3.3 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Nachdenken über … Impfskeptiker und so

Anzeige

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Anzeige

    Wir kommentieren hier ja auch immer wieder spitz die langsam nur noch nervenden und letztlich falschen Einschätzungen der großen (west-)deutschen Zeitungen von „Zeit“ bis „Spiegel“, die im Osten immer wieder ihre eigenen Gespenster entdeckt haben wollen: Staatsskepsis, Diktaturprägung, fehlende Demokratieerfahrung, autoritäre Charaktere und was der Etiketten mehr sind. Hin und wieder aber kommt dort auch mal einer zu Wort wie etwa der Ökonom Marcel Fratzscher, der sehr wohl weiß, dass alle gesellschaftlichen Schieflagen etwas mit ökonomischen Bruchstellen zu tun haben.

    Am 27. November veröffentlichte er auf „Zeit Online“ seine Kolumne „Jetzt rächt sich die fehlende Solidarität“, unter der die Redaktion in der Kommentarspalte kaum noch mit Löschen und Korrigieren hinterherkommt. Was auch damit zu tun hat, dass ein gewisser Teil unserer Gesellschaft solche Artikel nur zu gern nutzt, um ihre letztlich tatsächlich radikalisierte Position kundzutun. Und diese Herren sitzen meist nicht im Osten, sind auch oft keine Ostdeutschen, aber gern solche, die sich als welche ausgeben.Rechtsradikalismus profitiert davon, wenn eine Gesellschaft entsolidarisiert wird. Denn sein Lieblingspferd ist der Sozialdarwinismus.

    Fratzscher geht auf einige Umfragen ein, die auch wir hier schon aufgegriffen haben, zuletzt die Studie des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt Jena zum Zusammenhang zwischen niedrigen Impfquoten und hohen AfD-Wahlergebnissen.

    Eine katastrophale Kommunikation

    Eine Studie, die man, wie Fratzscher betont, am besten aus der ökonomischen Perspektive betrachtet. Denn die Studie zeigt ja zuallererst nur, dass die Impfquote in wirtschaftlich besonders abgehängten Gesellschaftsgruppen und wirtschaftlich schwachen Regionen besonders niedrig ist. Die AfD profitiert genau hier auch von Wähler/-innen, die sich sozial abgehängt oder – wie in Sachsen – als „Bürger zweiter Klasse“ fühlen.

    „Ein Grund, warum diese Gruppen bisher nicht erreicht wurden, liegt sicherlich in einer katastrophalen Kommunikation. Allerdings ist der wohl wichtigere Grund für das Scheitern, dass diese Gruppen schon länger an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden sind. Politik und Medien sind für sie zu Feindbildern geworden, die nicht die eigene Sprache sprechen, sondern vermeintlich Interessen der mächtigen Eliten vertreten. Der strukturelle Grund für die vielen Impfunwilligen ist also vielmehr der abnehmende gesellschaftliche Zusammenhalt“, schreibt Fratzscher.

    „Das sollte uns nicht überraschen, denn diese soziale Polarisierung zeichnet sich bereits seit zwei Jahrzehnten ab und spiegelt sich nur oberflächlich in Pegida, der AfD und einer zunehmenden Systemkritik wider.“

    AfD & Co. profitieren vom Zerbröseln des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aber: Sie haben ihn nicht ausgelöst. Das waren andere, denn so von ungefähr kommen Fratzschers „zwei Jahrzehnte“ ja nicht: Es sind die Jahre, in denen der Neoliberalismus mit seinen radikalen Wettbewerbskonzepten in Deutschland zur unbeschränkten Politik geworden ist.

    Das spüren nicht nur die Menschen in den „systemrelevanten Berufen“, die – wie Fratzscher feststellt – miserabel bezahlt werden und – wie das Pflegepersonal – oft unter Arbeitsbedingungen leiden, die die direkte Folge der Deregulierung und Privatisierung wichtiger Bereiche in Deutschland sind – im Gesundheitswesen genauso wie in der Rentenpolitik, der Privatisierung der Pflege, den Kürzungen im sozialen Wohnungsbau, im Bildungswesen und im ÖPNV.

