Das Video aus Bautzen, welches seit dem Abend des 24. Januar 2022 die „Freien Sachsen“ verbreiten, dürfte einer der meistgesehenen Filmschnipsel dieser Tage werden und Folgen für ganz Sachsen haben. Zu sehen ist Vize-Landrat Udo Witschas (CDU), der laut MDR vor 600 Demonstranten in der sächsischen Stadt verkündet, dass er und Landrat Michael Harig die berufsbezogene Impfpflicht für Pflegekräfte und Krankenhausmitarbeiter/-innen ab dem 16. März 2022 nicht umsetzen werden. Damit gab der Politiker bekannt, dass sich das Gesundheitsamt des Landkreises Bautzen und auch die politisch Verantwortlichen Harig und er nicht an ein am 10. Dezember 2021 beschlossenes Bundesgesetz halten werden.

Wer sich vor dem heutigen Abend mit den neueren Entwicklungen rings um die Bautzener „Querdenker“- bis Rechtsextremisten-Szenerie befasst hat, dürfte weniger verwundert sein, dass damit der zur Landrats-Wiederwahl antretende Udo Witschas einen offenen Rechtsbruch verkündete.Vor allem in der Oberlausitzer Stadt hatte es in den letzten Wochen Montags-„Spaziergänge“ gegeben, die sich auch mit direkten Pyrotechnikwürfen und Angriffen gewaltsam gegen Polizeikräfte gerichtet hatten. Darüber hinaus waren auch unzählige falsche Stellengesuche mit der angeblichen Herkunft „Bautzen“ unter anderem im „Lausitzer Kurier“ platziert worden, in denen angebliche „examinierte Krankenschwestern“ vorgaben, unter dem Druck des näher rückenden 15. März 2022 einen neuen Job zu suchen.

Neben weiteren Journalist/-innen ist es den Recherchen des Portals T-Online zu verdanken, dass diese weitere Fake-Geschichte gestern gleich wieder platzte. Dennoch scheinen die lauten und leisen Aktionen mit Anti-Impfpropaganda und als „Spaziergänge“ getarnte Versammlungen, welche oft von den rechtsextremen „Freien Sachsen“ terminlich und mittels Videoberichten beworben werden, Eindruck auf die örtliche Politik gemacht zu haben.

Wörtlich formulierte Udo Witschas am gestrigen 24. Januar 2022 vor dem Landratsamt unter dem Jubel der Demonstranten: „Wenn Sie mich danach fragen, was das Gesundheitsamt des Landkreises Bautzen machen wird ab dem 16.03., dann werden wir unseren Mitarbeitern im Pflege- und im medizinischen Bereich kein Berufsverbot, kein Betretungsverbot erteilen.“

Dies wäre für Mitarbeiter/-innen nötig und vom Gesundheitsamt anzuweisen, welche sich bis dahin nicht geimpft hätten, um einerseits längere eigene Arbeitsausfälle zu vermeiden und andererseits besonders anfällige Gruppen wie Senioren und Kranke besser zu schützen, da bei Geimpften die Virenlast bei einer Erkrankung zumindest abnimmt.

Gleichzeitig richtete Witschas Parteikollege und Landrat Michael Harig (CDU) am 24. Januar 2022 in einem Brief die Forderung an die sächsische Landesregierung, namentlich Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), auf die Impfpflicht für den medizinischen und pflegerischen Bereich zu verzichten.

Dies sei notwendig, so Harig weiter, „um die Landkreise und Gesundheitsämter vor Ort vor einer Zwangssituation zu bewahren, in der die Impfpflicht durch die Macht des Faktischen unterlaufen wird, unterlaufen werden muss.“ In seinem Schreiben prognostiziert der CDU-Politiker indirekt einen Ausfall von „10 Prozent der tätigen Personen“, welcher „nicht zu kompensieren“ sei.

Das dürfte vor allem die privaten Pflegedienste betreffen, welche seit Jahren unter zu hohem Kostendruck durch die Krankenkassen stehen und meist mit Tiefstlöhnen agieren. Besonders problematisch gilt die Situation vor allem im ländlichen Bereich wegen längerer Anfahrtswege, geringerer Personalverfügbarkeit und vor allem in Sachsen einer zunehmenden Überalterung.

