Der Freistaat Sachsen plant eine leichte Korrektur seiner aktuell geltenden Corona-Notverordnung. Zentral ist unter anderem, dass die Hotspot-Regelung, die ab einer bestimmten Inzidenz regional verschärfte Maßnahmen vorsieht, bis auf Weiteres ausgesetzt werden soll. Währenddessen sorgt ein jüngst beobachteter Untertyp der Omikron-Mutation des Virus für Unsicherheit und in Leipzig gab es einen mutmaßlichen Brandanschlag auf Fahrzeuge des Ordnungsamts. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 25. Januar 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Leichte Lockerungen: Omikron machts möglich

Sachsens Landesregierung plant leichte Lockerungen in der aktuellen Corona-Notverordnung: Wie Sozialministerin Petra Köpping (63, SPD) am heutigen Dienstag sagte, wird das automatische Greifen schärferer Maßnahmen in Regionen mit einer Inzidenz über 1.500 abgeschafft.

Bisher galt ab diesem Wert automatisch, dass die Gastronomie wieder schließen musste und nachts eine Ausgangssperre verhängt wurde – dann durfte das Haus zwischen 22 und 6 Uhr nur noch aus triftigem Grund verlassen werden.

Köpping begründete den Schritt mit der in Sachsen um sich greifenden Omikron-Mutation des Virus: Weil hier ein Zusammenhang zwischen Inzidenzwert und Krankenhausbelastung noch nicht so greifbar sei wie bei der Delta-Variante, sei die Entscheidung richtig. Eine Rückkehr der Hotspot-Regel bleibe jederzeit möglich, wenn die Zahl der Klinik-Einweisungen wieder zunimmt.

Auch weitere Bereiche gelockert – Hotels und Stadien jedoch nicht

Weitere Regeln für Sachsen erlauben fortan die Durchführung von Hochzeiten (wie es bisher schon für Beerdigungen galt) unter der Maßgabe 3G und mit bis zu 20 Personen. Reisebüros sowie körpernahe Dienstleistungen sollen mit 2G-Regel öffnen dürfen.

Messen und ähnliche Veranstaltungsformate dürfen mit maximal 1.000 Besucherinnen und Besuchern sowie 2G stattfinden – für die Leipziger Buchmesse (geplant: 17.–22. März) könnte das, zumal nach zweimaliger Absage durch die Pandemie, eine wichtige Botschaft sein.

Für Hotel-Übernachtungen gibt es dagegen weiterhin keine Lockerung – in diesem Bereich soll es beim Modell 2G plus bleiben. Auch auf volle Fußball-Stadien wird man weiterhin warten müssen, die Begrenzung auf 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauer wird vorerst nicht aufgehoben.

Die neue Verordnung soll kommenden Dienstag beschlossen werden und gilt dann vom 6. Februar bis 6. März in Sachsen.

Illusion Endemie? Neuer Omikron-Typ verunsichert

Die Hoffnung, Sachsen und Deutschland könnten auf eine endemische Phase zusteuern, in der das Virus also bleibt, aber die Erkrankung in ihren Folgen für Menschen und Gesundheitssysteme beherrschbar wird, ist nicht vom Tisch, erfährt aber aktuell wieder eine Reihe Fragezeichen.

Vor allem in Dänemark, aber auch anderen Staaten weltweit wird ein Subtyp der Omikron-Variante des Virus mit dem Namen BA.2 beobachtet, der hierzulande ebenso bereits nachgewiesen ist.

BA.2 ist nur eine von drei aktuell bekannten Unterlinien von Omikron, die ihre „Geschwister“ aktuell aber in der Ausbreitung zu verdrängen scheint.

Erste Hinweise deuten darauf hin, dass BA.2 tatsächlich einen evolutionären Vorteil entwickelt hat und sich schneller in der Bevölkerung verteilt.

Genaues weiß man nicht

Inwieweit er tatsächlich infektiöser ist, ob er eine stärkere Immunresistenz entwickelt hat und insofern nachteilige Auswirkungen auf den Pandemieverlauf insgesamt zu befürchten sind, stellt eine offene Frage dar. Noch fehlen aussagekräftige Studien hierzu.

Erhebungen aus Dänemark deuten zumindest bei BA.1 auf die Wirksamkeit der Impfstoffe und deren Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf hin. Das nährt Hoffnungen, bei BA.2 könnte es genauso sein.

Blitzumfrage: patientennahes Personal weit über Durchschnitt geimpft

Laut einer Blitzumfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) sind Beschäftigte in patientennahen Bereichen Deutschlands übrigens weit überdurchschnittlich geimpft – im Bereich der Pflege ist die Quote mit 95 Prozent mindestens doppelt Immunisierter besonders hoch.

Auch dies straft den Behauptungen Lügen, wie sie „Querdenker“ und „Kritiker“ der Corona-Maßnahmen gern mal in verzerrter Realität suggerieren, zuletzt ganz ungeniert am Samstag. Man erinnere sich an die mutmaßlich gefälschten Inserate, die suggerieren, Pflegerinnen und Pfleger würden wegen der berufsbezogenen Impfpflicht nun in Massen verzweifelt nach neuer Beschäftigung suchen.

Offenbar wieder ein Brandanschlag

In der Nacht zu Dienstag wurden die Leipziger Einsatzkräfte aufgrund eines möglichen Anschlags auf das Ordnungsamt alarmiert. Am frühen Morgen gegen 2:30 Uhr standen vier Elektro-Wagen der städtischen Behörde in Flammen, Ort des Geschehens war ein Parkplatz hinter dem Schönefelder Rathaus.

Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude verhindern, die Fahrzeuge brannten jedoch aus. Wegen des Verdachts einer Straftat und politischen Motivation kümmert sich das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des Landeskriminalamts Sachsen um die Ermittlungen und sucht nach potenziellen Zeugen.

Schon seit Monaten kommt es in Leipzig vermehrt zu Anschlägen auf PKW – auch Privatautos waren massiv betroffen. Inwieweit hier Serientäter am Werk sind und was sie antreibt, ist bislang ungeklärt.

Viel Stadtrat und der skandalöse Aufruf eines CDU-Politikers

Worüber die LZ heute berichtet hat: Wieder geht es um sehr viele Themen aus dem Stadtrat: das Quartier am Freiladebahnhof Eutritzsch, den Pereser See sowie Radfahrstreifen in der Zschocherschen. Sichere Radwegeführung ist auch in der Johannisallee ein Thema.

Michael Freitag beschäftigt sich kritisch mit einem CDU-Vizelandrat, der mal eben offen zum Rechtsbruch aufruft.

Aggressionen gegen die Presse, erfolglose Verhandlungen, geschlossene Schulen

Was heute sonst noch wichtig war: Angriffe und Aggressionen gegen Medienvertreter bleiben leider ein Dauerthema. Die ARD-Vorsitzende bezieht dazu eine eindeutige Position.

Auch Verhandlungsrunde Nummer 7 für Beschäftigte im Großhandel ging ohne Ergebnis zu Ende.

Mehrere Leipziger Schulen sind von einer (teilweisen) Schließung durch die Pandemie betroffen.

Was morgen wichtig wird: In Dresden wird vor dem Oberlandesgericht der Mammut-Prozess gegen die mutmaßliche Straftäterin Lina E. und drei Mitangeklagte fortgesetzt. Dem der linken Szene zugeordneten Quartett werden Gewalttaten gegen rechts bis rechtsextrem eingestellter Personen zugeordnet.

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