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Schloss Hartenfels in Torgau: Die Sonderausstellung zu verlorenen Orten der Braunkohle-Ära ist eröffnet

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    Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Nordsachsens Landrat Kai Emanuel haben am Freitag, 2. Juli, auf Schloss Hartenfels in Torgau die neue Sonderausstellung „Verlorene Orte – Braunkohleabbau und Strukturwandel im Delitzscher Revier“ eröffnet. In deren Mittelpunkt stehen jene sieben Orte nördlich und südlich von Delitzsch, die in den 1970er- und 1980er-Jahren den Kohlebaggern zum Opfer fielen: Paupitzsch, Seelhausen, Kattersnaundorf, Grabschütz, Lössen, Schladitz und Werbelin.

    Die Namen der Orte sind durch Straßen oder Seen, die sich heute an deren Stelle befinden, nach wie vor geläufig. Der Schladitzer See mit seinem Haynaer Strand oder der Werbeliner See mit seinem Naturschutzgebiet sind Zeugnisse des Strukturwandels.Und das ist immer noch nur ein kleiner Ausschnitt der vom Kohlebergbau betroffenen Orte. Insgesamt zählt Otfried Wagenbreth in seinem Buch „Die Braunkohlenindustrie in Mitteldeutschland“ (2011) 46 Orte auf, die allein in Westsachsen und dem Raum Altenburg dem Kohlebergbau weichen mussten. Auch noch nach der Deutschen Einheit. Das Ende von Heuersdorf im Jahr 2008 dürfte noch vielen Bewohnern der Region in wacher Erinnerung sein.

    Aber die Erinnerung geht verloren, wenn die betroffenen Menschen umgesiedelt wurden. Die alten Dorfverbände lösen sich auf. Ein Thema, das ja Henner Kotte in seinem (Familien-)Roman „Die dreizehn Leben des Richard Rohde“ aufgegriffen hat, das sich wie ein Lausitz-Roman liest, aber eigentlich in Mitteldeutschland spielt.

    Damit verschwindet ja nicht nur die Geschichte eines Dorfes oder einer Familie, sondern die einer ganzen Landschaft. Wenn nicht Geschichtsinteressierte beginnen, die noch auffindbaren Erinnerungen zu sammeln, verschwinden diese Orte einfach so aus dem Gedächtnis. Da hilft auch keine Straßenbenennung.

    Entsprechend wichtige Bücher gibt es inzwischen etwa zu Wolteritz und Lössen, zu Heuersdorf, Eythra und Ammelshain. Und entsprechend wichtig ist auch so eine Ausstellung, die Besuchern zeigt, wie tief der Kohlebergbau seit den 1920er Jahren auch in die Kulturlandschaft Westsachsens eingegriffen hat.

    „Auf diese Ausstellung blicke ich auch persönlich als Delitzscher, quasi als Kind der Braunkohleregion, mit besonderer Spannung“, sagte Landrat Emanuel bei der Eröffnung und würdigte zugleich die anwesenden Zeitzeugen: „Ihr Verdienst ist es, die Erinnerung an ihre einstigen Heimatdörfer wach zu halten.“

    Die Ausstellung zu den verlorenen Orten der nordsächsischen Braunkohleregion ist vom 3. Juli bis 31. Oktober 2021 täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr im Schlossflügel D des Schlosses Hartenfels geöffnet.

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