Was die ganzen Zahlen zu Covid-19-Tests tatsächlich erzählen – und was nicht

Für alle LeserSeit zwei Wochen sind wir (erst) im Lockdown-Modus. Das muss man manchmal wiederholen, weil sie jetzt schon wieder alle unruhig werden, all die Zappelkasper, die am liebsten alle Ausgangsbeschränkungen sofort wieder aufheben und die Maschine hochfahren würden. Auch weil die Zahlen ja irgendwie nicht mehr so steil ansteigen. Vielleicht sinken sie sogar? In unserem E-Mail-Fach landen derzeit eine Menge auch wirklich kluger und detaillierter Berechnungen.

Auch vom Leipziger Wissenschaftsverlag (LWV) aus der Brockhausstraße in Schleußig bekamen wir einen langen (sehr langen) Offenen Brief, in dem die ganzen Zahlen, die vor allem das Robert-Koch-Institut (RKI) jeden Tag meldet, durch den Computer gejagt und in Kurven verwandelt wurden. Die großen Zeitungen haben alle irgendeine Statistik auf ihrer ersten Seite, mal mit interaktiven Karten, auf denen man anklicken kann, wie viele positiv auf Covid-19 Getestete es gibt, wie viele gemeldete Tote und wie viele Gesundete. Gern auch mit gestauchten Grafiken, weil die Zahlen ja „exponentiell“ ansteigen.

Aber wer sich nur einmal mit dem ganzen Zahlensalat beschäftigt, merkt schnell, dass diese ganzen Zahlen bestenfalls davon erzählen, wie gut oder schlecht die Länder eigentlich testen, zählen und melden.

Und Statistiker fassen sich sowieso an den Kopf, wenn sie sehen, wie ernsthaft diverse Medien über den „Anstieg der Fälle“ reden und schreiben.

Da zitiere ich einfach mal aus dem Offenen Brief des Wissenschaftsverlags:

„Als wissenschaftlich unhaltbar gelten zum einen die Verwendung allein der Zahl der Positivbefunde unter Ausblendung der Datenbasis (d. h. der Gesamtzahl N der angewandten Tests) sowie zum anderen der Vergleich der Infektionszahlen zwischen Ländern mit unterschiedlicher Erhebungs- und Zählmethodik. So ist beispielsweise bekannt, dass die italienischen Gesundheitsbehörden nicht zwischen Verstorbenen ,an‘ oder ,mit‘ Covid-19 oder sonstigen Todesursachen unterscheiden (Tagesschau vom 21.03.2020). Derart unsaubere Zählweisen eignen sich nicht zur weiteren Auswertung.

Es wird viel über die täglich verbreiteten Zahlen diskutiert. Insbesondere der ,Verdoppelungszeitraum‘ wird gegenwärtig als Kriterium zur Lockerung der rigiden Schutzmaßnahmen herangezogen. Angela Merkel nannte am 28. März als Cut-off-Kriterium einen Verdoppelungszeitraum von 10 Tagen, um die Einschränkungen der elementaren Grundrechte wieder aufzuheben. Nun dürfte jeder Schülerin im Physikleistungskurs klar sein, dass eine Vergleichbarkeit der Testergebnisse nur dann gegeben ist, wenn an den Randbedingungen nichts verändert wird. Gerade dies ist aber, wenn man den Blick auf die Zahl der Positivbefunde einengt, nicht der Fall.

Um zu einer valideren Beurteilung der statistischen Angaben zur Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu gelangen, ist die Berücksichtigung der Baseline und der Zahl der Testungen eine unabdingbare Voraussetzung. Dass die Zahl der angewandten Tests den maßgeblichen Virologen nicht bekannt sei, sondern nur grob geschätzt werden könne (Drosten am 26.03.2020), verwundert sehr.

Das Robert-Koch-Institut hat die örtlichen Gesundheitsämter Anfang März verpflichtet, auch die Zahl der Negativbefunde zu melden. In erster Näherung kann daher – wenn man die Zahl ungültiger oder möglicherweise nicht eindeutiger Tests vernachlässigt – die Summe der positiven und negativen Befunde als Schätzung für die Gesamtzahl der vorgenommenen Tests herangezogen werden. Damit sollte es gelingen, den Blick von den Absolutzahlen wegzulenken und stattdessen auf einfache Teststatistiken zu richten.“

Wer sich die Tagesberichte des RKI anschaut, findet diese Zahlen zumindest in der Wochenzusammenfassung. Da sieht man zum Beispiel, dass in der ersten Woche mit Allgemeinverfügung (der 11. Kalenderwoche vom 9. bis 15. März) 127.457 Personen auf Covid-19 getestet wurden, von denen dann 7.582 einen positiven Befund hatten (5,9 Prozent).

Die gemeldeten Testergebnisse zu Covid-19 (Stand: 1. April). Grafik: RKI

Die gemeldeten Testergebnisse zu Covid-19 (Stand: 1. April). Grafik: RKI

Erst in der zweiten Woche wurde die Zahl der Tests deutlich erhöht. Da wurden dann schon 348.619 Personen getestet, von denen 23.820 einen positiven Befund hatten. Mit teils alarmierender Geste wurde dann über auf einmal drastisch gestiegene Zahl der Positivbefunde berichtet. Dass deutlich mehr getestet wurde, wurde kaum erwähnt.