Hinzu kommt eine Entwicklung, welche erst Anfang 2022 von der Universität Jena in einer Studie über die Sterblichkeitszahlen mit und ohne Impfung ermittelt wurde. So ist aktuell die Übersterblichkeit in Sachsen rund 14-fach höher als beispielsweise in Bremen. Der Unterschied gehe hochsignifikant auf die Impfquote zurück, so die Studienersteller.

Köditz sieht Wahlkampfmanöver mit Auswirkung für ganz Sachsen

In einem bereits am Abend abgesetzten Tweet verurteilte die Linken-Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Die Linke) das aus ihrer Sicht auch wahltaktische Manöver von Udo Witschas wegen seiner Ambitionen, im Juni Landrat des Landkreises Bautzen zu werden.

Ihre Partei hatte am 10.12.2021, am Tag des Beschlusses zur branchenbezogenen Impfpflicht, erfolglos den Antrag im Bundestag eingebracht, den Beschäftigten verschiedener medizinischer Einrichtungen eine steuer- und sozialabgabenfreie Prämie zu zahlen. Für Vollzeitbeschäftigte sah die Fraktion einen Betrag von 1.000 Euro vor.

Wie die Auswirkungen des angekündigten Rechtsbruchs Witschas und des Bautzener Gesundheitsamtes genau aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Im Zweifel wird sich zeigen, dass der Gesetzgeber in diesem Fall der Bund ist. Dort wird gerade eifrig über die allgemeine Impfpflicht gegen COVID-19 gestritten, zuletzt mit zunehmenden Gegenstimmen. Scheinbar jedoch ist es erst einmal dran, sich um die Durchsetzung bereits beschlossener Gesetze zu kümmern.

Sonst kann man jede weitere Debatte über sonstwie geartete Impfverpflichtungen gleich zu den Akten legen.

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Es gibt 17 Kommentare

@Marco_Pohlo: Wie wäre es denn, wenn Sie meine Frage mal beantworten würden? So, wie ich Ihnen meine Impfentscheidung jederzeit begründen könnte (medizinische Evidenzen, Begleitstudien zu Impfschäden, erwiesene Wirksamkeiten und vor allem Übersterblichkeiten bei Nichtimpfung) würde ich schon gern mal erfahren, was einen Mitarbeiter einer Kranken- oder/und Pflegeeinrichtung wie Sie davon abhält, sich impfen zu lassen.

Weshalb ich Sie ja bereits in meinem ersten Kommentar deutlich danach gefragt habe.

Ich denke, dass ich aufgrund Ihres Engagements und meiner Tätigkeit hier schon aus Gründen der Freundlichkeit eine Antwort verdient hätte. Sich hier stattdessen mit Menschen zu streiten, die Ihnen Egoismus vorwerfen, ist vergossene Milch – finden Sie nicht?

Und um erneut in Vorleistung zu gehen: Nein, ich war am 24. Januar 2022 nicht in Bautzen. Das habe ich aber im Beitrag auch nicht behauptet, sondern direkt zum Einstieg auf das Video als Quelle verwiesen. Mehr war und ist für die Einschätzung der Rede des Vize-Landrates auch nicht nötig.

Dass ausgerechnet die “Freien Sachsen” mittlerweile die wenigen Bilder aus Ihrer Stadt liefern, sollte Ihnen hingegen zu denken geben.

Denn auch ich als Journalist besuche die offenbar von Ihnen bewohnte Stadt leider nur noch bei Versammlungsanlässen, wenn ich ausreichend für meine Sicherheit – von Anreise über Demo bis zur Abreise – sorgen kann. Leider ist Ihre (?) schöne Stadt mittlerweile für eine Protestkultur bekannt, die schon in den Jahren der Flüchtlingsdebatten brutale Bilder lieferte und sich diese Dokumente als Videos längst wieder finden lassen.

Und als Journalist “erkannt” zu werden, ist dank der fröhlichen Beleidigungen (die ich alle längst auswendig kann) auch ein wenig respektvoller Umgang Ihrer Mitbewohner. Den Respekt, den Sie einfordern, verweigern viele dieser Demonstranten in Bautzen also anderen Menschen gegenüber.

Kurz gesagt: nein Danke. So lange nicht, bis Menschen wie Sie sich deutlich und vernehmbar gegen die Rechtsextremen auch in Ihren Reihen stellen. Und davon höre und sehe ich seit Jahren null. Im Gegenteil: es wird verharmlost, weggeschaut und sich letztlich auch mit solchen Kräften verbrüdert. Und nur, weil der MDR schreibt, dass am 24.01. mal weniger Rechtsextreme da waren (hatten die einen Auswärtsmarsch?), ändert das gar nichts an er Gesamtlage.

