Im „Melder“ finden Sie Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also um aktuelle, redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Für die Inhalte sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen. Bei Fragen dazu wenden Sie sich gern an redaktion@l-iz.de.

NuKLA zum Wasserstadt Diskurs als Antwort auf die Mitteilung des Wasserstadt e. V. in der Leipziger Internetzeitung vom 25.04.16

Die Veranstaltung am 15.04.16 im Vereinshaus von Wasserstadt Leipzig e.V. sollte mal wieder ein Diskurs sein über den Versuch, eine für alle vereinbare Gewässernutzung zu ermöglichen. Die Beteiligung der BürgerInnen war eher bescheiden, vielleicht lag es daran, dass das Ergebnis des Diskurses von vornherein fest stand und bereits die Liste der offiziell geladenen Interessenvertreter die Schieflage zu Ungunsten von Naturschutz und sanftem, naturverträglichen „Tourismus“konzepten offensichtlich machte. Die durch Losziehen willkürlich zusammengewürfelten Workshopgruppen brachten auch nicht gerade signifikanten Kompetenzzuwachs in dem dort von den ausgelosten Laien geführten „fachlichen“ Austausch zu den vorgegebenen Themen.

Die im Umwelt- und Naturschutzbereich tätigen Leipziger Vereine laden ebenfalls regelmäßig zu Veranstaltungen ein. Die dortige Art und Weise sowohl der Einladung also auch der Themen ist jedoch eine völlig andere: Das eigene Thema, die eigene Zielrichtung werden im Rahmen der Veranstaltung konkret benannt. Ausgangspunkt ist immer die Darstellung des eigenen Standpunktes samt fachlicher Begründung desselben und das Angebot an Dritte, darüber ins Gespräch zu kommen und nach Möglichkeiten zu suchen, vor dem Hintergrund der rechtlichen Rahmenbedingungen die unterschiedlichen Interessen zu einem Gemeinsamen zu machen, um sich für dessen Umsetzung dann gemeinsam einzusetzen. In Leipzig kollidieren die verschiedenen Ambitionen der Akteure mit den diversen rechtlichen Vorschriften, auch mit substantiellen Umwelt- und Naturschutzfragen, und laufen daher fast immer auf eine Auseinandersetzung mit den Behörden hinaus, insbesondere im Zusammenhang mit allem, was die Gewässernutzung anbetrifft. Denn die Nutzung der Gewässer hängt in Leipzig immer mit dem Auwald zusammen, für den Wasser die Lebensgrundlage ist.

Eine Beschreibung des Ziels der Veranstaltung „Wasserstadt Konferenz Leipzig“ ist der Einladung nicht zu entnehmen. Aus dem Gesamtkontext der Einladung konnte entnommen werden, dass versucht werden soll, alle möglichen Nutzergruppen für eine Gewässernutzung „unter einen Hut“ zu bekommen. Ein schwieriges Unterfangen – um es vorsichtig auszudrücken.

Dem widerspricht zudem die nachträglich von Dr. Heymann abgegebene Erklärung: „Es sollte begonnen werden, zum Vorteil aller, Mensch, Wirtschaft und Natur, die Nutzung der Leipziger Gewässer nachhaltig zu gestalten.“

Dieses Ansinnen ist schon als Satz der Widerspruch schlechthin, denn Natur wird nicht „gestaltet“, schon gar nicht nachhaltig wenn es zum Vorteil der Wirtschaft ist, sehr oft leider auch wenig nachhaltig für den Menschen. Natur entwickelt sich selbst. Jede „Gestaltung“ ist eine Veränderung, mit der der Mensch in die Natur eingreift, sich dabei einerseits anmaßt, ihr damit Gutes tun zu können, und zugleich mit eben dieser „Gestaltung“ die Natur per se beseitigt. Deshalb werden auch diejenigen, die Natur um ihrer selbst willen und in Anerkennung ihres Wertes in ihrem natürlichen Zustand nutzen wollen, ausgeschlossen. Diese Menschen wollen Orte schaffen, in denen sich Natur nach ihrem eigenen Maß und Wollen entwickeln kann – zum Vorteil derer, die auf solche Refugien der natürlichen Biodiviersität, der Wasser- und Luftreinhaltung, der Ruhe und Erholung existentiell angewiesen sind: wir Menschen nämlich, wir LeipzigerInnen, lebend in einer rasant wachsenden Großstadt, ganz besonders. Was nützt uns der eine oder andere Minijob im Tourismus zusätzlich (der anderswo deswegen auch nur wegfällt), wenn die Stadt Leipzig, deren innerstädtische Grünflächen mehr und mehr unter Beton verschwinden, nun auch noch seine kostbare Grüne Lunge, seinen in großen Teilen unter Schutz stehenden Auwald zur Disposition und Wirtschaftsinteressen über die Erhaltung unserer in Leipzig durch den Auwald besonders hochwertigen Lebensqualität stellt?

Und so behauptet Frau Dr. Heymann ohne Zögern und in guter Gesellschaft mit Behörden der Stadt, es gäbe keinen Plan, sondern nur ein Konzept. Da sollte endlich mal zur Kenntnis genommen werden, was längst offensichtlich ist und immer mehr den Diskurs der Akteure dahin zu bringen droht, wohin er gehört: Überschrift und Name sind rechtlich völlig unerheblich. Allein maßgeblich ist die Durchführung. Und die hier durchgeführten Maßnahmen sind genehmigungspflichtig und damit verwaltungsrechtlich in einem ordentlichen Verfahren auf ihre Verträglichkeit zu überprüfen. Es reicht ein Blick ins Wassertouristische Nutzungskonzept WTNK, ein Blick in die Veröffentlichungen der das WTNK steuernden und umsetzenden Gremien, wie z. B. des Grünen Ringes Leipzig, des Regionalen Planungsverbandes Westsachen oder auch der ominösen „Steuerungsgruppe“ bis hin zu Verlautbarungen des Kommunalen Forums „Zweckverband Südraum Leipzig“. Es wird ein Gesamt-Plan (sic!) verfolgt. Es handelt sich beim WTNK sogar um ein Schlüsselprojekt, eines, das seinen Niederschlag auch in den Regionalplänen, die quasi gesetzliche Grundlagen für Aktivitäten in der Region sind, wiederfindet!

Die „Wasserstadt Konferenz Leipzig“ wurde und wird vom „Verein Wasserstadt Leipzig“ veranstaltet, dessen Ziel die Anbindung eines dort beschriebenen Wasserknotens Leipzig an das internationale Wasserstraßennetz ist. Es sollen also die Gewässer der Leipziger Region zu Wasser“straßen“ umgewidmet werden. Denn nur dann ist so ein Anschluss sinnvoll. Und in diesem Sinne wurde auch in der Einladung auf den Lindenauer Hafen und die Verbindung zum Karl-Heine-Kanal hingewiesen, die wiederum Teile des WTNK sind, welches wiederum umfangreiche Ausbau- und Neubauarbeiten an und in den Leipziger Gewässern beinhaltet, die wiederum alle dem einen Ziel, einer motorisierten Gewässernutzung, dienen: für Paddler und Kanuten sind die avisierten Maßnahmen völlig überdimensioniert – und für diese Art der Nutzung würden auch keine Steuergelder ausgereicht werden. So dient auch die Schiffbarkeitserklärung der Tagebaurestlöcher, nicht der nachhaltigen, naturverträglichen Erholungsnutzung, sondern ist nur notwendig, um motorisierte Aktivitäten dort genehmigungsfrei und unbegrenzt möglich zu machen. Diese Interessen machte der veranstaltende Verein in seiner Einladung zu diesem „Diskurs“ über eine allgemein akzeptierte Gewässernutzung nicht deutlich.

