OBM-Kandidatin Barbara Höll antwortet auf Leserfragen: CarSharing & Verkehrsprojekte/-ideen

Durch 1 CarSharing-Auto werden mindestens 5 PKW ersetzt werden. Allerdings: CarSharing-Stellplätze sind in Sachsen bisher nur auf Privatgelände möglich. Befürworten Sie die dauerhafte Einrichtung von Carsharing-Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum, wenn ja, wie werden Sie dies und in welchem Umfang durchsetzen, wenn nein, warum nicht?
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Carsharing-Stellplätze sind für eine modernde Stadt unerlässlich. Dafür sollten im öffentlichen Straßenraum auch begrenzt Stellplätze ermöglicht werden.

Haben Sie Vorstellungen oder auch Visionen, wie der Leipziger Promenadenring im Jahr 2020 aussehen und funktionieren könnte?

Momentan sehe ich nicht, dass der Promenadenring in den nächsten sieben Jahren grundsätzlich verändert wird. Aber darüber habe ich noch nicht intensiv nachgedacht. Änderungen sollten hier nur im Dialog der verschiedenen Verkehrsteilnehmer, Interessenverbänden und den Fachleuten der Verwaltung beschlossen und umgesetzt werden.

An welcher Stelle des Promenadenrings würden Sie versuchen, etwas kurzfristig zu verändern? Was würden Sie ändern?

Die neue Fahrbahnquerung von der Grünewaldstraße in Richtung Moritzbastei und Universität ist nicht gelungen. Die Verkehrsführung auf der Grünewaldstraße hat sich für Fahrradfahrer erheblich verschlechtert, die Ampelphase ist schlicht zu kurz, um mit dem Fahrrad die Kreuzung zu queren. Zudem kollidieren Fußgänger- und Radfahrerinteressen. Diese Kreuzung ist eine verkehrsplanerische Fehlleistung.

Die Hochstraße über dem Agra-Park (B2/B95) wird während ihrer Amtszeit abgerissen. Für welche neue Variante werden Sie sich einsetzen?

Einen Ausbau der B2 zur Stadtautobahn lehne ich ab. Ich würde einen gedeckelten Einschnitt bevorzugen. Ziel ist, die landschaftliche Einheit des Agraparkes wieder herzustellen.

Die sächsische Staatsregierung möchte die A 72 bis auf Höhe Richard-Lehmann-Straße ins Stadtgebiet von Leipzig verlängern. Werden Sie diese Überlegungen unterstützen? Wie weit soll Ihrer Meinung nach die A 72 ins Stadtgebiet führen?

Diese Überlegungen unterstütze ich ausdrücklich nicht. Die A 72 sollte nur bis an den Stadtrand führen und dort in die B 2 münden.
Unterstützen Sie den Vorschlag auf Einrichtung eines autofreien Stadtquartiers, wenn ja, mit welchen Schritten möchten Sie dies erreichen, wenn nein, warum nicht?

Auch hier müsste ich mich erst eingehender mit Erfahrungen aus der Praxis vertraut machen. Ein autorfreies Stadtquartier, zudem in Innenstadtnähe, müsste exakt und für alle verständlich definiert werden. Haben seine Bewohner keine Autos oder parken diese an den Grenzen des Viertels? Darf der ÖPNV das Viertel durchqueren? Also auch Busse? Was ist mit Taxen?

Auf alle Fälle ist das ein Vorschlag, den man ausprobieren kann, wenn seine Bewohner einverstanden sind und die Infrastruktur wie Medizin, Apotheke, Einkaufsmöglichkeiten gegeben sind.

Wo könnten Sie sich ein autofreies Stadtquartier vorstellen?

Ich würde Bemühungen von Bürgerinnen und Bürgern, ein solches Quartier umzusetzen, unterstützen. Solch ein Vorhaben muss sich jedoch von unten entwickeln und darf nicht von oben vorgegeben werden.

Mit der Inbetriebnahme des Leipziger S-Bahnnetzes wird der Bahnbogen im Leipziger Osten nicht mehr für den Bahnverkehr benötigt. Es gibt Überlegungen, den Bahnbogen als Bestandteil der Grünverbindungen im Leipziger Osten einzubinden. Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, dass aus der Idee des »Parkbogen Ost« Wirklichkeit wird?

Die Planungen müssen konsequent umgesetzt werden. Der Anfang ist gemacht.


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