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Grundstein für neues Forschungsgebäude gelegt: Labore und Büros für mehr als 170 Forschende geplant

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) bekommt am Standort Leipzig einen 38 Meter hohen Blickfang. Gäste aus Wissenschaft und Politik feierten gemeinsam mit Beschäftigten des UFZ heute die Grundsteinlegung für ein neues Forschungsgebäude auf dem UFZ-Gelände an der Torgauer Straße. In dem modernen Gebäude sind Labore und Büros geplant, in denen Forscher aus mehreren UFZ-Departments der Themenbereiche "Chemikalien in der Umwelt" sowie "Umwelt- und Biotechnologie" eine neue Heimat finden werden.

Wenn alles planmäßig verläuft, werden bis Sommer 2022 rund 170 Forscherinnen und Forscher des UFZ das neue Forschungsgebäude beziehen, für das heute im Beisein der Wissenschaftsminister von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Dr. Eva-Maria Stange und Prof. Armin Willingmann, dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung sowie dem Aufsichtsratsvorsitzendem des UFZ, MinDirig Wilfried Kraus vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Grundstein gelegt wurde.

Etwa die Hälfte der 4.600 Quadratmeter Nutzfläche steht den circa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Departments „Bioanalytische Ökotoxikologie“, „Zelltoxikologie“, „Wirkungsorientierte Analytik“ und „Analytische Umweltchemie“ zur Verfügung. In ihrem Fokus stehen Fragen rund um Chemikalien und Umwelt, zum Beispiel wie Chemikalienwissen mit biologischen Beurteilungen verknüpft werden kann, um Risiken für Mensch und Umwelt zu bewerten.

Auf weiteren knapp 2.000 Quadratmetern werden künftig rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Department Solare Materialien forschen. Sie befassen sich mit den Möglichkeiten, mithilfe von Bakterien aus Sonnenlicht und Kohlendioxid Energieträger wie Wasserstoff, aber auch andere chemische Wertstoffe umweltschonend herzustellen. Die restlichen 300 Quadratmeter sind gemeinsamen Flächen vorbehalten – dazu gehören unter anderem ein Vortragsraum sowie Sozial-, Kommunikations- und Pausenräume.

„Mit dem Forschungsneubau erweitert das UFZ am Standort Leipzig seine hervorragenden Arbeitsbedingungen und schafft neue Perspektiven, um wichtige Beiträge für den Klima- und Ressourcenschutz, die Energiewende, einen integrativen Umweltschutz und eine nachhaltige Chemie zu leisten“, erklärte Prof. Georg Teutsch, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des UFZ.

Dr. Eva-Maria Stange, Ministerin für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen, sagte:

„Forschung braucht Freiraum und Heimat. Was verkörpert die Anforderungen für dieses Zusammenspiel besser als ein modernes Gebäude, in dem interdisziplinär geforscht wird und in dem lebendiger Austausch der Wissenschaftler stattfinden kann. Das UFZ gehört zu den festen Größen der Forschungslandschaft im Freistaat Sachsen. Daher freue ich mich, dass auch dank des Pakts für Forschung und Innovation gemeinsam mit dem Bund und dem Land Sachsen-Anhalt weitere exzellente Bedingungen für die Erforschung der überlebensnotwendigen Themen der Zukunft geschaffen werden können. Die Rolle des UFZ in der nationalen und internationalen Wissenschaftslandschaft wird gestärkt und seine Wettbewerbsfähigkeit unterstützt.“

Prof. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, betonte:

„Umweltforschung ist geradezu Daseinsvorsorge. Auch in Mitteldeutschland suchen wir nach Lösungen, wie man die Umwelt schonen und gleichzeitig Wohlstand und Lebensqualität sichern kann. Gerade das UFZ steht für exzellente Forschung, mit dem Ziel, Ökonomie und Ökologie stärker in Einklang zu bringen. Der Neubau schafft hervorragende Arbeitsbedingungen und gibt zusätzliche Impulse. Davon profitiert auch das maßgeblich vom UFZ sowie den drei mitteldeutschen Universitäten Leipzig, Halle und Jena getragene und von der DFG geförderte Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).“

