schwein an Selbstgehäkeltes, Urban Gardening oder Lastenrad, sondern genau an den ganzen überflüssigen Status-Bembel, mit dem sich um ihr Ansehen besorgte Bürgerlein umgeben, um die Nachbarn, den Chef, die Kollegen zu beeindrucken.

Sie füllen die Leere, die sie eigentlich leben, mit lauter teuren Luxusartikeln, benehmen sich also genauso wie der zunehmend überflüssig gewordene Adel des Barockzeitalters, der Prunk und Protz geradezu zum Lebensinhalt machte.

Menschen mit niedrigen Einkommen aber können sich den ganzen Protz nicht leisten und leben deshalb eher notgedrungen relativ klimaschonend – aber halt eher in billigeren Wohnungen am Stadtrand. Oft nicht einmal ahnend, dass das auch ein Wert ist und dass selbst die Dinge, mit denen sie sich ein Leben lang umgeben müssen, dadurch einen höheren Wert bekommen als all der glänzende Babel, den sich die Zu-gut-Verdienenden ständig kaufen und logischerweise auch gleich wieder entsorgen. Es sind nicht die Geringverdiener, die unsere Müllberge wachsen lassen, sondern die Zu-gut-Verdiener. Die aber ohne ein Angstbild nicht auskommen. Und das Angstbild ist „Verzicht“.

So ein wenig steckt das in der von Heidbrink erwähnten „Scheinheiligkeit“. Aber die wirklich Scheinheiligen wählen andere Parteien, die ihren völlig sinnfreien Konsum gar nicht erst infrage stellen oder durch politische Weichenstellungen (wie die CO2-Abgabe) gar verteuern. Wer Grün wählt, rechnet auch damit, dass die Grünen sich ab und zu mal durchsetzen.

Dass also etwas Vernunft „von oben“ durchgesetzt wird, also von unten, denn damit erfüllen sie ja einen Wählerauftrag. Genug Wähler wollen, dass für unseren Konsum endlich ein paar vernünftige Regeln eingeführt werden. Regeln, die wir begreifen und nach denen wir uns richten können. Und die es leichter machen, eine vernünftige Wahl zu treffen.

Dann muss es eben übers Geld funktionieren und jeder, der von einem unvernünftigen Verhalten nicht lassen kann oder will, muss dafür bezahlen. Das hat – anders als Heidbrink meint – nichts mit Moral zu tun, sondern mit Vernunft. Manche von uns sind sehr wohl in der Lage, das Vernünftige zu tun oder zumindest vieles davon.

Aber wir dürfen auch nicht vergessen – und da liegt Heidbrink eben völlig falsch – dass die Grundlage unserer jetzigen Gesellschaft das Gegenteil von vernünftig ist. Denn die basiert auf permanenten Steigerungsraten in allen Bereichen, was so gern mit dem Wort „Wachstum“ kaschiert wird. Und das Wachstums-Mantra vertritt keine Partei so rigoros wie die FDP.

Einfach ignorierend, dass alle Ressourcen endlich sind und die Folgen dieses wilden Wachsens überall schon sichtbar sind. Und die Bewohner dieser Gesellschaft werden auf dieses Mantra hin geprägt, es wird ihnen eingeimpft von Kind an. So funktioniert nicht nur alle Werbung (man beachte die freche Autowerbung gleich neben dem Scheinheiligkeits-Artikel. DAS ist scheinheilig. Aber es ist eingebaut. Auch in den „Spiegel“), sondern auch im politischen Framing.

Denn wer das Vernünftige zu Ende denkt, der weiß, dass wir mit Verbrennern und Flugzeugen und vielen, vielen anderen wirklich unnützen Dingen unser Klima nicht retten. Und in der Folge auch unsere Gesellschaft nicht. Es geht also – konsequent gedacht – einer Menge fossilen Konzernen an den Kragen. Und sie wehren sich mit Händen und Füßen. Und nutzen alle Register, ihre Moral in die Köpfe der Menschen zu hämmern. Denn nichts anderes steckt hinter Lindners „Verzichtsideologie“. Das ist Moral. Fett aufgetragen und vorwurfsvoll in das Magazin gekippt, das augenscheinlich nur zu bereit ist, das, was es gestern veröffentlicht hat, heute noch zu wissen.