Es tut mir durchaus leid, wenn Sie und andere so auch in Töpfen landen, wo Sie vielleicht nicht hingehören. Aber wie bereits gesagt: Sie tun ja auch nichts dagegen – also leben Sie vielleicht einfach damit, bis sich da etwas ändert … Im Netz Kommentare schreiben, reicht da leider nicht aus.

Also: Warum gehören Sie, deutschlandweit betrachtet – zu den 5-10 Prozent derjenigen, die meinen, sich nicht impfen lassen zu müssen?

@Lutz 70

Die Deutsche Krankenhaus Gesellschaft stellte am gestrigen 24. Januar 2022 eine repräsentative Krankenhaus-Umfrage vor, aus welcher hervorgeht, dass 90 bis 95 Prozent des Krankenhaus- und Pflegepersonal in Deutschland bereits doppelt geimpft bzw. geboostert ist. Die Lösung vieler Probleme sehen die Fachleute im dringend nötigen Bürokratieabbau – da geht es um täglich mehrere Stunden, wo keine Arbeit “am Patienten” geleistet werden kann.

Vielleicht kann hier jemand das Rätsel lösen, woher dann 53.000 Menschen in Sachsen kommen und wer sie offenbar erfolgreich von der Lüge überzeugt hat, sie würden für die Mehrheit dieser Menschen zu sprechen?

Die Kampagne, welche seit Monaten von Rechtsextremisten wie den “Freien Sachsen” und Querdenkern gegen die Impfstoffe und nun aktuell gegegen die branchenbezogene Impfpflicht stattfindet, kann es ja nach Ihrer Einschätzung nicht gewesen sein.

Nu gloar …

Quelle zur Umfrage: https://www.dkgev.de/dkg/presse/details/umfrage-krankenpflegekraefte-zu-95-prozent-geimpft/

MDR berichtet, laut Polizei waren Montag in Sachsen 53 000 Spaziergänger unterwegs. Es gab auch 1500 Befürworter . Verhältnis 53-1,5
Aber die 53 000 sind selbstredend rechts und Querdenker. Nu klor…

Hallo Herr Pohlo,

Mimimmi in reinster Form.

Aber Sie haben natürlich Recht:

Ich ergänze meinen Beitrag von vorhin ab dem Wort „wollen“ folgendermaßen

Und sie kein gültiges medizinisches Attest haben, das die Impfung nicht empfiehlt

Im übrigen zeigt mir Ihr wildes Geflatter, das ich genau richtig liege. Danke dafür!

Hallo Herr Freitag,
waren Sie gestern in Bautzen vor Ort?

Im Beitrag wird an keiner Stelle behauptet, dass der Autor vor Ort war. Im Gegenteil wird von Beginn an auf ein Video abgestellt und die darin enthaltenen Aussagen eines Vize-Landrates. Diese werden von niemandem bestritten und sind im Originalzitat korrekt.

Allgemein sei die Anmerkung gestattet, dass in der bekanntermaßen häufiger gewaltbereiten Umgebung der Montagsversammlungen auch in Bautzen offenbar kaum noch Medienvertreter vor Ort sind – es sei denn mit Securitypersonal, wie es sich der MDR leisten kann. Die Moderation

@nuhn

Ihr Zitat:
Leute, die behaupten, die Gesundheit der Personen in ihrer Obhut liege ihnen am Herzen, sich aber gleichzeitig nicht impfen lassen wollen
-lügen
-sind rücksichtlos
-haben den falschen Job
-und werden wirklich von niemandem gebraucht.

Die Aussage ist unglaublich anmaßend und frech!

Waren es nicht ALLE Mitarbeiter der Krankenhäuser, die in der ersten, zweiten und dritten Welle, als es noch keine oder nur in geringem Maß Impfungen gab, zum Dienst gehen mussten. Mitarbeiter die zum Teil 30 Jahre und mehr im Dreischichtsystem gearbeitet haben und 24/7 da sind. Über diese Mitarbeiter trauen Sie sich wirklich zu sagen,

…sie lügen
-sind rücksichtlos
-haben den falschen Job
-und werden wirklich von niemandem gebraucht.

