Das falsche Moral-Geschwafel über die Lust am Konsum

Für alle LeserDas ist schon nicht mehr schizophren – es ist entlarvend, wenn der „Spiegel“ am 21. Dezember ein Interview mit „Ludger Heidbrink, 58, ist Professor für Praktische Philosophie an der Universität Kiel“, veröffentlicht und es mit der Überschrift aufmotzt: „Wer wählt die Grünen? Die mit dem größten CO2-Fußabdruck“. Schizophren ist es deshalb, weil dasselbe Magazin schon am 28. Juni das völlige Gegenteil berichtete: „Grün wählen, SUV fahren – das ist nur ein Klischee.“ Damals übrigens mit Fakten, nicht mit dem Bauchgefühl eines Moralprofessors.

Denn um nichts anders geht es ja bei Ludger Heidbrink, der „Spiegel“-Interviewer Alexander Kühn gleich mit Beginn des Interviews in die berühmte deutsche Moral-Ecke führt. Mit Betonung auf „deutsche“, da wird es nämlich gefühlig. So wie in der Medienberichterstattung der großen deutschen Zeitungen und Magazine, denen der Zeigefinger vor lauter Moralisierei ja schon ganz steif geworden ist.

Nur. Sie zeigen auf die Falschen.

Und sie prägen falsche Bilder.

„Herr Heidbrink, ist es okay, beim Shoppen einfach nur an sich zu denken – und nicht an Umweltschutz und Menschenrechte?“, fragte der „Spiegel“.

Und Heidbrink antwortete: „Wenn wir es rein moralisch betrachten: nein. Dazu wissen wir inzwischen zu gut, was unser Konsum anrichten kann. Aber wir sollten uns vor lauter Moral nicht die Lust am Konsum nehmen lassen.“

Konsum sei etwas, was ursprünglich gar nicht moralisch bewertet wurde, behauptet der Kieler Professor noch. „Die Moral kam erst in jüngster Zeit dazu.“ Und dann sagt er einfach mal forsch: so seit den 1990er Jahren.

Entweder hat er alle Geschichtsfächer abgewählt in der Schule oder er lebt wirklich im Elfenbeinturm. Nicht mal den legendären Brecht-Spruch scheint er gehört zu haben: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“

Zu hören seit 1928 in der „Dreigroschenoper“.

Konsum hatte schon immer eine moralische Dimension. Sogar schon bei den alten Griechen, die der Professor augenscheinlich auch nicht gelesen hat, denn die machten sich sehr viele Gedanken über Konsum, Völlerei und Übermaß. Und das hielten sie in den Sagen über zwei bis heute berühmte Könige fest: König Midas und Krösus. Beides Idealgestalten für Leute, die vor lauter Gier nach immer mehr nicht mehr wissen, wo die Grenze ist.

Erstaunlich, dass ein Kieler Moralprofessor das nicht weiß. Und die Völlerei der Gegenwart (für die das Wort Konsum nur eine Verschleierung ist) nicht mit den mahnenden Erzählungen der Griechen in Verbindung bringt, die genau hier nämlich die Frage nach dem glücklichen Leben ansetzten. Sehr wohl wissend, dass Glück eben nicht die Erfüllung aller Wünsche ist, sondern erstaunlicherweise gerade in der klugen Beschränkung auf das wirklich Wesentliche beginnt.

Damit macht der „Spiegel“ aber auch deutlich, wie die Verdrängungsmechanismen in den großen Medienhäusern passieren.

Denn am 20. Dezember brachte der „Spiegel“ ja noch so ein Scheinheiligen-Interview, diesmal mit dem großen Verdränger Christian Lindner, Chef der FDP, der gleich mal vor einer „Verzichtsideologie“ warnte. Motto: „Viele Menschen haben auch noch andere Sorgen als das Klima“.

Diesen Leuten ist nicht mal verständlich, dass Menschen aus reinen Vernunftgründen ihr Konsumverhalten ändern, freilich auch aus Qualitätsgründen – denn ein Leben mit gesunden Nahrungsmitteln, viel Fahrradfahren, Verzicht auf teure Anschaffungen schafft auch (oder gerade erst) Lebensqualität.

Dass die Legende von den SUV-fahrenden Grünen-Wählern überhaupt in die Welt kam, hat mit einem anderen Effekt zu tun, mit Bildung, Qualifikation und Urbanisierung.

