Zu wenige junge Frauen, zu wenige Geburten, zu wenig Zuwanderung: Sachsen-Anhalt muss sich völlig neu erfinden

Für alle LeserSachsen-Anhalt – das ist das so oft übersehene 2-Millionen-Einwohner-Bundesland zwischen Sachsen und Niedersachsen. Ein für den Osten eigentlich sehr typisches Bundesland mit massiven Bevölkerungsverlusten in den ländlichen Räumen, ein paar wenigen Wachstums-Hotspots und der großen Zukunftsfrage: Wo sollen die künftigen Bewohner eigentlich herkommen? Der Frage ist jetzt in einer Studie das Institut für Länderkunde nachgegangen.

Wie stabilisiert man so ein Bundesland, wenn der eigene Nachwuchs nicht reicht? Da geht es Sachsen-Anhalt genauso wie Sachsen: Zuwanderer aus dem In- und Ausland können zu einer wirtschaftlichen Stabilisierung der ländlichen Räume Sachsen-Anhalts beitragen. Ihre Zahl reicht aber heute noch längst nicht aus, um die Folgen des demografischen Wandels in dem Bundesland zu bewältigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) für die Landesregierung Sachsen-Anhalt angefertigt hat.

Sachsen-Anhalt ist im Vergleich zu anderen Bundesländern besonders stark vom demografischen Wandel und den negativen Auswirkungen einer schrumpfenden und gleichzeitig alternden Bevölkerung auf Wirtschaft und Gesellschaft betroffen. Durch eine gesteuerte Zuwanderung, verbunden mit Maßnahmen zur Begrenzung der Abwanderung und einer Stärkung der Rückwanderung könnten Potenziale für eine nachhaltige Landes- und Regionalentwicklung aktiviert werden. Das zeigt eine Studie, die das Leibniz-Institut für Länderkunde für die Landesregierung Sachsen-Anhalt angefertigt hat.

Die Verfasser des 140 Seiten starken Berichts „Potentiale gesteuerter Zuwanderung für eine nachhaltige Landesentwicklung in Sachsen-Anhalt“ warnen zugleich vor zu großen Erwartungen. Projektleiter Dr. Tim Leibert: „Sachsen-Anhalt steht in einem globalen Wettbewerb um die besten Köpfe, außerdem meiden Zuwanderer tendenziell strukturschwache ländliche Regionen ohne ethnische Netzwerke.“ Zuwanderungspotenziale seien in Sachsen-Anhalt durchaus vorhanden. Die Zahl der Zuwanderer reiche aber nicht aus, um den demografischen Wandel abzufedern.

Um die ländlichen Räume Sachsen-Anhalts attraktiver für Einheimische und Neuankömmlinge zu machen, empfehlen die IfL-Wissenschaftler, eine breit verstandene Willkommenskultur zu etablieren, die kommunale Selbstverwaltung zu stärken sowie ein Gesamtpaket aus Fördern, Halten und Integrieren auf den Weg zu bringen.

„In diesem Gesamtpaket müssen Strategien gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus eine zentrale Rolle spielen“, betont Verena Ott, Mitautorin der IfL-Studie. Wichtig sei zudem ein „Perspektivwechsel im Sprechen über ländliche Räume“. Statt Mängel in den Vordergrund zu rücken, müssten Chancen kommuniziert werden.

Die Bevölkerungstypologie der Regionen in Sachsen-Anhalt. Karte: IfL

Die Bevölkerungstypologie der Regionen in Sachsen-Anhalt. Karte: IfL

Na ja, und die beleidigten Rechtspopulisten, die in Mathematik immer geschlafen haben, gibt es ja auch noch. Die jammern ja lieber von „Überfremdung“ und hängen Wahlplakate in die Landschaft, die blonde Frauen zum emsigen Kinderkriegen auffordern. Nur: Mit der Realität hat das nichts zu tun. Was zum Teil mit dem Jugend- und dem Altersquotienten zusammenhängt. Das findet man in den Untersuchungen zum Ist-Zustand sehr ausführlich. In einem prosperierenden Land ist der Jugendquotient höher als der Altenquotient.

Doch auch aus Sachsen-Anhalt sind in den 1990er Jahren massiv junge Leute abgewandert. Ergebnis: 2001 kippte das Ganze, seitdem überstieg der Altenquotient immer stärker den Jugendquotienten. Alte Menschen im Rentenalter aber tragen weder mehr etwa zur wirtschaftlichen Entwicklung bei noch zum Bevölkerungswachstum. Sie brauchen dafür mehr Hilfe und Unterstützung.

