Stadtteilpark Plagwitz: Streetball soll weiter möglich sein

Korb ab an der Industriestraße. Das soll nicht das letzte Wort der Leipziger Stadtverwaltung zum Streetballplatz im Stadtteilpark Plagwitz sein. Der bisherige Standort müsse wegen seiner Nähe zu neuen Stadthäusern zwar aufgegeben werden, ein neuer Standort im Park sei aber möglich, sagt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke).
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Leipzig, wie hast Du Dich verändert. Pünktlich am Vorabend der Weltausstellung Expo 2000 wurde zwischen Industriestraße und Karl-Heine-Kanal auf einer ehemaligen Industrie- und Verkehrsfläche der Stadtteilpark Plagwitz eingeweiht. Sportmöglichkeiten wie ein Streetballplatz inklusive.

Urbanes Leben tobte in der Gegend damals nicht unbedingt. In der Gegend zwischen Stelzenhaus und dem Vereinshaus des Wasserstadt-Vereins ließen die Tatort-Macher 2003 die Geschichte spielen, in der brave Bürger eine Jugendgang dafür anheuern, Stadtstreicher aus dem Viertel und den nahen Industrieruinen zu vertreiben. Treffpunkt der Gang, die „Außer Kontrolle“ geriet: der Streetballplatz, der in dem jetzt zu erzählenden Stück die Hauptrolle spielt.

An dem Platz gilt inzwischen: Korb ab. Da sieht Leipzigs Stadtverwaltung keinen Spielraum. Denn an den Platz sind bis auf fünf Meter die Symbole des Neuaufstiegs des Viertels als postindustrieller Wohnbereich gerückt: Stadthäuser, wie man sie in nahezu allen europäischen Großstädten mit altindustrieller Vergangenheit finden kann.Im Jahre 2010 erhielt die städtische Wohnungsgesellschaft LWB die Baugenehmigung für fünf weitere Stadthäuser im Ostabschnitt der Industriestraße. Inzwischen sind die Townhouses fertig und von der LWB an die neuen Eigentümer verkauft worden.

„Das westlichste Haus Industriestraße 68 ist 5 Meter östlich des Steetballplatzes eingeordnet“, teilte Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) in der jüngsten Ratsversammlung in Beantwortung einer Einwohneranfrage mit. Obwohl die Streetballanlage zuerst errichtet wurde, gehe die Wohnnutzung wegen des Gesundheitsschutzes der Bewohner als höherrangiges Gut vor, so der studierte Jurist Rosenthal weiter.

In Absprache mit den Sportlern werde nun nach einem neuen Standort für die Korbanlage gesucht, auch ein anderer Standort im Plagwitzer Stadtteilpark sei möglich, schloss der Dezernent für alle sportiven und sonstigen Freizeitgrünflächen seine Ausführungen. So scheint eine Gentrifizierung unterm Basketballkorb abgewendet.

Das dürfte den örtlichen SPD-Stadtrat Mathias Weber fürs Erste beruhigen. „Der Streetballplatz ist für die Kinder und Jugendlichen in Plagwitz unverzichtbar“, hatte der Sozialdemokrat vorab erklärt. Dabei monierte er „eine Reihe von begangenen Fehlern“ im Vorfeld der Demontage des Korbes. „Reine Wohnbebauung hätte nie so nah an dem Platz genehmigt werden dürfen“, befand Weber.

Dabei hat Weber weniger die kommunale Genehmigungsbehörde im Blick, sondern sieht „vor allem den Projektentwickler LWB in der Pflicht“. Aus Webers Sicht soll das kommunale Unternehmen LWB „ihrer Verantwortung gerecht werden und einen Teil ihrer Rendite aus dem Verkauf der Häuser für einen Neubau des Streetballplatzes im unmittelbaren Umfeld zur Verfügung stellen.“

Weber kritisiert zudem, dass bereits in Connewitz zwei dieser Plätze ersatzlos geschlossen worden seien. „Von Kindern und Jugendlichen erzeugte Beschallung gehören nun mal zu einer Großstadt wie Leipzig dazu“, lautet seine Prämisse.


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