Arbeitnehmer nehmen einiges auf sich, um pünktlich auf ihrer Arbeitsstelle zu sein. Und auch in und rund um Leipzig pendeln jeden Arbeitstag Zehntausende über die Stadtgrenzen. Mehr als anderswo in Sachsen. Und das ändert sich auch vorerst nicht, wie die Arbeitsagentur Leipzig jetzt ausgewertet hat.
Die Stadt Leipzig behauptet sich weiterhin als zentraler Arbeitsort in Mitteldeutschland. Zum Stichtag 30. Juni 2025 arbeiteten 297.289 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt. Davon wohnen 107.654 außerhalb Leipzigs und pendeln zur Arbeit ein. Gleichzeitig pendeln 76.669 Leipzigerinnen und Leipziger für ihre Beschäftigung in andere Regionen aus.
Damit bleibt der Einpendlersaldo deutlich positiv: Rund 31.000 mehr Menschen kommen zum Arbeiten nach Leipzig, als die Stadt verlassen, so die Arbeitsagentur. Die Einpendlerquote liegt bei über 36 Prozent – mehr als jeder dritte in Leipzig Beschäftigte wohnt außerhalb der Stadtgrenzen.
Als Pendler gelten in der Beschäftigungsstatistik alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, deren Arbeitsgemeinde sich von der Wohngemeinde unterscheidet. Ob und wie häufig der Arbeitsweg tatsächlich zurückgelegt wird (z. B. aufgrund von Homeoffice oder mobiler Arbeit), wird statistisch nicht erfasst.
Aber auch hier macht sich die Konjunkturflaute bemerkbar. Die erstmals stagnierende Einpendlerzahl spiegelt die aktuell geringere Dynamik am Arbeitsmarkt wider, so die Arbeitsagentur.
„Seit Juli 2025 sehen wir erstmals einen leichten Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, hinzu kommen demografische Effekte wie der Renteneintritt der Babyboomer sowie veränderte Arbeitsformen wie Homeoffice und hybride Modelle. Zusammengenommen führen diese Faktoren dazu, dass Pendlerbewegungen heute differenzierter verlaufen als in den Boomjahren zuvor“, erklärt Tina-Marie Reuter, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Leipzig.
Entwicklung im Zeitverlauf
Im Vergleich zu 2020 ist die Zahl der Einpendler um rund 23.000 Personen gestiegen. Parallel wuchs die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Leipzig innerhalb von fünf Jahren von 274.019 auf 297.289. Trotz konjunktureller Abkühlung bleibt die Stadt damit ein stabiler Beschäftigungsstandort.
Die stärksten Pendlerbewegungen bestehen weiterhin mit dem Landkreis Leipzig und dem Landkreis Nordsachsen. Auch überregionale Verflechtungen spielen eine Rolle: So pendeln mehrere Tausend Beschäftigte zwischen Leipzig und Nordrhein-Westfalen.
Ein Blick auf die Details zeigt Unterschiede im Mobilitätsverhalten:
Geschlecht: Männer pendeln deutlich häufiger über die Stadtgrenze. Bei den Einpendlern liegt der Männeranteil bei 56,9 Prozent (Frauen: 43,1 Prozent). Bei den Auspendlern ist die Differenz noch deutlicher: Hier sind 60,8 Prozent männlich.
Nationalität: Der Anteil ausländischer Beschäftigter liegt bei den Einpendlern bei 10,7 Prozent, bei den Auspendlern sogar bei 14,1 Prozent. Rund 1.700 Arbeitnehmer pendeln dabei direkt aus dem Ausland (Wohnort nicht in Deutschland) nach Leipzig.
Nachwuchs: Auch Azubis sind mobil – 2,9 Prozent der Einpendler und 2,3 Prozent der Auspendler sind Auszubildende.
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