Denn die Verkoppelung von Grünen-Wählern und SUV-Bestand hat ja statistische Ursachen. Grünen-Wähler dominieren in Großstädten und dort besonders in innenstadtnahen und attraktiven Vierteln. Sie haben überdurchschnittlich hohe Schulabschlüsse und Berufsqualifikationen – was unter anderem dazu führt, dass sie sich ein bisschen öfter mit den Folgen ihres Lebenswandels beschäftigten. Die Grüne-Partei ist ja kein Placebo, sondern Ergebnis einer Wählerstimmung.

Aber die Grünen leben in ihren Vierteln ja nicht allein. Denn auch andere Parteianhänger leben (gern) in der Großstadt und in lebendigen Vierteln. Nur dass sie eben seltener mit dem Rad fahren, sondern – auch aus Prestige-Gründen im Beruf – große schwere Autos fahren. Und natürlich gibt es auch Leute, die von ihren Lastern nicht loskommen und trotzdem grün wählen. Der Mensch ist ja kein Rein-Produkt.

Aber die Grünen sind auch nur der Ersatz-Esel, der hier mit Wonne von Leuten geprügelt wird, bei denen man nicht mal mehr raten möchte, was die eigentlich auf ihrem Wahlzettel ankreuzen.

Es geht um etwas anderes. Das schwingt in Lindners „Verzichtsideologie“ mit: Verachtung und Angst.

Denn dass Grünen-Wahlergebnisse in Stadtteilen besonders hoch sind, wo auch der Besatz an großen Autos hoch ist, hat etwas mit Einkommen zu tun und mit dem Bild, wie bürgerliche Medien heutzutage Wohlstand definieren. Da denkt kein Schwein an Selbstgehäkeltes, Urban Gardening oder Lastenrad, sondern genau an den ganzen überflüssigen Status-Bembel, mit dem sich um ihr Ansehen besorgte Bürgerlein umgeben, um die Nachbarn, den Chef, die Kollegen zu beeindrucken.

Sie füllen die Leere, die sie eigentlich leben, mit lauter teuren Luxusartikeln, benehmen sich also genauso wie der zunehmend überflüssig gewordene Adel des Barockzeitalters, der Prunk und Protz geradezu zum Lebensinhalt machte.

Menschen mit niedrigen Einkommen aber können sich den ganzen Protz nicht leisten und leben deshalb eher notgedrungen relativ klimaschonend – aber halt eher in billigeren Wohnungen am Stadtrand. Oft nicht einmal ahnend, dass das auch ein Wert ist und dass selbst die Dinge, mit denen sie sich ein Leben lang umgeben müssen, dadurch einen höheren Wert bekommen als all der glänzende Babel, den sich die Zu-gut-Verdienenden ständig kaufen und logischerweise auch gleich wieder entsorgen. Es sind nicht die Geringverdiener, die unsere Müllberge wachsen lassen, sondern die Zu-gut-Verdiener. Die aber ohne ein Angstbild nicht auskommen. Und das Angstbild ist „Verzicht“.

So ein wenig steckt das in der von Heidbrink erwähnten „Scheinheiligkeit“. Aber die wirklich Scheinheiligen wählen andere Parteien, die ihren völlig sinnfreien Konsum gar nicht erst infrage stellen oder durch politische Weichenstellungen (wie die CO2-Abgabe) gar verteuern. Wer Grün wählt, rechnet auch damit, dass die Grünen sich ab und zu mal durchsetzen.

Dass also etwas Vernunft „von oben“ durchgesetzt wird, also von unten, denn damit erfüllen sie ja einen Wählerauftrag. Genug Wähler wollen, dass für unseren Konsum endlich ein paar vernünftige Regeln eingeführt werden. Regeln, die wir begreifen und nach denen wir uns richten können. Und die es leichter machen, eine vernünftige Wahl zu treffen.

Dann muss es eben übers Geld funktionieren und jeder, der von einem unvernünftigen Verhalten nicht lassen kann oder will, muss dafür bezahlen. Das hat – anders als Heidbrink meint – nichts mit Moral zu tun, sondern mit Vernunft. Manche von uns sind sehr wohl in der Lage, das Vernünftige zu tun oder zumindest vieles davon.

Aber wir dürfen auch nicht vergessen – und da liegt Heidbrink eben völlig falsch – dass die Grundlage unserer jetzigen Gesellschaft das Gegenteil von vernünftig ist. Denn die basiert auf permanenten Steigerungsraten in allen Bereichen, was so gern mit dem Wort „Wachstum“ kaschiert wird. Und das Wachstums-Mantra vertritt keine Partei so rigoros wie die FDP.

