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Jedes Jahr rund 30 Silvesterunfälle mit oft tragischen Folgen am Universitätsklinikum

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    Sie sind für den kommenden Jahreswechsel gerüstet: Prof. Dr. Andre Gries, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig, Prof. Stefan Langer, Bereichsleiter Plastische, ästhetische und spezielle Handchirurgie, und Prof. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie. „Eigentlich reichen die normalen Not- und Unfälle schon“, sagt Prof. Gries freimütig. „Aber zu Silvester kommen immer wieder auch Stürze von Balkonen, Verkehrsunfälle, Verbrennungen und Explosionsverletzungen durch Feuerwerkskörper dazu – mit zum Teil tragischen Folgen.“

    Der Jahreswechsel mit Alkohol und Partystimmung führt leider immer wieder zu Verhaltensweisen, die mehr als fahrlässig sind. „Beim Verwenden von Böllern ohne CE-Zeichen wird oft an leichtsinnige Jugendliche gedacht. Aber es sind auch Familienväter, die aus Jux ihre Gesundheit und die Zukunft der Familie aufs Spiel stellen“, erzählt Prof. Langer.

    „Vergangenes Jahr hatten wir so einen Fall: Beim Zünden eines illegalen Feuerwerkskörpers wurden einem Mann zwei Finger der linken Hand abgerissen. Wir haben einen Replantationsversuch unternommen, doch war am Ende der Verlust des Zeigefingers nicht zu verhindern. Der Mittelfinger ist ohne Gefühl und in der Beweglichkeit eingeschränkt. Der Mann wird Zeit seines Lebens damit klarkommen müssen.“

    Vor allem, wenn Kinder beteiligt sind, kann es ganz tragisch werden. „Vor einem Jahr hatten wir zwei Kinder mit sehr schweren Silvesterverletzungen“, erinnert sich Prof. Lacher. „Von seinem großen Bruder bekam ein Junge einen Feuerwerkskörper überreicht; er „sollte ihn mal halten“. Am Ende konnten wir den zerstörten Daumen zwar an sich retten, aber Sehnen und Nerven waren so geschädigt, dass der Patient den Daumen nicht mehr benutzen kann.

    Ein anderer Junge versuchte, einen angezündeten, illegal aus dem nahen Ausland eingeführten Böller auszutreten. Der explodierte aber unter seinem Schuh mit solcher Wucht, dass durch die Schuhsohle hindurch der Fuß schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Fersenbein war zerborsten. Mit allen chirurgischen Fachdisziplinen am UKL haben wir alles wieder rekonstruiert, aber für den Jungen bedeutete das, ein halbes Jahr Krankenhausaufenthalt und ein Jahr nicht laufen können.“

    „Natürlich stehen zu Silvester mit der Zentralen Notaufnahme, den Handchirurgen und Kinderchirurgen sowie allen anderen Fachdisziplinen des Universitätsklinikums ein großes interdisziplinär und Hand in Hand arbeitendes Team parat“, verdeutlicht Prof. Gries.

    „Es sind zum Glück nicht hunderte von Verletzten, die zu behandeln sind, aber rund 30 Personen bezahlen jedes Jahr ihre Fahrlässigkeit im Umgang mit Feuerwerkskörpern und mit Alkohol mit ihrer Gesundheit. Da werden nicht nur illegale Böller verwendet, sondern auch selbst Sprengkörper gebaut, oder es wird mit Raketen aufeinander geschossen. Das führt zur ersten ‚Spitze‘ der Silvester-Vorfälle. Die zweite Spitze der Unfallzahlen entsteht dadurch, dass Kinder und Jugendliche am Neujahrsmorgen auf ‚Blindgängersuche‘ gehen, um diese dann irgendwie zur Explosion zu bringen. Alles verdammt gefährlich, alles verdammt unnötig.“

    Die drei Ärzte des Universitätsklinikums Leipzig bitten deshalb vor allem die Eltern, zu Silvester auf riskante „Heldentaten“ zu verzichten. Zudem sollten Kinder und Jugendliche aufgefordert werden, die Finger von nicht explodierten Feuerwerkskörpern zu lassen. Diese könnten beim erneuten Zündversuch sofort detonieren, so dass es keine Chance gibt auszuweichen. „Wir sind Silvester im Dienst, damit für den Fall der Fälle schnell und präzise geholfen werden kann. Aber alle Ärzte und Schwestern würden sich sehr freuen, wenn sie nicht für Silvesterunfälle gebraucht würden“, so Prof. Gries.

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