Leo Leu denkt mal über allgegenwärtige Anmachen nach

Geht es Ihnen auch so? Man geht in den Supermarkt hinein und wird immer schneller, weil einen schon in der Gemüseabteilung eine Musik empfängt, bei der sich die Nackenhaare sträuben? Heute gern auch unterbrochen von fröhöhöhölichen Jingles, in denen einem überdrehte junge Leute mit dem Verstand einer Konservendose erklären, dass heute wieder ein wunderschöner Tag ist und man doch bitte das tolle Dingsbums zum Frühstück mitnehmen soll?

Ich warte ja schon auf den Tag, wo sie einen direkt vorm Tierfutterregal anmachen: „Sie da, ja, Sie, Herr Leu! Wollen Sie sich keine Katze anschaffen? Eine, die unser tolles Extra-Stark-Katzenfutter liiiiiiiiiiieben wird? Na los. Nichts ist so herzerwärmend wie eine Katze. Greifen Sie zu …“ – Und dann werde ich an der Kasse mit Katzenfutter erwischt und weiß nicht, wie ich dazu gekommen bin.

Zerstreut werde ich sowieso immer mehr, erscheine mit verschiedenen paar Socken im Büro, verwechsle den Friseurtermin mit dem Zahnarzttermin und wundere mich dann, wenn meine freundliche Zahnärztin mir ein Bienchen einträgt ins Poesiealbum: „Weil der liebe Herr Leu so oft zu uns kommt. Ein vorbildlicher Zahninhaber.“

Woran das liegt?

Ich hab so meinen Verdacht. Den vergess’ ich zwar meist wieder, wenn die aufdringliche Sprecherin in der Straßenbahn endlich fertig ist mit ihrem Sermon, mit dem sie mir jetzt nicht nur sinnloserweise bei jeder Station erzählt, dass sich hier ein leicht zu übersehender „Zugang zur Innenstadt“ befindet (ich suche dann immer nach den Torwächtern, aber die wurden nach meiner Kenntnis vor 200 Jahren schon abgeschafft), sondern auch noch aufzählt, welche überflüssigen Einrichtungen hier noch herumstehen und die ich nie im Leben besuchen würde – diverse aufgemotzte Fitnessstudios, Radiosender, Abendschulen und seit Neuestem auch Sparkassenfilialen.

Muss das sein?

Früher habe ich in der Straßenbahn noch dicke Romane lesen können. Walter Scott, Clemens Meyer, Karl May und so weiter. Sie wissen schon, in die man eintaucht und erst wieder hochkommt, wenn einem das Gefühl sagt, dass die Straßenbahn gerade die letzte Kurve vor der Heimatstation nimmt.

Ich warte ja noch auf den Moment, in dem die nach dem ganzen Sermon auch noch anfangen, ihre neuesten Hausprodukte anzupreisen. „Wie wäre es mit unserem unvergleichlichen Schönwetterticket, Herr Leu? Einfach am Sonntag in unsere schöne Straßenbahn steigen, dann auf unser schönes Leihrad umsteigen und zum See fahren, wie wäre das? Vielleicht noch als Geschenkpackung für ihre ganze Familie. Und …“ (Kurzes Überlegen im Lautsprecher.) „… vielleicht noch unser hübsches Katzenkörbchen für Ihre Lieblingskatze dazu?“

Ich habe keine Katze und ich will auch keine!

Es ist so erbärmlich traurig, wenn die Viecher sterben, nachdem man sich 16 Jahre erst mühsam an sie gewöhnt hat.

„Miau?“

„Nein, du kriegst heute nicht dein Lieblings-Kraftfutter aus dem Supermarkt!“

„Miau!“

„Und wenn du mir in die Pantoffel pinkelst: Nein.“

Aber ich hab ja keine Katze. Ich muss nur manchmal Dinge jagen. Oder mir neue Socken kaufen. Was nicht ganz einfach ist, wenn man dabei mit Dance-Floor-Musik angemacht wird und schon die Strümpfe in den Regalen zu hüpfen beginnen, bevor wieder ein Jingle kommt. „Haben Sie schon unsere herrlichen neuen Fleecesocken von Angora probiert? Die sind so kuschelig weich – Sie werden sie nie wieder ausziehen wollen, Herr Leu …“

„Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“

Sie kennen ja den Ton, den einige der Damen draufhaben, wenn sie versuchen, Kundenservice an einem auszuprobieren, während man gerade versucht, eine Entscheidung zwischen Fleece Super in XXL und Fleece Strapazierfähig zu treffen.

Ja, hab ich mich für entschuldigt. Ich hätte sie nicht anschreien sollen.

Aber ich bin mir sicher, dass ich mir früher die Wollsocken im Kaufhaus noch selber und unbeeinflusst aussuchen durfte. Außer von meiner Liebsten. Aber die hat eher so bübische Bemerkungen drauf wie: „Müssen es wirklich welche mit Autos sein?“

„Aber ich bin doch ein Junge, ich darf das.“

„Aber Autos mit Gesichtern?“

Na gut. Ich bin dann immer brav und nehme lieber was Geringeltes …

„Aber Leo.“

Doch. An Feiertagen darf ich auch geringelt.