Was das mit dem Menschen in dieser Gesellschaft wirklich anrichtet, darüber hat ein anderer Philosoph schon viel tiefgründiger und ehrlicher geschrieben: Jürgen Große, dessen Bände „Der gekränkte Mensch“ wir hier schon vor einiger Zeit besprochen haben.

Denn all das, worauf die Verkünder der „Verzichtsideologie“ meinen, nicht verzichten zu müssen, ist nichts als Plombe, Ersatz, Surrogat für ein Leben, das die in lauter Abhängigkeiten verstrickten Malocher, Angestellten und Umgetriebenen nicht leben können. Der wilde Konsum kaschiert nur, wie unglücklich sich die meisten Menschen heute in ihren Beschäftigungsverhältnissen fühlen. Und wie ratlos sie sind, aus diesem Tretrad herauskommen zu können. Denn wer das Tretrad verlässt, wird auch fallengelassen.

Davon erzählt übrigens auch die gärende Unruhe in unseren Provinzen.

Das Thema ist riesengroß. Aber mit den Plattitüden von „Wachstum“ und „Verzicht“ kommt man ihm nicht bei. Das sind Vokabeln, mit denen man die Leser für dumm verkauft, sie in ein falsches Denken zwingen will. Denn irgendwer will ja all seinen Quark an Menschen verkaufen, die aus lauter Verzweiflung nur noch im Shoppen Erfüllung sehen.

Die ganze Serie „Nachdenken über …

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Nachdenken über ...
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ein Statement zur Corona-Krise aus Sicht der freien darstellenden Kunst
Das Wilde & Vogel-Stück „Songs for Alice“. Foto: Therese Stuber

Foto: Therese Stuber

Für alle LeserIm Bewusstsein, dass die Coronakrise viele Mitmenschen sehr hart trifft und wir nicht die einzigen sind, an denen die staatlichen Hilfen bislang vorbeigehen, haben wir folgenden Text verfasst um zu erläutern, woran es mangelt und wo wir Unterstützungsmöglichkeiten für freischaffende darstellende KünstlerInnen sehen. Wir beziehen uns dabei auf unsere eigene Situation in Leipzig, wo wir regelmäßig am Westflügel arbeiten, vor allem aber auch auf unsere Gastspieltätigkeit.
Klimaschutz im Alltag: Was man im eigenen Umfeld alles ändern kann, um selbst ein klimafreundliches Leben zu führen
Michaela Koschak: Klimaschutz im Alltag. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserScheinbar diskutieren jetzt alle gleichzeitig über die Corona-Maßnahmen. Scheinbar seriöse Zeitungen befeuern das Verlangen, die Kontaktsperren möglichst bald zu lockern und die Wirtschaft wieder hochzufahren. Typisches Zeichen dafür, dass der Lockdown die ewigen Einpeitscher nicht zum Nachdenken gebracht hat. In der Regel alles geltungssüchtige Männer mit hohen Gehältern. Es sind Frauen, die die eigentlich wichtigen Bücher zur Zeit geschrieben haben. Denn nach „Corona“ können wir so nicht weitermachen wie bisher.
Mittwoch, der 8. April 2020: Post von Kretschmer
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schreibt den Bürger/-innen in der Coronakrise. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserPost vom Ministerpräsidenten bekommt man eher selten. Heute jedoch fand sich wohl in fast allen Briefkästen ein Schreiben von Michael Kretschmer, in dem er die aktuelle Krise thematisiert und Bürger/-innen Mut für die kommende Zeit ausspricht. Derweil gibt es mehr Geld für Unternehmen, ein abgesagtes Volksfest und einen Coronafall in einem Leipziger Seniorenheim. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 8. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Gastkommentar von Christian Wolff: In angespannter Zeit – Drei Erinnerungen an Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)
Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserAm 09. April 1945, also vor 75 Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg von den Nazis ermordet. Zuvor saß er zwei Jahre in Gestapo-Haft in Berlin. Bonhoeffer, gerade 39 Jahre alt geworden, gehört zu den bedeutenden Theologen des 20. Jahrhunderts – vor allem auch deshalb, weil er sehr frühzeitig die zunächst befürwortende, dann zögerliche Haltung der Evangelische Kirche gegenüber dem Nationalsozialismus scharf kritisierte. Und wegen dieser inneren Distanz zur eigenen Kirche in den politischen Widerstand gegen das Terrorregime des Hitler-Deutschland ging.
Organisationen fordern andere Unterbringung der in Dölzig lebenden Asylbewerber/-innen
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Dölzig nahe Leipzig leben mehrere hundert Asylbewerber/-innen auf relativ engem Raum. Die im Angesicht der Coronakrise empfohlenen Abstandsregeln sind so kaum einzuhalten. Deshalb und wegen angeblicher hygienischer Missstände fordern 18 Organisationen in einem Offenen Brief eine bessere Unterbringung der Geflüchteten. Sie schlagen vor, leere Hotelzimmer dafür zu nutzen.
Über 20.000 Menschen pendeln aus dem Ausland nach Sachsen zur Arbeit
Woher ausländische Arbeitnehmer in Sachsen kommen und wo sie arbeiten. Grafik: Arbeitsagentur Sachsen

