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Schwarwels Fenster zur Welt: Franziskus

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    Da geht ein Kardinal mal kurz auf die Seite, qualmt eine und schon drehen alle durch. Habemus Pampus. Zum Glück haben die Rockträger diesmal nicht so lange genervt. Beeindruckend an der ganzen Zettelverbrennerei war eigentlich nur eines: Die Medien zu beobachten, wie sie ohne Inhalte Nachrichten am laufenden Band produzierten. Nun endlich ist es raus: Ostern ist gerettet! Und Phoenix kann die Moderationsgebläse und die Standbilder abbauen.

    „Siehst Du was? Nö. Du? Nö. Aber das Licht ist doch an? Ja. Eigentlich müssten wir also was sehen. Sonst hätte man uns ja auch sicher Bescheid gegeben. Die von Radio Vatikan wissen so was. Ob die die Abstimmung verschoben haben? Also im Zeitplan sind sie jedenfalls nicht.“ Keinen Tag länger! Für normal denkende Menschen war das Geschnatter schon seit gestern nicht mehr ertragbar.

    Gott sei Dank vorbei. Wobei, wenn man ihn schon erwähnt, sollte man wohl auch dazu sagen, dass er damit nicht viel zu schaffen hat. 150 alte Männer in Frauenkleidern, von weitem einer Hagebutte nicht unähnlich, haben ihm schon wieder ein neues Sprachrohr verpasst. Was natürlich niemanden davon abhalten kann, unausgesetzt neue Nachrichten in die Welt zu entlassen.

    Doch auch die letzten Minuten nach dem Signal eine einzige Flut an wichtigen Hinweisen und Informationen: „Noch zeigt sich niemand auf dem Balkon. Betty aus Philadelphia sagt auf dem Petersplatz stehend: ‚Es ist alles so aufregend.“ (Spiegel) Da war schon viel Schönes dabei – aber hier kommt mein Lieblingssatz: „Die Vorstellung, dass der Papst auf den Balkon tritt und die Menge ‚buh‘ schreit, ist kaum denkbar“, analysiert eine Expertin im ZDF. Ob die dafür studiert hat, war nicht zu erfahren.

    Und als wirklich die Luft komplett raus, aber der Papst immer noch nicht auf dem Balkon war, dann endlich eine Knallermeldung zum Finale: „Die Spannung ist nun kaum noch auszuhalten. Alles starrt nur auf den Balkon. Doch noch immer rührt sich nichts. Die Menge wird langsam ungeduldig.“

    Und dann war er da, der Osterhase. Endlich! Als die Spannung schon zum Bersten gediehen war … Wenn er jetzt noch vom Balkon gefallen wär … Aber man kann eben nicht alles haben. Eine Grimmepreisverdächtige Vorberichterstattung über eine Papstwahl muss manchmal genügen. Und nun Fernseher aus, man sieht sich Franziskus. Vielleicht sogar beim psyhotherapeutischen Gesprächskreis für missbrauchte Ministranten. Aber beeil dich. Bist ja auch nicht mehr der Jüngste.

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