Auch der zweite Versuch der AfD-Fraktion, die Reichsgründung von 1871 zu glorifizieren, scheitert im Kulturdezernat

Für alle LeserAuf diese Stellungnahme der Stadt waren wir wirklich gespannt: Im Oktober beantragte die AfD-Fraktion im Leipziger Rathaus tatsächlich: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, anlässlich des 150. Jahrestags der Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 im Januar 2021 ein offizielles Gedenken durchzuführen. Der Stadtrat wird bis Ende 2020 über Form und Inhalt des Gedenkens informiert.“ Würdevolles Erinnern an das Kaiserreich? Ein zumindest seltsamer Antrag, auf den das Kulturdezernat ein paar sehr schöne Antworten gefunden hat.
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Die AfD-Fraktion lobte das 1871 gegründete Kaiserreich regelrecht über den Klee.

Die Gründung des Deutschen Reiches in Versailles war durchaus ein deutlicher geschichtlicher Moment – aber vor allem eine ganz bewusste Provokation.

„Die Gründung des Deutschen Reiches 1871 ist ein Ereignis von epochaler Bedeutung für die europäische, deutsche und selbstverständlich auch sächsische und Leipziger Geschichte. Tatsächlich sind wegweisende Neuerungen in der Wirtschaft, Wissenschaft sowie öffentlichen Verfassung des Landes mit dieser Zeit verknüpft. Zudem erlebte Leipzig in den Jahrzehnten nach 1870 einen langanhaltenden Aufschwung sowie einen massiven Bevölkerungszuwachs, der es zur viertgrößten Stadt des Reiches machte, an die Schwelle einer Metropolentwicklung führte und das Stadtbild durch gründerzeitliche Wohnviertel, herausragende öffentliche Bauten, wichtige Behördenansiedlungen sowie raumgreifende Industrieprojekte bis heute anhaltend prägte“, geht das Kulturdezernat auf die historischen Fakten ein.

„Insofern ist ein angemessener erinnernder Umgang mit dem Ereignis für das Jahr 2021 auch unter den besonderen Rahmenbedingungen der Pandemie aus stadthistorischer Sicht grundsätzlich sinnvoll und angezeigt.“

Aber nicht unter dem heroisierenden Blickwinkel, den die AfD hier einnimmt. Denn da gibt es nichts zu glorifizieren.

Und so betont das Kulturdezernat dann auch: „Allerdings müssen weitere Faktoren in den Blick genommen werden, die dem Ereignis eine beträchtliche historische Ambivalenz verleihen und ohne die ein ausgewogenes und für Leipzig bürgernahes Gedenken kaum funktionieren wird. So steht außer Zweifel, dass das 1871 in Versailles begründete Reich mit ,Eisen und Blut‘ (Bismarck) – also in einer Reihe von opferreichen Kriegen (1864, 1866, 1870/71) – entstand und in zwei noch blutigeren Weltkriegen unterging. Die auf dem Siegfrieden 1871 und der (Rück-)Annexion Elsaß-Lothringens begründete europäische Ordnung erweist sich von vornherein als fragil und zu weiteren Konflikten leitend; zudem entfremdete sie den vereinigten Nationalstaat trotz der inneren verfassungsmäßigen Fortschritte nachhaltig von den Demokratien Westeuropas.“

Das Dezernat hätte auch schreiben können: Was die AfD da anbot, war eine geradezu fahrlässig redigierte Sicht auf dieses Kapitel deutscher Geschichte.

Und auch mit Blick auf Sachsen war die Sache durchaus widersprüchlich, stellt das Kulturdezernat fest: „Insbesondere für Sachsen war der Weg in die kleindeutsch-preußische Variante des Einigungsprozesses ein besonders schmerzlicher und problematischer, da das Königreich 1866 noch aufseiten Österreichs für ein stärker föderatives Konzept eines Bundesstaates in den Krieg gezogen war und es preußischerseits durchaus Pläne für eine Annexion gegeben hatte.“

Die sozialen und politischen Konflikte hat die AfD gleich mal völlig ausgeblendet, stellt das Kulturdezernat fest: „Zuletzt gelang es trotz Bismarcks Sozialreformen nach 1870/71 nicht, den Gegensatz von Kapital und Arbeit ebenso wie zwischen Mehrheitsbevölkerung und Minderheiten (einschließlich der im Kulturkampf verfolgten katholischen Konfession) zu entschärfen, was gerade in Leipzig mit seiner starken Arbeiterbewegung zu einer drastischen Polarisierung der politischen Kräfte führte, die sich dann in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg wiederholt gewaltsam entlud. Das Konzept einer obrigkeitlich-militärisch basierten Nationsbildung hat sich in der historischen Rückschau ähnlich wie zeitgleich in Italien nur sehr eingeschränkt bewährt.“

Eine fast schon nette Formulierung der Tatsache, dass man das Wilhelminische Kaiserreich nicht wirklich als Vorbild für die demokratisch verfasste Republik von heute betrachten kann.