Aber seit einer Weile schickt sie mich allein los. Vielleicht, weil ich es immer kürzer aushalte in all den Geräuschduschen. Die schlimmste ist genau dort, wo man eigentlich ein bisschen Konzentration zum Sich-Reinhören braucht: in der Tonträger-Abteilung. Da scheinen lauter Leute mit ziemlichen Hörproblemen zu arbeiten, die vor allem Rap und Punk lieben. Und möglichst laut. So laut, dass ich den frisch gekämmten Mann dort immer anschreien muss.

„Haben Sie auch die Klaviersonaten von Dings?“

„Tomaten? Was denn für Tomaten?“

„Oder ein schönes Stabat Mater?“

„Wollen Sie sich über mich beschweren?“

„Wieso?“

„Ich hab zu tun.“

Ich sag’s mal so: Genau auf die Weise werden Leute wie ich dazu gezwungen, die Dinge im Internet zu bestellen. Da kann man den Ton ausstellen und in Ruhe suchen – und sogar mal reinhören, ohne dass einen übereifrige Regaleinräumer zur Seite stoßen, weil man den Buchstaben K (wie Konzerte oder Kamasutra) zu lange mit Neugier belagert. „Würden Sie mal bitte? Danke!“

Menschliche Begegnungen waren früher auch mal was anderes. Vielleicht auch deshalb, weil man nicht schreien musste dabei. So wie mittlerweile auch in vielen Restaurants, wo augenscheinlich jemand hinter der Spiegelwand steht und jedes Mal, wenn der Geräuschpegel der Unterhaltung steigt, auch die Musik lauter dreht.

Man sitzt beieinander, aber man kommt sich vor wie auf einer Baustelle, auf der der Kompressor lärmt und der Polier mit Schrauben schmeißt, damit man mal zu ihm hochguckt. Ich weiß nicht, was das ist. Vielleicht eine neue Art Anbiederung, so eine, wie sie Ganoven in alten Filmen draufhaben: „Ich hab da ein ganz heißes Ding für dich, kannst du nicht nein sagen. Nu komm schon, oder VERTRAUST DU MIR ETWA NICHT?“

„Natürlich, Oh je, aber weißt du …“

„Du willst mich also im Stich lassen. Das hätte ich nie und nimmer von dir gedacht. Ich dachte immer, du bist mein Freund …“

Auf jeden Fall weiß ich, dass auf diese Weise immer ein Haufen Schnickschnack in meinen Einkaufskorb gelangt, von dem ich ganz genau weiß, dass ich ihn nicht mal angeguckt habe und schon gar nicht ausgesucht.

„Nun enttäuschen Sie mich mal nicht, Herr Leu. Sie brauchen doch ein paar wunderschöne Kerzenhalter. Ihre Frau wird sich freuen.“

„Aber mit Mickymäusen drauf?“

„Entdecken Sie das Kind in sich!“

Und dann immer der verblüffte Blick meiner Liebsten, wenn sie zu Hause die Dinge aus meinem Beutel fischt. Jüngst eine extragünstige Doppelpackung Schönheitsbalsam (Mit Orangenduft!), ein 20-Liter-Fässchen Bier für die Gartenparty (mit Gutschein für die „beliebte Motivgläserkollektion“) und ein Dreierset mit Leuchtmäusen als Steckdosenbeleuchtung. „Und eine Großpackung Katzenfutter, Leo?“

Oh, ich habe Glück.

Ich hab mich immer gut gestellt mit dem dicken Herrn im Haus, den mit dem Kater. Auch wenn er in letzter Zeit schon etwas misstrauisch wird, wenn ich wieder dastehe mit der Packung Katzenfutter. „Meine Frau ist nicht da“, hat er letztens gesagt und mich ganz scharf angeschaut.

„Aber ihr Kater …“

„Der hat von lecker Lammfleisch die Nase voll. Wie wär’s denn mal mit Thunfisch?“

„Aber der kommt doch im Supermarktradio gar nicht …“

„Weiß ich selbst. Deswegen bestell ich das Zeug nur noch online.“

Da wollte ich schon gehen. Aber da hat er mich doch noch mal festgehalten. „Aber jüngst war da so eine Bierwerbung, schon gehört?“

„Partyfässchen? 20 Liter?“

Hab ich natürlich gleich geholt. Man darf Freundschaften nicht in die Brüche gehen lassen, egal, was sie einem im Supermarkt alles andrehen und aufschwatzen.

Kleiner Cut gefällig?

„Nächste Station Auchmaldoof. Alles ausschweigen, Hahn endet hier.“

Und dann saß ich als Letzter in der Bahn, der Fahrer musste mich extra anstupsen. „Haben Sie die Ansage nicht gehört?“

„Ich brauch aber kein Schönwetterticket.“

„Es gibt gar kein Schönwetterticket. Wären Sie jetzt bitte so freundlich? Ich muss noch ins Depot.“

Tschuldigung, muss ich mich wohl verhört haben. Und stand dann draußen und sah den Mann drinnen einen Beutel von meinem Platz nehmen und skeptisch den Inhalt begucken. Sah ganz wie lecker Katzenfutter Marke Kalbfleisch aus. Hat er kurz rausgeguckt und ich ahnte schon, was jetzt kommen wollte. Bin ich aber lieber geflüchtet.

Ich habe keine Katze. Hab ich, glaub ich, schon mal gesagt.

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