Untergangsstimmung und Verachtung im Schafspelz

Für alle Leser„Wo kommen nur all die Rassisten her?“ fragte Ferda Ataman am 31. Oktober in ihrer „Spiegel“-Kolumne, in der sie etwas machte, was andere Medien kaum noch tun: Sie erzählte noch einmal die ganze Geschichte des seit zehn Jahren lancierten Rassismus in deutschen Medien, angefangen vom Tabubruch des „Deutschland schafft sich ab“-Propheten Thilo Sarrazin über das Herumgeeier in deutschen Talkshows, Hogesa und Pegida bis heute. Das kam alles nicht aus dem Nichts.

Und Ferda Ataman stellt nicht zu unrecht fest, wie das seitdem immer weiter in die Gesellschaft hineinsickerte, die Akzeptanz für diesen Vulgär-Darwinismus immer größere Breitenwirkung entfaltete und die vielen Falschbehauptungen zunehmend als reine Meinungsäußerungen galten und nicht als offener Rassismus.

„Wenn ich jetzt ratlose Gesichter sehe, die völlig perplex fragen, wo auf einmal all die Rassisten und Neonazis herkommen, werde ich wütend. Ernsthaft: Wie ignorant muss man sein, um all die Jahre nicht bemerkt zu haben, wie sich – nicht nur im Osten – die Angst vieler Deutscher vor dem Aussterben breitgemacht hat? Oder wie weit Ressentiments gegen Muslime in die Mitte der Gesellschaft reichen?“, schreibt Ataman.

Darum drehte sich ja schon Sarrazins Geschwurbel: Dass die Deutschen irgendetwas genetisch Besonderes seien, dem nun gar der „Volkstod“ drohe. Der „Volkstod“ gehört zwar ins Sprachrepertoire von NPD & Co.

Aber genau dieses Bild beschwor Sarrazin. Und es tauchte bei der AfD in verschiedensten Umschreibungen auch im Wahlkampf auf. Und es scheint zumindest ein Viertel der Wähler zu erreichen. Und das hat – wie David Hugendick in der „Zeit“ feststellte, ganz bestimmt nichts damit zu tun, dass AfD-Wähler irgendwie benachteiligt sind oder ihnen nicht genug zugehört wird. Im Gegenteil: Keine andere Partei hat seit 2015 so viel Aufmerksamkeit bekommen wie die AfD.

Hugendick: „In der Vorstellung des heilenden, weil zuvor angeblich versagten Zuhörens steckt die Selbstbezichtigungsbereitschaft einer liberalen Demokratie, die sich lieber selbst die Schuld an der Existenz von Rassisten, Menschenfeinden und deren Duldungsbereiten gibt, statt gegen diese rhetorisch entschieden vorzugehen. Ein Verstehen bis zur Lächerlichkeit. Die Fetischisierung von Kommunikation als letzte hilflose Strategie.

Und weiter: „Als sei die Ausgrenzung von Antidemokraten so schlimm oder gar schlimmer, als es die Antidemokraten selbst sind. Als seien AfD-Wähler keine Subjekte, die selbst verantwortlich dafür sind, wo sie ihr Kreuz machen. Und als seien die eventuellen politischen Verfehlungen der einen eine Entschuldigung für die moralischen Verfehlungen der anderen.“

Was übrigens einen sehr wirksamen Mechanismus offenlegt

Denn wenn eine Partei mit ihrem Gejammer derart viel Medienaufmerksamkeit auslöst, die ja bekanntlich auch die Politik seitdem massiv beeinflusst und verändert hat, dann erzeugt das bei (potenziellen) Wählern trotz allen Gejammers das Gefühl: Die kann man wählen. Die erreichen etwas. Zwar nicht mit ordentlicher Parlamentsarbeit und klugen Lösungsvorschlägen. Aber durch einen zunehmend auch durch die Medien verstärkten Druck, die scheinbar nicht beachtete Kritik bis hin zur eigenen Berichterstattung sogar zu übernehmen, durchzudiskutieren und damit das Gefühl zu verbreiten, die Rechtsradikalen könnten ja recht haben.

Und das mitten in einer Zeit, in der die klassische Medienlandschaft sowieso schon in der Krise steckte. Sogar heute noch reden allerlei Medienmacher so, als hätte es 2015 tatsächlich einen umfassenden Medienjubel über die ankommenden Flüchtlinge gegeben und keinerlei kritische Berichterstattung. Als stimme das von Rechtsauslegern lancierte Bild von der „Grenzöffnung“ gar, von unkontrollierten Einwandererwellen und – gern so formuliert – „Staatsversagen“.

