Noch immer Parkplatzprobleme am Cottaweg: Stadtrat Riedel will von Stadtverwaltung Offenbarung

In der Ratssitzung am 29. Februar müsse die Verwaltung ihre Parkplatz-Pläne rund um die Kleinmesse offenbaren, erklärte dieser Tage CDU-Fraktionsvize Konrad Riedel. Mit einer Frage an die Stadtverwaltung will der Stadtrat Klarheit darüber, ob es bis zum Start der Frühjahrs-Kleinmesse am 27. April 2012 bereits eine Lösung geben werde.
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„Nervenkitzel pur“ versprechen die Leipziger Schausteller für die diesjährige Frühjahrs-Kleinmesse. Diese startet am 27. April 2012.

Nervenkitzel verspüren seit einem knappen Jahr auch all jene, die das Volksfestvergnügen auf dem Festgelände am Cottaweg mit dem Auto besuchen wollen. Oder die Verkehrsteilnehmer, die zu Kleinmessezeiten die Anliegerstraßen in Hörweite des Höhenfeuerwerkes frequentieren, mit dem die Schausteller immer sonnabends das Rummeltreiben ausklingen lassen.

Zu Kleinmessezeiten ist der Parkraum rund um das Festgelände halt knapp. „Die langjährig genutzten Besucherstellflächen sind bekanntlich dem Red-Bull-Fußballzentrum zugeordnet“, wie CDU-Stadtrat Konrad Riedel in seiner Anfrage an die Stadtverwaltung schreibt, „auch die zur Herbstkleinmesse 2011 genutzte Brachfläche an der Erich-Köhn-Straße steht nicht mehr zur Verfügung.“

So kann es nicht bleiben, findet der CDU-Fraktionsvize. „In der Ratssitzung am 29. Februar muss die Verwaltung ihre Parkplatz-Pläne offenbaren“, erklärt Riedel, „denn als Eigentümer der Veranstaltungsfläche ist die Stadt Leipzig gemäß Sächsischer Bauordnung in der gesetzlichen Pflicht, für ausreichend Parkplätze zu sorgen.“
Nun gilt Konrad Riedel manchem Kritiker als zu automobilaffin. In der Tat strömen viele Kleinmessebesucher mit den Bussen und Bahnen der LVB unters Riesenrad. Denn die von mehreren Linien bediente Haltestelle Angerbrücke liegt optimal fast vor den Toren der Freizeitmeile.

Doch Riedel hat eine andere Besuchergruppe im Blick. Am 10. Mai findet auf der Kleinmesse erneut der Tag für Menschen mit Behinderung statt. Dazu erwarten die Leipziger Schausteller wieder bis zu 4000 Menschen mit Behinderung, auch von außerhalb. „Für diese sind Parkmöglichkeiten unbedingte Voraussetzung fürs Kommen“, unterstreicht Riedel, zu dessen politischen Schwerpunkten der Einsatz für Mitbürger mit Handicaps zählt. Darüber hinaus reisen gerade Kleinmesse-Besucher aus dem Umland eher mit dem Auto an, wie auch Riedel betont.

Deshalb möchte Konrad Riedel erfahren, wie die Stadtverwaltung bis zum Beginn der Frühjahrskleinmesse am 27. April 2012 eine ausreichende Zahl von Besucherparkplätzen gemäß Sächsischer Bauordnung vor Ort bereitstellen will. Insbesondere interessiert den CDU-Mann, ob dazu die verwilderte Fläche hinter dem Verwaltungsgebäude hergerichtet wird. Darüber hinaus solle die Stadtverwaltung offenbaren, ob dies eine vorübergehende oder eine dauerhafte Lösung sei, und ob andernfalls Alternativen realisiert würden.
Dabei verweist der CDU-Stadtrat darauf, dass der Schaustellerverband „Unterstützung jeglicher Art“ zur Lösung des Parkplatzproblems anbietet. Dass sich die Stadtverwaltung nach den Worten Riedels nicht bewege, „missbilligt die CDU-Fraktion und unterstützt eine schnelle und möglichst dauerhafte Lösung und ein verbindliches Handeln der Stadt“, erklärt der Stadtrat weiter.

Zu den Stichworten „dauerhaft“ und „verbindlich“ passen auch andere Baustellen rund um den Cottaweg. Denn die Kleinmesse ist bekanntermaßen nicht die einzige Publikumsveranstaltung am Ort.

Originellerweise wird Riedels Anfrage am 29. Februar behandelt. An diesem Mittwoch tritt in Bremen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Herren zum Länderspiel gegen Frankreich an. In der bundesligaerfahrenen Hansestadt ist das Managen der damit verbundenen Verkehrsströme sicher keine außergewöhnliche Herausforderung.

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Das stellt sich beim darauf folgenden Heimkick des DFB-Teams am 1. Juni in Leipzig schon etwas anders dar. Dann geht es nicht nur um Fragen wie „Tragen die deutschen Herren weiß oder grün?“ oder „Harmonisieren Özil und Götze im offensiven Mittelfeld?“.

Am 1. Juni geht es wieder einmal ganz praktisch um die Beherrschung des fließenden und ruhenden Verkehrs im Einzugsbereich des Zentralstadions. Das ist auch deshalb von öffentlichem Interesse, weil der Viertligist vom Cottaweg fußballerisch noch Großes vor hat und sein Containerdomizil neben dem Kleinmessegelände baulich noch umgestalten will.

Das schon länger angekündigte Verkehrskonzept für Cottaweg, Sportforum und Gondwanaland wäre doch auch mal etwas für öffentliche Erläuterungen im Stadtrat. Gern auch bereits am nächsten Länderspielmittwoch zum Monatsende. Von der Frage, wie „dauerhaft“ und „verbindlich“ das Kleinmessegelände in die neu entstehende, ökologisch eingebettete Sporterlebniswelt passt, mal ganz abgesehen.


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