Zum Jahresende 2013 will CG-Immobilien die Modernisierung der ehemaligen Bleichert-Werke in Gohlis angehen. Zwischen Lützowstraße, Wilhelm-Sammet-Straße und dem S-Bahn-Bogen soll "eine kleine, in sich geschlossene Struktur" entstehen, "die von alt bis jung, von Business bis Künstler, alle Schichten der Bevölkerung beherbergt, arbeiten lässt und versorgt", sagt Christoph Gröner, Geschäftsführer der Immobiliengruppe mit Sitz in Berlin und Leipzig.

Im nächsten Jahr wollen die Gohliser den Industriepionier Adolf Bleichert (1845 – 1901) feiern. Vor dann 140 Jahren gründete dieser seine erste Seilbahnfabrik. Nach einer Zwischenstation in Neuschönefeld ließ Bleichert zwischen 1881 und 1911 das Fabrikensemble zwischen Lützowstraße, Wilhelm-Sammet-Straße und dem Eisenbahn-Bogen errichten. Über die Straße entstand die Fabrikanten-Villa, das heutige Heinrich-Budde-Haus.

Drahtseilbahnen aus dem Leipziger Norden machten beim Transport von Roh- und Baustoffen sowie von Menschen weltweit Furore. So sorgte beim Bau des Leipziger Völkerschlachtdenkmals eine Bleichert-Seilbahn für den Nachschub an Kies. Auch die aufkommende Braunkohlenindustrie nutzte solche Anlagen. Bleichert-Gondeln transportierten zudem Ausflügler. Auf diese Weise wurden die Bleichert-Werke der größte Hersteller von Seilbahnen weltweit.

In der Weltwirtschaftskrise machte das Familienunternehmen 1932 Konkurs. Während des Zweiten Weltkrieges wurden in den Fabrikhallen Granaten hergestellt.

Der VEB Schwermaschinenbau Verlade- und Transportanlagen (VTA) führte in der DDR die Bleichertsche Industrietradition fort. Das Unternehmen firmierte als Stammbetrieb des Kombinates TAKRAF.
Seit zwei Jahrzehnten steht das Areal mittlerweile leer. Das will die CG-Immobiliengruppe nun ändern.

Für CG-Geschäftsführer Christoph Gröner haben Gründerzeitbauten eines gemeinsam: eine Seele. “Lässt man ihnen diese Seele und interpretiert ihr Dasein in unsere Zeit richtig, geben Ihnen diese Gebäude den Erfolg, den wir Projektentwickler für unsere Tätigkeit benötigen”, sagt Gröner zu L-IZ. Auf dieser Basis könne eine Lösung für den nächsten Zyklus eines Gebäudes gefunden werden, ist sich Gröner sicher.

Auf dem ehemaligen Fabrikgelände in Gohils soll nach den Worten Gröners eine wohnwirtschaftliche Nutzung im Mittelpunkt stehen. “Die Leipziger können sich auf Wohnkultur in den verschiedensten Facetten freuen. Neben rund 12.000 Quadratmetern Wohnungen in der Größe von 30 bis 180 Quadratmeter entstehen 15 bis 20 kleine Einfamilienhäuser im Stile eines Reihenhauses”, beschreibt Gröner, was dort in der Realisierungsphase ab Jahresende 2013 entstehen soll.

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Zu dem Projekt, das in den darauf folgenden zwei bis drei Jahren umgesetzt werden soll, zählen zudem “Ateliers, die zu Wohn- und Arbeitszwecken genutzt werden können” auf einer Gesamtfläche von rund 3.000 Quadratmetern. “Teil des Projektes ist auch die Realisierung eines großzügigen Fitness/ Day-Spa mit Schwimmbad mit rund 2.000 Quadratmetern”, fährt Gröner fort. Darüber hinaus entstehen auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern kleine Läden mit Angeboten für den täglichen Bedarf.

“Damit schaffen wir eine kleine, in sich geschlossene Struktur, die von alt bis jung, von Business bis Künstler, alle Schichten der Bevölkerung beherbergt, arbeiten lässt und versorgt”, blickt Christoph Gröner voraus, “einen kleinen Mikrokosmos eben.”

www.cg-gruppe.de

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