Hätten Sie sich das letztes Jahr um diese Zeit getraut zu diesen Menschen zu sagen? Da wurde ihnen das erste Mal verdiente Anerkennung entgegen gebracht. Diese gleichen Menschen braucht jetzt keiner mehr, sie lügen, haben den falschen Job und sind rücksichtlos? Das ist wahrlich schnell geurteilt…

An Unverschämtheit ist das kaum zu überbieten!

Lieber Sebastian,

legen Sie bitte mal die ideologische Brille weg und lesen Sie, was ich als Begleitung des Fazits schrieb. Da Bautzen ganz offensichtlich eine höhere Rate ungeimpfter Kolleg/-innen zu haben scheint, fällt diese Stadt hinter den anderen Krankenhäusern offenbar zurück – liegt also nicht bei 95 Prozent.

Demnach bleiben in Bautzen nicht 5 Prozent sondern weit mehr, die ab dem 16.3. wohl nicht mehr arbeiten können. Was in den Pflege – und Krankeneinrichtungen anderen Bundesländern offenkundig weit besser aussieht – da herrschen teils Impfquoten von 100 Prozent. (logisch, irgendwer gleich ja den ostdeutschen Malus aus)

Und was Ihnen noch nicht ganz klar geworden ist. Mit dem Bundesgesetz vom 10.12.2021 ist für Pflege- und Krankenhauspersonal “aber die Impfung bleibt natürlich Privatsache” hinfällig. Denn das Gesetz macht die Impfung (ähnlich anderer Impfungen, die in diesem Bereich zwingend vorgeschrieben sind) zum Teil der Voraussetzung zur Jobausübung.

Sagen wir also es sind nur 80 (ich ahne ja eher eine 60) Prozent in den Bautzner Einrichtungen geimpft und fallen dann noch 20 Prozent (Ermüdung, Stress, Covid, andere Erkrankungen) aus (siehe es gibt derzeit eine höhere Erkrankungszahl als sonst – darunter auch Covid) reißt dies natürlich im LK Bautzen ein weit größeres Problem auf, als in anderen Gebieten Deutschlands. In manchen Teilen des Landes gibt es das Problem demnach sogar gar nicht, was hier zu einer populistischen Pirouette von Witschas führte.

Aus der schlechten Lage in Bautzen kann man jetzt einen Aufruf zum Rechtsbruch machen oder man fragt mal, wer hier eigentlich wen im Stich lässt. Das hat null mit ideologischen Einstellungen zu tun (deshalb der Einstieg), sondern mit Zahlen, Fakten und den verbreiteten Lügen übers Impfen. Die jedenfalls scheint es im LK Bautzen im Überfluss zu geben.

Ich schreib mal weiter an meinem nächsten Artikel zum Thema, danach wirds denke ich heller am Horizont 😉

Grüße M.F.

Liebe Frau Pilz,

Leute, die behaupten, die Gesundheit der Personen in ihrer Obhut liege ihnen am Herzen, sich aber gleichzeitig nicht impfen lassen wollen
-lügen
-sind rücksichtlos
-haben den falschen Job
-und werden wirklich von niemandem gebraucht.

Ich empfehle eine Stellenanzeige in einem lokalen Anzeigeblatt, am besten mit gefälschten Kontaktdaten, damit es auch klappt.

Wer hat nochmal gesagt: “Ich sehe hier keine Nazis sondern nur normale Leute.”? Ich komme leider nicht drauf.

> Kurz gesagt: die ungeimpften Kolleg/-innen lassen ihre eigenen Leute im Stich.
Aus Solidarität mit den Kollegen ärztliche Behandlungen durchführen…ganz ehrlich, so “Soli-Links” kann man doch fast nicht sein, dass man von dieser Art Weltsicht ausgeht und sendet?!
Die letzte Geschichte dieser Art hab ich von meiner Oma gehört, die zur Wendezeit, selbst bereits gekündigt und freigestellt, für eine kranke Kollegin einsprang, damit die Gehaltsabrechnung fertig wurde. Gedacht hat sie, dass sie der Kollegin hilft und auch den anderen Angestellten im Werk. Geerntet hat sie Hohn von manchem Kollegen und Bekannten.
Ihre Schlußfolgerung, das Nichtimpfen von medizinischen Personal sei eine gegenüber den Kollegen eine unsolidarische Entscheidung, teile ich nicht. Sich im Berufsalltag zu helfen und kollegial zu unterstützen ist sicher eine der Formen von gelebter Solidarität, aber die Impfung bleibt natürlich Privatsache.