Das Ergebnis dieses ganz bewusst bis heute immer wieder angefeuerten Medien-Bashings ist logischerweise eher das, was Rechtsradikale sich wünschen: Die weitverbreitete Sichtweise der Rechtsextremen mit ihrer „Überfremdung“ und der „Umvolkung“ wäre vielleicht sogar richtig. Es könnte ja was dran sein und die Besorgnis des Herrn Höcke nur zu berechtigt.

Was ja Max Mustermann in der Provinz nicht wirklich nachvollziehen kann.

Das war ja das frappierende Ergebnis in dieser Thüringenwahl

Ausgerechnet Provinzen mit denkbar niedrigem Ausländeranteil haben der AfD die höchsten Wahlergebnisse beschert. Für „bento“ hat Marc Röhling ja versucht, ein paar dieser AfD-Wähler in Thüringen zu interviewen und herauszubekommen, warum sie das tun. Warum sie meinen, sie müssten jetzt einen auf „stolzer Deutscher“ machen. Aber AfD sei „keine Partei, die Angst mache – sondern eine, die Hoffnung gebe“, erfährt er.

Aber es scheint gar nicht die Perspektivlosigkeit in der Provinz zu sein, die die Leute AfD wählen lässt. Auch Einkommen und Arbeitslosigkeit spielen keine Rolle, wie der Leipziger Soziologe Alexander Yendell auch im „Spiegel“-Interview feststellt: „Das ist das Paradoxe. Im Osten ist die Fremdenfeindlichkeit dort besonders hoch, wo es kaum Ausländer gibt. Wir haben es also nicht mit einer tatsächlichen Bedrohung zu tun, sondern mit der abstrakten Befürchtung eines vermeintlichen Kulturkampfs, den Rechtspopulisten suggerieren. Wer dagegen tatsächlich Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund hat, baut Vorurteile ab. Es ist schwieriger, Menschen abzuwerten, die man kennt. In der Soziologie spricht man auch von der Kontakthypothese.“

Heißt im Klartext: Im Osten finden die rechtsextremen Eliten einen besonderen Resonanzraum.

Hier kommen sie mit ihrem völkischen Geschwurbel, das den Leuten eine gewisse Überlegenheit, Gemeinschaft und Besonderheit attestiert, besonders gut an. Als hätte da vorher etwas gefehlt und nun könnte man all diese Leute damit versammeln, das man ihnen wieder das Gefühl gibt, sie seien als Deutschstämmige etwas Besonderes und Schützenswertes, eine bedrohte Art. Auch wenn die Bedrohung eigentlich nur medial wahrzunehmen ist. Als Schatten an der Wand.

Das „Volk“ als etwas „Besseres“

Aber wenn ein Volk anfängt, sich als etwas Besseres zu begreifen, beginnt der Faschismus. Nicht umsonst wird ja wieder eifrig von „Volk“ und „Volksgemeinschaft“ geraunt. Und auch die Untergangsphantasien à la Sarrazin sind nicht neu, sondern gehören zum Standardrepertoire, wie der Soziologe Matthias Quent im Interview mit der „Süddeutschen“ feststellt: „Björn Höcke agiert, schreibt und redet faschistoid. Ich bezeichne ihn als Prä-Faschisten, also in der Tradition derjenigen stehend, die eine ,konservative Revolution‘ wollten. Das sind Leute gewesen, die dem Nationalsozialismus den Weg bereitet haben, in dem sie Untergangsstimmung verbreiteten und das Vertrauen in die liberale Demokratie zerstörten. So wie Höcke und seine Partei.“

Das ist ein psychologisches Moment. Und die Rechten wissen sehr wohl, wie man es anwendet: Erst redet man den Leuten ein, sie seien eine besondere, aber bedrohte Spezies. Und dann malt man ihnen die Bedrohung an die Wand – die Höckeschen Besorgnisse. Und wenn Menschen das Gefühl bekommen, dass ihr ganzes Leben und ihre Zukunft von unfassbaren Mächten bedroht sind, dann beginnen sie den Redner als Erlöser zu betrachten, nehmen sie eine unhinterfragte Haltung ein und starren nur noch wie gebannt auf den, der ihnen die finsteren Mächte da draußen beschreibt und immer schwärzer malt.

„Bei der AfD wird sehr deutlich, dass sie sich nicht hinsichtlich ihres wirtschaftlichen Hintergrundes, sondern aufgrund ihres extremen Kulturpessimismus vom Rest der Bevölkerung unterscheiden“, sagt Matthias Quent.

Was die Frage aufwirft: Handeln wir richtig, wenn wir mit diesen Leuten das Gespräch suchen?

