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Lindenauer Stadtteilverein braucht noch rund 1.000 Euro, um die Rettung des Linienverzweigers der Deutschen Reichspost zu bezahlen

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    Am Dienstagvormittag, 15. Dezember, wurde in Lindenau ein ganz besonderes, rund 100 Jahre altes Technikdenkmal, wieder aufgerichtet: ein historischer Linienverzweiger der Deutschen Reichspost, Originalstandort in Leipzig-Lindenau in der Lützner Straße 166 / Ecke Saalfelder Straße. Die Notrettung dieses einmaligen technischen Denkmals hat der Lindenauer Stadtteilverein initiiert – braucht aber auch noch Unterstützung, um die Rettung ganz bezahlen zu können.

    Sie sind Relikte aus der Pionierzeit der analogen Telekommunikation: die Linien- und Kabelverzweiger der Deutschen Reichspost. In diesen Metallgehäusen unterschiedlicher Größe (vom Briefkasten- bis zum Litfaßsäulenformat) wurden vor rund 100 Jahren unterirdische Telefonkabel gebündelt, um oberirdische Leitungen überflüssig zu machen.

    Der größte in Leipzig im Original erhaltene Telefonverzweiger (mit hunderten Kabeln) stand im Stadtteil Lindenau an der Lützner Straße 166 (Ecke Saalfelder Str.), berichtet der Stadtteilverein, der sich im Jahr der Industriekultur auch sicher war, dass auch solche technischen Denkmale erhalten bleiben sollten.

    Ein achteckiger Koloss, an mehreren Stellen durchgerostet, die Haube eingedellt, der Sockel um einige Grad geneigt, so sah das Prachtstück noch vor wenigen Monaten aus.

    So sah der Verteiler vor Beginn der Restaurierung aus. Foto: Uwe Buckendahl
    So sah der Verteiler vor Beginn der Restaurierung aus. Foto: Uwe Buckendahl

    Da der einstige Eigentümer Telekom das technisch veraltete historische Denkmal verfallen ließ und deshalb zur „Gefahrenabwehr“ die Entfernung aus dem Stadtbild drohte, hat der Lindenauer Stadtteilverein die Initiative für eine Notsicherung des technik- und stadthistorisch wertvollen Objektes ergriffen: Der im September demontierte Linienverzweiger wurde inzwischen in einer ortsansässigen Metallbau-Werkstatt fachgerecht rekonstruiert, aufgearbeitet und nach Vorgaben der Abt. Denkmalpflege neu lackiert.

    Die Geschichte des Verteilers

    Es ist der größte der acht in Leipzig verbliebenen Telefonverzweiger und stand in der Lützner Straße 166 in Neulindenau. Um 1925 von der Deutschen Reichspost aufgestellt, erfüllte er seinerzeit die Funktion, unterirdische Telefonkabel zu bündeln und damit oberirdische Leitungen überflüssig zu machen. Seit den 90ern haben die Telefonverzweiger technisch ausgedient und werden durch hässliche graue Normkästen ersetzt; seitdem überlässt die Telekom die architektonisch anspruchsvoll und vielfältig gestalteten Metallgehäuse aus der Pionierzeit der Telekommunikation ihrem Schicksal — auch wenn sie als schützenswertes Kulturdenkmal gelistet sind. Bis zur „Gefahrenabwehr“ ihre Entfernung aus dem Stadtbild droht.

    Dem wollte der Lindenauer Stadtteilverein nicht tatenlos zusehen und hat die Initiative für eine Notsicherung des technik- und stadthistorisch wertvollen Objektes ergriffen. Unterstützt von der Gemeinnützigen GmbH DENKMALSOZIAL, die die Eigentümerschaft übernommen hat, wurde der Linienverzweiger in einer Metallwerkstatt fachgerecht rekonstruiert; der hellgraue Farbanstrich entspricht dem des originalen Gehäuses.

    Der restaurierte Verteiler im ursprünglichen grauen Anstrich. Foto: Uwe Buckendahl
    Der restaurierte Verteiler im ursprünglichen grauen Anstrich. Foto: Uwe Buckendahl

    Am Dienstag, 15. Dezember wurde der restaurierte Verteiler von Schlossermeister Torsten Sieber und seinen Kollegen von Sieber Metallbau ab 8:30 Uhr wieder aufgerichtet. Das Rettungsprojekt wurde vom Lindenauer Stadtteilverein am Tag des offenen Denkmals 2020 in einem Video (5:36 min) vorgestellt. Das Video findet man auf der Seite der Stadt zum „Tag des offenen Denkmals“.

    Ermöglicht wurde die Aktion durch eine großzügige Förderung aus Mitteln der Abt. Denkmalpflege der Stadtverwaltung sowie des Verfügungsfonds Leipziger Westen. Wie bei öffentlich geförderten Projekten üblich, muss der ehrenamtlich arbeitende Bürgerverein einen Eigenanteil (1.806,34) aufbringen, der erst etwa zur Hälfte durch Spenden aus der Bürgerschaft abgedeckt ist.

    „Deshalb ist jeder Euro willkommen!“, sagt Rainer Müller, Vorsitzender Lindenauer Stadtteilverein e. V. Und so sammelt der Stadtteilverein jetzt Spenden für das Projekt.

    Die IBAN des Spendenkontos: DE33 8609 5604 0307 8631 38 (Verwendungszweck: Linienverzweiger, Spendenquittung möglich).

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