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Leserbrief zu In Sachen L-IZ: Die Antwort des Sozialbürgermeisters auf eine Anfrage der CDU-Fraktion + Antwort der Redaktion

Von Patrick Wiebacher: Drei Anmerkungen zu Ihrem polemischen Text: "Nur zur Erinnerung für alle, die es immer noch nicht glauben: Die Sitzungen der Stadtbezirksbeiräte sind öffentlich." Nur zur Erinnerung: Die Sitzungen der SBB finden i.d.R. 17 oder 18 Uhr statt. Es gibt Menschen, die zu dieser Zeit regelmäßig noch arbeiten müssen (auch wenn das die Mehrheit Ihrer Klientel und Sie selber nicht für möglich halten sollte(n)). "Keine selbsternannte Bürgerinitiative fühlte ihre homogene Kulturlandschaft gestört." Fühlten sich die selbsternannten Befürworter dezentraler Unterbringung (niemand hat die meines Wissens ernannt) in ihrem homogenen Weltbild dann bestärkt?

„Unterstellt wird mit der Frage aber auch, L-IZ-Redakteure seien auf die Unterstützung ihrer journalistischen Tätigkeit durch den Oberbürgermeister angewiesen.“

Das könnte man allerdings vermuten.

Zum Artikel vom 24. November 2012 auf L-IZ.de
In Sachen L-IZ: Die Antwort des Sozialbürgermeisters auf eine Anfrage der CDU-Fraktion
Einige innerhalb unserer Redaktion sind gegen diese Art der Kommentierung – ich, Michael Freitag – bin unter anderem im Namen des Wissensgewinns sehr dafür. Auch, weil wir keine „Inforoboter“ oder Dienstleister oder gar (gern bei Politikern, Journalisten und anderen Engagierten gegenüber geübt) bespuckbare Idioten sind. Und deshalb und weil wir eine auch intern immer schon demokratische Zeitung waren:

Polemik macht also nicht nur uns ab und zu Spaß. Mit der wiederholten Erwähnung der Öffentlichkeit der Sitzungen der Stadtbezirksbeiräte war vor allem die fragende Leipziger CDU und weitere Presse in Leipzig gemeint, welche offenbar nur eine Erklärung für die Entstehung der Geschichte auf der L-IZ.de hatten. Vielleicht, weil sie aus eigenem Denken und Handeln heraus eben jene Abläufe gewohnt sind? Und damit auch eben jene Verknüpfung zwischen Politik, Presse und damit öffentliche „Meinungsmache“ kennen und durchaus geschäftlich schätzen.

Kontaktiert hat eben jene CDU uns in dieser hier debattierten Sache bis heute nicht, man kennt offensichtlich bessere Wege. Eine polemische Stadtratsanfrage an OB Burkhard Jung schien ihr zudem richtiger.

Der öffentliche Verdacht war ihr darüber hinaus scheinbar lieber als die Klarheit, ergo Wissensgewinn. Auch über ihre eigene Geringschätzung der Stadtbezirksbeiräte gibt es dabei genug zu verstehen. Nun – es ist Wahlkampfzeit, da ist auch der letzte Strohhalm ein Kanu über den reißenden Fluss.

Was in diesem Zusammenhang mit „unserer Klientel“ gemeint ist, welche hier als nicht-arbeitend, weil 17 Uhr irgendwo im Namen der Demokratie anwesend sein könnend, vermutet wird – hierzu werden sich die 100.000 monatlichen und durchaus fleißigen L-IZ.de – Leser ihren Teil denken. Und ich auch, denn wenn ich meinen Tag (nicht selten) um 5 Uhr beginne, bin ich 17 Uhr in der 12. Arbeits- oder Lebensstunde. Und bin es ganz offensichtlich gerade später am Tag immer noch.

Die gemeinte selbsternannte Bürgerinitiative ist übrigens für eine dezentrale Unterbringung, wobei diese jedoch derzeit offensichtlich nicht leistbar scheint (und insofern ein richtiger, wenn auch noch ferner Wunsch scheint, somit also ein „Schutzargument“ für ihren homogenen Stadtteil sein könnte).

Die letzte Vermutung stimmt insofern, dass Amtsträger antworten sollten, wenn sie von der Presse gefragt werden. Auch so ein Thema in Leipzig, welches Sie aber offenbar nicht meinten. Eingeladen werden zu den „Kamingesprächen“ in unserer Heimatstadt nach wie vor LVZ und BILD – ergo die Verlage Madsack und Springer – uns liegt keine derartige Einladung vor. Und wir brauchen sie auch nicht, da genau dies zu „altem Denken“ aller Beteiligten gehört. Diese Einladungen werden übrigens vom Leipziger OBM ausgesprochen, der vorgeblich ein besonderes Verhältnis zu einem unserer Redakteure haben soll – spannend finden Sie nicht?

Der Rest bleibt Fleißarbeit. Also lokale Berichterstattung. Mit allen Problemen, Debatten und dem hoffentlich nie endenden Nachdenken darüber. Oder eben Denkfaulheit plus Wahlkampf. Ich jedenfalls freue mich auf Ihre Antwort. Gern auch in polemischer Form, da diese schon immer Kenntnis voraussetzte. Sehen Sie es als Debatteneröffnung. Wenn Sie können.

Mit erwartungsvollen Grüßen
Ihr
Michael Freitag


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