Aber die Sache ist noch brenzliger, denn mit den Abwanderungen sank auch der Anteil der Frauen im gebärfähigen Alter. In den meisten Regionen liegt er unter 20 Prozent. Das heißt: Es sind sowieso schon weniger Frauen da, die Kinder bekommen könnten. Und zur traurigen Wahrheit gehört auch: Sachsen-Anhalt bietet nach wie vor viel zu wenige attraktive Arbeitsplätze für Frauen. Die jungen Frauen wandern weiterhin ab.

Das ist selbst in der jungen und sehr wichtigen Altersgruppe der 25-bis 35-Jährigen sichtbar, wo in vielen Kreisen des Bundeslandes nur vier Frauen auf fünf gleichaltrige Männer kommen. Nur in den Großstädten ist der Männerüberschuss etwas geringer. Aber was macht das mit der Stimmung in einem Land, in dem 15 bis 20 Prozent der Männer keine Familie gründen können, weil schlicht die Frauen fehlen?

 

Gemeindetypen nach ausgewählten Kriterien. Grafik: IfL

Gemeindetypen nach ausgewählten Kriterien. Grafik: IfL

Was dann natürlich auch die Zweifel nährt, ob eine Zuwanderungspolitik das Problem beheben kann, denn auch die Zuwandernden stehen ja vor dem gleichen Dilemma: In weiten Regionen gibt es kaum noch attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien. Also bevorzugen auch sie die zentralen Städte.

Und sage niemand, das käme so auf Sachsen nicht zu: Spätestens in zehn Jahren steht Sachsen vor demselben Problem. Wahrscheinlich ist es aber längst da, nur nimmt es die Regierung nicht so ernst.

Denn es sind ja nicht nur weniger Frauen im gebärfähigen Alter im Land – sie bekommen auch zu wenig Kinder, um damit die Bevölkerung zu stabilisieren. 2016 lag die Fertilitätsrate in Sachsen-Anhalt zwar mit 1,62 leicht über dem Bundesdurchschnitt von 1,59. Aber mit so einer Geburtenrate von durchschnittlich 1,62 Kindern pro Frau schrumpft ein Land. Auch Deutschland wird ohne Zuwanderung schrumpfen, würde es sogar schon lange, wenn die Zuwanderung die Bevölkerungsverluste nicht ausgleichen würde.

Und dasselbe kommt auch auf die Weltbevölkerung zu, wie ja gerade Wissenschaftlerinnen und Forscher der medizinischen Fakultät der University of Washington in einem Prognose-Modell errechnet haben. Die „Zeit“ schrieb das hämische Wort „angeblich“ in den Titel zu diesem Bericht. Die Botschaft ist in dieser Redaktion wirklich noch nicht angekommen. Denn natürlich sinken die Geburtenraten überall, wo Frauen Zugang zu einer echten Geburtenkontrolle und Verhütungsmitteln bekommen und das Wohlstandsniveau steigt.

Die europäischen Länder mit ihren seit Jahrzehnten niedrigen Geburtenraten sind nur die Vorreiter. Dieselben Effekte sind in Asien längst spürbar, in Afrika und Amerika werden sie sich verstärken. Das bremst das Bevölkerungswachstum weltweit. Und das ist gut so, denn 11 Milliarden Menschen würden die verfügbaren Ressourcen wohl endgültig zum Versiegen bringen.

Schrumpfende Länder müssen also lernen, ihre Strukturen mit weniger Menschen am Laufen zu halten – und verstärkt zuwandernde Menschen aufnehmen. Und zwar mit offenen Armen. Die Studie ist gewissermaßen eine Warnung für die Regierung in Magdeburg, das Thema jetzt offensiv anzugehen und ihr Bundesland neu zu denken, wesentlich internationaler, multikultureller, aber auch integrativer.

Die Studie liefert eine umfassende Analyse der Bevölkerungsentwicklung und -struktur Sachsen-Anhalts sowie der Wanderungsmuster auf der Gemeindeebene. In die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen eingeflossen sind Erkenntnisse aus Interviews mit Experten, lokalen Akteuren und mehr als 70 Jugendlichen.

Nach ihrer abschließenden Beratung im Landtag von Sachsen-Anhalt steht die Studie nun auf der Webseite des Leibniz-Instituts für Länderkunde zum Download zur Verfügung.

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