Einfach ignorierend, dass alle Ressourcen endlich sind und die Folgen dieses wilden Wachsens überall schon sichtbar sind. Und die Bewohner dieser Gesellschaft werden auf dieses Mantra hin geprägt, es wird ihnen eingeimpft von Kind an. So funktioniert nicht nur alle Werbung (man beachte die freche Autowerbung gleich neben dem Scheinheiligkeits-Artikel. DAS ist scheinheilig. Aber es ist eingebaut. Auch in den „Spiegel“), sondern auch im politischen Framing.

Denn wer das Vernünftige zu Ende denkt, der weiß, dass wir mit Verbrennern und Flugzeugen und vielen, vielen anderen wirklich unnützen Dingen unser Klima nicht retten. Und in der Folge auch unsere Gesellschaft nicht. Es geht also – konsequent gedacht – einer Menge fossilen Konzernen an den Kragen. Und sie wehren sich mit Händen und Füßen. Und nutzen alle Register, ihre Moral in die Köpfe der Menschen zu hämmern. Denn nichts anderes steckt hinter Lindners „Verzichtsideologie“. Das ist Moral. Fett aufgetragen und vorwurfsvoll in das Magazin gekippt, das augenscheinlich nur zu bereit ist, das, was es gestern veröffentlicht hat, heute noch zu wissen.

Was das mit dem Menschen in dieser Gesellschaft wirklich anrichtet, darüber hat ein anderer Philosoph schon viel tiefgründiger und ehrlicher geschrieben: Jürgen Große, dessen Bände „Der gekränkte Mensch“ wir hier schon vor einiger Zeit besprochen haben.

Denn all das, worauf die Verkünder der „Verzichtsideologie“ meinen, nicht verzichten zu müssen, ist nichts als Plombe, Ersatz, Surrogat für ein Leben, das die in lauter Abhängigkeiten verstrickten Malocher, Angestellten und Umgetriebenen nicht leben können. Der wilde Konsum kaschiert nur, wie unglücklich sich die meisten Menschen heute in ihren Beschäftigungsverhältnissen fühlen. Und wie ratlos sie sind, aus diesem Tretrad herauskommen zu können. Denn wer das Tretrad verlässt, wird auch fallengelassen.

Davon erzählt übrigens auch die gärende Unruhe in unseren Provinzen.

Das Thema ist riesengroß. Aber mit den Plattitüden von „Wachstum“ und „Verzicht“ kommt man ihm nicht bei. Das sind Vokabeln, mit denen man die Leser für dumm verkauft, sie in ein falsches Denken zwingen will. Denn irgendwer will ja all seinen Quark an Menschen verkaufen, die aus lauter Verzweiflung nur noch im Shoppen Erfüllung sehen.

Die ganze Serie „Nachdenken über …

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Nachdenken über ...
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Kommunen in Deutschland brauchen eine bessere finanzielle Ausstattung
Ein Häufchen Geld. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 7. August veröffentliche das Bundesverfassungsgericht die Meldung zu einem Urteil, das schon im Juli gefällt wurde. Es betrifft auch Leipzig – so wie jede Stadt, der in den letzten Jahrzehnten vom Bund Aufgaben übergeholfen wurden, die durch Bundeszuweisungen finanziell nicht abgedeckt waren. „Regelungen der Bedarfe für Bildung und Teilhabe wegen Verletzung des kommunalen Selbstverwaltungsrechts mit dem Grundgesetz unvereinbar“, titelte das Gericht.
Gute Gründe, den Schulbetrieb wieder aufzunehmen und trotzdem Hygieneregeln zu beachten
Die nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen, Stand 7. August. Grafik: Freistaat Sachsen