Also wollte ein Verein, dessen Ziel die Motorisierung der Leipziger Gewässer ist (denn eine Umwidmung eines Gewässers in eine Wasserstraße bedeutet immer und in jedem Fall die motorisierte Nutzung eines Gewässers, das ist sozusagen der einzige Zweck) versuchen, auch diejenigen Nutzer „unter den einen Hut“ (der Schiffbarkeit) zu bringen, die per se Gegner einer solchen Umwidmung sein müssten, denn deren Nutzungen (Schwimmen, Paddeln, Tretbootfahren, Surfen) wird bei Erklärung der Schiffbarkeit per Gesetz der motorisierten Nutzung untergeordnet – bis hin zur völligen Untersagung. Dieser Gemeingebrauch hat nämlich bei einer Umwidmung eines Gewässers in eine Wasserstraße durch Erklärung der Schiffbarkeit der motorisierten Nutzung den Vorrang zu gewähren. Das ist die Politik, die gegen Umwelt- und Naturschutzgesetze und gegen den artikulierten Willen der Bevölkerung durchgesetzt werden soll.

Dieser grundlegenden Intention folgend, bedient sich der Verein von Frau Dr. Heymann unkommentiert behördeneigener Unterlagen, macht sich diese damit zu Eigen.

So gäbe es genügend Anlass, Fragen zu stellen und zu beantworten: Was das WTNK ist, welcher „Beteiligungs-Prozess“ das offiziell als Handlungsgrundlage dienende Ergebnis der Charta 2030 hervorgebracht hat und zu aller erst, wer die dahinter stehende Steuerungsgruppe ist und mit welcher demokratischen Legitimation und damit welcher demokratischen Kontrolle unterliegend sie tätig ist?

Stattdessen wurde wieder einmal so getan, als wären der „Prozess“ und die diesem zu Grunde liegenden Planungen tatsächlich ein Beteiligungs-Prozess. In Wahrheit sollten Bürger in dem „Charta 2030-Prozess“ ihre Meinung zu Planungen kundtun, die schon lange abgeschlossen sind und an denen sie zum Teil überhaupt nicht (Tagebausanierung) oder nur teilweise zu beteiligen waren. Zu keinem Zeitpunkt wurde offen über eine wassertouristische Nutzung in ihrer gesamten Dimension gesprochen oder auch nur darüber, ob eine solche überhaupt von den hier lebenden und also direkt betroffenen Menschen präferiert wird. Vielmehr wurde diese wasser“touristische“ und motorisierte Gewässernutzung als einem allgemeinen Konsens unterliegend vorausgesetzt. Lediglich die Umsetzung sollte diskutiert werden. Allerdings erst, nachdem Wesentliche Teile der Planung bereits umgesetzt und die entsprechenden Steuergelder dafür ausgegeben wurden. Die Bürger sollten also nachträglich ihre Meinung zu einer Planung kundtun, die zu großen Teilen bereits realisiert wurde. Über Kosten, Folgen und Folgekosten wurde ebenfalls nicht gesprochen, was jedoch unabdingbare Voraussetzung zur kompetenten Meinungsbildung der im Nachgang Befragten gewesen wäre.

Es drängt sich mithin die Frage wie der Veranstalter den Eindruck vermitteln kann, er wäre befugt und ermächtigt die gemeinsam erarbeiteten Ziele auch umsetzen: Wer ist der Wasser-Stadt-Leipzig e.V.? Was unterscheidet ihn von den anderen, durchaus auch engagierten Leipziger Vereinen, dass gerade er seine Ziele auch politisch umsetzen zu können glaubt? Welche Funktion, Stellung hat gerade dieser Verein, einen die Bürger betreffenden Diskurs „abzuschließen“? Ergeben sich daraus irgendwelche Konsequenzen für eine Gewässernutzung in Leipzig?

Es wurde und wird nach wie vor gar nicht erst die Frage diskutiert, ob es eine touristische Gewässernutzung geben soll – die Umfrageergebnisse unter der Bevölkerung sind eindeutig und lauten Nein. Die Zustimmung wird also wider besseren Wissens vorausgesetzt. Soll nun lediglich über die Form eines „Diskurses“ Beteiligung simuliert, Einigung herbeigeführt und an einer Verabredung gearbeitet werden, um, möglichst unter Einbezug aller, Projekte umzusetzen, deren Regelverletzungen ungeahndet bleiben – weil ja alle beteiligt waren? Wer nämlich gemeinschaftlich Verabredung zu Regelverletzungen trifft, kann später schwerlich gegen diese vorgehen.