> die Impfquote liegt bei fast 95 Prozent! unter dem Pflege- und Krankenhauspersonal. ABER: der Krankenstand ist bei 20 Prozent. Was sagt uns das?
Nach dem, was ich in monatelangem Konsumieren diesbezüglicher Berichte bei verschiedenen Print- und Fernsehmedien heraushöre, ist es eher die Demotivation wegen Überarbeitung, und die von Ihnen genannte dünne Personaldecke, als die 5 % Ungeimpften unter ihnen. Wenn die Zahl denn stimmt.

> So tyrannisieren mit ihrer Impfverweigerung (sofern nicht medizinisch begründet) also wenige viele. Bravo.
Ich finde, Sie steigern sich da wirklich hinein. Allein die Wortwahl “tyrannisieren”… In meinem Umfeld nehme ich eher Viele wahr, die so oft wie es geht (und sie unbeobachtet, oder unsanktioniert sind) die Maske fallen lassen. Sie kommen in eine Umkleidekabine, die mit 8-10 Männern gefüllt ist, und ziehen erst mal die Maske runter. Sie betreten ein Hotel: nachdem man die Rezeption verlassen hat, erst mal Maske runter. Sie gehen durch ein Geschäft und ziehen nach der Kontrolle der Nachweise erst mal die Maske unter die Nase. Und so weiter, und so fort. Sicher ist es subjektiv, von wem man sich eingeschränkt, oder bedroht fühlt, aber die Leute, die für sich entschieden haben sich nicht impfen lassen zu wollen (und mit dieser Entscheidung möglichst nicht hausieren gehen), sind es für mich und weite Teile meines Umfeldes überhaupt nicht.

Überhaupt nervt dieser teils missionarische Eifer der Leute mittlerweile, überall ihren Impfstatus breitzutreten. Letztens sagte es eine Sportkameradin lauthals auf dem Feld, sie sei schon “geboostert”. Auf mein “Du, ist mir nicht so wichtig.” kam nur ein “Ich sags Dir aber trotzdem!”
Und wenn man dann lachen muss, wird man noch schief angesehen…

Über Bautzen: Da geht manches ins Merkwürdige. Die Sächsische Zeitung hat mal über mehrere Artikel eine Recherche über das Netzwerk eines Bauunternehmers veröffentlicht. Da ging es um Reichsbürgerei und ähnliches. In einem Prozess um Feststellung/Unterlassung dieses Begriffs hatte unser Herr Kasek sogar mal wieder die Finger im Spiel.
Spannend, dass für Leipziger Linke diese Gegend so interessant ist.

Weil wir gerade bei “den Sinn erfassen” sind. Heute noch erscheint ein Artkel zur Blitzumfrage in den deutschen Krankenhäusern. Erschreckend ist folgendes: die Impfquote liegt bei fast 95 Prozent! unter dem Pflege- und Krankenhauspersonal. ABER: der Krankenstand ist bei 20 Prozent. Was sagt uns das?

Rechnet man die Covid19-Erkrankungen ein, sind diese neben einer zu dünnen Personaldecke einer Gründe für die Überlastungserscheinung. Und da wir nun ja wissen, dass es vor allem mit langwierigen Verläufen eher die Ungeimpften erwischt stellen diese durch längere Erkrankungszeiten ein besonderes Problem dar.

Kurz gesagt: die ungeimpften Kolleg/-innen lassen ihre eigenen Leute im Stich. In Bautzen offenkundig im Vergleich zu diesen deutschen Durchschnittswerten in einem extremen Ausmaß, was nur noch mit dem Thema Schwurbelhochburg (sorry) erklärbar ist.

So tyrannisieren mit ihrer Impfverweigerung (sofern nicht medizinisch begründet) also wenige viele. Bravo.

M. E. hätte Herr oder Frau nuhn den Kommentar des marco_pohlo von oben sinnerfassend lesen sollen!
Dann wüsste er oder sie von dem eigentlichen Anliegen Bescheid und könnte auf solche Aussagen einfach verzichten!
Die braucht wirklich keiner!!!

Mimimi, Herr Pohlo darf nicht mehr arbeiten. Schrecklich!

Und 30% andere auch nicht. Schrecklich!

Die anderen sind schuld.

Man wird ja mal fragen dürfen, ob man weiterhin rücksichtslos die Gesundheit anderer gefährden darf.

