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Der Stadtrat tagt: Elster-Saale-Radweg oder Ja wo radeln sie denn?

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    Die Grünen stellten heute ihre Idee eines Kaufes einer ehemaligen Bahnstrecke zur Abstimmung. Eine 1,2 Kilometer lange Teilstrecke Lausner Straße bis Lausner Weg/Miltenberger Straße solle im Sinne der Flächenbevorratung gekauft werden. Die Stadt wachse, die städtischen Flächen werden perspektivisch benötigt, so die Fraktion. Die Verwaltung sah dies im Vorfeld der heutigen Sitzung anders und möchte das Gelände nicht erwerben.

    Der Elster-Saale-Radweg würde nicht an dieser Stelle entlanggeführt und bebauungstechnisch würde das Gelände nicht gebraucht. Denn die Argumente der Grünen reichten über die Streckenführung eines Radweges hinaus. Im Antrag zum Kauf des ehemaligen Bahngeländes heißt es unter Anderem: “ … im Hinblick auf die jetzt schon bestehenden Bedarfe an Wohnraum, Erholungsraum, Kitas, Schule etc. (sei) generell darauf drängen, Flächen in dicht besiedelten Stadtgebieten, die zum Verkauf stehen und die im Zuge der zukünftigen Stadtentwicklung vor dem Hintergrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums wichtig erscheinen, zu kaufen.“

    Die stillgelegte Bahnstrecke könnte man, so die Grünen, voraussichtlich für einen vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand kaufen. Im Gelände selbst sehen sie „eine potenzielle Baufläche für Wohnungsbau, Bildungs-/Sozialeinrichtungen oder Park.“

    Der Beschlussvorschlag der Grünen also: „Die Verwaltung wird beauftragt, schnellstmöglich mit dem Eigentümer der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Großzschocher und Lausen in Verbindung zu treten, um die 1,2 km lange Teilstrecke Lausner Straße bis Lausner Weg/Miltenberger Straße im Sinne der Flächenbevorratung zu kaufen.“
    Die Antwort der Verwaltung zur Sitzung am 20. November: „Der Elster-Saale-Radweg wird auf Leipziger Gebiet perspektivisch auf der Ostseite des Kulkwitzer Sees entlanggeführt. Die Weiterführung verläuft durch die Alte Salzstraße zur Lützner Straße mit Anschluss an den Radweg am Karl-Heine-Kanal. Zusätzlich wird das Ziel verfolgt, parallel zur ehemaligen Bahnstrecke den Lausener Weg für den touristischen Radverkehr auszuweisen. Dafür ist kein Grunderwerb erforderlich.“

    Heike König führte für ihre Fraktion ein. Wobei schnell klar wurde, dass es um Tourismus geht und die Frage, wann etwas geschieht. „Die seltsame Sturheit mit der die Verwaltung an der Route an der Alten Salzstraße festhält, ist verwunderlich“, so Körner und vermutet schlechte Ausreden. Denn unklar sei bis heute, wann auf der anderen Route der Verwaltung überhaupt etwas geschieht? Nur Konjunktive in der Art „man müsse mal darüber nachdenken …“ fänden sich auch im allgemeinen Radwegeplan wieder.

    „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass die Route über den Lausener Weg eindeutig attraktiver ist“, so König weiter zumal die Ertüchtigung der Straßen auf dieser Route eh angebracht wäre. „Wir sind hier als Stadträte in der Pflicht, ein grundlegendes Neudenken zu fordern“, denn es gehe um die touristische Erschließung in Leipzig.

    Ingrid Glöckner (SPD) teilte für ihre Fraktion mit, dass man im Grunde zustimmen könnte, wenn ein Zusatz in der Form eingefügt würde, dass das Ergebnis der Verhandlungen dem Stadtrat vorgelegt werden müsse.

    Mathias Weber (SPD) wunderte sich anschließend über die Frontstellung der Grünen zum gemeinsam beschlossenen Radentwicklungsplan, was Körner berichtigte: Es ginge ihr vor allem um die Vorhaben darin, welche touristischen Zielen dienen und meist nur als Vorhaben ohne konsequente Umsetzungen erscheinen. Ansbert Macijewski (CDU) fragte dann doch mal nach, ob es irgendeine Ahnung seitens der Verwaltung gäbe, was das Gelände ungefähr kosten könnte und in welchem Zustand der Boden auf der Strecke eigentlich sei?

    Bürgermeister Uwe Albrecht stellte in krankheitsbedingter Abwesenheit von Baudezernentin Dorothee Dubrau für die Verwaltung fest, dass eine Summe unbekannt sei, da es bislang nur ein „Höchstgebotsverfahren“ gegeben hätte. Was Genaues weiß man also nicht, die Verwaltung müsste erst einmal in Erfahrung bringen, wie teuer es werden könnte. Mit knapper Mehrheit von 25 zu 22 Stimmen beauftragte der Stadtrat jedoch die Verwaltung, genau dies zu tun, indem der Antrag der Grünen angenommen wurde.

    Die Radwegeführung beim Elster-Saale-Radweg über die 1,2 km lange Teilstrecke Lausner Straße bis Lausner Weg/Miltenberger Straße bleibt also im Gespräch. Vielleicht hört man auch bald, was so ein Stück ehemalige Bahnstrecke so wert ist. Darüber nämlich gab es auch auf Nachfrage heute ncch keine Einschätzung, da noch keine Verhandlungen begonnen hätten.

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