Nachdenken über ... Verantwortungslosigkeit

Die schnelle Befriedigungs-Maschinerie und die Einsamkeit eines entzauberten Lebens

Für alle LeserEs gibt solche Sätze, die haken sich fest. Da stolpert man schon beim Lesen, macht im Kopf ein Häkchen dahinter – und am nächsten Tag sucht man sich dumm und dusselig, weil man vergessen hat, wo man sie gelesen hat. Man kann sich ja nicht überall ein buntes Fähnchen hinkleben. Schon gar nicht im Internet. War das nun ein verflixter Satz, den Sibylle Berg geschrieben hat oder etwas Hingehauenes von Sascha Lobo? Nein. Es war in diesem Fall ein Satz von Jens-Uwe Jopp. Und wer die neue „Leipziger Zeitung“ hat, kann ihn nachlesen.

Er steht in seiner literarischen Kolumne „Überm Schreibtisch links“, in der er Bücher bespricht, die ihm wichtig erscheinen. In diesem Fall war es „Die große Entzauberung“ von Tobias Haberl, erschienen 2019 im Blessing Verlag. Der gehört zum Randomhouse Verlag und der wieder gehört dem wohl einflussreichsten Medienkonzern Deutschlands – Bertelsmann.

Wenn man weiß, wo Bertelsmann alles Einfluss nimmt und genommen hat und faulen Politikern schon lauter Vorlagen geliefert hat für knallharte neoliberale Umbauten (Hartz IV, Hochschulen, Schulen …), dann staunt man schon ein bisschen, dass auch solche Bücher im Bertelsmann-Kosmos erscheinen.

Apropos Faulheit: Das hier im Bild ist der übliche DHL-Flieger, der Sonntag für Sonntag 14:30 Uhr rotzfrech übers Leipziger Stadtgebiet abkürzt. Was natürlich weder die Flugraumüberwachung zu kümmern scheint noch seinen Arbeitgeber. Weiß ja eh keiner in Sachsen, wer eigentlich für was verantwortlich ist.

Politische Faulheit führt zu politischen Verantwortungslosigkeiten.

Gehört das hierher?

Wahrscheinlich ja. Denn Tobias Haberl, der 2016 auch den Theodor-Wolff-Preis erhielt, beschäftigt sich in seinem Buch mit einem sehr grundsetzenden Thema: „Tobias Haberl schreibt in seinem neuen Buch gegen ein solches Unbehagen an, nämlich gegen die zunehmende Entzauberung unseres Lebens. Denn das ist vernünftig, digitalisiert, versichert, vermarktbar, mit moralischem Gütesiegel versehen, glatt und gut beleuchtet. Wir haben alles unter Kontrolle. Aber haben wir auch Freiheit und Glück gefunden?“ So der Verlag in seiner Werbung.

Die Antwort lautet natürlich: Nein. Technik schafft kein Glück. Bestenfalls Abhängigkeiten. Und der Blick in die (Netz-)Welt genügt: Menschen, die glücklich sind, wüten nicht. Sie haten auch nicht und trollen auch nicht.

Das ist das Erstaunliche: All diese auf Aufregung getrimmten Netzwerke befördern vor allem eines: Unglücklichsein.

Denn nur die Unglücklichen gieren nach Aufmerksamkeit. Nach dem bisschen Zustimmung, das durch Daumen und Smileys entsteht. Facebook – um nur den einen berühmten Kanal der totalisierten Frustration zu nehmen – hat es tatsächlich geschafft, so eine Art Kurz-Zeit-Befriedigungs-Modus für Menschen zu entwickeln, die in ihrem Leben zutiefst unglücklich und einsam sind. Und die nicht wissen, wie sie aus ihrer Einsamkeit herauskommen sollen.

Die übrigens nicht immer selbst verschuldet ist. Bestimmt gibt es auch irgendwo ein Buch über die sozialpsychologischen Folgen des radikalisierten Wettbewerbs, der unsere Gesellschaft bis ins letzte Zipfelchen durchdringt. Wir alle sind darauf getrimmt. Es ist uns antrainiert, immerfort in Leistungsvergleichen zu denken (in der Schule heißt dieser Unfug ja auch noch so).

