Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft auch kommenden Montag zu Protest gegen die „Spaziergänger/-innen“ auf. Angezeigt sind Versammlungen ab 18.00 Uhr an der Demokratieglocke auf dem Augustusplatz („Aufruf 2019“), am Völkerschlachtdenkmal (Leipzig nimmt Platz), an der Könneritzstraße 22 (Die Linke Südwest) und ein Radaufzug 17.30 Uhr ab Connewitzer Kreuz (Aktion Antifa Leipzig/Leipzig nimmt Platz).

Hintergrund sind die in vielen Stadtteilen angekündigten „Spaziergänge“, welche von den rechtsradikalen Freien Sachsen orchestriert werden.

Dazu erklärt Marco Rietzschel, Stadtbezirksbeirat Süd: „Seit vielen Jahren versuchen Neonazis das Völkerschlachtdenkmal als ein nationalistisches Denkmal zu vereinnahmen und vor Ort zu demonstrieren. Durch antifaschistischen Protest konnte dies immer wieder verhindert werden. Diesen neuerlichen Versuch der rechten Raumnahme werden wir nicht zulassen!”

Nando von „Aktion Antifa Leipzig“ ergänzt: „Im Osten von Leipzig gibt es seit Jahren ein Nazi-Problem. Rechtsextreme LOK-Hooligans, Identitäre Bewegung, JN, die Liste ist lang. Das Völkerschlachtdenkmal dient für diese Szene als Symbol und Treffpunkt. Nun rückt es durch die so genannten Spaziergänge wieder mehr in den Mittelpunkt. Rechte Strukturen müssen durchbrochen, ihre Treffpunkte genommen werden!“

Auch die am Protest beteiligten Echsen von der Antiverschwurbelten Aktion halten fest: „Wenn wir ihnen die Straßen überlassen, nehmen sie uns unsere Inseln, Wiesen und Omas.“

Marco Böhme, MdB Die Linke, stellt klar: „Wir bleiben nicht tatenlos, wenn Verschwörungsideolog:innen ohne Anstand, Abstand und Maske durch unsere Stadt marschieren. Wir wehren uns, wenn Neonazis und Rechtspopulist:innen Stimmung gegen all jene machen, die sich impfen lassen, sich um den Gesundheitsschutz kümmern und in den Krankenhäusern und Pflegeheimen um das Leben von Menschen kämpfen. Wir stellen uns den Leugner:innen von Gesundheitsschutzmaßnahmen offensiv und lautstark in den Weg und werden auch die oft untätige Polizei kritisch begleiten, die viel zu oft nur gegen engagierte Linke vorgeht und rechte Spaziergänger:innen aber unbehelligt marschieren lässt.“

Irena Rudolph-Kokot kritisiert für das Aktionsnetzwerk: „Auch wenn uns der sächsische Ministerpräsident wohl nie die Hände schütteln oder Stollen vorbeibringen wird, so werden wir uns weiter für ein solidarisches Sachsen engagieren und die wirklichen Sorgen, wie Gesundheit, Klima und soziale Gerechtigkeit, ernst nehmen und solidarisch mit allen, die unsere Ziele teilen, für ein gutes Leben für Alle kämpfen.“

Jürgen Kasek, Stadtrat und Rechtsanwalt ruft auf: „Wir leben in einer realgewordenen sächsischen Dystopie, wo die Polizei dem Treiben der so genannten Spaziergänger:innen gebannt zuschaut, während der aufkommende Protest kriminalisiert wird und Minderjährige wegen des Tragens einer Maske in Pandemiezeiten sich dem Vorwurf der Vermummung gegenübersehen. Wir schweigen nicht, wir dulden nicht und wir tolerieren auch nicht. Wir erinnern daran, dass Zähne zeigt, wer das Maul aufmacht. Das „Volk“ will zum Völki und wir werden es daran erinnern, was Kritik bedeuten kann.“

In diesem Sinne – am Montag alle raus auf die Straßen der Stadt – antifaschistisch, widerständig, klar und deutlich!

Empfohlen auf LZ

- Anzeige -

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar