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Schwarwels Fenster zur Welt: Streik

Von Text: Ilse Schnickenfittich / Sekretariat

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    Hallo ver.di! Hallooooo? Als sich einst der Lohn geprügelt von dannen und in den Keller schlich - wo wart ihr da? Als die Agenda, Hartz IV, Leiharbeit, 1-Euro-Jobs verlesen wurden - wem habt ihr das Ohr geliehen, wenn nicht gleich geschenkt? Kommt wir kürzen es ab - ihr seid mitschuldig an den Löhnen in diesem Land und habt euch selbst in Palästen verschanzt.

    Und nun müsst ihr beweisen, dass ihr noch da seid. Euer billiges Ziel – ein Inflationsausgleich für eine mittelmäßig gewordene Mittelschicht.

    Klassenkampf aus verbeamteten Verhältnissen heraus war schon immer die Placebomedizin für sattsam bekannte Berufsgruppen. Sie haben ein Recht darauf – wer wöllte schon die eigene Brut der schlecht geföhnten Restschrapnell in einem verlassenen Gehöft überlassen, um selbst zum Radieschenschneiden im Akkord zu wackeln?

    Ja sie natürlich – die meist weiblichen Erfüllungsgehilfen unserer Vorwärtsfreude übernehmen den Dienst in eben jenem Gehöft doch gern – sie lieben Kinder, Alte, die Fahrgäste, den ahnungslos Hineingeratenen, die Arbeit an sich und die Kommunen so und so. Sie streiken nur gerade nicht – sie haben keine Vertretung.

    Schön organisiert marschiert ein Heer von Frauen in die Altersarmut. Wo ist der Streik gegen Kürzungen in der Bildung, in der Kultur, in den Sozialsystemen, in der alltäglichen Frage, wer wen vor allem schnell genug beschneidet.

    Wenn wohl saturierte Kasten streiken, wirkt es irgendwie immer, als ob der güldene Klokasten klemmt. Nach unten geht der Hebel nicht mehr, nach oben nur noch mit Gewalt. Ein Strei(t)k um Geld von beiden Seiten. Um mehr geht es schon lange nicht mehr in der Mitte der Gesellschaft.

    Wie erbärmlich.

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