    Wenn sich Gesellschaft nicht mehr „rechnet“

    Und das spüren die Menschen natürlich nicht nur, wenn sie gezwungen sind, einen dieser stressigen und harten, aber unterdurchschnittlich bezahlten Berufe zu ergreifen. Das merken sie beim Weg zur Arbeit, wenn der ÖPNV schlicht nicht funktioniert.

    Das merken sie beim Termin bei Arzt und den miserablen Punkten für die Rente (und immer öfter bei der Armutsrente, die sie am Ende bekommen), das merken sie beim langen Anfahrtsweg zu Ämtern, Kitas, Schulen. Und beim Verlust natürlich der einstigen gesellschaftlichen Treffpunkte. Es „rechnet“ sich ja nicht mehr.

    Man kann das durchdeklinieren. Und praktisch alles trifft auf die so gern plakatierten ostdeutschen Regionen (und inzwischen auch einige westdeutsche) zu, die nach 1990 von Industrie praktisch entblößt wurden und mit den lebenswichtigen Infrastrukturen auch gleich noch die Frauen, Kinder und Enkel verloren, die in den Westen zogen oder in die wenigen verbleibenden Metropolen, die den neoliberalen Kürzungswahnsinn noch einigermaßen abpuffern können.

    „Und hier hat Deutschland versagt: Wir haben einen starken Sozialstaat, in dem jedoch zu viele Menschen durchs Raster fallen, keine Berücksichtigung finden und eine fehlende Wertschätzung erfahren“, schreibt Fratzscher. Und hat recht. Auch mit dem Hinweis, dass die sogenannten Impfskeptiker oder Impfverweigerer oft gar nicht das sind, was ihnen zugeschrieben wird – mal abgesehen von den gutbetuchten Kreuz-und-Quer-Denkern, die Geld und Zeit haben, von einer Protest-Demo zur nächsten zu tingeln.

    Wenn Menschen sich nicht mehr gemeint fühlen

    Denn die meisten Menschen, die sich noch nicht haben impfen lassen, sieht man gar nicht. Die fahren auch nicht zu solchen Demos, weil die meisten trotzdem Angst haben sich anzustecken. Sie leiden eher unter den neuen Einschnitten für Ungeimpfte, ohne dass sie groß etwas daran ändern können.

    Viele dieser Einschränkungen treffen sie nicht einmal, weil sie sowieso kein Geld für Kultur, Kneipe und Urlaubsflug haben. Und weil ihre Arbeitgeber nicht mal daran denken, ihre Impfzeugnisse sehen zu wollen – weil dann nämlich niemand mehr diese Malocherarbeiten machen würde. Oder sie sitzen sowieso schon daheim und vereinsamen in einer Medien-Kakophonie, die sie nicht mehr überblicken können.

    Das Stichwort heißt wirklich: Wertschätzung.

    Und genau die ist mit dem radikalisierten Wettbewerbsdenken verloren gegangen – samt der Solidarität, die Fratzscher erwähnt, ohne die eine Gesellschaft ihre Krisen nicht meistert.

    Und die Wahrheit ist: Das wussten auch alle im fernen Frühjahr 2020, als gerade die Reichen, Betuchten und Wohlversorgten dann auch noch generös klatschend auf die Balkone traten, um den Pflegekräften zu danken.

    Was für eine Posse.

    Tausende Pflegekräfte haben seitdem ihren Beruf verlassen, weil sich an den miserablen Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäusern nichts geändert hat. Oder weil sie als ausgebildete Pflegekraft im Seniorenheim allein auf weiter Flur standen. Es hat die honorige hohe Politik nicht die Bohne interessiert.