@Frank: der Glaube hat schon genug Unheil auf der Welt angerichtet 😉

Denken Sie, die 600 gestern und die sonst Montags in Bautzen auftretenden Menschen hatten keine Schnittmengen? Das wäre ein kleines Logikwunder aka Glaube …

PS: Sie halten die Westin-Geschichte für abgeschlossen und geklärt? Ich nicht, ich warte auf den Gerichtsprozess, bis ich mir eine abschließende Meinung bilde.

@marco_polo: Da das Gesetz, welches am 16.03.2022 nach nun 1-jähriger Vorlaufzeit der Impfmöglichkeiten seine Wirkung entfaltet, ausdrücklich Menschen von der Impfpflicht ausschließt, welche sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, würde mich Ihr Grund interessieren, es nicht getan zu haben.

Ist dieser zum Beispiel „die Impfstoffe wurden nicht genügend getestet“ usw., sind wir schon mittendrin im „Querdenkerland“.

Sollten es medizinische Gründe sein, ist Ihr Job ja sicher.

Und da ich mich natürlich weit öfter mit den Verhältnissen in Bautzen befasse (weshalb entstehen gerade da die 25-30 % Ablehnung?), als nur für diesen Beitrag, würde mich mal ganz ernsthaft interessieren, welche Medien Sie so lesen/wahrnehmen, um sich Ihre Meinung über wichtige Themen zu bilden.

Vielen Dank vorab, Ihr M.F.

Wem soll ich nun glauben, dem Kommentar von marco_pohlo oder dem l-iz-Bericht über die Kundgebung? Es scheint der Verfasser des Berichtes war nicht in Bautzen sondern hat nur das Video gesehen. Ich wünsche mir eine umfassendere Berichterstattung, wobei ich weis, dass die “l-iz” auch nur begrenzte Möglichkeiten hat überall zu sein. Die Meldung von Frau Köditz, auch wenn ich sie schätze, kommt meiner Ansicht nach zu schnell und sie wertet auch gleich. Diese schnelle Reaktion und die Wertung hat sie nicht nötig. Manchmal braucht es einige Zeit bis der ganze Zusammenhang sichtbarer wird. Ich erinnere an die Sache im Leipziger Hotel mit den antisemitischen Vorwürfen. Nietzsches Aphorismus dazu “Was wir tun, wird nie verstanden, sondern immer nur gelobt und getadelt.”

Diese Berichterstattung vermittelt mal wieder den Eindruck, es seien gestern Abend Querdenker und Rechtsextremisten unterwegs gewesen. Das ist falsch! Ja, Menschen mit dieser Einstellung gibt es hier, wie auch anderswo. ABER nicht gestern Abend! Die gestrige Veranstaltung war angemeldet und geplant von Mitarbeitern aus dem Gesundheitswesen des Landkreises Bautzen, genau so, wie die Veranstaltung am Montag zuvor. Es war friedlich, absolut friedlich! Es war ein stiller Protest. Es gab keine Böller, keine Ausschreitungen, selbst kaum Trillerpfeifen. Es war unheimlich viel medizinisches, pflegerisches und therapeutisches Personal aus den Gesundheitseinrichtungen des Landkreises vor Ort, einfach nur normale Menschen! Erklärt wurde gestern von Herrn Witschas, das mehrfach Fragen an die Landesregierung Sachsen gestellt wurden, wer die medizinische Versorgung ab 16.3.22 übernimmt, wenn das Personal der Gesundheitseinrichtungen nicht mehr da ist, weil es nicht mehr arbeiten darf. Diese Frage wurde nicht beantwortet. Es geht hier auch nicht um 10 %, sondern 25-30% der Mitarbeiter. Dieses Risiko will und kann der Landrat und sein Vize nicht eingehen. So war gestern Abend der Zusammenhang, nicht mehr und nicht weniger… Ich schreibe diesen Kommentar, da ich anwesend war und selbst betroffen bin. Ich bin Mitarbeiter im Gesundheitswesen, arbeite im Bereich der Verwaltung. Ich darf nach geltendem Recht ab 16.3.22 nicht mehr an meinen Arbeitsplatz. Es ist doch gerechtfertig die gesundheitspolitischen Maßnahmen zu hinterfragen, die solche Einschnitte zur Folge haben, gerade dann, wenn absehbar ist, dass nun doch ein abnehmendes Risiko deutlich wird.

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