Grafik: Freistaat Sachsen

Für alle LeserAm 3. August veröffentlichte das Sächsische Kultusministerium die Ergebnisse der Leipziger Corona-Schulstudie, die in gewisser Weise die Wiederaufnahme des Schulregelbetriebs am 31. August unterfüttern soll. Die großen Medien stürzten sich alle gleich drauf. So wie auch auf die schon im Juli veröffentlichte Schulstudie aus Dresden, die nach demselben Muster durchgeführt wurde.
Verkehrswende in die falsche Richtung: Leipzigs Radverkehr unterm Brennglas
Vollbremsung und rechts einordnen, um links abzubiegen. Foto: Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelIn Berlin ist die Freude riesig. Nur noch 30 Jahre, dann können sich die Hauptstädter den Flug nach Australien sparen, denn das Klima von Canberra herrscht 2050 in Berlin. Und in etwa 80 Jahren liegt die Stadt obendrein direkt an der Ostseeküste. Hauptsache, der Klimawandel geht ungebremst so weiter wie bisher.
Was stimmt an den Wegebeziehungen rund um den Cottaweg nicht?
Einengung der Fahrbahn an der Zeppelinbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAls Radfahrer darf man sich in Leipzig durchaus als Testpilot betrachten. Der neueste Test läuft ja derzeit auf der Zeppelinbrücke, wo das Verkehrs- und Tiefbauamt in dieser Woche die temporären Radstreifen aufbrachte, die man schon im Frühjahr angekündigt hatte. Eigentlich weniger wegen Corona, sondern „um die Verkehrssicherheit zu erhöhen“ und den Unfallschwerpunkt an der Einmündung Cottaweg zu entschärfen.
Späte DM 2020: Lea Wipper mit erster Leipziger Medaille
Alle vier SC DHfK-Starter liefen toll über 1500 m. Alexander Ide zog als Einziger ins Finale ein Foto: Sebastian Beyer

Foto: Sebastian Beyer

Für alle LeserAls erster Sachse im pandemiebedingt zuschauerfreien Braunschweiger Stadion sicherte sich Max Hess vom LAC Erdgas Chemnitz einen Titel als Deutscher Meister. Höhepunkt am Samstag war für den SC DHfK Leipzig die Bronzemedaille im Speerwurf der Frauen. Leipziger griffen am Samstagnachmittag ein, als die 1.500 Meter Halbfinals der Männer begannen. Pech hatte Artur Beimler, den ein Sturz um die Chance auf den Finaleinzug brachte und die Männer über 100 Meter verpassten das Finale.
Es gibt nicht mal Zahlen zum Erfolg der Rundverfügung des Generalstaatsanwalts zu Bagatelldelikten vom März 2019
Schriftzug über dem Haupteingang des Leipziger Landgerichts. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEigentlich hätte es Franz Sodann, Landtagsabgeordneter der Linken, schon ahnen können, als er seine Anfrage zum „Vollzug der Rundverfügung Bagatelldelikte“ stellte. Die heißt zwar nicht so, sondern „Rundverfügung zur einheitlichen Strafverfolgungspraxis sowie zur Strafzumessung und zu sonstigen Rechtsfolgen“. Sie gilt seit dem 1. März und wurde von Generalstaatsanwalt Hans Strobl verfügt. Und was zu erwarten war: Kein Mensch kann nachvollziehen, was sie gebracht hat.
Leichenfund im Clara-Zetkin-Park: Polizei veröffentlicht Bild des Toten und bittet um Mithilfe
Der abgesperrte Fundort der Leiche am Donnerstag. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Nach dem Fund einer Leiche im Inselteich des Clara-Zetkin-Parks am Donnerstag steht fest, dass es sich bei dem Toten um einen älteren Mann handelt und er gewaltsam zu Tode kam. Zur Klärung seiner Identität bittet die Leipziger Polizei nun die Öffentlichkeit um Unterstützung und hat ein Foto mit Beschreibung äußerer Merkmale des Mannes veröffentlicht.
Auch am 27. September ist ein Seifenkistenrennen auf dem Fockeberg undenkbar
Fockebergmarkt im vergangen Jahr. Foto: Tine Zeiler

Foto: Tine Zeiler

Für alle LeserEs sollte der 29. Prix de Tacot werden am 10. Mai auf dem Fockeberg. Doch Corona machte auch diesem von der naTo veranstalteten Traditionsereignis den Garaus. Auch wenn man im Haus am Südplatz noch zuversichtlich war, dass man das Rennen im Herbst würde nachholen können, genauer: am 27. September. Doch auch das wird nichts. Weder ist Corona aus der Welt verschwunden, noch kann man bei so einem Rennen die berühmten AHA-Regeln einhalten.
Extreme Dürreperioden in Mitteleuropa werden zunehmen, wenn wir den Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken
Niedrigstwasser in der Elbe in Dresden im Jahr 2018. Foto: André Künzelmann / UFZ

Foto: André Künzelmann / UFZ

Für alle LeserEigentlich ist es seit über zwanzig Jahren bekannt, was die Klimaerwärmung speziell auch für Sachsen bedeutet, das neben den längeren Hitzeperioden auch besonders von zunehmenden Dürreperioden betroffen ist. Das dritte Jahr hintereinander erlebt Sachsen so ein Jahr. Und Entwarnung gibt es keine. Im Gegenteil. Das in Leipzig heimische Umweltforschungszentrum sieht noch mehr Dürren und Trockenzeiten auf uns zukommen. Denn den Treibhausgasausstoß haben wir noch immer nicht gesenkt.
Aus großer Wiese entsteht in Liebertwolkwitz ein neuer Park direkt vorm Seniorenheim
Der Entwurf für den neuen Park in Liebertwolkwitz. Grafik: Stadt Leipzig / Landschaftsplanungsbüro Köhler