    Denn da hat sich schon lange die Ansicht verfestigt, dass „die da unten“ sowieso nur in der sozialen Hängematte liegen würden, wenn man sie nicht in jede noch so schäbige Arbeit nötigen würde. Und das schafft man nur, indem man ihnen nun einmal jede Wertschätzung vorenthält, Solidarität sowieso.

    Wer ist hier eigentlich unsolidarisch?

    Und zur Solidarität würde auch ein solidarisch finanzierter ÖPNV gehören, ein solidarisch finanzierter Wohnungsbau, solidarisch erhaltene Schulen und Kindertagesstätten … Das muss man gar nicht erst anfangen durchzudeklinieren. Überall kommt man ganz schnell zur Steuerfrage, die in Deutschland seit „zwei Jahrzehnten“ überhaupt nicht solidarisch diskutiert wird, sondern egoistisch.

    Und wahrscheinlich irrt Fratzscher, wenn er meint, ein Bonus für die Pflegekräfte würde die Sache jetzt noch bessern. Oder eine „Wir“-Kampagne fürs Impfen. Man merkt schon, dass er auch die neoliberalen Scheuklappen aufhat und nicht merkt, dass er schon wieder versucht, Lösungen zu suchen, die vielleicht ein gutes Placebo wären. Aber nicht einmal das sind.

    Solidarisch wäre jetzt ein ehrliches und persönliches Impfangebot an alle, die noch nicht geimpft sind – mit einem gut ausgestatteten Impfzentrum in jeder Region, freundlicher Terminvergabe und am besten in Nähe zu Wohnort und/oder Arbeitsort.

    Stichwort: niedrige Barrieren, Entgegenkommen, Service. Lauter Dinge, die auch unsere Politiker/-innen vergessen haben in den letzten Jahren des „Markttriumphes“: Dass man sich um Menschen manchmal einfach kümmern muss und sich auch und gerade die Müden und Beladenen da unten einfach mal freuen, wenn sie ganz persönlich gemeint sind und so auch angesprochen werden.

    „Aber die können/müssen sich doch selber kümmern …“

    Ja, danke für den Einwand: Genau so tickt die Ego-Gesellschaft. Die sich dann gemütlich darauf ausruht, dass die da unten ganz anonym und ohne Aufmucken die Arbeit machen, ohne die der Laden nicht läuft. Streiken werden die nicht. Die sind ja in keiner Gewerkschaft oder haben nur einen Minijob. Oder wohnen irgendwo in so einer gottvergessenen Landschaft, wo man mit seinen Träumen vom smarten Leben sowieso niemals hinziehen würde.

    „Selber schuld …“

    Ja, das wäre die heutige Bundesrepublik auf den Punkt gebracht. Oder mit Fratzschers Worten: „Wir haben einen starken Sozialstaat, in dem jedoch zu viele Menschen durchs Raster fallen, keine Berücksichtigung finden und eine fehlende Wertschätzung erfahren.“

    Was eigentlich übersetzt genau das Gegenteil heißt: Wir haben einen schwachen Sozialstaat, bei dem ausgerechnet die Schwächsten durchs Raster fallen.

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache

    Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten alle Artikel der letzten Jahre auf L-IZ.de zu entdecken. Über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall.

    Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

    Vielen Dank dafür.

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      5 KOMMENTARE

      1. Möchte der Autor den Kapitalismus überwinden oder ihm ein menschliches Antlitz verpassen?
        Das ist mir nicht ganz klar.

        Fakt ist: Das an die Hand nehmen der Bürger gab es auch im Sozialismus nur bedingt. Und immer mit politischen Hintergedanken seitens des Staates. Der Kapitalismus hat immer die Individualität und persönliche Entscheidungsfreiheit des Bürgers betont.

        Es wird zwar der Individualismus des Bürgers betont, es gibt aber nur 1 Gesellschaft und nicht 82 Mio. Diese Differenz ist zur Zeit genau unser Problem. Der Bürger soll individuell entscheiden aber gleichzeitig das tun, was „die Gesellschaft“ von ihm verlangt. Die Impfung ist das Symptom, an dem man dies zur Zeit sehr gut verfolgen kann.