Jeder ist darauf getrimmt, immerfort zu versuchen, irgendwie der Beste zu sein, besser als die anderen, sie auszustechen und niederzukonkurrieren. Und wer das partout nicht schafft, der sucht sich Ersatz und wird Mitglied in der Gilde der Sowieso-Immer-Schon-Allerbesten. Zum Beispiel als weißer Dumpfbeutel in der deutschen Dumpfbeutelbewegung (die ich hier nur mal so nenne – die Gemeinten werden sich schon erkennen).

Da ist man wenigstens was, wenn man in seinem Pass amtlich bestätigt hat, in Hinterposemuckel in Deutschland geboren zu sein.

Faule Kapitäne kürzen einfach ab. Foto: Ralf Julke

Faule Kapitäne kürzen einfach ab. Foto: Ralf Julke

Was für eine Heldentat.

Den Placebo-Efekt nicht zu vergessen. Denn in einer Welt, in der man von den Verteilern der üblichen Gelder und Gnaden nur Anerkennung bekommt, wenn man sich als echter „Leistungsträger“ erweist, bleibt nicht viel Befriedigungs-Stoff für die Nicht-Gewürdigten. All die vielen, zu denen nun einmal die meisten gehören. Denn irgendwer muss den eitlen „Leistungsträgern“ ja die Arbeit machen. Die ganze poplige Arbeit, die eine Gesellschaft am Laufen hält, die aber meistens eher schlecht als recht honoriert wird. Und schon gar nicht mit Streicheleinheiten.

Eins haben Mark Zuckerberg und seine Freunde richtig erkannt: Die meisten Menschen bekommen in ihrem Leben nicht genug Anerkennung. Sie lechzen geradezu nach etwas, in dem sie groß, stark, herrlich und anerkannt werden. Wo ihnen die „likes“ zufliegen und wo ihre verflixte unausgegorene Meinung was zählt. Wo sie auch gleich mal in Sekundenschnelle merken, dass ihr Meinen tatsächlich zählt und enorme Resonanzen nach sich zieht, wenn man es nur deftig und boshaft genug meint.

Denn damit lockt es all die anderen Zukurzgekommenen aus der Reserve, die ja daheim in ihren Nisthöhlen nur darauf warten, dass endlich mal wieder irgendwas passiert in ihrem Bildschirmleben. Da wird ein Tweet ruckzuck zum Kern einer (immobilen) Massenbewegung, rauscht eine enorme Welle der Empörung durch die Netze – und ein kleiner, einsamer Huflattich am Wegesrand hat das bewirkt.

Das ist der Wow-Effekt.

Aber der Wow-Effekt zeigt auch, was diese wundersame Technik, die mal alle Menschen friedlich vereinen sollte, nicht vermag.

„Macht uns die scheinbar komfortable Technik nicht auch irgendwie bequemer und damit ängstlicher?“, fragt Jopp. „Ängstlicher? Ja. Weil es ganz offensichtlich leichter ist, das Navigationsgerät zu bemühen als einen Menschen auf der Straße anzusprechen und nach dem Weg zu fragen. Wir lernen das Ausweichen.“

Eine Menschenkontakt-Vermeidungs-Technologie. Herrlich. Herrlich dumm.

Ein Satz, bei dem ich automatisch auch wieder an Bertelsmann denken musste. Mit seiner Besessenheit, komplette Ausbildungszyklen zu schematisieren und zu normieren, befördert dieser von seiner Genialität überzeugte Konzern ja nichts anderes: den Menschen, der nur noch schematische Lerninhalte konsumiert, ableistet, durcharbeitet – aber ansonsten ausweicht.

Denn all die Störelemente, mit denen Lehrer früher ihre Schüler dazu bringen konnten, sich auch mal mit sich selbst und den anderen Aliens in ihrer Klasse zu beschäftigen und soziale Kompetenzen aufzubauen, haben ja die Bertelsmänner im Verein mit völlig verängstigten Kulturminister wegoperiert. Oder besser: wegoptimiert.