Grafik: Stadt Leipzig / Landschaftsplanungsbüro Köhler

Für alle LeserBis jetzt war es immer nur eine große grüne Wiese an der Getreidegasse. Wenn man am Bahnhof Liebertwolkwitz ausstieg und die Getreidegasse hinunterging, kam man am Weiher vorbei, dahinter tauchte dann die Wiese auf. Doch die wird derzeit zu einem richtigen Park umgestaltet. Am 13. August soll der neue Park der Öffentlichkeit übergeben werden. Und besonders freuen wird das die Bewohner des benachbarten Seniorenheims.
Der Bambusspross wird zum Bambusstamm: Erstaunlich lebendige Spruchweisheiten aus Kambodscha
Gabriele und Ngen Yos: Der Bambusspross wird zum Bambusstamm. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserManchmal ist es wirklich nur die Sprache, die uns daran hindert, in den Kulturen fremder Völker uns selbst wiederzufinden, das Vertraute, das allen Völkern gemeinsam ist. Denn alle Menschen müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten, mussten Land urbar machen und miteinander klarzukommen lernen. Wären da nicht ein paar Tiere, die es nur in Südostasien gibt, die Sprichwörter, die Gabriele und Ngen Yos jetzt veröffentlicht haben, könnten manchmal auch aus deutschen Sammlungen stammen.
Freitag, der 7. August 2020: Von „Warnungen aus der Nachbarschaft“ zu „Weimarer Verhältnissen“
Im Vordergrund: ein schwarzer Block; im Hintergrund: ein schwarzer Block. Foto: Tim Wagner

Foto: Tim Wagner

Für alle Leser/-innenAls vor drei Jahren einige hundert Antifaschist/-innen in Wurzen demonstrieren wollten, reagierten Einwohner/-innen, indem sie Geschäfte verbarrikadierten. Ähnlich unverhältnismäßig fielen nun die Reaktionen auf die Ausladung einer Kabarettistin in Hamburg aus, gegen die angeblich Linke gewaltsam vorgehen wollten. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 7. August 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Einkommenstatistik 2018: Sachsen ist kein gutes Pflaster für Selbstständige
Primär- und Verfügbare Einkommen 2018. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle Leser„Verfügbares Pro-Kopf-Einkommen stieg im Jahr 2018 in Sachsen um 3,3 Prozent bzw. 646 Euro“, meldete am Donnerstag, 6. August, das Statistische Landesamt. Das klang erst einmal gut. Denn wenn die Sachsen 2018 mehr Einkommen hatten, mussten sie sich ja weniger vor Armut fürchten, oder? Aber tatsächlich erzählt die sächsische Statistik von einer nicht gerade unwichtigen Entwicklung bei den Beschäftigten – nämlich dem schleichenden Verlust an Selbstständigen.
LVB wollen Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz demontieren und dafür die Haltestelle deutlich vergrößern
Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einigen Wochen ist in den Straßenbahnen, die von der Eutritzscher Straße her die Haltestelle Wilhelm-Liebknecht-Platz ansteuern, die Ansage zu hören: Vorsicht! Die Haltestelle ist nicht barrierefrei! – Das überrascht, den eigentlich hat die Haltestelle Hochborde, die ein Einsteigen auch mit Rolli und Kinderwagen problemlos möglich machen. Aber eine Stadtratsvorlage zeigt jetzt, wo das Problem liegt: Die Bahnsteige sind zu kurz.
Mutmaßlicher Komplize will auspacken: Mammut-Mordprozess um verscharrten Geschäftsmann am Landgericht geplatzt
Er soll den Mord in Auftrag gegeben haben: Hüseyin D. (51, r.), hier 2018 bei seiner Vorführung am Landgericht. Er kam nun aus der U-Haft frei. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEin ebenso spektakuläres wie zähes Verfahren um die Tötung eines Geschäftsmannes im Leipziger Norden vor fast sechs Jahren wird komplett neu aufgerollt. Dabei schien der Prozess nach über zwei Jahren seinem Ende nahe. Doch nun meldete sich überraschend ein mutmaßlicher Mittäter zu Wort, der seit Jahren untergetaucht ist. Bringt er eine Wende in den verworrenen Fall?