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Hitzewelle bringt Sachsens Vogelwelt an ihre Grenzen

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    39 Grad im Schatten - die aktuelle Hitzewelle bringt auch Sachsens Vogelwelt an ihre Grenzen. Überhitzte Jungtiere und erschöpfte Eltern leiden unter Wassermangel und unter den extremen Temperaturen. Wildtierauffangstationen und private Pflegestellen sind restlos überfüllt und mit diesem Ausnahmezustand überfordert.

    Am vergangenen Wochenende wurden in Sachsen und deutschlandweit tausende Mauersegler hilflos aufgefunden. 180 Anrufe bei der Wildvogelhilfe pro Tag – Anrufe aus Leipzig, Halle, Magdeburg, Berlin, Stuttgart, Bremen, München. Dazu unzählige E-Mails, SMS, Facebook-Anfragen. Ununterbrochen trafen erschöpfte, überhitzte und traumatisierte Mauersegler bei der Wildvogelhilfe Leipzig ein. An die 30 Tiere wurden alleine hier pro Tag abgegeben und müssen nun alle zwei Stunden versorgt werden. Der aktuelle Ausnahmezustand übertrifft bei weitem die Kapazitäten der privaten Pflegestellen und der Wildtierauffangstationen. Überall wurden Aufnahmestopps verhängt und auch für die aufwendigen telefonischen Beratungen bleibt keine Zeit mehr.

    „Es regnet Mauersegler von den Dächern! Aufgrund der Hitze heizen sich die Nester unter den Dächern bis zu 100°C auf. Die Tiere suchen verzweifelt nach Abkühlung und fallen dabei heraus. Ohne menschliche Hilfe sind sie nun dem sicheren Tod geweiht, da die Eltern ihre Jungtiere außerhalb ihres Nestes nicht weiterfüttern“, so NABU-Mitglied Karsten Peterlein von der Wildvogelhilfe Leipzig.

    Der NABU rät deshalb

    Wer einen Mauersegler findet, sollte folgende Erste-Hilfe-Ratschläge berücksichtigen: Das Tier wird in einen dunklen Pappkarton mit Luftlöchern gelegt und an einen kühlen Ort gebracht. Vogelkäfige oder andere Behältnisse sind dafür nicht geeignet, da sie das Gefieder der empfindlichen Segler verletzen. Der Karton wird mit Zellstoff ausgelegt. Der Kot muss regelmäßig entfernt werden, damit das Gefieder nicht verschmutzt. Alle zwei Stunden muss der Schnabel des Vogels mit einem Tropfen Wasser benetzt werden. Das Wasser sollte nicht in den Schnabel eingegeben werden, da die Tiere sich daran verschlucken und ersticken können.

    Etwas heikel ist die Fütterung – Mauersegler gehören eigentlich in die Hände von Experten. Die weitere Pflege muss aufgrund der aktuellen Notstandssituation möglichst jeder Finder selbst in die Hand nehmen, es ist oft die einzige Chance für die Tiere. Alle wichtigen Informationen und kleine Anleitungen per Video findet man unter www.Mauersegler.com, einer Internetseite, die von der Mauerseglerklinik in Frankfurt am Main betrieben wird. Mauersegler sind reine Insektenfresser. Fliegen, Heimchen und Grillen sind demnach als Futter geeignet.

    „Das Schwierigste ist der Fütterungsprozess an sich, denn die kleinen Mauersegler sperren, im Gegensatz zu anderen Jungvögeln, den Schnabel nicht von selber auf. Viel Geduld, Fingerspitzengefühl und Übung ist dafür notwendig. Die Schnäbel der Mauersegler brechen sehr leicht, deswegen muss man äußerst vorsichtig vorgehen“, so der Rat des Leipziger Ornithologen Peterlein, der selbst seit 27 Jahren Vögel aufzieht und gesund pflegt.

    Die Wildvogelhilfe Leipzig besteht aus drei privaten Pflegestellen, die rein ehrenamtlich arbeiten und auch die Kosten für Vogelfutter, Transportfahrten und Unterbringung aus eigener Tasche bestreiten müssen. Etwa 15 Euro kostet die Aufzucht eines Mauerseglers pro Woche. Peterlein bittet um Hilfe aus der Bevölkerung: „Wir benötigen dringend Futterspenden und Helfer, die uns ehrenamtlich unterstützen. Vögel füttern, Kurierfahrten, Schreibarbeiten, telefonische Beratungen – es steckt so viel Mühe in der Aufzucht der kleinen, streng geschützten Flugkünstler! Aber in dem Moment, wo wir sie wohlbehalten in die Freiheit entlassen können, wissen wir, dass es sich gelohnt hat!“

    Kontakte und Informationen

    Informationen zur Fütterung und Pflege der Mauersegler: www.Mauersegler.com

    Kontaktdaten zu fachkundigen Pflegestellen deutschlandweit: www.Wildvogelhilfe.org

    Kontakt in Leipzig | NABU-Regionalverband Leipzig, Telefon: 0341 6884477, E-Mail: info@NABU-leipzig.de

    Spendenkonto der Wildvogelhilfe Leipzig:
    NABU Regionalverband Leipzig e.V.
    Kennwort: Wildvogelhilfe Leipzig
    IBAN: DE88 8605 5592 1100 9119 59
    BIC: WELADE8LXXX

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