Zur allgemeinen Meinungsbildung wäre es also hilfreich gewesen, wenn der veranstaltende Verein zunächst seine grundsätzlichen Ziele dargelegt hätte. So hätten die Teilnehmenden ihre Schlussfolgerungen bezogen auf das Ziel der Veranstaltung ziehen können.

Und nicht zuletzt ist Grundlage für jede Diskussion über eine Gewässernutzung die Kenntnis der maßgeblichen rechtlichen Rahmenbedingungen, die im rechtlichen Teil des WTNK angeschnitten wurden und dort nachzulesen sind: keiner kann sagen, er habe es nicht gewusst.

Der L-IZ Artikel vom 25.04.16
Ein Offener Brief und die Frage nach den gemeinsamen Regeln im Leipziger Auwald

* Leserbrief *NuKLA
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder --> Bundestagsabgeordneter Herbst (FDP) auf „Wasserstoff-Auto-Tour“ durch Sachsen
Bundesfinale Chemie-Olympiade: 2 Bundessieger sind Leipziger
Daniela Kolbe, MdB mit Bericht aus Berlin
Fahrradklima-Test: Bündnis 90/ Die Grünen rufen zum Mitmachen auf
UFZ-Modelle im Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest
SC DHfK Leipzig gewinnt Spielo-Cup 2020
Alltagsbegleiter für Senioren: Projektträger tauschen Erfahrungen aus
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr



Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Antisemitismus in der Sprache: Warum in einigen beliebten Worten noch immer die alte Judenverachtung steckt
Ronen Steinke: Antisemitismus in der Sprache. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMauscheln geht gar nicht und Schachern schon gar nicht. Und dabei sind es zwei Lieblingsworte der deutschen Schlagzeilen-Macher. Zwei, die sie besser nicht mehr benutzen sollten. Und wenn sie Ronen Steinkes kleinen Essay gelesen haben, wissen sie auch, warum. Steinke ist selbst Journalist bei der „Süddeutschen Zeitung“. Und er weiß, wie gedankenlos wir mit Lehnworten aus dem Jiddischen umgehen.
1. FC Lokomotive Leipzig vs. Chemnitzer FC 1:1 – Schiri im Mittelpunkt
Schiedsrichter Rasmus Jessen zeigt Lok-Kapitän Paul Schinke die Gelbe Karte. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer 1. FC Lok verspielt erneut gegen einen Drittliga-Absteiger eine Führung. Im Gegensatz zum 1:1 bei Carl Zeiss Jena, kam das 1:1 (1:0) gegen den Chemnitzer FC allerdings kurios zustande. Chemnitz' Bickel schoss den Ball bei einem Freistoß ins Tor während Lok-Torhüter Tasche noch die Mauer richtete. Schiedsrichter Rasmus Jessen hatte den Ball ohne Wissen der Hausherren freigegeben. Die Diskussionen danach änderten nichts, auch nicht die wütenden Pfiffe der 2.083 Fans. Erstmals waren wieder mehr als 1.000 Zuschauer zugelassen gewesen.
Livebericht: „Querdenker“ treffen auf „Leipzig nimmt Platz“ + Videos
Schlussbild mit Fahne auf dem Leipziger Marktplatz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich ist das Thema irgendwie „durch“. Es gibt in Deutschland rund 40.000 Menschen, die unter größtmöglicher Mobilisierung, Bustransfers und letztlich mit Vorabunterstützung der Medien durch andauernde Berichterstattung am 29. August 2020 nach Berlin zur großen „Querdenker“-Demo kamen. Auch die Bilder aus der Hauptstadt gingen anschließend rund, die Eigenbezeichnung „Querdenker“ hat schon jetzt das Zeug zum Unwort des Jahres. Heute, am 19. September, möchte die mittlerweile umbenannte „Bewegung Leipzig“ als „Querdenken 341“ ab 16 Uhr auf dem Leipziger Marktplatz „ganz Mitteldeutschland“ zu Gast haben. Wer auf jeden Fall kommt, ist „Leipzig nimmt Platz“ – zum Gegenprotest und mit drei Informationspunkten am Markt.
Die neue Ausstellung der HALLE 14 widmet sich der digitalen Ökonomie: BIG D@T@! BIG MON€Y!
Varvara & Mar, Data Shop (Data Honey), 2017. Foto: Varvara & Mar

