Bereits zum neunzehnten Mal werden innovative Projekte und konkrete Projektideen in der allgemeinen, beruflichen, wissenschaftlichen, politischen oder kulturellen Weiterbildung mit insgesamt 40.000 Euro prämiert. Aus 16 gültigen Bewerbungen wurden vier Preisträger ermittelt. Davon zwei erste Preisträger mit einem Preisgeld von jeweils 12.000 Euro, ein zweiter Platz mit 9.000 Euro und ein dritter Platz mit 7.000 Euro.

Die Preise werden durch Kultusminister Christian Piwarz übergeben. „Weiterbildung ist der Motor für Fortschritt. Bei der Geschwindigkeit an Veränderungen in unserer Welt ist lebenslanges Lernen unverzichtbar, um Schritt zu halten. Der Preis würdigt die Arbeit der Weiterbildungsträger. Sie sind Aushängeschilder für ein vitales, ideenreiches und vor allem freundliches Sachsen. Sie verbinden mit ihrer Arbeit Menschen und tragen zur Verständigung über die Generationen hinweg bei“, betonte Kultusminister Christian Piwarz.

Die vier Preisträger:

1. Universität Leipzig und Technische Universität Dresden werden gemeinsam für das Projekt „QuaBIS – Sachsen, Qualifizierung von Bildungs- und Inklusionsreferent/-innen für inklusive Hochschulentwicklung in Sachsen“ mit dem ersten Preis geehrt.

Ziel: Teilhabeinstrumente entwickeln und zur Umsetzung bringen, die eine Benachteiligung von Studierenden mit Beeinträchtigungen verhindern soll. Es geht um eine strukturelle Änderung der Zugänge zum tertiären Bildungsbereich, der Grundhaltung der Hochschulakteurinnen und -akteure sowie der konkreten Gestaltung von Hochschulangeboten in allen Wirkungsbereichen.

Inhalt: An den Projektstandorten Dresden und Leipzig hat man sich zum Ziel gesetzt, insgesamt zwölf Menschen mit Behinderungserfahrungen, die bisher vorwiegend in einer Werkstatt für behinderte Menschen tätig waren, für die Durchführung von Lehre und Forschung an der Hochschule zu qualifizieren.

Es gilt, die von den Bildungs- und Inklusionsreferent/-innen durch die Qualifizierung erworbenen Kompetenzen und die in diesem Kontext neu entwickelten Bildungsangebote dauerhaft in reguläre verschiedene Studiengänge der Universitäten und darüber hinaus sachsenweit in verschiedene Weiterbildungsformate zu überführen.

Zielgruppen: Akteure an Hochschulen, in Wissenschaft und Verwaltung mit und ohne Beeinträchtigung.

Methode: Kooperative Lernmethoden, prozessorientierte Begleitung, Reflexion und Anpassung, begleitende Assistenz. Nach abgeschlossener Weiterbildung sind die Bildungs- und Inklusionsreferent/-innen zur Bildungsarbeit befähigt, stehen dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Das Tätigkeitsfeld wird sich nach Abschluss der Qualifizierung auf Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonal, inklusionssensible Organisationsentwicklung sowie auf partizipative Forschung erstrecken, und dies in unterschiedlichsten Institutionen anbieten: Fachhochschulen und Universitäten, Städten und Kommunen sowie Unternehmen und Verwaltungsstrukturen.

Strategie: feste Verankerung an der Hochschule selbst, stark individualisierter und kompetenzorientierter Weiterbildungsansatz, Vernetzung mit relevanten Akteuren, Entwicklung von vielfältigen Kooperationen im Bildungs- und Kultursektor.

Webseite: http://quabis.info/dresden-aktuelle.php

2. Den ersten Preis erhält ebenfalls die Volkshochschule Stadt Leipzig für ihr innovatives Projekt „grillMOOC – Ernährungsbildung online – vier Themenwochen zum Grillen – online und live an den beteiligten Volkshochschulen“.

Ziel: Menschen mit den Möglichkeiten digitaler Bildung vertraut zu machen und damit erweiterte Möglichkeiten zur Teilhabe an Bildung zu schaffen.