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung erklärte:

„Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung schreibt seit seiner Gründung im Jahr 1991 eine Leipziger Erfolgsgeschichte. Mit dem Blickfang des Forschungsneubaus wird diese Tatsache visuell noch erkennbarer. Das UFZ und der Wissenschaftspark an der Permoserstraße untersuchen nicht nur zentrale umwelt- und klimawissenschaftliche Fragestellungen. Sie sind für zahlreiche Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland zu einer weltweit gefragten Adresse geworden und unterstreichen damit die Internationalität unserer Stadt. Das UFZ ist neben der Universität und der HTWK für die Stadt Leipzig ein erster Ansprechpartner in der großen Leipziger Wissenschaftsfamilie.“

Erfreut über den Neubau sind auch die UFZ-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler, die in das neue Gebäude mit ihren Büros und Laboren einziehen werden.

Prof. Rolf Altenburger, Leiter des Themenbereichs „Chemikalien in der Umwelt“, sagte:

„Unser Anliegen ist es, die human- und ökotoxikologische Beurteilung von Chemikalien zusammenführen, den Abbau von Chemikalien in der Landschaft besser zu verstehen und die Bewertung von Chemikalien um eine biologische Betrachtung der Effekte zu ergänzen. Dafür brauchen wir nicht nur exzellente Wissenschaftler*innen und modernste Technik, sondern auch entsprechende räumliche Bedingungen, die das neue Gebäude bieten wird. Moderne Seminarräume, ein Lehrlabor, Gruppenarbeitsplätze und eine innovative Gestaltung der Zwischenräume werden dazu beitragen, dass die Forscher*innen und Projektgruppen besser zusammenarbeiten können.“

Das bestätigt auch Prof. Andreas Schmid, der das Department „Solare Materialien“ am UFZ leitet und sich sehr darauf freut, aus dem seit 2014 genutzten Provisorium im Leipziger KUBUS endlich mit seinem Team in das neue Gebäude umzuziehen:

„In unseren chemischen Verfahren fokussieren wir uns auf die Entwicklung neuer Biotechnologiekonzepte. Diese bauen auf dem Prinzip der „Bioartifiziellen Photosynthese“ auf und haben das Ziel, Wasserstoff und neue Chemikalien herzustellen. Hierfür brauchen wir eine hochgradig integrierte Laborumgebung, die die Biokatalyse, die Modellierung, die Gentechnik, die Biochemie, die Verfahrenstechnik, die Analytik einzelner Zellen und auch die Entwicklung von Biofilmreaktoren verzahnt und transferierbar macht.“ Deswegen sei ein gemeinsamer Ort notwendig, den der Forschungsneubau biete.

Im Jahr 2014 hatte die Stadt Leipzig grünes Licht für das neue Gebäude gegeben. In einem Architekturwettbewerb setzte sich im Jahr darauf das Erfurter Architekturbüro hks HESTERMANN ROMMEL Architekten +Gesamtplaner GmbH&Co. KG durch. Im April dieses Jahres starteten schließlich die Baumaßnahmen.

Der Bau soll im Frühjahr 2022 fertig gestellt werden, danach ist die zügige Inbetriebnahme geplant. Das Gebäude gilt als eines der wenigen Laborgebäude der öffentlichen Hand, die die Anforderungen des Zertifikats „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude“ (BNB) des Bundesbauministeriums in Silber erfüllen.

Der Neubau wird mit Mitteln des Bundes, des Freistaates Sachsen und des Landes Sachsen-Anhalt finanziert. Die Kosten für den Neubau liegen laut aktuellem Planungsstand bei rund 34 Millionen Euro.

MelderForschungsgebäude
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