„Die Weimarer Verfassung sowie das Grundgesetz und ihre Vorläufer in der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 dürften letztlich die relevanteren Anknüpfungspunkte sein“, stellt das Kulturdezernat trocken fest. „Aufgrund dieser Ausgangslage, der etwa für größere Ausstellungsprojekte generell zu fortgeschrittenen Zeit sowie mit Blick auf die fortbestehenden Corona-Unsicherheiten, wird auf folgende bereits in Arbeit befindliche und denkbare Umsetzungsschritte verwiesen.“

Eine Erinnerung wird es trotzdem geben. Aber eine, die ganz bestimmt nicht die kaisertreue Linie der AfD verfolgt.

„Die für Herbst 2021 in Verantwortung der Schaubühne Lindenfels vorgesehene temporäre Wiederaufstellung des Siegesdenkmals auf dem Markt wird einschließlich der kommentierenden Informationstafeln (SGM) durch flankierende Aktivitäten in seiner Sichtbarkeit und Öffentlichkeitswirkung unterstützt“, kündigt das Kulturdezernat schon einmal an.

Das SGM ist das Stadtgeschichtliche Museum. „In Zusammenarbeit von SGM, Archiven und weiteren Mitwirkenden, etwa dem Bundesverwaltungsgericht als Nachfolger des Reichsgerichtes, wird ebenfalls im Herbst 2021 ein besonderer Thementag dazu konzipiert werden. Teil dessen können eine Podiumsdiskussion, eine öffentliche Führung im Stadtraum zu bedeutenden Stätten des Themas (Hauptbahnhof, Neues Rathaus, Bundesverwaltungsgericht etc.) bzw. zu relevanten Sammlungen und Dauerausstellungen (u. a. ein umfangreicher Bereich in der Abteilung ,Moderne Zeiten‘ in der Dauerausstellung Altes Rathaus sowie Bestände im Museum der bildenden Künste und GRASSI Museum für Angewandte Kunst etc.) sowie ein geeignetes partizipatives Bildungsformat (Besucherbefragung etc.) sein.“

Und war da noch was? Ach ja: der Krieg, über den die AfD-Fraktion so locker flockig hinweggegangen ist und der auch schon die erste Zündschnur legte für den nächsten Krieg, der noch viel blutiger wurde und das Ende genau jenes Kaiserreichs einleitete, das die AfD so gern gefeiert hätte.

„Angesichts der bereits benannten europäischen Dimension und vor allem der schicksalhaften Auseinandersetzung mit Frankreich empfiehlt sich dringend eine gemeinsame Überlegung etwa mit dem Institut Français. Erste Vorgespräche dazu haben bereits stattgefunden“, schreibt das Kulturdezernat.

Und es schlägt dem Stadtrat lieber diesen schönen Punkt zum Beschluss vor: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, im Zuge des ,Themenjahres 2021 – Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen‘ die im Herbst 2021 vorgesehene temporäre Kunstinstallation ZUCKER RAUSCH GERMANIA in Reflexion des ,Siegesdenkmals‘ von 1870/71 mit flankierenden Informationen zu der Thematik ,Gründung des Deutschen Reiches‘ zu unterstützen, um eine breite Öffentlichkeitswirkung zu erzielen. Der Projektträger Schaubühne Lindenfels wird vom Stadtgeschichtlichen Museum bei der Umsetzung unterstützt.“

Das erinnert einen dann an den Versuch der AfD-Fraktion, ausgerechnet diese beiden Punkte aus dem Beschluss zum „Themenjahr 2021 – Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ streichen lassen zu wollen:

„2.1 Stadtgeschichtliches Museum Leipzig: Entstehung der Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur in Leipzig/150. Geburtstag Karl Liebknecht

2.2 Schaubühne Lindenfels: 150 Jahre Ende des Deutsch-Französischen Krieges und 150. Jahrestag der deutschen Reichsgründung“.

Zum Projekt der Schaubühne schrieb die AfD-Fraktion da: „Die geplante ,Kunstinstallation‘ ,ZUCKER RAUSCH GERMANIA‘ zum Deutsch-Französischen Krieg und zur Reichsgründung wird der Bedeutung des Themas in keiner Weise gerecht. Zudem ist der Vorlagentext von Voreingenommenheit zum Thema geprägt, der zwar die sozialstaatlichen Errungenschaften des Kaiserreichs würdigt, jedoch in unhistorischer Weise die Umstände der Reichsgründung und den Gründungsmythos des Kaiserreichs thematisiert. Dazu passt die geplante, geradezu infantile Installation ins Bild. Zweifellos wäre einer geschichtswissenschaftlich ausgewogenen Beleuchtung des Krieges von 1870/71 und der Gründung des Kaiserreiches zuzustimmen.“

Die AfD als Kunstrichter und Geschichtsrevisor. Das fand in der Stadtratsabstimmung am 15. Juli nur die AfD-Fraktion selbst toll. Ergebnis: 7 Ja-Stimmen aus der AfD und 49 Nein-Stimmen. Abgelehnt.

Die Vorlage des Kulturdezernats zum Themenjahr 2021 fand hingegen einhellige Zustimmung. Geändert wurde sie auch. Nämlich um diesen Punkt: „Die Stadt Leipzig entwickelt zu den jeweiligen Themenschwerpunkten eine Perspektive auf den Beitrag von Frauen zur Stadtgeschichte und bezieht entsprechende Jubiläen von Frauen und Institutionen gleichberechtigt ein.“

Abstimmungsergebnis: 63:2 Stimmen. Und das, obwohl die Kunstaktion der Schaubühne dringeblieben ist. Erstaunlich.

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