Der optimierte Mensch im Bertelsmann-Kosmos ist effizient, flexibel, mobil und durch keinerlei soziale Verbandelungen daran gehindert, ein perfekter Leistungserbringer zu werden.

Ich wundere mich sowieso, dass vor unseren Schulen keine Kotzkübel aufgestellt sind.

Denn Jopp benennt etwas Wesentliches: Der Mensch neigt zum Ausweichen, zum bequemeren Weg. Erst recht, wenn ihm suggeriert wird, dass Digitalisierung alles einfacher und effizienter macht. Warum soll man sich noch mit anderen Menschen abgeben, wenn man die normierte Soße auch digital in den Trichter füllen kann? Denn darauf läuft es doch hinaus?

Da rede ich noch nicht von KI, die einem von den Laptop-Trägern der großen IT-Konzerne als Heilsmittel für die Zukunft aufgeschwatzt wird wie Beate-Uhse-Unterwäsche.

Wobei einige Wissenschaftler, die sich wirklich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt haben, ja schon den dummen Verdacht hegen, dass die trainierten Maschinchen nicht wirklich klüger werden als ihre Trainer, aber all ihre Macken und (nicht bewussten) Fehlprogrammierungen übernehmen. Den meisten Menschen – auch solchen mit Doktor- und Prof.-Titel – ist es oft gar nicht bewusst, was für anerzogene Macken und Verhaltensfehler sie haben. Und dann auch noch superintelligente Maschinen, die genauso schräg denken wie Zuckerberg und die anderen „Pioniere“? Bitte nicht. Sie haben mit ihrer Art zu Denken schon genug Unfug angerichtet. Für Generationen.

Denn sie bieten ja selbst schon den jüngsten Nutzern eine Ware, die sie anfixt und süchtig macht. Denn wer früh lernt, wie man sich die Jubelorgien in diesen Netzwerken holt (von der Spiele-Welt rede ich da noch gar nicht), der sieht natürlich: Das alles ist kinderleicht zu haben. Sofort.

Eltern, die mit verzweifelten Kindern am Süßigkeitenregal an der Kasse stehen, wissen, was da abgeht. Und dass sie an der Stelle nur eins sein können: konsequent. Und „Nein!“ sagen müssen. Egal, wie sie dieses Geschrei im Herzen und in der Seele trifft. Denn wenn sie ihren eigenen Eltern wirklich zugehört haben, dann wissen sie: Schnelles Glück ist keins.

Es macht nur fett und süchtig. Und es verfliegt schneller als die Befriedigung, wenn man den ekligen Schokoriegel hinuntergewürgt hat. Nämlich dann, wenn man merkt, wie eklig diese Süße im Mund ist und man sich eigentlich nur noch eins wünscht: Ein Glas Wasser und – das Zeug nie gefressen zu haben.

Aber das eigentliche Stichwort in Jopps Sätzen ist: „ängstlicher“.

Denn genau so funktionieren alle diese Schnelles-Glück-Maschen: Sie suggerieren uns, dass wir uns für das kleine und das große Glück nie mehr anstrengen müssen, dass wir es gleich und sofort befriedigt bekommen, wenn wir nur zulangen. Und dass wir dazu auch keinen anderen Menschen brauchen. Alles ist sofort da – wie beim Tischleindeckdich.

Und wer sich an die Moral dieses Märchens nicht mehr erinnert – der lese es ruhig nach. Am besten mit „Hans im Glück“ und „Frau Holle“ zusammen. Spätestens nach „Frau Holle“ fällt der Goldtaler. Denn schon die bezopften Generationen vor uns haben begriffen: Das geschenkte Glück macht nicht glücklich. Wir können es nicht schätzen, weil wir nicht erfahren haben, wie schwer es war, es zu erwerben.

Hans weiß das.

Und er weiß noch eins: Nicht der Goldklumpen ist das Wichtigste, sondern das, was man bei Erwerb des Goldklumpens gelernt hat. Die Märchenerzähler sehen immer nur seine „Bequemlichkeit“. Die gar keine ist.

