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Neurechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ sagt Buchmesse-Teilnahme ab

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    Seit Wochen mobilisieren zahlreiche Verlage und linke Gruppen gegen die Teilnahme rechtsradikaler Medien auf der Leipziger Buchmesse. Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ hat nun Konsequenzen gezogen und ihre Teilnahme abgesagt. Gründe seien fehlende politische Neutralität der Messeleitung, drohende Rufschädigung und zu erwartende geringe Einnahmen.

    Die neurechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ hat ihre Teilnahme an der Leipziger Buchmesse abgesagt. In einer am Mittwoch, den 7. März, veröffentlichten Pressemitteilung wirft Geschäftsführer Dieter Stein der Messeleitung vor, mit linksradikalen Verlagen zu kooperieren. Die Messe verhalte sich nicht politisch neutral, sondern unterstütze das Bündnis „Verlage gegen Rechts“.

    „Durch eine einseitige und ungünstige Standplatzierung in einem von der Messe konstruierten ‚rechtsextremen Block‘ von Verlagen ist eine Messeteilnahme absolut rufschädigend und wirtschaftlich sinnlos“, erklärte Stein. Aus dem neurechten Spektrum sind unter anderem der Antaios-Verlag und die Zeitschrift „Compact“ auf der Buchmesse vertreten. Gegen beide Medien hatte es in den vergangenen Jahren auf den Veranstaltungen in Leipzig und Frankfurt teils heftige Proteste gegeben.

    Von der Leipziger Buchmesse war zunächst keine Stellungnahme zur Absage der „Jungen Freiheit“ zu erhalten. „Verlage gegen Rechts“-Mitinitiatorin Lisa Mangold sagte: „Der Rückzug der Jungen Freiheit ist ein erster Erfolg unserer Kampagne, doch es kann keine Entwarnung geben, solange rechte Positionen öffentlichen Anklang finden.“

    Die linksradikale Leipziger Gruppe „the future is unwritten“, die in einem Debattenbeitrag ein entschiedenes Vorgehen gegen rechte Verlage gefordert hatte, schrieb auf Twitter: „Ein erster Erfolg der Gegenmobilisierungen. Im besten Fall knicken auch die anderen Fans von Patriarchat, nationaler Abschottung und autoritärem Staat vor dem erwarteten Gegenprotest ein.“

    Die Leipziger Buchmesse findet vom 15. bis 18. März statt. In diesen Tagen planen Antaios-Verlag und „Compact“ mehrere Veranstaltungen. Bereits am 14. März wollen die „Verlage gegen Rechts“ auf dem Augustusplatz dagegen demonstrieren. Zudem sind mehrere Veranstaltungen während der Messe geplant. Mit spontanen Protestaktionen ist ebenfalls zu rechnen.

    Nachtrag 7. März, 15:15 Uhr

    Den Rückzug der Jungen Freiheit kommentierte nach Bekanntwerden die Initiative „Verlage gegen rechts“, in welcher sich aufgrund der angekündigten rechten Verlage mehrere Aussteller für die kommende Buchmesse zusammengeschlossen haben, auch in einem längeren Statement.

    „Wir reagieren auf die Präsenz rechter Verlage mit Aufklärung und emanzipatorischen Inhalten. Uns geht es nicht um ein Verbot, sondern um Widerstand. Wir laden die Buchbranche zu einer politischen und engagierten Diskussion über rechte Verlage auf der Leipziger Buchmesse ein. Dass dies zu einer Absage der Jungen Freiheit geführt hat, werten wir als vollen Erfolg.“ so Lisa Mangold, Mitinitiatorin.

    Zum Vorwurf, der Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, habe sich nicht politisch neutral verhalten, teilt der weitere Mitinitiator René Arnsburg mit: „Kultur ist politisch. Daher finden wir es richtig, dass die Leipziger Buchmesse den Raum für politische Diskussionen schützt und fördert. Dass Verlage, die sich, wie die Junge Freiheit, zwischen Konservatismus und Neonazismus bewegen nun um politische Neutralität bitten zeigt, dass sie einer ernsthaften politischen Auseinandersetzung nicht standhalten können.“.

    Das Bündnis hält am bisherigen Rahmenprogramm fest und lädt alle Interessierten ein, zu der Kundgebung zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse am 14. März um 17.30 Uhr auf den Augustusplatz zu kommen.

    Der Stadtrat tagt: Kein Verbot rechter Medien auf der Buchmesse + Video

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      1 KOMMENTAR

      1. „Durch eine einseitige und ungünstige Standplatzierung in einem von der Messe konstruierten ‚rechtsextremen Block‘ von Verlagen ist eine Messeteilnahme absolut rufschädigend und wirtschaftlich sinnlos“
        Rechte beklagen sich, dass es rufschädigend ist, für Rechte gehalten zu werden. Kann man sich echt nicht ausdenken sowas.^^

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