        Mit dieser Widerspruch kommt nicht jeder klar. Es gibt aber auch keinen, der ihm dabei hilft.

        Für manche steht das Individuum im Mittelpunkt, für andere die Gesellschaft.

        Ich freue mich über jeden, der sich impfen lässt. Der Grund dafür ist mir egal und geht mich auch nichts an.

      2. Ich erlebe in meinem Umfeld zumindest keinen Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Impfskepsis. Alle gutbürgerlich oder halten sich zumindest dafür.

        Die mir bekannten Impfskeptiker/-verweigerer sind politisch auch eher indifferent bis links, so wie ich die kenne. Von der Anthroposophin über „mimi-Aua“ bis zum Aluhut. Die gehen soweit ich weiß auch nicht zu solchen Demos, die machen das ganz privat einfach nicht.
        Es mögen ein zwei Rechte dabei sein, aber die sagen es eh nicht offen.

        Diese ganzen AFD und Querdenken Schreihälse werden halt aufgrund ihres Auftretens am besten wahrgenommen.
        Und ja, natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen verquerem Weltbild und mangelnder Bereitschaft über die Welt nachzudenken einerseits und Nähe zu rechtskonservativen bis rechtsradikalen Anschauungen andererseits.
        Aber das ist eine eher zufällige Schnittmenge IMHO.

      3. Warum fühlen sich einige Menschen vor allem im Osten in ihrer „Freiheit“ eingeschränkt, wenn sie sich, auch im Interesse ihrer Mitmenschen, impfen lassen sollen?
        Anmerkungen zu den lt. L.IZ oft „falschen Einschätzungen der großen (west-)deutschen Zeitungen von „Zeit“ bis „Spiegel“, die im Osten immer wieder ihre eigenen Gespenster entdeckt haben wollen: Staatsskepsis, Diktaturprägung, fehlende Demokratieerfahrung, autoritäre Charaktere und was der Etiketten mehr sind“.
        Richtig ist sicher in jedem Fall die Aussagen vom „Ökonom Marcel Fratzscher, der sehr wohl weiß, dass alle gesellschaftlichen Schieflagen etwas mit ökonomischen Bruchstellen zu tun haben“.
        Und über diese ökonomisch-sozialen Bruchstellen bestimmte das politische Leben insbesondere im Osten mehr oder weniger fast durchgehend eine CDU/CSU Regierung seit der Revolution in der DDR 1989. Mal abgesehen von den 6 Jahren SPD unter Herrn Schröder, 14 Jahre mit Kohl und 16 Jahre mit Frau Merkel.
        Die CDU regierte mit einer konservativen Politik, möglichst alles so belassen wie es ist, bzw. wenn schon etwas abändern, dann nur das nicht mehr Vermeidbare. Solange die Bürger das so hinnehmen und die Politik agieren lassen, ist alles in Ordnung und Ruhe im Land. Die Leute sollen still halten und konsumieren. Dafür wird Vieles mit Geld geregelt.
        Was haben die Menschen im Osten also erlebt?
        Erst den gewollten totalen Zusammenbruch der DDR-Volkswirtschaft mit millionenfacher Arbeitslosigkeit und Ausverkauf. Damit die Leute ruhig bleiben, wurden die Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, schon ab 50 in Vorruhestand geschickt und für die Anderen jede Menge an ABM-Maßnahmen geschaffen.
        Ein Teil der Menschen wurde nicht mehr gefordert, nur noch als Konsument gesehen. Die Schüler können unliebsame Fächer abwählen. Zensuren beeinträchtigen ja die Entwicklung. Alles Unliebsame wird möglichst schon von den Kindern/Jugendlichen fern gehalten.
        Und wenn sie noch nicht wissen was sie machen wollen im Leben, dann reise sie erst einmal in der Welt umher um sich zu finden.
        Dann Studium, aber nicht die Studiengänge die in Zukunft erforderlich werden, sondern möglichst was studieren mit den wenigsten Belastungen. Ob man damit leben kann oder nicht, das bezahlen ja die Eltern.
        Ein Handwerk erlernen ist auch nicht unbedingt angestrebt, da müsste man ja richtig aktiv werden. Jeder kann sich selbst verwirklichen, ohne auf die Interessen der Gesellschaft eingehen zu müssen.
        Bei zu Vielen ist das so intus – ich kann machen was ich für richtig halte, ich kann meine persönlichen Vorstellungen ausleben und halte das für Freiheit.
        Das hat ein Teil der Menschen über 30 Jahre lang verinnerlicht – Ich, Ich, Regeln nur für die Anderen, meine Freiheiten, meine Rechte.
        Das es neben Rechten auch noch Pflichten gibt, das haben manche nicht realisiert, nicht wahrgenommen. Es wurde ja bisher nie von ihnen verlangt.
        Und jetzt auf einmal sollen sie sich impfen lassen? Für wen denn? Das ist ihr Körper.
        Sie sind doch gesund und wenn die Anderen (die Geimpften, die als „Schlafschafe“ bezeichnet werden) geimpft sind, ist das doch ausreichend. Auch wenn die Schulmedizin teilweise abgelehnt wird. Aber es gibt immer noch das Krankensystem, das sie im Notfall aufnimmt. Das ist auch geltendes Anrecht. Das Krankenhaus als Reparatureinrichtung. Uneinsichtige persönliche Freiheit ist nicht Freiheit, sondern Anarchie, eine Freiheit die auf Unverständnis beruht, auf Egoismus.
        Freiheit ist im menschlichen Zusammenleben uA. Die Einsicht in die Notwendigkeit. Das Sinnbild wurde leider im Stalinismus missbraucht für deren Ideologie. Oder um Rosa Luxemburg etwas abzuleiten – meine Freiheit ist auch die Freiheit der Anderen.