Nein, sagt David Hugendick: „Allerdings muss man sagen, dass die Positionen der AfD und ihrer Freunde schon seit Jahren ununterbrochen gehört und lebhaft diskutiert worden sind; und dass man sich an diese Partei mit einem guten Schuss medialer Geilheit in den Talkshows Woche für Woche herangesesselt hat. Gebracht hat dieses Verständnistheater im höheren Sinne übrigens nichts. Die AfD hat es bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland in diesem Jahr immer auf mehr als 20 Prozent geschafft. Obwohl ihr unentwegt zugehört wurde. Vielleicht auch: weil.“

Stimmt. Niemand hat mehr medialen Raum bekommen als die AfD und all ihre „Besorgnisse“, die überhaupt keine Besorgnisse sind. Und wenn, dann bleibt sie genau da immer stehen, so wie Björn Höcke, der Oberbesorgte. Denn das Ziel ist nicht, Lösungen zu finden, die Dinge, die nicht rund laufen, gemeinsam besser zu machen. Diese Partei will keinen Konsens. Sie will auch keine Kompromisse. Jedenfalls keine, bei denen sie ihre rassistischen Haltungen aufgeben muss. Aber Menschenverachtung und Rassismus haben im demokratischen Diskurs nichts zu suchen.

Ferda Ataman hat recht, wenn sie schreibt: „Noch immer verhandeln wir Rassismus eher als Meinungssache denn vor Gericht. Das ist falsch. Unsere Justiz lässt das verschwurbelte Gerede über Umvolkung zu, sogar bei Parteien, die für deutsche Parlamente kandidieren. Mit dem Effekt, dass sie als demokratisch legitimiert gelten, wenn sie genug Stimmen erhalten.“

Denn damit wird der Diskurs schon auf rechtsextremes Terrain verschoben, gewinnt das Drohbild vom „bedrohten Volk“ Raum, wird regelrecht zum akzeptierten Topos. So sehr, dass es auch im Kopf von Menschen Platz greift, die eigentlich keine Rassisten sein möchten.

Aber wenn dieses Volk nun bedroht ist?

Ist es aber nicht. Jedenfalls nicht durch Menschen aus aller Welt, die Deutschland für ein Land halten, in dem man noch gute Arbeit findet und eine gewisse Sicherheit für die eigene Familie, also auch ein Lebensmodell, das in der Welt als attraktiv gilt, bei dem man mit anpacken möchte.

Und dann trifft man auf diese verbitterten Provinzler mit ihrem Untergangsgejammer, die aber augenscheinlich in diesem Chor der gegenseitigen Bestätigung, wie schlimm das alles ist, eine Art Bestätigung und gefühlige Gemeinschaft findet, ein Dazugehören, ohne dafür mehr machen zu müssen, als ins gemeinsame Gejammer einzustimmen.

Was Sascha Lobo in seiner jüngsten, sehr forschen Kolumne mit Ödön von Horváth auf den Punkt bringt: „Der Spießer ist bekanntlich ein hypochondrischer Egoist, und so trachtet er danach, sich überall feige anzupassen und jede neue Formulierung der Idee zu verfälschen, indem er sie sich aneignet.“

Ein Effekt, den es so nicht nur in Brandenburg, Sachsen und Thüringen gibt, und der natürlich auf einem Nährboden wächst, der den Egoismus feiert, das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Einfach dadurch, dass man so grimmig guckt, ein fettes Auto fährt und mit Verachtung auf andere Menschen herabschaut.

Das „Schaf-Ich“

Alexander Yendell im „Spiegel“-Interview: „Laut unseren Untersuchungen sind AfD-Wähler überdurchschnittlich autoritär eingestellt. Sie suchen nach jemandem, der Stärke verspricht, die sie selbst nicht haben. Gleichzeitig haben sie einen Hang zu Narzissmus. Sie halten sich für etwas Besonderes und würdigen andere herab. Umfragen haben ergeben, dass 85 Prozent der AfD-Wähler Muslime ablehnen, über 80 Prozent stimmen Vorurteilen gegen Sinti und Roma zu. Insofern: Ja, es fehlt ihnen an Mitgefühl.“

Da tut sich die Kluft auf in unserer Gesellschaft. Die Kluft zwischen denen, die ihr Schaf-Ich ringsum bedroht sehen, aber zu Empathie nicht (mehr) fähig sind. Und einer Gesellschaftsmehrheit, die nicht bereit ist, ihr Mitgefühl für alles, was geschieht, einfach zu entsorgen und zum blökenden Schaf zu werden.

Natürlich verändert sich die Welt. Das ist ja gerade die Herausforderung der Zeit. Und die einfältigste aller Antworten darauf ist, jetzt zum nationalistischen Schaf zu werden.

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