Am kommenden Donnerstag, 4. November 2021, berichtet der Archäologe Peter Schöneburg über die einmaligen Ausgrabungen im Vorfeld des Braunkohletagebaus Nochten. Riesige Flächen konnten dort archäologisch untersucht und – BINGO! – eine Seltenheit entdeckt werden: eine Siedlung mit angeschlossenem Wirtschaftsareal und dazugehörigem Bestattungsplatz. Peter Schöneburg stellt diese Befunde aus der späten Bronzezeit (Lausitzer Kultur) vor und ordnet sie in ihren vorgeschichtlichen Kontext ein.

Der Vortrag begleitet die Ausstellung »Steinschläger – Pechkocher – Herzensbrecher«, die noch bis zum 2. Januar 2022 im Foyer des smac kostenlos zu sehen ist.

  • Vortrag: Leben und Sterben vor 3000 Jahren. Eine vollständig erhaltene Siedlungskammer im Lausitzer Braunkohlerevier.
  • Referent: Peter Schöneburg, Archäologe am Landesamt für Archäologie Sachsen
  • Termin: Donnerstag, 04.11.2021, um 18.00 Uhr
  • Ort: smac | Stefan-Heym-Platz 1 | 09111 Chemnitz
  • Eintritt: 3 €; Vorverkauf an der Museumskasse
  • Hinweise: Maskenpflicht; 3G-Regel; max. 50 Teilnehmer:innen zugelassen.

ZUM VORTRAG

Die Braunkohlentagebaue eröffnen der Archäologie einmalige Forschungsfenster in die Vergangenheit. Im Tagebau Nochten, südlich von Weißwasser, schützte ein Wald über Jahrhunderte die im Boden verborgenen Hinterlassenschaften. Nun ist es gelungen ein vollständiges Dorf aus der Bronzezeit mit dem Bestattungsplatz seiner Bewohner und den Vorratsgruben zu dokumentieren. Konnten bisher in der Lausitz nur Teile einer Siedlungskammer (Siedlung + Gräberfeld + Speichergruben) untersucht werden, ergeben sich nun völlig neue Erkenntnismöglichkeiten über das Leben unserer Vorfahren vor über 3000 Jahren.

ZUM REFERENTEN

Peter Schöneburg ist verantwortlicher Archäologe der Arbeitsstelle Weißwasser des Landesamts für Archäologie Sachsen. Er organisiert die verschiedenen Ausgrabungsaktivitäten im Tagebauvorfeld und ist Kontaktperson der LEAG – die Lausitzer Energie.

ZUR FOYERAUSSTELLUNG „Steinschläger – Pechkocher – Herzensbrecher“

Seit 25 Jahren führt das Landesamt für Archäologie Sachsen archäologische Untersuchungen im Tagebauvorfeld von Nochten und Reichwalde in der Oberlausitz durch.

Die Foyerausstellung „Steinschläger – Pechkocher – Herzensbrecher“ zeigt, wie sich die Landschaft im Laufe der Jahrtausende verändert hat und erzählt die wechselvolle Geschichte der Menschen, auf deren Spuren die Archäologen gestoßen sind.

Die Präsentation von steinzeitlichen „Steinschlägern“, mittelalterlichen „Pechkochern“ und einem neuzeitlichen „Herzensbrecher“ spannt einen zeitlichen Bogen von 14.000 Jahren. Beginnend mit den Resten des ältesten europäischen Waldes, bis zu den Funden aus dem neuzeitlichen Jagdschloss des Fürsten von Pückler-Muskau bietet sie einen spannenden und umfassenden Querschnitt durch die Archäologie der Oberlausitz.

Der Zugang zum Foyer und zur Foyerausstellung ist kostenfrei.

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