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Leipzigs Arbeitsmarkt im November: Langzeitarbeitslose schauen weiter in die Röhre

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    Auch der November auf dem Leipziger Arbeitsmarkt bestätigt, was seit Januar sichtbar ist: Arbeitskräfte werden gebraucht. Aber das kommt all den Betroffenen, die in Langzeitarbeitslosigkeit und "Hartz IV" stecken, so gut wie nicht zugute. Dass die Arbeitslosenzahlen auch im November sinken, hat vor allem mit der Arbeitsaufnahme junger Menschen zu tun.

    Im November sank die Zahl der arbeitslosen Menschen in Leipzig weiter, teilt jetzt am Donnerstag, 27. November, die Arbeitsagentur Leipzig mit. „Diese Entwicklung im November ist sehr erfreulich“, so die Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Leipzig, Nadia Arndt, zu den monatlichen Arbeitsmarktzahlen der Arbeitsagentur Leipzig.

    Insgesamt waren im November 2014 26.266 (Vormonat 26.766) Männer und Frauen in der Stadt Leipzig arbeitslos gemeldet. Der Rückgang in den zurückliegenden vier Wochen betrug 500 Personen. Auch im Vergleich zum November 2013 gab es weniger Arbeitslose. Der Rückgang betrug 1.668.

    In den einzelnen Altersgruppen gab es aber deutlich unterschiedliche Entwicklungen. Bei den jungen Menschen ging die Zahl der Arbeitslosen weiter zurück, wohingegen die Zahl der älteren Arbeitslosen leicht anstieg, stellt selbst die Arbeitsagentur fest.

    Der Rückgang bei den unter 25-Jährigen lag bei 9,1 Prozent und der Anstieg bei den 50-Jährigen und Älteren bei 0,1 Prozent. Bei den jungen Arbeitslosen sank die Zahl im Vergleich zum Oktober um 203 und bei den Älteren wuchs sie um 11. So zählte die Statistik im November 2.037 (-203 im Vergleich zum Oktober 2014 und -612 im Vergleich zum November 2013) unter 25-Jährige und 8.166 (+ 11 im Vergleich zum Oktober 2014 und -306 im Vergleich zum November 2013) Ältere.

    Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im zurückliegenden Monat in Leipzig zurückgegangen. Gegenüber dem Vormonat fiel sie um 58 auf 8.861, aber mehr als ein statistischer Monatseffekt ist das nicht. Das weiß man selbst in der Geschäftsleitung der Arbeitsagentur Leipzig. Denn im Vergleich zum November 2013 gab es 106 Langzeitarbeitslose mehr. Wer längere Zeit raus ist aus dem Erwerbsleben, hat auch in Zeiten zunehmender Arbeitskräftenachfrage kaum Chancen. Denn gesucht werden nach wie vor vor allem Fachkräfte und vor allem junge, mobile und flexibel einsetzbare Arbeitskräfte, alles Dinge, die im höheren Erwerbsalter für viele Arbeitsuchende immer schwerer zu gewährleisten sind. Aber neue Arbeitswelten, die auch älteren Arbeitnehmern einen neuen Berufseinstieg ermöglichen, sind auch in Leipzig noch nicht entstanden.
    Beim Zugang an offenen Arbeitsstellen verzeichnete die Arbeitsagentur Leipzig im November einen Anstieg gegenüber dem Vormonat. Die Wirtschaft und die Verwaltung haben in den letzten vier Wochen 1.819 freie Stellen, das waren 155 mehr als im davor liegenden Monat (1.664) und 390 mehr als im November 2013, zur Besetzung gemeldet.

    Zum statistischen Zähltag im November betrug die Arbeitslosenquote in der Stadt Leipzig 9,4 Prozent (Vormonat: 9,5 Prozent). Im November 2013 lag sie noch bei 10,2 Prozent.

    „Die Arbeitslosenquote ist weiterhin rückläufig und liegt im einstelligen Bereich. Das spricht für eine anhaltende positive Entwicklung“, erklärt Arndt. Mehr ist aus Sicht der Arbeitslosenverwaltung ja auch nicht zu sagen. Man sieht, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter stabil ist. Aber man fragt natürlich nicht, was da für Arbeitsplätze entstehen. Nur zur Erinnerung: Die Branchen, die am deutlichsten zum Anstieg der Erwerbstätigenzahl beitrugen, waren die sozialen Dienstleistungen – allen voran der Pflegebereich. Eine zunehmend demografisch überalterte Gesellschaft produziert auch einen steigenden Bedarf an Pflegekräften. Dazu kommt der in den letzten Jahren deutlich ausgebaute Bereich der frühkindlichen Betreuung.

    Aber auch dieser Dienstleistungsbereich sucht keine älteren, nicht mehr stark belastbaren Arbeitskräfte. Was natürlich Folgen hat für den ganzen SGB-II-Bereich.

    Die Arbeitskräftenachfrage hat vor allem Einfluss auf die in der Arbeitsagentur selbst registrierten (Kurzzeit-)Arbeitslosen. Im November waren 5.677 Menschen im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Das waren 32 weniger als im Vormonat und 256 weniger als im November 2013.

    Teilweise kommen auch jene Betroffenen immer wieder zum Zug, die aufgrund vorheriger Tätigkeiten im Niedriglohnsektor immer wieder in der Betreuung des Jobcenters landen. Im Grunde gibt es selbst innerhalb des Jobcenters eine geteilte Welt: eine der immer wieder Vermittelbaren, die vor allem in befristeten und atypischen Berufsfeldern tätig sind, und eine derjenigen, die auch diese Schwelle aufgrund existierender Vermittlungs-Handicaps nicht (mehr) überschreiten.

    So waren im Rechtskreis SGB II 20.589 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 468 weniger als im Oktober 2014 und 1.412 weniger als vor einem Jahr. 78,4 Prozent aller arbeitslosen Leipziger wurden vom Jobcenter und 21,6 Prozent von der Arbeitsagentur Leipzig betreut.

    In Leipzig gab es im November 41.811 Bedarfsgemeinschaften. Das waren 157 weniger als im Vormonat und 959 weniger als im November des Vorjahres. Das Jobcenter Leipzig betreut aktuell 51.880 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Vergleich zum Vormonat betrug der Rückgang 142 und im Vergleich zum Vorjahr 1.304 Personen. Tatsächlich schmilzt der Bestand an Bedarfsgemeinschaften aber im Langzeitvergleich nur durch den Austritt der Langzeit-Betroffenen in Richtung (vorgezogenen) Ruhestand. Das geschieht tatsächlich so schleppend, dass es Jahr für Jahr die Zielzahlen des Jobcenters, die diese mit der Stadt Leipzig vereinbart hat, konterkariert.

    Und der Winter kommt ja jetzt auch noch, stellt Nadia Arndt fest: „Im Dezember müssen wir mit einer steigenden Arbeitslosigkeit rechnen. Wie stark diese sein wird, das hängt nicht zuletzt auch vom Einzug des Winters ab.“ Dann schlagen die Bau(hilfs)arbeiter und die Saisonarbeitskräfte wieder für ein paar Monate in der Statistik auf, bevor ab Frühjahr wieder die Zahlen abschmelzen.

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