Im vergangenen Jahr hat die Stadt Leipzig rund 2,4 Millionen Euro investiert, um bezahlbares Wohnen in Leipzig zu fördern. Und zwar zusätzlich zu den Geldern, die der Freistaat Sachsen für sozialen Wohnungsbau bereitstellt. Denn die reichen hinten und vorne nicht. So wurden beispielsweise Konzeptverfahren für kooperatives Bauen durchgeführt, Wohnprojekte vorangetrieben und verschiedene Bedarfsgruppen intensiv beraten.

Dies geht aus der Bilanz zum Wohnungspolitischen Konzept hervor, die der Stadtspitze jetzt vorliegt. Zugleich hat Oberbürgermeister Burkhard Jung auf Vorschlag von Baubürgermeister Thomas Dienberg beschlossen, dass das Programm auch im laufenden Jahr mit rund 1,2 Millionen Euro fortgeführt wird. Ziel ist es, dass sich Leipzigerinnen und Leipziger das eigene Zuhause weiter leisten können. Zudem soll neuer Wohnraum entstehen, der bezahlbar und vielfältig ist.

Für Instrumente des Wohnungspolitischen Konzepts stehen jedes Jahr rund eine Million Euro zur Verfügung, im Jahr 2022 wurden zusätzliche Mittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro bewilligt. Der Fokus lag dabei zuletzt auf der Beratung und Hilfe für besonders häufig von Wohnungsnot betroffene Menschen – dies wurde mit 1,975 Millionen Euro gefördert. Dazu zählt etwa die Energieberatung für einkommensschwache Haushalte oder die Koordinierungsstelle Migration und Integration.

Bezahlbare Wohnungen sind rar geworden

Die Anspannung des Wohnungsmarktes hat sich seit dem Ankommen ukrainischer Schutzsuchender weiter verschärft. So sind im Segment der kostenangemessenen Wohnungen (Richtwerte der „Kosten der Unterkunft“ laut Sozialgesetzbuch (SGB) II und SGB XII) etwa 40 Prozent weniger Angebote vorhanden. Hinzu kommen steigende Betriebs- und Heizkosten.

„Weil sich die Lage für Haushalte verschlechtert hat, die auf Angebote preisgünstigen Wohnraums angewiesen sind, kommt der Prävention von Wohnungsverlust und dem Wohnraumerhalt eine noch höhere Bedeutung zu. Und genau hier setzen wir an“, erläutert Leipzigs Baubürgermeister Thomas Dienberg.

Auch der Hilfebus zur Wohnungslosenhilfe konnte aus dem Konzept finanziert werden. Das Angebot wird sehr gut angenommen, teilt die Stadt mit, und ist eine große Hilfe sowohl für die Streetworker als auch für die Obdachlosen – künftig ist er Teil des Budgets des Sozialamtes.

Bauland ist zu teuer geworden

Nach intensiver Abwägung innerhalb der Verwaltung wurde entschieden, dass die Konzeptverfahren für kooperatives Bauen mit insgesamt vier Grundstücken auch 2023 fortgeführt werden. Dabei handelt es sich um zwei bebaute Grundstücke der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft sowie um zwei unbebaute städtische Grundstücke.

Der Leipziger Immobilienmarkt ermöglichte 2022 jedoch keinen weiteren Flächenankauf für Wohnbauprojekte. Nach Sondierung der wenigen Angebote zeigte sich, dass die Kaufpreisansätze eine Bebauung unter wirtschaftlichen Aspekten unmöglich erscheinen ließen.

Das Wohnungspolitische Konzept wird aktuell fortgeschrieben, die Neuauflage soll voraussichtlich im Herbst dem Stadtrat vorgelegt werden. Unter dem Slogan „Unser Auftrag, Euer Zuhause“ bündelt die Stadt auf einer Internetseite alle Beratungs- und Dienstleistungsangebote, Fördermöglichkeiten und gesetzliche Hebel zum Thema bezahlbares Wohnen. Die Informationen zu den Themen wie Sozialwohnung, Wohngeld, Mietpreisbremse oder dem Bündnis für bezahlbares Wohnen sind unter www.leipzig.de/euer-zuhause zentral auffindbar.

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