Grafik: Arbeitsagentur Sachsen

Für alle LeserSeit 2010 ist die Zahl der Grenzpendler in Sachsen um das 37-fache gestiegen, teilt die Arbeitsagentur Sachen in Auswertung zu dem am Dienstag, 7. April, vorgelegten IAB-Kurzbericht mit. Der Anstieg war deutschlandweit am höchsten (Bund: Anstieg um das Dreifache). Der Grund sind vor allem die kurzen Wege aus den Nachbarländern.
Der Knackpunkt sind auch in Deutschland Krankenhäuser, Personal und ITS-Betten
Auch das Leipziger Uniklinikum behandelt Coronafälle. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWissenschaftler sind Leute, die sich nicht kurzfassen können. Aus gutem Grund: Sie müssen ihre Ansätze und Thesen erklären. Und das passt nun einmal selten in knackige „News-Überschriften“. Wir haben an dieser Stelle schon einmal über eine recht detaillierte Kritik des Leipziger Wissenschaftsverlages zu den aktuellen Corona-Zahlen berichtet. Zahlen, die ja bekanntlich von Land zu Land erstaunlich differieren und zu lauter Mutmaßungen Anlass geben.
In der Corona-Pandemie dominieren in den Netzen Verschwörungstheorien statt Falschmeldungen
Prof. Dr. Thorsten Quandt. Foto: WWU - Matthias Hangst

Foto: WWU - Matthias Hangst

Für alle LeserSchon in ganz normalen Zeiten sorgen Medienangebote, die es mit journalistischen Standards nicht wirklich ernst meinen, sogenannte „alternative Medien“ für Verunsicherung, Verwirrung und Berge von Falschmeldungen gerade in den sogenannten „social media“. Wie sie sich jetzt in Zeiten der Covid-19-Pandemie verhalten, haben Kommunikationswissenschaftler/-innen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) untersucht.
Für das Publikum daheim: Karl die Große musizieren heute als erste Gruppe im Leipstream
Karl die Große. Foto: Heymo Studio