Foto: Varvara & Mar

Für alle LeserAb Samstag, 26. September, ist die neue Ausstellung der HALLE 14 geöffnet: „BIG D@T@! BIG MON€Y!“ Sieben Künstlerinnen, Künstler und Kunstkollektive präsentieren sich mit Arbeiten, die sich mit der Ökonomie der Daten- und Finanzindustrie auseinandersetzen. Durch die zunehmende Digitalisierung unseres Alltags, durch unsere digitalen Spuren im Internet und Kryptowährungen beginnen bereits heute, Persönlichkeitsprofile und Geld zu verschmelzen.
Heute 18 Uhr: Eröffnung SPHINX von Claudia Rößger
Quelle: Delikatessenhaus e.V.

Quelle: Delikatessenhaus e.V.

Liebe Freunde des Kunstraums Neu Deli, liebe Förderer des Vereins Delikatessenhaus e.V., zur Eröffnung der Ausstellung SPHINX der Leipziger Künstlerin Claudia Rößger laden wir Euch herzlich ein.
Verkehrs- und Tiefbauamt: Die Einziehung der Beethovenstraße würde nur noch mehr Verkehr im Musikviertel erzeugen
Die Beethovenstraße kurz vor der Bibliotheca Albertina. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJa gibt es nun immer noch hohen Durchgangsverkehr durch die Beethovenstraße, seit sie im vergangenen Sommer zur Fahrradstraße erklärt wurde? Die Linksfraktion meinte „Ja“ und beantragte, das Stück vor der Universitätsbibliothek deshalb nach § 8 Sächsisches Straßengesetz einzuziehen. Das Verkehrs- und Tiefbauamt findet das nicht zielführend, denn aus seiner Sicht sei der Verkehr schon deutlich zurückgegangen.
Freibeuter-Antrag hat Erfolg: Leipzig mus endlich härter gegen Falschparker im fließenden Verkehr vorgehen
Thomas Köhler (Piraten, Frebeuter-Fraktion) wurde am 16. September im Stadtrat mal ganz grundsätzlich bei der Gefährdung von Radler/-innen in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMan hätte es eigentlich nicht erwartet, dass sich um diesen Freibeuter-Antrag am 16. September in der Ratsversammlung doch noch mal eine halbstündige Debatte entspinnt, denn eigentlich war das Abschleppen verkehrsgefährdend geparkter Fahrzeuge schon 2019 ausführlich im Stadtrat diskutiert worden. Aber im Februar hatte die Feibeuter-Fraktion nicht das Gefühl, dass sich irgendetwas geändert hätte.
Das fehlende Stück Radweg: Greenpeace-Aktive organisieren am 19. September eine Pop-up-Bikeline auf der Karl-Heine-Straße
Karl-Heine-Straße vor der Einmündung der Erich-Zeigner-Allee. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserMit der Fertigstellung der Plagwitzer Brücke sind auch neue Stücke Radwege in der Karl-Heine-Straße entstanden. Aber das neue Angebot macht erst richtig sichtbar, dass an einigen Stellen die Fortsetzung fehlt. Ein solches Stück findet man zwischen Zschocherscher Straße und Erich-Zeigner-Allee. Am Samstag, 19. September, errichten Greenpeace-Ehrenamtliche dort einen Pop-up-Radweg.
Johann Walter: Die große Quellensuche nach dem „Urkantor“ der evangelischen Kirchenmusik
Christa Maria Richter: Johann Walter. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Torgauer Geschichtsverein hat sich ein richtig dickes Buch gegönnt über Johann Walter, den „Urkantor“, den Mann, der die evangelische Kirchenmusik geradezu erfunden hat, und der vor 450 Jahren in Torgau starb. Die Historikerin Christa Maria Richter hat die Quellen durchforstet, um das Leben und Schaffen Walters zu rekonstruieren. Ein Leben, das so geradlinig nicht verlief, wie es die Formel vom „Urkantor“ suggeriert.
Freitag, der 18. September 2020: Parkplätze zum Abhängen und abgelehnte Anträge zu Geflüchteten in Moria
Auch in diesem Jahr wurden Parkplätze in Leipzig in Kleingärten, Spielplätze und Sitzecken verwandelt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGut gewählt, wer das Auto in der Garage hat stehen lassen: Auf Leipzigs Straßen oder vielmehr auf den Parkspuren entstanden am heutigen PARK(ing) Day kleine Sitzecken, Spielwiesen und Mini-Gärten. Im Bundestag wurden derweil jeweils ein Antrag von Linke und Grünen zu den Konsequenzen aus dem Brand von Moria abgestimmt. Beide wurden abgelehnt. Was sonst noch wichtig war (und sein wird) ...
Ticketverlosung: Hälfte des Lebens. Poesie & Narrheit – Lesung und Musik zu Ehren von Friedrich Hölderlin