Inhalt: Stellvertretend für andere Kurse gab es vier Themenwochen zum Grillen. In sogenannten Grillshows wurde online und live an den beteiligten Volkshochschulen vor Ort im Mai 2019 gearbeitet. Die erste Woche stand unter dem Gesichtspunkt von Ökologie und Nachhaltigkeit, die zweite Woche gesundheitliche Aspekte des Grillens und Garstufen von Fleisch, die dritte Woche Grillmethoden, Grillgeräte und Zubehör. Interkulturelles Grillen und dazu passende Getränke waren Thema der vierten Woche.

Zielgruppen: VHS Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutschlandweit.

Methode: Massive Open Online Course (MOOC), digitale Lernbausteine (auch Quizze, Zuordnungsaufgaben oder Multiple Choice Tests, Lernvideos und darauf aufbauendem Wissenstest), drei große Liveshows, die über die Videokonferenzplattform Edudip gestreamt wurden, Livestreams, Videokonferenzen in der vhs.cloud, Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über das Forum.

Von MOOCbars konnten Fotos in die vhs.cloud hochgeladen werden, Kollaboratives Arbeiten an Dokumenten konnte über das implementierte LibreOffice erfolgen.

Webseite: www.grillmooc.de

3. Der zweite Preis geht an Vereins- und Stiftungszentrum e. V. für das Projekt „VSZ.digital – Digitale Weiterbildungsangebote für Vereine und Stiftungen“.

Ziel: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Weiterbildungsangebote unkompliziert Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, sie schnell und praktisch in die Lage zu versetzen, gemeinnützige Organisationen, Initiativen und Projekte zu initiieren, inhaltlich auszufüllen und zum Erfolg zu führen.

Inhalt: Klassische Weiterbildungsformate werden durch digitale Formate ersetzt und ergänzt.

Zielgruppen: Ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steuerbegünstigter Organisationen, Initiativen und Projekte, Privatpersonen mit Bezug zu gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Tätigkeit.

Methode: Angebote von Weiterbildungsformaten Live-Onlineseminaren, Webseminaren, Video on Demand, Vodcast, VSZ-App, Training: Fit fürs E-Training – Kompetenztraining für Referentinnen und Referenten zur Anwendung digitaler Bildungsformate

Webseiten: www.vereine-stiftungen.de, Youtube, SoundCloud https://ariowitschhaus.de/

4. Der dritte Preis wird an Lebenshilfe Dresden e. V. vergeben. Mit dem Projekt „WOHN-Meisterei: Beratung auf Augenhöhe mit Experten in eigener Sache – Weiterbildung von Menschen mit Behinderung zu Berater/innen“ überzeugten sie die Jury.

Ziel: Menschen mit geistiger Behinderung auf Peer-Ebene, Beratung auf Augenhöhe ermöglichen zu können.

Inhalt: Innerhalb des Projektes der WOHN-Meisterei zwischen 2017 und 2019 wurden sechs Menschen mit geistiger Behinderung als Peer- bzw. Tandemberater/-innen weitergebildet. Zusammen mit jeweils einem Menschen ohne Behinderung beraten sie im Tandem, v.a. zu Themen des Wohnens, aber auch zu allem anderen, wofür sie durch ihre eigenen Erfahrungen Expertinnen und Experten sind. Der Beratende ohne Behinderung kann bei Fragen unterstützen, die sich um Finanzierung und Antragstellung drehen.

Zielgruppen: Menschen mit Einschränkungen, Menschen mit geistiger Behinderung.

Methode: zur Ausbildung der Beraterinnen und Berater: Drei Projektmitarbeiter/-innen konzipierten und organisierten diese Weiterbildung. Sie waren als spätere Tandem-Berater/-innen ohne Behinderung ebenso Teilnehmende an dieser. Beratende sind auch im Team tätig in Form von Peer Counselings.

Eine Broschüre „Wichtige Regeln für die Tandem-Beratung“ in Leichter Sprache zusammengefasst, wurde gedruckt und ist bei der Lebenshilfe Dresden erhältlich.

Webseite: http://www.lebenshilfe-dresden.de/

Die neue „Leipziger Zeitung“ Nr. 83: Zwischen Ich und Wir

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