Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat auf seiner Facebook-Seite auf den Online-Appell "Energiewende nicht absägen" des Kampagnennetzwerkes Campact geantwortet. Über 126.000 Menschen haben den Appell bereits seit letzter Woche unterzeichnet. "Ich habe in der Vergangenheit hier auf Facebook mehrfach Campact-Aktionen unterstützt. Diesmal tue ich das nicht", schrieb Gabriel. "Wir wollen die Energiewende nicht abwürgen, sondern ihr im Gegenteil neuen Schub geben."

“Der Energiewende neuen Schub geben klingt gut, aber die Fakten sehen leider anders aus”, schreibt Christoph Bautz, Geschäftsführer von Campact in seiner Antwort. “Herr Gabriel, Ihre Reformvorschläge machen den Ausbau der Erneuerbaren teurer – und verhindern, dass Erneuerbare weiter in Hand der Bürger ausgebaut werden.” Gabriels Reform biete zudem “keine effektive Handhabe gegen steigende Emissionen durch Kohlemeiler, während flexible Gaskraftwerke stillgelegt werden.”

Bautz bat Gabriel, die über 126.000 Unterschriften persönlich entgegen zu nehmen. Gerne sei man auch zu einem Gespräch bereit.Vor Jahren, als Gabriel Umweltminister war, hatte sich Bautz schon einmal mit Gabriel zu einem Gespräch getroffen. Gemeinsam mit dem damaligen Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Rainer Baake, übergab er Gabriel 30.000 Unterschriften mit der Forderung nach gesetzlich verbindlichen Mindestwirkungsgraden für Kohlekraftwerke. Ein Ansatz, den Gabriel damals sehr interessant fand. Baake ist mittlerweile Gabriels Staatsekretär.

Sigmar Gabriels Antwort auf den Campact-Appell und die Antwort von Christoph Bautz:
http://blog.campact.de/2014/01/sigmar-gabriel-fuehlt-sich-falsch-verstanden/

Online-Appell “Energiewende nicht absägen”:
https://www.campact.de/energiewende/appell-2014/teilnehmen/

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