Hans kann von Anfang an mit dem Goldklumpen nichts anfangen. Er käme nicht mal auf die Idee, jetzt den Goldklumpen „für sich arbeiten“ zu lassen. Er wird wieder zu seinem Meister gehen und ihn um Arbeit fragen. Und vielleicht auch, ob er sein Trauzeuge wird. Denn Hans hat noch etwas gelernt: Menschen unbefangen zu begegnen. Das wirkt naiv. Erst recht aus der Sicht eines ausgewachsenen Angstbürgers, der nie ohne Misstrauen und Pfefferspray aus dem Haus geht. Wie kann der Bursche so unbefangen mit all den fremden Leuten reden?

Weil er keine Angst hat? Vielleicht.

Aber vielleicht auch, weil er schon früh die ersten Schritte gegangen ist, die uns heute eingeredet werden, dass sie viel zu schwer sind: mit anderen Menschen zu kommunizieren. Sie auf der Straße nach dem Weg zu fragen. Oder ob sie ihre Gans mit einem tauschen möchten. Denn anfangs ist das Mühe. Kinder lernen das erst nach und nach, wie sie mit anderen Menschen sprechen können, wie sie Wünsche äußern und auch ein „Nein“ akzeptieren müssen.

Und dass sie sich auch einfühlen müssen in die anderen, sonst funktionieren Wünsche und Anbandelungen nicht. Soziale Kompetenzen erlernt man wirklich erst. Das ist anstrengend. Und vor allem muss man dazu das schützende Nest verlassen. Rausgehen aus dem Schutz von Vater und Mutter. Und sich was trauen.

Was auch heißt: Sich was zutrauen. Und vor allem auszuhalten, dass man da auf einmal ganz allein dasteht. So nackt und bloß in der Welt. Mit einem fremden, unberechenbaren Gegenüber. Schrecklich, wenn das auch noch ein Mädchen ist, nicht wahr, ihr Topfgewächse?

Oder ein ganz Fremder, der aber vielleicht weiß, wo der richtige Weg ist.

Nur wer sich da raus traut, wird auch richtige Abenteuer erleben. Und wird auch lernen, was er wirklich alles kann. Das wissen ja unsere Netzwerkbewohner selten bis nie.

Und vom Glücklichsein will ich da gar nicht reden. Denn das hat etwas mit dem Grundgefühl zu tun, eine echte (Bewährungs-)Probe wirklich selbst gemeistert zu haben. Selbstbewusste Menschen sind nicht selbstbewusst, weil ihnen ihr Vater die Arroganz in die Windel gelegt hat, sondern weil sie viele Bewährungsproben gemeistert haben. Sie wissen, was sie können. Und meistens auch, was nicht.

Sie brauchen keinen Ego-Ersatz, um sich zu behaupten. Nicht mal Millionen-Boni oder die Schulterklopfereien in der Dorfkneipe.

Aber: Wo bleibt der Raum, dass Kinder sich so ausprobieren können und lernen können, die Angst vor ihrem eigenen Versagen zu überwinden? Diese Versagensängste, dieses Gefühl des ewigen Zurückgesetztseins endlich zu überwinden?

Und was passiert, wenn ein Viertel der Gesellschaft aus dieser Krabbelgruppe nie herauskommt? Eingesperrt in ihre Ängste vor allen anderen und ihrer Sehnsucht nach ein bisschen echter Anerkennung, die man auch nach Jahren des Hatens und Schreiens in den einsamen Netzwerken nie erfüllt bekommt? Egal, wie wutschäumend man in die Tasten haut. Hass gebiert keine Liebe. Und er zeugt auch kein Glück.

Ich bin jetzt noch gar nicht auf die oben erwähnte Verantwortungslosigkeit gekommen. Aber was passiert, wenn Menschen, die wirkliche Auseinandersetzungen fürchten, in politische Ämter kommen? Werden sie nicht lauter Wälle aus Nicht-Zuständigkeiten bauen, die dafür sorgen, dass am Ende nie jemand für irgendetwas verantwortlich ist und kämpfen muss?

Nur so als Frage.

Die lasse ich hier einfach stehen. Sie wollen ja auch noch was zu Kauen haben.

Die Serie „Nachdenken über …

Die neue Leipziger Zeitung ist da: Fokus auf die OBM-Wahl

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