Obwohl jeder Statistiker und auch jeder kompetente Virologe darauf hinweist, dass man die tatsächliche Zahl der Menschen, die den Covid-19-Virus in sich tragen, nur erfährt, wenn man wirklich alle Menschen testen würde. Denn mittlerweile ist längst bekannt, dass viele Menschen an dem Virus gar nicht erkranken oder nur leichte Symptome tragen. Die schieren Zahlen sind übrigens auch nicht das Problem. Auch wenn die ganzen News-Maker immer wieder hyperventilieren, wenn wieder eine höhere Zahl gemeldet wird.

Wirklich wichtig sind nur die Menschen, die an Covid-19 wirklich erkranken und medizinische Hilfe brauchen. Diese Zahl meldet übrigens auch das RKI nicht, weil diese Menschen in der Regel in Quarantäne gehen. Wirklich gezählt werden nur die Menschen, die dann so heftig erkranken, dass sie im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt werden müssen.

Das ist nämlich das Nadelöhr, um das es geht, wenn die Virologen vom nötigen Abflachen der Kurve sprechen. Denn in Italien, Spanien, Frankreich oder auch den USA erleben wir ja gerade, was passiert, wenn die kaputtgesparten Krankenhäuser die Zahl der intensiv zu behandelnden Patienten nicht mehr verkraften.

Hier ist das Registrieren ansteigender Zahlen wirklich wichtig, weil diese Patienten tatsächlich lange im Krankenhaus bleiben, also im Lauf der Epidemie immer mehr Intensivbetten belegt sind und das Personal dort massiv belastet ist.

Intensivbehandlungen von Covid-19-Patienten in Deutschland (Stand: 1. April). Grafik: RKI

Intensivbehandlungen von Covid-19-Patienten in Deutschland (Stand: 1. April). Grafik: RKI

Hier steckt wirklich die Dramatik, wie auch die RKI-Zahlen vom 1. April zeigen. Da waren 1.876 Patienten in Intensivbehandlung, 390 mehr als am Vortag.

1.532 von ihnen mussten beatmet werden, 343 mehr als am Vortag.

Es macht also keinen Sinn, die ganzen Testzahlen durchzurechnen und dann mit mathematischer Präzision festzustellen, dass sie sich nicht mehr so schnell verdoppeln und die Zahl der neu registrierten Corona-Infizierten wieder zu sinken scheint.

Das Nadelöhr sind unsere Krankenhäuser, auch wenn das RKI am 1. April schon 745 abgeschlossene Behandlungen meldete. Aber unter diesen abgeschlossenen Behandlungen waren eben auch 245 Verstorbene, 87 mehr als am Vortag. Das sind nüchterne Zahlen, die aber wirklich direkt davon erzählen, wie die Mediziner in den Intensivstationen um das Leben der schwer an Covid-19 Erkrankten kämpfen, die oft schon Vorerkrankungen hatten.

So betrachtet, ähnelt natürlich auch die Corona-Epidemie einer „gewöhnlichen“ Grippewelle: Sie trifft vor allem die Menschen, deren Immunsystem sowieso schon geschwächt war.

Und so ist die Mahnung aus dem „Offenen Brief“ des Leipziger Wissenschaftsverlags nur zu berechtigt. Die gilt nämlich vor allem den Medien und ihrem Hang zur groben Vereinfachung und Übertreibung.

Torsten Klemm vom LWV: „Das Festhalten an der verkürzten Sprechweise ,Corona-Tote‘ in den Meldungen und Nachrichten untergräbt damit die Glaubwürdigkeit Ihrer Zeitung, Ihres Kanals oder Senders – viele Leser, Hörer oder Zuschauer wenden sich möglicherweise aus diesem Grund von Ihren Sendungen ab und suchen nach Quellen, die die Lage differenzierter und realistischer darstellen. Dem möchte ich ausdrücklich nicht folgen, sondern anregen, den Sprachgebrauch in diesem Zusammenhang zu präzisieren, beispielsweise durch Formulierungen wie ,Verstorbene mit nachgewiesener Infektion durch das neuartige Coronavirus‘.

In der besten aller Welten wünschen wir uns, dass Sie – das muss nicht halbstündlich geschehen, einmal täglich beispielsweise – auch die weiteren relevanten Kennzahlen erwähnen, die zu einem statistischen Gesamtbild dazugehören: d. h. etwa die Zahl der Negativbefunde, d. h. der als nicht-infiziert getesteten Personen – diese werden seit Anfang März ja ebenfalls von den Gesundheitsämtern an das RKI gemeldet. Die Bekanntgabe dieser Zahlen würde zu Ihrer Glaubwürdigkeit immens beitragen.“

Ein Statistiker kritisiert die Zahlenspiele in der Corona-Krise

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