Mit dem Beschluss auf Freistaatsebene, dass die kommunale Budgetierung von der Kameralistik auf die Doppik- Buchhaltung umgestellt wird, ging auch einher, dass die Kommunen ab 2016 eine Gesamtbilanz erstellen sollen. Diese soll die Bilanzen der Städtischen Eigenbetriebe und Mehrheitsbeteiligungen vereinen und im Idealfall etwas mehr Transparenz schaffen.
Hierzu erarbeitet die Stadtverwaltung ein Konzept, schon jetzt gibt es ein 72-seitiges Dokument über den Zeitplan und die Inhalte. Der Stadtrat ist erst einmal nur befugt die Erarbeitung zu bejahen, wird aber im Laufe des Verfahrens fortlaufend informiert. Die Linke stellte einen Änderungsantrag. Dieser zielt wie Ilse Lauter gegenüber L-IZ.de erläuterte, darauf, dass auch die im kürzlich beschlossenen Corporate Governance Kodex beschlossene Art der Unternehmenssteuerung auch in der Konzeptionierung berücksichtigt wird. „Wir wollen nicht nur informiert werden, sondern auch regelmäßig beteiligt werden“, sagte sie in ihrer Rede.
Gegenüber der L-IZ führte sie aus: „Das Konzept in der Beschlussvorlage belässt die Strukturen komplett auf dem jetzigen Stand. Das heißt, es gibt die Eigenbetriebe und Mehrheitsbeteiligungen der Stadt, die in einem Referat im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters koordiniert werden. Es mischt aber auch die BBVL als Beratungsgesellschaft mit, die LVV hat ein Wort mitzureden, dazu noch die Aufsichtsräte“. Aus Lauters Sicht kommt es so auch zu Informationsverlusten, die sie verhindert sehen möchte.
Auf gut Deutsch gesagt, viele Köche verderben den Brei, auch
wenn sie ihre rechtliche Daseinsberechtigung haben. Ob die
Gesamtbilanz und das Konzept der richtige Weg sind, eine klarere
Aufgabentrennung festzuschreiben, ist fraglich. Kämmerer Torsten
Bonew sieht hierin nur eine Maßnahme die Jahresabschlüsse
zusammenzufassen, so wie es Paragraph 88 der Sächsischen
Gemeindeordnung erfordert.
Anderer Auffassung als Ilse Lauter war Malte Reupert von der
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Es ist nicht so schlecht, wenn
erst einmal ein Fachgremium die Bilanzierungsrichtlinien
erarbeitet.“ In einer Nachfrage kritisierte er aber die
Zuständigkeit. „Es handelt sich um nichts anderes als eine
herausfordernde buchhalterische Rechenaufgabe. Warum ist dafür
nicht die Kämmerei zuständig, sondern noch einmal ein Referat in
ihrem Geschäftsbereich?“
Der Stadtrat tagt: Mehr Transparenz durch Regelwerk zu guter
Unternehmungsführung?
Die Idee, die hinter dem Corporate Governance Kodex …
Der Stadtrat tagt: Corporate Governance Kodex wegen mangelnder
Verbindlichkeit abgesetzt
Die Idee, die hinter dem Corporate Governance Kodex steht …
Burkhard Jung präzisierte sein Vorhaben. “ Der Kommunale Gesamtabschluss ist eine neue Pflichtaufgabe der Gemeinde. Wir werden im zweiten Halbjahr eine Informationsveranstaltung für den neuen Stadtrat ansetzen müssen. Corporate Governance Kodex und Gesamtabschluss haben erst einmal wenig miteinander zu tun. Sollten sich Schnittmengen ergeben, dann haben wir hier frühestens ab 2016 einen Handlungsbedarf.“ Bis dahin gehe es erst einmal um einen Projektvorlauf. „Selbstverständlich werden wir den Stadtrat eng einbinden.“
Da der Änderungsantrag der Linken mit Unterstützung der Grünen
angenommen wurde, ist schon einmal klar, es wird, wie bei der
Erarbeitung des neuen kommunalen Finanzmanagements, im zweiten
Halbjahr eine Informationsveranstaltung für interessierte Stadträte
geben. Im Zuge dieser soll es auch Diskussionsmöglichkeiten über
klarere Aufgabentrennungen bei den Beteiligungsgesellschaften
geben.
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