Foto: Heymo Studio

Für alle LeserDie Corona-Beschränkungen betreffen ja auch sämtliche Konzertveranstaltungen, die dieser Tage stattfinden sollten. Manche Bands und Veranstalter weichen – um das Publikum nicht ganz und gar im Regen stehen zu lassen – auf Livestreams aus. Das machen am heutigen Mittwoch, 8. April, auch die Cammerspiele Leipzig. Ab 21 Uhr sendet LeipStream das erste Mal live aus den Cammerspielen in der Kochstraße 132 und es wird gemütlich.
Der Fahrgastverband Pro Bahn hält die Fahrplaneinschränkungen im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz für überzogen
S-Bahn in der Station Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas war dann schon teilweise wie ein Rückschritt in alte Zeiten: Am 1. April stellte die Deutsche Bahn ihr S-Bahn-Angebot im Mitteldeutschen Netz auf Corona-Taktung um, führte auf stark befahrenen Linien Halbstundentakte ein, ließ S-Bahnen auch teilweise wieder im Stundentakt fahren. Und das, wie sie vermeldete, in Absprache mit den zuständigen Bundesländern. Der Fahrgastverband Pro Bahn findet das überzogen.
Erwachsenwerden hinter Gittern: Wie Falk Mrázek 1978 mutig Knast riskierte, um den Weg in die Freiheit zu finden
Falk Mrázek: Erwachsenwerden hinter Gittern. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNancy Aris hat recht, wenn sie im Vorwort zu diesem Buch betont, dass die öffentlichen Erinnerungen an die DDR auseinanderfallen. Die einen meinen, sie hätten nichts auszustehen gehabt. Die anderen können von Repressionen erzählen, die ihr ganzes Leben verändert haben. Manchmal staunt man schon, wie wenig manche Menschen wirklich mitkriegen vom eigenen Leben. Die Geschichte von Falk Mrázek erzählt davon, dass die Verklärung eigentlich nur funktioniert, wenn man die Begegnungen mit der Staatsmacht völlig verdrängt.
Dienstag, der 7. April 2020: Einmal Chemnitz und zurück
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNachdem ein Bewohner der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig die hygienischen Zustände in der Einrichtung kritisiert hatte, wurde er nach Chemnitz verlegt. Nun ist er offenbar zurück in Dölzig. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen klärt unterdessen darüber auf, wo und mit wem man sich außerhalb der Wohnung bewegen darf. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 7. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Sächsische Studierendenvertretung fordert ein „Solidarsemester“
Universität Leipzig, Seminargebäude. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen hat am Montag, den 6. April, die Vorlesungszeit begonnen. Weil die Hochschulen wegen der Coronakrise aber geschlossen sind, stehen Studierende und Lehrende vor großen Herausforderungen. Ein bundesweites Bündnis, an dem sich auch die sächsische Studierendenvertretung beteiligt, hat deshalb einen umfangreichen Forderungskatalog veröffentlicht. Vieles, was darin steht, fordern auch Linke, SPD und Grüne im sächsischen Landtag.
Freizeitaktivitäten in Coronazeiten: 15 Kilometer Umkreis laut OVG Bautzen
Das alles bestimmende Thema der letzten Wochen - als Graffiti in Leipzig verewigt. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserSeit Wochen drehen sich nun die Debatten um die Frage, was die sächsische Staatsregierung in ihrer erst als Allgemeinverfügung und seit dem 31. März als Verordnung verfassten Ausgangsbeschränkung mit dem „Wohnbereich“ gemeint haben könnte, in welchem man sich zu Spaziergängen, Sport oder Ausflügen bis mindestens zum 20. April 2020 aufhalten müsse. Was die Staatsregierung in ihrer Krisenmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus tunlichst vermied, tat heute das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen. Bei der Entscheidung eines Eilantrages eines Dresdners benannte das OVG eine Kilometerzahl für die Bewegung zu Freizeitzwecken in Sachsen. Und klärte zudem die Begleitung von Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören.
Ob Beiersdorf sächsische Fördermittel für das neue Werk bekommt, ist noch offen
Traditionsmarke „Florena“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFür Leipzig wird es eine neue Unternehmensansiedlung mit 280 Arbeitsplätzen im Leipziger Norden, wenn Beiersdorf dort seine neue Florena-Fabrik baut. Für Waldheim wird es ein echter Verlust. Ob Beiersdorf für den 220 Millionen Euro teuren Neubau im Leipziger Norden auch sächsisches Fördergeld bekommt, ist noch nicht entschieden, teilt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Marika Tändler-Walenta und Nico Brünler (Die Linke) mit.