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Am 4. Mai lädt der Ernährungsrat Leipzig zur Gründungsveranstaltung in der Volkshochschule ein

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    Es läuft eine Menge falsch in unserer Gesellschaft. Und das hat vor allem mit Profitgier, Nichtwissen und Bequemlichkeit zu tun. Auf so ziemlich allen Gebieten übrigens. Aber beim Thema Ernährung ist es längst – auch mit den berühmten „neuen Volkskrankheiten“ – fassbar. Denn die meisten Menschen ernähren sich schlecht. Ein Thema für den Ernährungsrat, der sich am Samstag, 4. Mai, auch in Leipzig gründet.

    Nach den Vorbildern in Berlin, Frankfurt und Köln gründen nun auch in Leipzig lokale Akteure der Ernährungsbranche einen solchen Ernährungsrat.

    „Der Ernährungsrat vernetzt Lebensmittelproduzentinnen, Händler und Konsumentinnen, sowie die Verwaltung und Politik in der Region mit dem Ziel, Essen und Landwirtschaft in und um Leipzig ökologisch, fair und partizipativ zu gestalten“, erklärt Sabrina Gerdes vom Konzeptwerk Neue Ökonomie. „Schon im Februar 2018 fand das Forum ‚Gutes Essen für alle!‘ großen Anklang und es wurde ersichtlich, dass die Leipziger die lokale Ernährungspolitik stärker mitgestalten wollen.“

    Bei der öffentlichen Gründungsveranstaltung am Samstag, 4. Mai, ab 10:30 Uhr in der Volkshochschule Leipzig, gibt es ein abwechslungsreiches Programm: Nach einem Grußwort des Umweltbürgermeisters Heiko Rosenthal werden Einblicke in die Arbeit des Ernährungsrats gegeben. Anschließend stellen sich verschiedene Produzenten, Händlerinnen und Initiativen aus der Region vor und kommen mit dem Publikum in einen Austausch darüber, wie „Gutes Essen für alle“ in Leipzig und eine nachhaltige Landwirtschaft in der Region möglich sind. Abschließend wird der neue Verein offiziell gegründet.

    Die Arbeitsgruppen des Leipziger Ernährungsrates beschäftigen sich unter anderem mit regionaler Wertschöpfung, der gesunden und regionalen Gemeinschaftsverpflegung an Kitas, Schulen und Mensen und der nachhaltigen Nutzung von öffentlichen Flächen durch bürgerschaftliches Engagement.

    Denn die von so vielen konsumierten Fertigprodukte aus dem Supermarkt enthalten oft nicht nur minderwertige (weil billige) Zutaten und jede Menge Zucker, Fett und Geschmacksverstärker. Oft werden die Produkte und Zutaten billig und umweltschädlich in Ländern hergestellt, die selbst unter Armut und Umweltzerstörung leiden. Und das Wissen um eine selbst gestaltete gesunde Küche schwindet. Dabei wissen es alle, die sich mit dem Thema beschäftigen, dass der Anfang für eine bewusste und gesunde Ernährung direkt in der Region liegt – bei regionalen Erzeugern.

    Was übrigens wieder ein Wirtschaftsthema ist: Denn wer die regionalen Erzeuger unterstützt und dazu beiträgt, eine ökologische Erzeugerstruktur in der Region zu etablieren, der entzieht damit auch den übermächtigen Nahrungsmittelkonzernen die Hoheit über die eigene Ernährung und – man frage nur die Ärzte – die eigene Gesundheit.

    Es geht also auch um tragfähige und nachhaltige Strukturen in der Nahrungswirtschaft.

    Denn: Eine der größten globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert ist die Produktion und Verfügbarkeit von ausreichend gesunden Nahrungsmitteln für alle Menschen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und dem stetigen Rückgang von Biodiversität ist es außerdem nötig, nachhaltige Landwirtschaftssysteme auf regionaler Ebene zu entwickeln. Darunter verstehen die Mitgründer des Ernährungsrates eine Landwirtschaft, welche die natürlichen Ressourcen schont und langfristig gesunde Lebensmittel erzeugen kann.

    In Ernährungsräten schließen sich Menschen zusammen, die ihr Essen vor Ort und die regionale Landwirtschaft mitgestalten wollen. Nach der Gründung von Ernährungsräten in den USA, Großbritannien und Kanada haben sich 2016 auch die ersten deutschen Ernährungsräte in Berlin und Köln gegründet. Mittlerweile sind in Deutschland mehr als 30 Ernährungsräte in der Gründung oder bereits aktiv. Im November 2018 hat zudem ein bundesweites Netzwerk mit der „Frankfurter Erklärung“ erste gemeinsame Forderungen der Ernährungsräte im deutschsprachigen Raum verabschiedet.

    Leipzig möchte diesen Vorbildern folgen, Ernährung verstärkt auf die kommunale politische Agenda setzen und langfristig die nachhaltige Versorgung der Stadtbevölkerung mit regionalen, saisonalen und gesunden Lebensmitteln sicherstellen.

    Alle Interessierten sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen und bei der Gründungsveranstaltung und darüber hinaus zu vernetzen.

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