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Juliane Nagel: Schutz vor Corona in Asylunterkünften gelingt am besten ohne Massenunterbringung

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    Sowohl in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Hamburger Straße in Dresden als auch in Dölzig sind Corona-Fälle aufgetreten. In Dresden hatte sich ein Bewohner infiziert, in Dölzig wurde ein Mitarbeiter des Betreibers Malteser positiv auf Covid-19 getestet. Anders als in Dresden, wo vier Geflüchtete isoliert wurden, stand die Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig von Freitag, 18. September, bis zum Dienstag, 22. September, unter Komplettquarantäne.

    Am Montag wurden bei die 230 Geflüchteten und die Beschäftigten getestet. Am Dienstag kam die Entwarnung: Alle 300 Tests waren negativ. Die Kollektivquarantäne wurde aufgehoben.

    Juliane Nagel, Sprecherin der Linksfraktion für Asyl- und Migrationspolitik, erklärt:

    „Es war zu erwarten, dass es in Sammelunterkünften zu Corona-Fällen kommen würde. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte in seinen anfänglichen Empfehlungen für den Umgang mit Covid-19 von Komplett-Quarantänen von Massenunterkünften abgeraten. Dadurch steige das Risiko von Infektionen.

    Auch das Kompetenznetz Public Health COVID-19 rät davon ab, große Unterkünfte unter Kollektivquarantäne zu stellen. Das Infektionsrisiko würde damit nicht verringert, vielmehr seien damit psychosoziale Folgen und Grundrechtseingriffe verbunden. Stattdessen wird eine dezentrale Unterbringung empfohlen. Dies ist folgerichtig, hat das RKI doch auch herausgefunden, dass die Infektionen sich in Asylunterkünften am schnellsten ausbreiten.

    Ich bin vor dem Hintergrund dieser klaren Empfehlungen vor allem über die verschiedenen Vorgehensweisen in den hiesigen Asylunterkünften verwundert. Zwar ist diesmal zum Glück alles gut gegangen, dies bleibt aber auch angesichts der steigenden Infektionszahlen nicht zwangsläufig so. Monatelang haben der Sächsische Flüchtlingsrat und auch wir vor dem Infektionsrisiko in Massenunterkünften gewarnt. Dies betrifft neben Asylunterkünften an anderem auch Notunterkünfte für Wohnungslose oder Gefängnisse.

    In vier Fällen haben die sächsischen Verwaltungsgerichte entschieden, dass Geflüchtete aufgrund der Corona-Risiken aus den Erstaufnahmeeinrichtungen verlegt werden müssen, es gab Proteste von Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtungen in Dölzig und Schneeberg. Doch die Landesregierung blieb weitestgehend untätig.

    Nachdem die Belegungszahlen nach der Aufhebung des Transferstopps sanken, steigen sie inzwischen wieder. Wir erwarten, dass die Regierung darauf dringt, mindestens während der Corona-Pandemie komplett auf die Massenunterbringung von Menschen verzichtet und sie dezentral unterbringt!“

    Dienstag, der 22. September 2020: Substanzverlust für die Kultur, Substanzgewinn für die Schulen

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