Foto: Karin Thomas

VerlosungAm Samstag, 26. September, gibt es um 15 Uhr im Garten des Leipziger Schillerhauses zu Ehren von Friedrich Hölderlin Lesung und Musik mit Steffi Böttger, Anna Fey, Ralph Grüneberger und dem Gitarrenduo Karin Leo und Thomas Heyn. Zu Gehör gebracht werden ausgewählte Gedichte und Notate aus der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Poesiealbum neu“, die Friedrich Hölderlin gewidmet ist. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1 x 2 Freikarten zu gewinnen.
Neue Studie: Atomkraft hat Deutschland bis heute bereits mehr als eine Billion Euro gekostet
Wie die Atomkraft in Deutschland mit Milliarden gefördert wurde. Grafik: Greenpeace Energy

Grafik: Greenpeace Energy

Für alle LeserEines der am häufigsten gebrauchten Argumente gegen die Erneuerbaren Energien ist immer wieder: „Das kostet zu viel. Die Verbraucher werden unzumutbar belastet.“ Die alten Riesenkraftwerke werden dann meist so hingestellt, als würden sie sich nicht nur rechnen, sondern auch noch enorme gesellschaftliche Gewinne beitragen. Das Gegenteil ist wahr, rechnet Greenpeace Energy jetzt einmal für die Atomkraft vor.
Bundesverband Windenergie Sachsen befürchtet für den Windkraftausbau in Sachsen jahrelangen Stillstand
Einsames Windrad in der Lausitz. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie „Verspargelungs“-Kampagnen vor zehn Jahren haben einen kaum reparablen Schaden beim Windkraftausbau in Sachsen zur Folge gehabt. Der Freistaat ist Schlusslicht beim Ausbau der Windenergieanlagen. Doch Bund und EU haben gerade ihre Ziele für die Erneuerbaren Energien erhöht. Und das zu einem Zeitpunkt, da Sachsen praktisch handlungsunfähig ist, weil die verfügbaren Flächen für Windkraftanlagen fehlen.
Verschoben: In The Ä Tonight – Die Tour von und mit DIE ÄRZTE
Die Ärzte. Quelle: Semmel Concerts

Quelle: Semmel Concerts

Aufgrund des Beschlusses der Bundesregierung von Ende September 2020, Großveranstaltungen bundesweit bis Ende Dezember 2020 weiter auszusetzen, müssen die geplanten Termine der „In The Ä Tonight - Die Tour von und mit DIE ÄRZTE“ leider auch auf Ende 2021 verschoben werden.
Schottergärten: Leipzig muss künftig kontrollieren, dass es keine Verstöße gegen die Vorgartensatzung gibt + Video
Ein völlig zugeschotterter Vorgarten. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEin bisschen hin und her ging es im Sommer zwischen Grünen-Fraktion und Verwaltung. Die Grünen hatten beantragt, rechtliche Regelungen gegen die toten Schottergärten zu erlassen, die überall im Stadtgebiet entstehen und für Pflanzen und Tiere überhaupt keinen Raum mehr lassen. Das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege meinte, das stünde doch alles schon in der Vorgartensatzung von 1996. Aber tatsächlich nicht wirklich rechtssicher. Am 16. September stimmte die Ratsversammlung also auch über diesen Grünen-Antrag ab.