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Von privat zu gesetzlich und umgekehrt – was beim Wechsel der Krankenversicherung zu beachten ist

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    Sie ist mit die wichtigste Versicherung in Deutschland und fast jeder verfügt über sie: Die Krankenversicherung. Die meisten Menschen sind gesetzlich versichert. Im Juli 2020 waren insgesamt mehr als 73 Millionen bei einer gesetzlichen Krankenkasse. 10 Millionen waren privatversichert.

    Im Grunde wird bei beiden Versicherungsarten ein ähnlicher Schutz angeboten. Allerdings weichen die Leistungen in manchen Bereichen deutlich voneinander ab, was beispielsweise die Qualität der medizinischen Versorgung angeht. Beide Versicherungsarten haben ihre Vor- und Nachteile. Allerdings ist ein Wechsel nicht immer möglich.

    Ab wann muss ich mich krankenversichern?

    Grundsätzlich sollte jeder Mensch in Deutschland auf die ein oder andere Art krankenversichert sein. Denn die Gesundheit ist unser höchstes Gut. Als Kinder sind wir in der Regel bei den Eltern im Rahmen der sogenannten Familienversicherung mitversichert, sofern sie bei einer der gesetzlichen Kassen sind. Falls ein Elternteil jedoch privat versichert ist und im Haushalt das meiste Geld mit einbringt, müssen die Kinder ebenfalls privat versichert werden. Allerdings gibt es einzelne Fälle, bei denen die Sachlage nicht so einfach ist.

    Ab dem Zeitpunkt, an dem die Kinder in eine Ausbildung starten, müssen sie sich selbst eine Krankenversicherung suchen. Studieren sie, sind sie bis zum 25. Lebensjahr noch bei den Eltern mitversichert. Ab diesem Alter können sie entweder in eine gesetzliche Versicherung oder eine private Krankenversicherung für Studenten eintreten.

    Private Krankenversicherung

    Die private Krankenversicherung oder PKV richtet sich an Beamte, Selbstständige und, wie bereits erwähnt, Studenten. Sogar Angestellte können sich privat versichern, wenn sie eine bestimmte Einkommensgrenze überschreiten. Bei Beamten ist die PKV eigentlich die beste Möglichkeit sich krankenversichern zu lassen. Für alle anderen hängt es von den jeweiligen Lebensumständen ab.

    Die private Krankenversicherung bietet ihren Kunden eine ganze Reihe von Vorteilen. Es können schneller Termine vereinbart werden, im Krankenhaus darf eine Behandlung durch den Chefarzt erwartet werden und der Leistungsumfang kann größer sein als bei der gesetzlichen Kasse.

    Allerdings hat so eine „Sonderbehandlung“ ihren Preis. Vor allem im Alter kann eine private Krankenversicherung teuer werden.

    Gesetzliche Krankenversicherung

    Die gesetzliche Krankenkassen sind die Säulen unseres Gesundheitssystems. Die GKV bildet zusammen mit der Renten-, der Arbeitslosen-, der Unfall- und der Pflegeversicherung das deutsche Sozialversicherungssystem. Grundsätzlich muss jeder Mensch in Deutschland eine Krankenversicherung haben. Entweder ist man als Angestellter pflichtversichert bei einer gesetzlichen Krankenkasse oder man kann sich beispielweise als Selbstständiger freiwillig gesetzlich versichern.

    Grundsätzlich sind die meisten Leistungen der Kassen identisch. 95 Prozent der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen sind vom Gesetz vorgeschrieben. Für diesen Leistungskatalog ist der gemeinsame Bundesausschuss verantwortlich.

    Ein Wechsel zwischen den einzelnen Anbietern ist daher recht ungefährlich. Der Unterschied liegt in den Zusatzleistungen und den möglichen Zusatzbeiträgen, die gefordert werden können. Im Gegensatz zur privaten Krankenversicherung fallen die Leistungen der GKV jedoch weniger üppig aus.

    Wechsel von gesetzlich zu privat weniger schwer

    Wie eingangs erwähnt, haben mehrere Personengruppen die Möglichkeit in eine private Krankenversicherung zu wechseln.

    Am sinnvollsten ist es für Beamten. Denn der Arbeitgeber oder in dem Fall, der Dienstherr, schießt zu den Krankheitskosten mindestens 50 Prozent dazu. Auf diese Weise ist man vor den höheren Kosten geschützt, die eine PKV mit sich bringt.

    Wer selbstständig ist, hat die Qual der Wahl. Sie können sich aussuchen, ob sie privat oder gesetzlich versichert sein möchten. Gerade, wenn man noch am Anfang der Selbstständigkeit steht und noch ein geringes oder kein regelmäßiges Einkommen hat, ist die PKV deutlich teurer als die gesetzliche Kasse. Nur wer ausreichend verdient, sollte über eine private Versicherung nachdenken und Angebote miteinander vergleichen.

    Angestellte können ebenfalls in die private Versicherung wechseln, sobald sie ein bestimmtes Mindesteinkommen pro Monat erreicht haben. Wer pro Jahr mehr als 64.350 Euro verdient darf sich privat krankenversichern.

    Studenten steht es bereits ab Beginn des Studiums frei sich privat versichern zu lassen. Allerdings lohnt es sich erst so wirklich sofern sie ab 30 noch an der Uni sind.

    Schwierig wird ein Wechsel von privat zu gesetzlich

    Während der Wechsel von der gesetzlichen Versicherung in eine private KV ziemlich einfach von der Hand geht, sieht es umgekehrt sehr schwer und kompliziert aus. Der Wechsel ist an gewisse Bedingungen geknüpft und sollte vor dem 55. Lebensjahr stattfinden.

    Angestellte müssen beispielsweise wieder unter die bereits erwähnte Einkommensgrenze kommen. Selbstständige müssen in ein Angestelltenverhältnis wechseln. Menschen über 55 haben fast keine Chance, außer wenn sie über den Ehepartner in die Familienversicherung hineinrutschen oder in den vergangenen fünf Jahren mindestens die Hälfte pflichtversichert war. Eine dritte, aber sehr abenteuerliche Möglichkeit, ist der Umzug ins Ausland oder ein Job im Grenzgebiet.

    Ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung und umgekehrt will also sehr gut überlegt sein. Vor allem der Wechsel von privat zu gesetzlich stellt ab einem gewissen Punkt eine große Herausforderung dar und lässt sich unter gewissen Umständen gar nicht mehr vollziehen.

    Zwar bietet die private Versicherung deutliche Vorteile für Patienten, allerdings haben diese Vorteile ihren Preis. Es gilt also im Vorfeld alles gut abzuwägen, sich beraten zu lassen und Angebote miteinander zu vergleichen.

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