      4. Danke, Ralf Julke, für diesen sachlichen, erhellenden und dennoch empathischen Beitrag.
        Wir erleben derzeit täglich, wie das gesellschaftliche Klima schärfer, kälter, härter wird. Weil neben den sozialen Gräben, die in den letzten 20 Jahren breiter und breiter geworden sind, neue Corona-getriebene Risse auftauchen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Ufer zwischen den Gräben inzwischen so weit voneinander entfernt sind, dass man kaum noch „rüberspringen“ kann.
        Eine meiner Freundinnen – durchgeimpft, aber chronisch krank und deshalb Hartz-IV-Empfängerin – kommentierte einen evtl. bevorstehenden erneuten Lockdown so: „Für mich ändert sich eigentlich nichts. Ich bin so oder so allein und kann an kulturellen oder anderen Freizeitaktivitäten nicht teilnehmen. Der Grund dafür – Armut oder Corona – ist zweitrangig.“ Noch Fragen?

      5. „Denn die Studie zeigt ja zuallererst nur, dass die Impfquote in wirtschaftlich besonders abgehängten Gesellschaftsgruppen und wirtschaftlich schwachen Regionen besonders hoch ist. “
        Müsste es nicht eher „niedrig“ heißen in der Schlussfolgerung?

        „Denn die meisten Menschen, die sich noch nicht haben impfen lassen, sieht man gar nicht. Die fahren auch nicht zu solchen Demos, weil die meisten trotzdem Angst haben sich anzustecken. Sie leiden eher unter den neuen Einschnitten für Ungeimpfte, ohne dass sie groß etwas daran ändern können.“

        Diesem Absatz und dem Folgenden kann ich mich komplett anschließen. Aus Nachbarschaft und Verwandtschaft kenne ich dahingehend einige Leute, auf die genau das zutrifft.

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige